Digitalförster Martin Roth: Wald der Zukunft – Drohnen und Baumarten gegen Klimawandel

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Jens Wolters
Moderator Jens Wolters aus dem SWR1 Team moderiert regelmäßig die Sendung SWR1 Leute mit spannenden und interessanten Gästen (Foto: SWR)

Martin Roth ist "Digital"-Förster und beschäftigt sich mit dem Wald der Zukunft: Dazu gehören Drohnen und robuste Baumarten im Kampf gegen den Klimawandel.

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Früher gehörte die höfische Jagd zu den Aufgaben eines Försters und das Verhindern von Holzdiebstählen, mittlerweile gehört der Kampf für einen gesunden, zukunftsfähigen Wald dazu. Das ist der Job von Martin Roth, Forstrevierleiter am Bodensee. Er ist zuständig für die Wälder rund um Meersburg, Immenstaad und Salem. Aktuell gehört er zu den besten Förstern Deutschlands und hat den Beinamen "Digitalförster".

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Wald der Zukunft: Drohnen und robuste Arten trotz Klimawandel

Martin Roth geht bewusst neue Wege und probiert unterschiedliche Techniken aus: Er steuert Drohnen, um Waldschäden schneller aufzuspüren. Das spart Zeit, sagt er.

»Wenn ich einen Sturmschaden hab, würde ich wochenlang durch meine Wälder laufen, um alles zu erfassen. So kann ich am Tag ein Viertel meines Reviers befliegen lassen und am nächsten Tag nachschauen: Wo hab ich Schaden? Und dann weitere Aktionen einleiten.«

Außerdem setzt Roth GPS ein, um schwere Maschinen für die Baumernte durch den Wald zu lotsen. So bleibe die Route immer dieselbe, das schone den Waldboden. Zudem macht er sich schlau, welche Baumarten mit der zunehmenden Hitze und Trockenheit besser zurechtkommen. Denn auch seine Waldbestände haben mehr und mehr unter Extremwetter wie Stürme und Dürre oder unter Insektenschäden zu leiden.

Beruf "Digitalförster"

Auch andere Meinungen sind Martin Roth wichtig. Über seinen Blog "foerstertreff.de" bittet er zum lebendigen Informationsaustausch. Die Art, wie er seinen Beruf neu interpretiert, gibt Roth weiter: An der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg hat er einen Lehrauftrag für die digitalen Möglichkeiten im Forstrevier. Mit dem Ziel, dass er damit immer weniger eine Ausnahme in seinem Berufsfeld ist.