Betroffene des Hochwassers stehen an der Ahr (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Boris Roessler)

Die Lage im Flutgebiet

Hochwasser-Live-Blog in RLP: Aktuelle Entwicklungen im Überblick

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Die Aufräumarbeiten nach der Hochwasserkatastrophe Mitte Juli kommen voran. Bis zur Normalität ist es aber noch ein langer Weg. Unterdessen ist auch die politische Aufarbeitung im Gange. Hier die aktuelle Lage:

Dienstag, 21. September

+++ Herzenssache hilft Familien in Not +++
14:45 Uhr

Die SWR-Kinderhilfsaktion "Herzenssache" unterstützt rund 200 Familien mit benachteiligten Kindern im Katastrophengebiet im Ahrtal mit einer halben Million Euro. Auf den Gelände der Sommerrodelbahn Altenahr können Betroffene bis 19 Uhr Anträge stellen. Damit das Geld dort ankommt, wo es gebraucht wird, werden die Ortsbürgermeister und Ortsvorsteher in die Verteilung mit einbezogen.

+++ Entwässerung für Ausbau A1 wird neu geprüft +++
13:15 Uhr

Wegen der Flutkatastrophe soll der Entwässerungsplan für den Ausbau der A1 zwischen Kelberg und Adenau neu geprüft werden. Das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium teilte mit, bisher sei geplant gewesen, das Oberflächenwasser von diesem Abschnitt der Autobahn in die Ahr zu leiten. Nach der Flut im Ahrtal müsse das aber neu überdacht werden.

+++ Deponie in Wiesbaden nimmt Sperrmüll aus dem Ahrtal +++
12:00 Uhr

Das Nachbarland Hessen hilft Rheinland-Pfalz bei der Entsorgung des Sperrmülls aus dem Hochwassergebiet im Ahrtal. In der Deponie in Wiesbaden-Biebrich wurde nach Angaben des Darmstädter Regierungspräsidiums ein Notfall-Zwischenlager eingerichtet. Der Sperrmüll soll später verbrannt werden. Im Ahrtal sind seit der Flutkatastrophe vor zwei Monaten mehr als 240.000 Tonnen Sperrmüll angefallen.

+++ Erster Lagebericht zu Tourismus im Ahrtal +++
11:45 Uhr

Im Ahrtal sind 60 Prozent der Tourismusbetriebe durch die Flut zerstört oder beschädigt worden. Das entspreche 280 Anbietern, teilte die Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. mit. Der Verein hat nach eigenen Angaben mehr als 450 Hotels, Pensionen und Gaststätten befragt, um ein Lagebild zu erstellen. "Auch wenn wir hier seit Wochen mittendrin sind im Katastrophengebiet und uns der Ernst der Lage schnell bewusst war, machen die nackten Zahlen doch erneut sprachlos", fasst der Vorsitzende der Ahrtal-Tourismus, Hotelier Christian Lindner seine Eindrücke zusammen.

Ahrtal

Erstes Fazit nach Befragung der Betriebe 60 Prozent der Tourismusbranche im Ahrtal durch Flut betroffen

Mehr als die Hälfte der Hotels, Pensionen und Gastrobetriebe im Ahrtal ist bei der Flutkatastrophe zum Teil stark beschädigt worden. Das geht aus einem ersten Lagebild des Ahrtal-Tourismus hervor.  mehr...

Am Nachmittag SWR4 Rheinland-Pfalz

+++ Bauernverband warnt vor Höfesterben im Ahrtal +++
6:00 Uhr

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau befürchtet, dass viele Betriebe im Ahrtal trotz Fluthilfe aufgeben müssen. Der Bund plane, nur den Zeitwert von zerstörten Maschinen oder Gebäuden zu ersetzen. Viele Winzer und Landwirte müssten die Restsummen dadurch selbst finanzieren, sagte Verbandspräsident Michael Horper dem SWR.

Bauernverband warnt vor Höfesterben Fluthilfe reicht Bauern und Winzern im Ahrtal offenbar nicht

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau befürchtet, dass viele Betriebe im Ahrtal trotz Fluthilfe aufgeben müssen. Verbandspräsident Michael Horper sagte dem SWR, das in Aussicht gestellte Geld reiche nicht.  mehr...

Montag, 20. September

+++ A 61 zwischen Kerpen und Meckenheim wieder frei +++
21:45 Uhr

Die durch die Flut beschädigte Autobahn 61 zwischen den Autobahnkreuzen Kerpen und Meckenheim in Richtung Koblenz ist wieder befahrbar. Das hat die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Rheinland mitgeteilt. Viele Abschnitte auf der A 61 in Richtung Venlo bleiben den Angaben zufolge aber noch bis voraussichtlich Endes des Jahres gesperrt.

