Mitarbeiter der Spurensicherung auf dem Friedhof von Altbach. Hier war eine Handgranate auf eine Trauergemeinde geworfen worden. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)

Anschlag auf Trauerfeier im Kreis Esslingen

Anklage nach Handgranaten-Wurf in Altbach

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Philipp Pfäfflin
Bild von Philipp Pfäfflin (Foto: SWR, SWR - Foto: Alexander Kluge)

Im Juni explodierte auf einem Friedhof in Altbach eine Handgranate. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben - sowie gegen Personen der Trauergemeinde.

Vier Monate nach dem Wurf einer Handgranate bei einer Beerdigung in Altbach (Kreis Esslingen) hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 23-jährigen Mann aus der Region Stuttgart erhoben. Er soll eine Handgranate gezündet und sie in Richtung einer versammelten Trauergemeinde geworfen haben, in deren Mitte sie explodieren sollte. Gegen fünf andere Männer erging außerdem Anklage wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung. Dies teilte die Staatsanwaltschaft Stuttgart am Donnerstag mit.

Der 23-Jährige soll laut Angaben der Staatsanwaltschaft die Handgranate absichtlich gezündet und geworfen haben. Eigentlich sollte diese auf dem Vorplatz der Aussegnungshalle landen, wo sich die Trauergemeinde versammelt hatte. Der Sprengkörper wurde jedoch abgelenkt und landete etwa 30 Meter von dem Vorplatz entfernt, wo er auch explodierte.

Die dabei freigesetzten Stahlkugeln verletzten mindestens 15 Trauergäste zum Teil schwer. Die Anklage wurde erhoben wegen des Verdachts des versuchten Mordes, des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, der gefährlichen Körperverletzung und des unerlaubten Ausübens von Gewalt über eine Kriegswaffe.

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Auch Mitglieder der Trauergemeinde in Altbach angeklagt

Neben dem 23-jährigen mutmaßlichen Handgranaten-Werfer hat die Staatsanwaltschaft auch fünf Männer im Alter von 19 bis 21 Jahren angeklagt, die an der Beerdigung teilgenommen haben sollen. Ihnen wird vorgeworfen, den flüchtenden 23-Jährigen getreten und geschlagen zu haben. Laut Staatsanwaltschaft saß der 23-Jährige bereits in einem Taxi, wurde wieder herausgezerrt und - auch als er bereits das Bewusstsein verloren hatte - weiter mit Fäusten und Füßen traktiert und damit schwer verletzt.

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Außerdem sollen die Fünf herbeigerufene Rettungssanitäter mit dem Tod gedroht und sie von Rettungsmaßnahmen abgehalten haben. Die Staatsanwaltschaft hat deswegen gegen sie Anklage wegen des Verdachts des gemeinschaftlichen versuchten Totschlags und der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung erhoben.

Sowohl der 23-Jährige als auch die fünf weiteren Angeschuldigten befinden sich in Untersuchungshaft. Die Tat in Altbach sehen die Ermittler im Zusammenhang mit der Schuss-Serie, die seit einigen Monaten die Region Stuttgart bewegt. Nun liegt der Fall beim Landgericht Stuttgart. Prozesstermine stehen noch nicht fest.

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