Hits & Stories

SWR1 Hits & Storys

Seine größte Liebe, kennengelernt in Mannheim

Die große Liebe
Mayte Garcia ist eine US-amerikanische Sängerin. Ihre Eltern sind Puertoricaner. Die jetzt 44-Jährige ist noch immer eine ausgesprochene Schönheit und war Prince das erste Mal im August 1990 bei einem Konzert in Mannheim begegnet. Sie war damals süße 16 Jahre alt, er 32. "Hi ich bin Mayte, vor ein paar Wochen hab ich deine Show gesehen. Sie dir mal an, wie ich tanze, ich denke das wird dir gefallen. Ach ja, ich bin 16 Jahre alt."

Der Musiker verliebte sich Hals über Kopf in Mayte und hat angeblich 3 Jahre gewartet bis er zum ersten Mal mit ihr schlief. Er integrierte die Tänzerin in seine Bühnenshow und schon bald gehörte Mayte als Sängerin fest zu seiner Band, der New Power Generation. Die Puertoricanerin passte gut in die aus Schwarzen und Weißen bestehende Gruppe. Prince schrieb eine seiner schönsten Liebeslieder für Mayte: "The Most Beautiful Girl in the World".

Günter Schneidwinds besondere Begegnung
Am 14. Februar 1996, dem Valentinstag, heiratete Prince die dunkelhaarige Schönheit. Im Sommer desselben Jahres traf ich die Band von Prince in München, aber ohne den Star. Auch Mayte war zunächst nicht zu sehen. Als ich mit dem Interview durch war, wies man mir die Tür aus der Hotelsuite. Doch die erwies sich nicht als Ausgang, sondern als Verbindungstür zum Zimmer von Mayte Garcia, die sich hochschwanger hingelegt hatte.

Über mein plötzliches Erscheinen war die junge Frau zuerst erschrocken. Ich machte eine Geste zur Beruhigung, versicherte dass ich zu den Guten gehöre und wollte sofort wieder gehen. Sie lud mich aber ein, mich zu setzen, da ich ja nun schon mal da war und ihr ein paar Fragen zu stellen. Sie schwärmte von Prince als Musiker und einfühlsamen Partner. Es war deutlich zu spüren, wie glücklich sie war. Sohn Gregory kam zu früh zur Welt und litt an einer Genmutation, an der er im Alter von nur einer Woche starb. Die Ehe von Prince und Mayte hielt nur zwei Jahre. Dennoch sagt Mayte noch heute über Prince: "Ich habe ihn geliebt, ich liebe ihn jetzt und ich werd ihn ewig lieben."

Und angefangen hatte alles in Mannheim. | audio (2:23 min)

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Das singende Model und ihre Männer

Als Vanessa Paradis ihren allerersten Nr.-1-Hit hatte, war sie gerade mal 15 Jahre alt. Die Lolita mit der Zahnlücke und ohne Künstlername - ja - sie heißt wirklich Paradis. Und sie räumte die Pop-Welt auf, nicht nur weil sie blutjung und bildhübsch war, sondern weil sie die Musikwelt spaltete. Die einen fanden ihre hohe Stimme unerträglich, die anderen schmolzen dahin und benannten eine ganze Musikrichtung, den Lolita-Pop, nach ihr.

Vanessa Paradis und Karl Lagerfeld
Aber auch Lolitas werden älter, also begann Paradis auch als Schauspielerin und Model zu arbeiten. Karl Lagerfeld erklärte sie zu seiner Muse und das blieb sie über zwei Jahrzehnte. "Weil ich sie auch toll finde, als Mensch, als Frau, als Look."

Vanessa Paradis und Lenny Kravitz
Und der US-Superstar Lenny Kravitz machte Vanessa Paradis zu seiner Geliebten. Im Laufe ihrer zweijährigen Liebesgeschichte schrieb er für sie ein ganzes Album.

Vanessa Paradis und Johnny Depp
Dann wurde es ruhiger um Vanessa Paradis, was wahrscheinlich daran lag, dass sie mit Johnny Depp zwei Kinder im Süden Frankreichs groß zog. Und das mit den Kindern, sagte sie im französischen Fernsehen, das wolle sie auf gar keinen Fall vermasseln. Die Kinder sind mittlerweile groß, ihre Tochter Lily arbeitet ebenfalls als Model für Channel.

Vanessa Paradis und Benjamin Biolay
Vanessa Paradis lebt wieder ein bisschen auf der Überholspur: Trennung von Johnny Depp, mehrere Affären mit Schauspielern und Musikern, darunter der französische Superstar Benjamin Biolay, der genau wie Kravitz damals ein ganzes Album für sie schrieb und auch ein Duett mit ihr sang.