+++ Dutzende Wohnungen an Flutopfer vermittelt +++
19:30 Uhr

Über ein Wohnraumportal des Kreises Ahrweiler sind bisher mehr als 65 Wohnungen an Betroffene der Flut vermittelt worden. Das hat die Kreisverwaltung Ahrweiler mitgeteilt. Aktuell seien rund 180 Wohnungen im Angebot - von der Ein-Zimmer-Wohnung bis hin zu größeren Wohnhäusern.

+++ Minister Hoch sichert Kliniken Unterstützung zu +++
14:00 Uhr

Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) hat am Vormittag vier Kliniken im Ahrtal besucht, die von der Flutkatastrophe betroffen sind. Er sicherte den Betreibern Unterstützung beim Wiederaufbau zu. Die Kosten dafür lägen im dreistelligen Millionenbereich. Es sei damit zu rechnen, dass der Bedarf an psychologischer Unterstützung im Ahrtal in den nächsten Monaten stark ansteigen werde. Deshalb müssten die beiden psychiatrischen Kliniken im Ahrtal möglichst handlungsfähig sein, sagte Hoch bei seinem Besuch.

+++ 40.000 Suchanfragen nach vermissten Autos im Ahrtal +++
10:30 Uhr

Der Kreis Ahrweiler hat nach eigenen Angaben mehr als 40.000 Suchanfragen über das Fahrzeugsuchportal für Hochwasser-Betroffene registriert. Die Kreisverwaltung hatte das Online-Portal demnach unmittelbar nach der Flutkatastrophe eingerichtet. Betroffene konnten dort herausfinden, welches Abschleppunternehmen das eigene Fahrzeug geborgen und abtransportiert hatte. Nach Angaben der Kreisverwaltung sind bis auf wenige Ausnahmen alle durch die Flut beschädigten Fahrzeuge geborgen. Aus diesem Grund soll das Online-Portal heute eingestellt werden.

+++ Gesundheitsminister besucht Kliniken im Ahrtal +++
8:30 Uhr

Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) besucht heute einige Kliniken im Ahrtal. Er wolle sich rund zwei Monate nach dem verheerenden Hochwasser ein Bild von der Lage vor Ort machen, heißt es von der Landesregierung. Unter anderem besucht der Minister den Angaben zufolge die Ehrenwallsche Klinik in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Sie kümmert sich um die psychotherapeutische Versorgung im Kreis Ahrweiler, hat aber gleichzeitig selber schwere Gebäudeschäden durch die Flut erlitten.

+++ Kein Wahlkampf an der Ahr +++
7:30 Uhr

CDU und SPD wollen auch jetzt kurz vor der Wahl am Sonntag im Flutkatastrophen-Gebiet an der Ahr keinen klassischen Wahlkampf betreiben. Darauf habe man sich fraktionsübergreifend geeinigt, heißt es. Demnach werden keine Plakate aufgehängt und auch kein Tür-zu-Tür-Wahlkampf der Kandidaten ist geplant. Die Menschen hätten jetzt andere Probleme.

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Bundestagswahl im Krisengebiet Wahlkampf im Ahrtal kaum möglich

Werbung in eigener Sache machen oder Informationen über die eigene Partei vermitteln - das ist im Ahrtal jetzt kurz vor der Bundestagswahl kaum möglich. Für die Kandidaten ist es ein eigenartiger Wahlkampf.  mehr...

Samstag, 18.September

+++ Mehr als 290 Hinweise zur Sturzflut im Ahrtal +++
12:30 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat bis jetzt mehr als 290 Hinweise zur tödlichen Sturzflut im Ahrtal bekommen. Oberstaatsanwalt Dietmar Moll sagte, sowohl Berichte als auch Fotos und Videos seien im eigens dafür eingerichteten Mailfach "unwetter.stako@genstako.jm.rlp.de" eingegangen. Das Postfach sei auch weiterhin geöffnet. Die Auswertung der Eingaben dauere aber. Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt gegen den krankgeschriebenen Landrat des Kreises Ahrweiler, Jürgen Pföhler (CDU), und ein weiteres Mitglied des Krisenstabes. Es wird geprüft, ob die Bevölkerung nicht ausreichend gewarnt wurde.

+++ Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler erinnert an Flutopfer +++
19:30 Uhr

Rund 400 Menschen haben im Kurpark der Flutopfer gedacht. Eingeladen zu der Veranstaltung hatte Bürgermeister Guido Orthen (CDU). Auch Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche waren bei der Veranstaltung dabei.

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+++ Winzergenossenschaft im Ahrtal bereit für Traubenanlieferung +++
10:30 Uhr

Winzer im von der Flut zerstörten Ahrtal können jetzt ihre Trauben in der Winzergenossenschaft in Mayschoß abliefern. Eine Sprecherin der Genossenschaft sagte dem SWR, alles stehe bereit. Alle Geräte für die Weinlese seien überprüft worden und würden funktionieren. Die Winzergenossenschaft rechnet damit, dass alle Mitglieder, trotz der Hochwasserkatastrophe, an der Weinlese teilnehmen, weil sie auf die Einnahmen durch den neuen Jahrgang nicht verzichten könnten. Die Winzergenossenschaft mit Gebäuden in Mayschoß, Altenahr und Walporzheim wurde durch das Hochwasser stark beschädigt.

