Hits & Stories

SWR1 Hits & Storys

Von XXL zur schlanken Linie

Alison Moyet war immer die lustige Dicke mit der wahnsinnigen Stimme. Das änderte sich ziemlich drastisch mit dem neuen Jahrtausend. Alison Moyet halbierte sich, hungerte sich von Kleidergröße 52 auf 40 runter, ließ sich die Haare lang wachsen und war kaum wiederzuerkennen. In wirklich jedem Interview wurde sie auf ihre Figur angesprochen.

"Ist das nicht deprimierend? Da hast du eine dreißigjährige Karriere hinter dir und alles was die Leute interessiert ist wie du aussiehst?" das fragte Alison Moyet mal einen BBC-Moderator. Er hatte keine Antwort.

Mobilität statt Schönheitswahn
In den 80ern war Alison Moyet auf Hits abonniert. Der eigentliche Grund ihrer Halbierung war ein ganz anderer: nicht die Karriere, sondern die Mobilität. Als Mutter von drei Kindern musste sie manchmal einfach schneller sein als sie es konnte. Und Zitat "Ich wollte nicht, dass sich herablassende Dünne eines Tages um mich kümmern müssen."

Die richtigen Schulkollegen
Ihre Figur hat ihrer Karriere auf jeden Fall nicht geschadet. Sie stand mit Freddie Mercury oder David Bowie auf der Bühne, hatte unzählige Nr.-1-Hits und die Welt lag ihr in den 80ern zu Füßen. Angefangen hatte das alles nur, weil sie mit zwei Jungs von Depeche Mode in der gleichen Schulklasse war. Über ihre Klassenkameraden lernte sie Vince Clarke kennen und gründete mit ihm die Band "Yazoo". Nur sechs Wochen später hatten die beiden einen europaweiten Hit.

Und so, sagt sie, aus dem schwarzen Schaf wurde ein Popstar oder das kleine Punkpummelchen wurde zu einer der erfolgreichsten Sängerinnen der 80er. | audio (2:06 min)

SWR1 Hits & Storys

Inkognito auf der Bühne in Ludwigsburg

Es war der Nachmittag des 15. Oktober 1991, als sich David Bowie und seine Band "Tin Machine" bei SWR1 Musik-Experte Günter Schneidewind zum Live-Interview im Studio einfanden. Am Abend spielten die "Gypsy Kings" in der ausverkauften Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart und "Tin Machine" mit David Bowie im Ludwigsburger Forum am Schlosspark, wofür es noch reichlich Karten gab, denn kaum jemand hatte realisiert, dass da wirklich David Bowie auf der Bühne stehen sollte, aber nicht mit seinen Hits wie "Space Oddity", "Heroes" oder "Let's Dance".
Es war ein Konzert seiner neuen Band "Tin Machine", und die klang ganz anders als das, was man von David Bowie gewohnt war.

Der nervöse Günter
Zunächst passierte Günter Scheidewind ein Anfängerfehler. Die Präsenz des Superstars David Bowie, der einst als Poster in seinem Zimmer daheim gehangen hatte, fesselte ihn so sehr, dass beim Reglerstart des Studioplattenspielers gar keine Platte auf dem Teller lag.

"Ich hatte einfach vergessen sie aufzulegen. David Bowie erkannte meine Notlage und gab mir durch Zeichensprache zu verstehen, dass ich ihm noch eine Frage stellen solle und er so lange reden würde, bis ich die Platte aufgelegt hätte. So half er mir aus einer peinlichen Situation. Im Gegenzug überredete ich ihn, sein Inkognito zu lüften und öffentlich zu machen, dass er, David Bowie, Teil der Band "Tin Machine" sei und heute Abend auf der Bühne des Ludwigsburger Forums stehen würde."

David Bowie und der Rock'n'Roll
Natürlich nicht als Ziggy Stardust, Major Tom oder in einem seiner schillernden Kostüme aus den 70er Jahren, denn das, betonte Bowie sei doch nur Show gewesen, ein experimenteller Spaß. Aber Rock'n'Roll sei für ihn noch immer eine Quelle der Inspiration, weil es da so viele Elemente gibt, die man immer wieder zu etwas Neuem zusammenfügen kann.

David Bowie: "Rock'n'Roll is such a great pallet to work from. For me it's like an endless source of inspiration."

Doch das Neue schlug nicht so ein, wie es sich Bowie vielleicht gehofft hatte. Bei seinem Konzert mit "Tin Machine" in Ludwigsburg kamen nur einige Hundert Leute, während ein paar Kilometer entfernt die "Gypsy Kings" in der ausverkauften Schleyer-Halle in Stuttgart vor 12.000 Zuschauern spielte.

Irgendwie verkehrte Welt. | audio (2:08 min)

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Ein Superstar, abgetaucht am Zürisee

2013 entschied sich Tina Turner für die Schweizer Staatsbürgerschaft und lebt mit ihrem deutschen Ehemann Erwin Bach seit 1994 am Zürichsee.

"Ich bin direkt an den See gezogen, nach Küsnacht. In ein 120 Jahre altes Haus und ich habe es renoviert. Ich habe ein paar Mauern umgesetzt und ein paar Türen eingebaut. Das ist zwar nicht erlaubt, aber ich hab's trotzdem getan. Im Untergeschoss habe ich mir eine Fitness-Etage eingerichtet. Mit Trainings- und Massageraum, Dampfbad, Sauna und Jacuzzi. Wenn ich nach Hause komme, kann ich die Füße hoch legen und genießen."

Ihr neues Leben
Tina Turner macht keine Rockmusik mehr. Mit einer Yoga Lehrerin nahm sie Alben auf mit spirituellen buddhistischen und christlichen Gesängen, die der Entspannung dienen und dem Verständnis verschiedener Religionen.

Die Bürger von Küsnacht wissen sehr wohl, wer da in ihrer Nachbarschaft wohnt. Tina Turner nimmt teil am öffentlichen Leben von Küsnacht und wird auch schon mal für eine Schiffstaufe angefragt, wie der Gemeindepräsident Markus Ernst bestätigt: "Sie hat das hervorragend gemacht, in perfektem deutsch und die Champagnerflasche ist beim ersten Mal kaputt gegangen, so wie das sein muss bei Schiffstaufen."

Tina spricht Deutsch
Ja, Tina Turner kann deutsch sprechen. Denn Deutschkenntnisse sind eine Voraussetzung für die Schweizer Staatsbürgerschaft. "Sie ist Küsnachter Bürgerin und hat hier das ganze Prozedere auch hinter sich gebracht. Man musste ausreichende Kenntnisse in der Landessprache unter Beweis stellen", sagt Gemeindepräsident Markus Ernst. | audio (2:13 min)

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