2017 nahm sie mit dem israelischen Musiker Oren Lavie den Song "Did You Really Say No" auf und saß in der Jury der Filmfestspiele von Cannes.

Adieu Lolita. Eine erwachsene Vanessa Paradis hat noch eine Menge vor. | audio (2:21 min)

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Wo der Name Programm ist

Günter Schneidewind erzählt:
Es war das erste Mal, dass ich auf der Reeperbahn war. Im Hamburg der 90er Jahre. Es galt Kai Havaii von Extrabreit zu treffen und der residierte, wie auch die übrige Band im "Hotel Monopol", Reeperbahn 48-52. Gerade war das neue Album erschienen, das ebenfalls den Namen "Hotel Monopol" trug und einen der größten Hits von Extrabreit enthielt.

Die Hotellobby und das Aufnahmegerät
Kai Havaii ließ mich zunächst in der Hotellobby warten. Schon bald hatte ich die Aufmerksamkeit der Damen, die hier geschäftlich unterwegs waren. "Kai wird gleich hier sein", teilte mir einer der Hotelangestellten mit. "Oh er wartet nur auf Kai", kommentierten die Damen. "Dann haben wir wohl wenig Chancen."

Als Kai dann erschien fragte er: "Machen wir es gleich hier oder bei mir auf dem Zimmer?". Man kann sich vorstellen, was das für Kommentare bei den Frauen hervorrief. Als sei es der Peinlichkeiten noch nicht genug, wollte Kai wissen, ob ich mein Gerät dabei hätte. Ich sagte "Ja, das Aufnahmegerät hab ich immer dabei". Das Echo war gewaltig: "Habt ihr gehört, Mädels? Er hat sein Gerät immer dabei, ist das nicht praktisch?".

Punkmusik und Schlager
Kai schob mich an der Gruppe von Frauen vorbei und wir entkamen auf sein Zimmer. Er erzählte von seinen Wurzeln: Die Punkmusik. "Der Punk suggerierte, dass es wichtig war, sich auf das Nötigste zu konzentrieren. Das haben wir natürlich auch umgesetzt, indem wir Texte gemacht haben, von denen wir genau wussten, dass sie als Provokation empfunden würden, wie z. B. "Annemarie bitte f*** mit mir". Das sagte man damals nicht in der Szene, man schlief miteinander, man hatte sich lieb."

Kai Havaii bringt echte Klopper, erzählt sie aber so, als sei es das selbstverständlichste der Welt. Dass ich von ihm erfuhr, dass er schon immer einen Faible für die Schlagersammlung seiner Eltern gehabt hatte, war zur Abwechslung ganz harmlos. Durch diese alte Plattensammlung war er übrigens auf Hildegard Knef gekommen und ihr Lied "Für mich soll's rote Rosen regnen", das Extrabreit mit ihr zusammen neu aufnahmen. | audio (2:03 min)

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Von XXL zur schlanken Linie

Alison Moyet war immer die lustige Dicke mit der wahnsinnigen Stimme. Das änderte sich ziemlich drastisch mit dem neuen Jahrtausend. Alison Moyet halbierte sich, hungerte sich von Kleidergröße 52 auf 40 runter, ließ sich die Haare lang wachsen und war kaum wiederzuerkennen. In wirklich jedem Interview wurde sie auf ihre Figur angesprochen.

"Ist das nicht deprimierend? Da hast du eine dreißigjährige Karriere hinter dir und alles was die Leute interessiert ist wie du aussiehst?" das fragte Alison Moyet mal einen BBC-Moderator. Er hatte keine Antwort.

Mobilität statt Schönheitswahn
In den 80ern war Alison Moyet auf Hits abonniert. Der eigentliche Grund ihrer Halbierung war ein ganz anderer: nicht die Karriere, sondern die Mobilität. Als Mutter von drei Kindern musste sie manchmal einfach schneller sein als sie es konnte. Und Zitat "Ich wollte nicht, dass sich herablassende Dünne eines Tages um mich kümmern müssen."

Die richtigen Schulkollegen
Ihre Figur hat ihrer Karriere auf jeden Fall nicht geschadet. Sie stand mit Freddie Mercury oder David Bowie auf der Bühne, hatte unzählige Nr.-1-Hits und die Welt lag ihr in den 80ern zu Füßen. Angefangen hatte das alles nur, weil sie mit zwei Jungs von Depeche Mode in der gleichen Schulklasse war. Über ihre Klassenkameraden lernte sie Vince Clarke kennen und gründete mit ihm die Band "Yazoo". Nur sechs Wochen später hatten die beiden einen europaweiten Hit.