+++ Gedenkfeier für Flutopfer in Bad Neuenahr-Ahrweiler +++
6:00 Uhr

In Bad Neuenahr-Ahrweiler wird am Nachmittag der Opfer der Flutkatastrophe gedacht. Allein in der Stadt sind in der Nacht zum 15. Juli 73 Menschen ums Leben gekommen. Stadtbürgermeister Guido Orthen (CDU) sagte, Bad Neuenahr-Ahrweiler befinde sich im Wiederaufbau. Man müsse sich schnellstmöglich auf den Herbst und den Winter vorbereiten. Es sei ihm aber auch wichtig, derer zu gedenken, die den Wiederaufbau nicht miterleben können. Die Gedenkfeier findet um 17 Uhr im Kurpark von Bad Neuenahr-Ahrweiler statt.

Freitag, 17. September

+++ Bürgermeister fordern Konzepte zum Hochwasserschutz +++
19:15 Uhr

Die Schäden der Flutkatastrophe im Norden von Rheinland-Pfalz sind auch zwei Monate nach dem Hochwasser noch allgegenwärtig. Die Bürgermeister der Ober-Ahr-Gemeinden fordern nun Hochwasserschutz-Konzepte. Denn die Angst vor einer weiteren Flut bleibt.

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+++ Bistum Trier sammelt für Flutopfer 1,6 Mio. Euro +++
16:30 Uhr

Rund zwei Monate nach der Flutkatastrophe haben das Bistum Trier und der Caritasverband der Diözese 1,6 Millionen Euro gesammelt. Caritas international hat eigenen Angaben zufolge bis Mitte September 37 Millionen Euro an Spenden für die Betroffenen erhalten, die anteilig an die Diözesen gehen sollen. Laut dem Bistum Trier erhält Caritas international zudem 30 Millionen Euro vom Aktionsbündnis Katastrophenhilfe.

Rheinland-Pfalz

Aktion Deutschland Hilft Zwischenbilanz: Das passiert mit den privaten Spendengeldern nach der Flut

Nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen kannte die Hilfs- und Spendenbereitschaft in Deutschland keine Grenzen. Doch wofür wird das Geld eingesetzt?  mehr...

+++ 40.000 Anfragen bei Auto-Suchportal im Ahrtal +++
15:45 Uhr

Die Flut im Ahrtal hat auch Tausende Autos mit sich gerissen - das Online-Suchportal "Wo steht mein Fahrzeug? Kennzeichenabfrage!" hat mehr als 40.000 Anfragen registriert. Wie die Kreisverwaltung Ahrweiler mitteilte, waren hier Daten von rund 4.000 Fahrzeugen aufgenommen worden. "Da inzwischen bis auf wenige Ausnahmen alle durch die Flut beschädigten Fahrzeuge geborgen sind und nahezu keine Nachfragen von Fahrzeughalterinnen und -haltern im Suchportal mehr registriert werden, wird der Zusatzservice nun beendet", hieß es weiter. Mit dem von der Kreisverwaltung eingerichteten Portal konnten Autobesitzer herausfinden, welche Abschleppfirma ihr Fahrzeug zu welchem Sammelplatz für Autowracks transportiert hatte.

+++ 18 von 26 beschädigten Lotto-Annahmestellen wieder "am Netz" +++
13:15 Uhr

Die Flutkatastrophe im Ahrtal hat auch 26 Lotto-Annahmestellen beschädigt oder zerstört. Das teilte Lotto Rheinland-Pfalz bei seiner Bilanz-Pressekonferenz mit. Die Glücksspielgesellschaft unterstütze diese unterschiedlichen Geschäfte unter anderem mit einem 100-prozentigen Zuschuss für eine neue Ladeneinrichtung. 18 der betroffenen Annahmestellen seien inzwischen "wieder am Netz", die übrigen acht hätten noch eine offene Zukunft.

+++ THW baut Behelfsbrücke bei Speicher +++
11:15 Uhr

Das Technische Hilfswerk (THW) baut bei Speicher eine Behelfsbrücke aus Stahl über die Kyll. Ein THW-Sprecher sagte, dazu werde heute weiteres Material angeliefert. Das Material werde vor Ort bei Speicher auf der Röhler Seite angenommen und sortiert. Nächste Woche Donnerstag und Freitag sollen die Teile am Ufer montiert werden - vor Ort seien dann etwa 45 Kräfte aus den THW-Ortsverbänden Bad Kreuznach, Bitburg und Neustadt an der Weinstraße. Die Brücke sei ursprünglich doppelspurig geplant gewesen. Aus Platzgründen könne aber nur eine einspurige Brücke aufgebaut werden. Am Samstag, 25. September, soll dann ein Kran die Brücke an ihre Position heben.

+++ 14.000 Glasfaseranschlüsse für das Ahrtal +++
10:15 Uhr

In Bad Neuenahr-Ahrweiler sollen knapp 14.000 Haushalte mit Glasfaseranschlüssen bis zum Haus versorgt werden. Das teilte die Stadt mit. Demnach hat die Deutsche Telekom Pläne für den Aufbau eines neuen Glasfasernetzes im Ahrtal vorgestellt. Dort ist ein Großteil der bisherigen Netzinfrastruktur zerstört. Sie soll nun statt mit Kupfer- mit deutlich schnelleren Glasfaserleitungen aufgebaut werden.

+++ Kreis Ahrweiler will Ufergrundstücke aufkaufen +++
9:45 Uhr

Private Eigentümer der von der Flut betroffenen Grundstücke entlang der Ahr sollen ihre Grundstücke bei Bedarf zeitnah und zu ortsüblichen Preisen an den Kreis Ahrweiler verkaufen können. Das hat der Umweltausschuss des Kreises entschieden. Dazu soll beantragt werden, das Naturschutzgroßprojekt "Obere Ahr-Hocheifel" zu erweitern - und zwar über die Verbandsgemeinde Adenau hinaus auf die flussabwärts gelegenen Abschnitte zwischen Dümpelfeld und dem Mündungsgebiet der Ahr. Die Kosten für den Kauf der Flächen sollen wie die bisherigen Projekt-Maßnahmen zu 90 Prozent aus den bereits zugesagten Bundes- und Landesmitteln finanziert werden.

+++ Etwa 9.000 Gebäude im Ahrtal beschädigt +++
6:15 Uhr

Im Ahrtal sind insgesamt rund 9.000 Gebäude durch die Flutkatastrophe beschädigt worden. Das haben die Energieagentur Rheinland-Pfalz und die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion errechnet. Die Zählung hilft den Behörden unter anderem zu errechnen, wie viele Häuser noch an die Wärmeversorgung angeschlossen werden müssen. Mit Blick auf die kalten Wintermonate soll es hierbei schneller voran gehen als bisher gedacht. Der Norden der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler soll nun doch schon bis November und nicht erst im  März an das Gasnetz angeschlossen werden. In anderen Teilen des Ahrtals setzen die Behörden auf andere Lösungen wie zum Beispiel mobile Heizzentralen und kleine Wärmenetze, die wenige Haushalte dezentral versorgen.

Donnerstag, 16. September

+++ Katastrophenschutz in der Pfalz +++
21:30 Uhr

Neustadt an der Weinstraße liegt im Tal, umringt von Wäldern und Weinbergen. Die Flutkatastrophe in der Eifel hat die Verantwortlichen für den Katastrophenschutz nachdenklich gemacht. Was wäre, wenn die Region am Speyerbach einmal von einem solchen Starkregen getroffen würde?

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+++ Im Ahrtal fehlen Bautrockner +++
20:00 Uhr

Der Putz ist in vielen Häusern im Ahrtal von den Wänden geschlagen, jetzt müssen die Häuser komplett austrocknen, bevor der Wiederaufbau weiter gehen kann. Um die Feuchtigkeit aus den Wänden zu ziehen, braucht die Region Bautrockner - und die sind rar.

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+++ Neue Soforthilfezahlungen im Kreis Ahrweiler +++
17:00 Uhr

Im Kreis Ahrweiler werden weitere rund 20 Millionen Euro Spendengelder an die Betroffenen der Flutkatastrophe ausgezahlt. Wie die Kreisverwaltung am Donnerstag mitteilte, erhalte jeder in der Datenbank registrierte und bezugsberechtigte Privathaushalt ab Oktober etwa 1.200 Euro. Auf dem Soforthilfe-Spendenkonto der Kreisverwaltung seien bislang rund 31,2 Millionen Euro eingegangen. Dazu kämen Gelder des Spendenkontos des Landes von 10,81 Millionen Euro. 17,7 Millionen Euro habe der Kreis bereits direkt ausgezahlt. 97 Prozent der eingegangenen Anträge auf Soforthilfe seien abschließend bearbeitet. Noch bis zum 30. September könnten Anträge bei der Kreisverwaltung gestellt werden.

+++ Verband spendet über 100 Holzöfen und Herde für Flutgebiet +++
12:30 Uhr

Der Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI) hat mehr als 100 Holzöfen und Herde für das flutgeschädigte Ahrtal gespendet. Die rheinland-pfälzische Landesbeauftragte für den Wiederaufbau, Innenstaatssekretärin Nicole Steingaß (SPD), erklärte, nicht alle Wohnungen im Katastrophengebiet dürften bis zum Winter wieder eine reguläre Wärmeversorgung haben. "Deshalb werden derzeit zahlreiche alternative Heizmethoden erprobt. Holzöfen können bei der Winterfestigkeit eine wichtige Rolle spielen." Schornsteinfeger sollen die Verteilung und Installation übernehmen.