Und so, sagt sie, aus dem schwarzen Schaf wurde ein Popstar oder das kleine Punkpummelchen wurde zu einer der erfolgreichsten Sängerinnen der 80er. | audio (2:06 min)

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Inkognito auf der Bühne in Ludwigsburg

Es war der Nachmittag des 15. Oktober 1991, als sich David Bowie und seine Band "Tin Machine" bei SWR1 Musik-Experte Günter Schneidewind zum Live-Interview im Studio einfanden. Am Abend spielten die "Gypsy Kings" in der ausverkauften Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart und "Tin Machine" mit David Bowie im Ludwigsburger Forum am Schlosspark, wofür es noch reichlich Karten gab, denn kaum jemand hatte realisiert, dass da wirklich David Bowie auf der Bühne stehen sollte, aber nicht mit seinen Hits wie "Space Oddity", "Heroes" oder "Let's Dance".
Es war ein Konzert seiner neuen Band "Tin Machine", und die klang ganz anders als das, was man von David Bowie gewohnt war.

Der nervöse Günter
Zunächst passierte Günter Scheidewind ein Anfängerfehler. Die Präsenz des Superstars David Bowie, der einst als Poster in seinem Zimmer daheim gehangen hatte, fesselte ihn so sehr, dass beim Reglerstart des Studioplattenspielers gar keine Platte auf dem Teller lag.

"Ich hatte einfach vergessen sie aufzulegen. David Bowie erkannte meine Notlage und gab mir durch Zeichensprache zu verstehen, dass ich ihm noch eine Frage stellen solle und er so lange reden würde, bis ich die Platte aufgelegt hätte. So half er mir aus einer peinlichen Situation. Im Gegenzug überredete ich ihn, sein Inkognito zu lüften und öffentlich zu machen, dass er, David Bowie, Teil der Band "Tin Machine" sei und heute Abend auf der Bühne des Ludwigsburger Forums stehen würde."

David Bowie und der Rock'n'Roll
Natürlich nicht als Ziggy Stardust, Major Tom oder in einem seiner schillernden Kostüme aus den 70er Jahren, denn das, betonte Bowie sei doch nur Show gewesen, ein experimenteller Spaß. Aber Rock'n'Roll sei für ihn noch immer eine Quelle der Inspiration, weil es da so viele Elemente gibt, die man immer wieder zu etwas Neuem zusammenfügen kann.

David Bowie: "Rock'n'Roll is such a great pallet to work from. For me it's like an endless source of inspiration."

Doch das Neue schlug nicht so ein, wie es sich Bowie vielleicht gehofft hatte. Bei seinem Konzert mit "Tin Machine" in Ludwigsburg kamen nur einige Hundert Leute, während ein paar Kilometer entfernt die "Gypsy Kings" in der ausverkauften Schleyer-Halle in Stuttgart vor 12.000 Zuschauern spielte.

Irgendwie verkehrte Welt. | audio (2:08 min)

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Ein Superstar, abgetaucht am Zürisee

2013 entschied sich Tina Turner für die Schweizer Staatsbürgerschaft und lebt mit ihrem deutschen Ehemann Erwin Bach seit 1994 am Zürichsee.

"Ich bin direkt an den See gezogen, nach Küsnacht. In ein 120 Jahre altes Haus und ich habe es renoviert. Ich habe ein paar Mauern umgesetzt und ein paar Türen eingebaut. Das ist zwar nicht erlaubt, aber ich hab's trotzdem getan. Im Untergeschoss habe ich mir eine Fitness-Etage eingerichtet. Mit Trainings- und Massageraum, Dampfbad, Sauna und Jacuzzi. Wenn ich nach Hause komme, kann ich die Füße hoch legen und genießen."

Ihr neues Leben
Tina Turner macht keine Rockmusik mehr. Mit einer Yoga Lehrerin nahm sie Alben auf mit spirituellen buddhistischen und christlichen Gesängen, die der Entspannung dienen und dem Verständnis verschiedener Religionen.

Die Bürger von Küsnacht wissen sehr wohl, wer da in ihrer Nachbarschaft wohnt. Tina Turner nimmt teil am öffentlichen Leben von Küsnacht und wird auch schon mal für eine Schiffstaufe angefragt, wie der Gemeindepräsident Markus Ernst bestätigt: "Sie hat das hervorragend gemacht, in perfektem deutsch und die Champagnerflasche ist beim ersten Mal kaputt gegangen, so wie das sein muss bei Schiffstaufen."

Tina spricht Deutsch
Ja, Tina Turner kann deutsch sprechen. Denn Deutschkenntnisse sind eine Voraussetzung für die Schweizer Staatsbürgerschaft. "Sie ist Küsnachter Bürgerin und hat hier das ganze Prozedere auch hinter sich gebracht. Man musste ausreichende Kenntnisse in der Landessprache unter Beweis stellen", sagt Gemeindepräsident Markus Ernst. | audio (2:13 min)

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