+++ THW filtert 1,7 Millionen Liter Heizöl aus Flut-Gemisch +++
11:45 Uhr

Das Technische Hilfswerk (THW) hat mit einer Separationsanlage etwa 1,7 Millionen Liter 98-prozentiges Heizöl gewonnen. Dazu wurden rund 3,75 Millionen Liter des im Flutgebiet entstandenen Heizöl-Wasser-Gemisches gefiltert. Wie die Umweltabteilung der Kreisverwaltung Ahrweiler mitteilte, wurde das gefilterte Heizöl zu einer Raffinerie gebracht.

+++ Schutt aus Häusern kann für Wiederaufbau verwendet werden +++
11:30 Uhr

Der Bauschutt aus einsturzgefährdeten Häusern soll nach Möglichkeit für den Wiederaufbau verwendet werden. Die Kreisverwaltung Ahrweiler teilte mit, dass die "immensen Mengen" an Bauschutt recycelt und - sofern sie nicht zu sehr mit Schadstoffen belastet seien - zum Wiederaufbau angeboten werden. Auch getrockneter, gesiebter und nicht zu sehr etwa von Heizöl belasteter Schlamm von Häusern und Grundstücken könnte nach einer Analyse "gegebenenfalls zum Wiederaufbau - beispielsweise im Straßen- und Wegebau - verwendet werden", teilte die Verwaltung mit. Zu stark belasteter Schlamm sei fachgerecht in Deponien entsorgt worden.

+++ Wasserqualität der Ahr weiter schlecht +++
10:15 Uhr

Zwei Monate nach der Flutkatastrophe wächst die Sorge um die Wasserqualität an der Ahr. Aktuelle Messdaten deuteten darauf hin, "dass sich die Belastungen im Gewässer erhöhen", teilte das Mainzer Umweltministerium mit. Die Kläranlagen seien stark beschädigt und könnten das Abwasser noch nicht in gewohnter Weise reinigen, hieß es. Zudem kämen immer mehr Bewohner zurück, sodass auch der Wasserverbrauch wieder steige. Auch durch die Arbeiten im Flussbett und an den Ufern könnten Schadstoffe in die Ahr gelangen.

Sinzig

Landesumweltministerium zu aktuellen Messergebnissen Zerstörte Kläranlagen: Keine Entwarnung für Wasserqualität der Ahr

Zwei Monate nach der Flut wächst die Sorge um die Wasserqualität der Ahr: Nach Angaben des Landes weisen aktuelle Messdaten darauf hin, dass sich die Belastungen im Gewässer erhöhen.  mehr...

+++ Weitere Ergebnisse zur Wasserqualität der Ahr erwartet +++
7:00 Uhr

Am Vormittag sollen weitere Ergebnisse des Sondermessprogramms an der Ahr in Sinzig vorgestellt werden. Seit Anfang August untersuchen die Behörden, wie sehr die Ahr und andere Gewässer im Zuge der Hochwasserkatastrophe belastet wurden - etwa durch zerstörte Kläranlagen, Kanalisationen, Öltanks, Düngemittel oder Pestizide. Dazu seien 13 Messstationen entlang der Ahr installiert worden. Bereits Anfang September wurden erste Ergebnisse vorgestellt. Dort lagen die gemessenen Werte zumeist innerhalb der üblichen Schwankungen.

+++ Trier: vollgelaufene Keller nicht in von Flutkatastrophe betroffenen Stadtteilen +++
6:00 Uhr

Starkregen hat am Mittwochabend in den südöstlichen Stadtteilen Triers für Überschwemmungen und rund 80 Einsätze der Feuerwehr gesorgt. In einigen Kellern stand das Wasser bis zu einem halben Meter hoch. Der vom Juli-Hochwasser besonders betroffene Stadtteil Trier-Ehrang war nicht betroffen, er liegt im Norden der Stadt.

+++ Rot-Kreuz-Kläranlage reinigt Abwasser in Mayschoß +++
04:30 Uhr

Für ferne Krisengebiete hat das Deutsche Rote Kreuz temporäre Kläranlagen entwickelt. Nun ist eine der Anlagen unverhofft im flutgeschädigten Ahrtal gelandet. Eine weitere soll folgen.

Mayschoss

Mayschoß statt Uganda Kläranlage für Krisengebiete wird im Ahrtal eingesetzt

Für ferne Krisengebiete hat das Deutsche Rote Kreuz temporäre Kläranlagen entwickelt. Nun ist eine der Anlagen unverhofft im flutgeschädigten Ahrtal gelandet. Eine weitere soll folgen.  mehr...

Mittwoch, 15. September

+++ Helfende Handwerker aus dem ganzen Land im Ahrtal +++
18:30 Uhr

Die Spuren der Flut sind im Ahrtal noch überall deutlich sichtbar. Aber vor dem Winter sollen vor allem die Heizungen wieder funktionieren. Da viele Handwerker in der Region selbst von der Flut betroffen sind, wird Hilfe aus ganz Deutschland benötigt.

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+++ Fluthilfe-Bericht im Kabinett: Abläufe sollen überprüft werden +++
11:30 Uhr

Zwei Monate nach der Flutkatastrophe hat die Bundesregierung in einem Zwischenbericht eine erste Bilanz gezogen. In dem Bericht ging es vor allem um Hilfsleistungen und den Wiederaufbau der zerstörten Ortschaften. Darin hieß es aber auch, dass die Abläufe bei der Warnung überprüft werden sollen: "Das System des Bevölkerungsschutzes mit der klaren kommunalen Verantwortung und der aufwachsenden Unterstützung durch Landkreise, Länder und den Bund hat sich in dieser langanhaltenden Hochwasserlage grundsätzlich als trag- und leistungsfähig erwiesen, wird aber gleichwohl im Rahmen eines Evaluierungsprozesses betrachtet werden." Noch immer sind viele Fragen zur Flutnacht offen:

Rheinland-Pfalz

Rekonstruktion einer Katastrophe Was ist in der Flutnacht passiert? - Ein Protokoll

Rund zwei Monate nach der Flutwelle steht die Frage im Mittelpunkt, wie es so weit kommen konnte: Wann gingen die ersten Warnungen ein? Gab es nicht genug Hinweise auf das Unglück?  mehr...

+++ LBM sucht Mitarbeiter für den Wiederaufbau +++
9:15 Uhr

Etwa 35 Mitarbeiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) sollen künftig den Wiederaufbau der Straßen und anderen durch die Flut zerstörten Bauwerke im Ahrtal begleiten. Der Landesbetrieb suche deshalb gerade nach Fachkräften sagte Verkehrsministerin Daniela Schmitt (FDP) im SWR bei einem Ortstermin in Sinzig. Die Bewerbungsverfahren liefen derzeit. "Beim Wiederaufbau brauchen wir die breite Palette von allen Kompetenzen", so Schmitt. Das Büro werde in den nächsten Wochen mit der Arbeit beginnen können. Weil die Herausforderungen im Ahrtal so groß seien, müssten andere Bauprojekte im Land aber möglicherweise zurückgestellt werden.

+++ SPNV fordert stabilere Eifelstrecke +++
7:15 Uhr

Mitglieder des Zweckverbandes Schienenpersonen-Nahverkehr Nord appellieren an den Bund, die Eifelstrecke nach den Flutschäden stabiler und moderner wieder aufzubauen. Der Wiederaufbau solle dazu genutzt werden, die Strecke möglichst zu elektrifizieren und auch überall zweigleisig auszubauen. Die Bauweise müsse stabiler werden, denn das Hochwasser habe massenhaft Bahnschotter weggeschwemmt und Brücken unterspült. Außerdem müsse daran gearbeitet werden, die Fahrtzeit zwischen Köln und Trier auf etwa 90 Minuten zu verkürzen. Die Deutsche Bahn hatte Anfang der Woche mittgeteilt, dass sie erst im Sommer 2023 damit rechnet, dass die ganze Eifelstrecke wieder von Zügen genutzt werden könne. Und selbst dann seien noch nicht alle Bahnübergänge und Anlagen wieder instandgesetzt.

+++ Bus für psychosoziale Beratung startet im Ahrtal +++
5:30 Uhr

Nach der Flutkatastrophe im Ahrtal mit 133 Toten und immensen psychischen Belastungen überlebender Anwohner geht hier ein besonderes Beratungsmobil auf Reise. Der umgebaute Bus mit zwei Büros und einer Spielecke soll heute in Bad Neuenahr-Ahrweiler vorgestellt werden. Laut Kreisverwaltung Ahrweiler wird er ein Jahr lang an fünf Tagen pro Woche von morgens bis nachmittags in den von Hochwasser betroffenen Orten und Stadtteilen im Ahrtal unterwegs sein. An zahlreichen Standorten bieten Experten etwa aus dem psychosozialen Bereich und der Jugendhilfe vor allem für Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren Informationen und Beratung zu allen Fragen des sozialen Alltags in der Phase des Wiederaufbaus an. Finanziert wird das Projekt vom Kinderhilfswerk Plan International Deutschland mit 390.000 Euro.

Dienstag, 14. September

+++ Hat die EU noch genug Geld, um die Hochwasseropfer zu unterstützen? +++
20:45 Uhr

Hilfsgelder für die Flutgebiete in Rheinland-Pfalz wurden von der EU-Kommission zugesichert, doch jetzt ist das Geld scheinbar schon ausgegeben. In vielen Ländern der EU kam es in den letzten Monaten zu Naturkatastrophen und diese Fälle werden zuerst abgearbeitet. Die weitere Finanzierung von Hilfsgeldern muss die EU-Kommission jetzt klären, sagt SWR-Korrespondent Stephan Ueberbach.

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+++ Provisorische Stromversorgung bis zu Hausanschlüssen +++
18:00 Uhr

In dem von der Flutkatastrophe besonders hart betroffenen Ahrtal ist eine provisorische Stromversorgung nach Angaben der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) bis zu den Hausanschlusskästen sichergestellt. Als nächstes solle die Straßenbeleuchtung überprüft und instandgesetzt werden. Die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser durch Leitungen funktioniere weitgehend wieder, hieß es weiter. Schwierigkeiten bestünden noch zeitweise in den Ortschaften Schuld und Insul. Größere Probleme gebe es noch wegen der stark zerstörten Abwasserinfrastruktur. Daher würden Abwässer über Vorflutbecken in die Ahr und später in den Rhein geleitet. Messungen sollen weiter die Belastung der Gewässer untersuchen. Bisher seien dabei keine Auffälligkeiten festgestellt worden, hieß es.

+++ Flutopfer-Spendenbündnis will kein Geld vom Waffenhersteller Heckler & Koch +++
18:00 Uhr

Die "Aktion Deutschland Hilft" für Betroffene der Flutkatastrophe hat eine Spende des schwäbischen Waffenherstellers Heckler & Koch zurückgewiesen. Laut Heckler & Koch geht es um 15.000 Euro, die zur Hälfte von der Belegschaft kommen und zur Hälfte von der Firma. Den Gesamtbetrag überwies die Schwarzwälder Waffenschmiede nach eigenen Angaben Anfang August auf das Spendenkonto von "Aktion Deutschland Hilft", einem Bündnis verschiedener Hilfsorganisationen. Einen Monat später habe das Aktionsbündnis mit Verweis auf seine ethischen Leitlinien die Annahme der Spende abgelehnt. Das Geld will Heckler & Koch nun an das Technische Hilfswerk und an die von der Flutkatastrophe im Juli besonders getroffene Gemeinde Dernau im Ahrtal spenden.

+++ Erstinfos zu Wiederaufbauhilfen für Betriebe und Landwirte +++
14:00 Uhr

Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt (FDP) teilte am Dienstag zu den Wiederaufbauhilfen mit: "Nach Abschluss der notwendigen Gesetzgebungsverfahren auf Bundes- und Landesebene können die Antragsverfahren im Oktober starten. IHK und HWK werden die Erstberatung der gewerblichen Betriebe übernehmen, Antragsbearbeitung und Auszahlung erfolgen im Anschluss über die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB). Für Landwirte und Winzer ist das DLR Mosel zentraler Ansprechpartner."

+++ Soforthilfe auch für Kreis Cochem-Zell +++
11:00 Uhr

Auch die Hochwasseropfer im Kreis Cochem-Zell sollen jetzt finanzielle Hilfe vom Bund und vom Land bekommen. Wie die Kreisverwaltung dem SWR mitteilte, sei der Kreis Cochem-Zell in das Bund-Länderprogramm zur Aufbauhilfe aufgenommen worden. Ursprünglich war der Landkreis nicht für Soforthilfen und die Unterstützung bei Elementarschäden vorgesehen, erklärte eine Sprecherin. Das Land habe den entsprechenden Antrag der Kreisverwaltung deshalb auch zunächst abgelehnt. In einem zweiten Anlauf legte der Kreis jedoch noch einmal die Notlage vieler Hochwasseropfer an der Mosel dar und bekam dann den Zuschlag. Zu Recht, so Landrat Manfred Schnur (CDU). Er habe nicht nachvollziehen können, warum Hochwasser-Betroffene aus dem Kreis Cochem-Zell anders behandelt werden sollten als die aus den angrenzenden Landkreisen. Nach Angaben der Verwaltung benötigen die Opfer im Kreisgebiet mehr als 6,5 Millionen Euro Hilfe, vor allem in den Verbandsgemeinden Cochem und Zell.

+++ An der Ahr beginnt die Traubenlese +++
10:45 Uhr

Die Winzer an der Ahr beginnen in diesen Tagen mit der Traubenlese für Frühburgunder. Die Winzer erwarten trotz aller Schwierigkeiten durch die Flutkatastrophe einen guten Jahrgang, sagte der Präsident des Weinbauverbandes Ahr, Hubert Pauly. Rund zehn Prozent der Rebflächen seien durch die Flut zerstört worden, so Pauly. Winzer aus Deutschland, Luxemburg und Frankreich würden die Betriebe an der Ahr mit Weinpressen, Traktoren und anderen Geräten unterstützen. Viele Freiwillige, die bisher mit dem Helfershuttle zum Aufräumen ins Ahrtal gekommen seien, würden nun auch bei der Weinlese helfen. Vordringlich sei im Moment die Versorgung der Betriebe mit sauberem Wasser. Viele Winzer seien auch während der Lese noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt.

Walporzheim

Lese des Frühburgunders beginnt Winzer an der Ahr: Weitermachen trotz der Flut

Die Winzer im Ahrtal beginnen in diesen Tagen mit der Lese der frühen Sorten. Kein leichtes Unterfangen: Viele haben bei der Flut Mitte Juli alles verloren und müssen ganz neu starten.  mehr...

+++ Erdgasversorgung im Ahrtal steht voraussichtlich im November +++
9:30 Uhr

Die Erdgasversorgung im Ahrtal kann nach der Hochwasserkatastrophe voraussichtlich deutlich schneller wieder komplett hergestellt werden als bisher angekündigt. Die Energieversorgung Mittelrhein (evm) teilte mit, der Zeitplan sei deutlich beschleunigt worden. Für die Stadtteile nördlich der Ahr bedeutet dies, dass sie nach aktuellem Stand im November wieder mit Erdgas versorgt werden können. Bisher mussten sie von einem Zeitraum zwischen Dezember und März ausgehen. Die Gebiete südlich der Ahr werden bereits im Oktober wieder mit Erdgas beliefert – und damit vor der Frostperiode.

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Bürger müssen im Winter nicht frieren Gasleitung in Bad Neuenahr-Ahrweiler früher repariert als gedacht

Die Flut-Opfer im Ahrtal können aufatmen: Nach EVM-Angaben kann die Gasversorgung überall schon bis November wieder komplett hergestellt werden - deutlich früher als vorhergesagt.  mehr...

+++ Trier-Ehrang noch nicht beim Wiederaufbau +++
7:00 Uhr

Zwei Monate nach der Hochwasser-Katastrophe hat nach Angaben des Ortsvorstehers von Trier-Ehrang, Berti Adams, der eigentliche Wiederaufbau noch nicht begonnen. Im SWR sagte Adams, die Menschen seien noch damit beschäftigt Häuser zu entkernen, Putz abzuschlagen und Estriche zu entfernen. "Als erstes haben wir den Leuten Waschmaschinen besorgt, dann haben wir Baulüfter besorgt, und jetzt soll ich nächste Woche vom Diakonischen Werk 200 Heizgeräte bekommen, für die Leute, die keine Heizung mehr haben", so Adams. Mit Blick auf die kommende kalte Jahreszeit sagte Adams, die Stadtwerke seien mit acht Bautrupps unterwegs, um Gasanschlüsse zu legen - und zwar vor dem Winter. Wo das nicht möglich sei, würden Tanks vor die Häuser gestellt.

+++ Wahlbusse ab heute im Ahrtal unterwegs +++
5:45 Uhr

Wahlberechtigte im Hochwassergebiet können ab heute in den mobilen Außenstellen der Verwaltung, den sogenannten Wahlbussen, Briefwahl beantragen und direkt vor Ort wählen. Die Busse machen bis zum 24. September insgesamt 40 Mal in Stadteilen von Bad Neuenahr-Ahrweiler Station. Start ist um 10 Uhr auf dem Aldi-Parkplatz (Wilhelmstraße). Zur selben Uhrzeit geht es auch in Orten der Verbandsgemeinde Altenahr los.

Ahrweiler

Abstimmung in Bussen und Zelten Die Bundestagswahl im Flutgebiet an der Ahr

Nach der Flutkatastrophe im Ahrtal stellt die Organisation der Bundestagswahl die Menschen vor Ort vor große Herausforderungen. Wo und wie soll dort gewählt werden?  mehr...

+++ CDU stellt Antrag auf U-Ausschuss vor +++
5:30 Uhr

Die CDU will die Flutkatastrophe und mögliche Versäumnisse parlamentarisch aufarbeiten lassen. Ein Untersuchungsausschuss soll nach dem Willen der Christdemokraten die Arbeit verantwortlicher Stellen bei dem Hochwasser mit 134 Todesopfern in Rheinland-Pfalz unter die Lupe nehmen. Den Antrag dazu stellt die Partei heute vor.

Rheinland-Pfalz

CDU reicht Antrag ein U-Ausschuss zur Flutkatastrophe könnte im Herbst starten

Die CDU-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag hat am Dienstag ihren Antrag für die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zur Flutkatastrophe eingereicht. Es gebe ein großes öffentliches Interesse, die Abläufe aufzuklären.  mehr...

+++ EU-Kommission offenbar mit Problemen bei Auszahlung von Fluthilfen +++
2:45 Uhr

Die EU-Kommission hat einem Zeitungsbericht zufolge Probleme, ihre in Aussicht gestellten Millionenhilfen für die von der Flutkatastrophe im Sommer betroffenen Länder zeitnah auszuzahlen. Die Zeitungen der Funke-Mediengruppe zitieren in ihren Dienstagsausgaben aus einem Schreiben von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an den Grünen-Europaabgeordneten Rasmus Andresen. Darin heißt es demnach, die in diesem Jahr verfügbaren Gelder seien bereits fast vollständig für Hilfen nach anderen Naturkatastrophen vergeben. Von der Leyen soll darauf verweisen, dass die jährliche Obergrenze im EU-Haushalt für die sogenannte Reserve zur Solidarität und Soforthilfe bei 1,2 Milliarden Euro liege. Außerdem schreibe die EU-Kommissionspräsidentin von einer "unbefriedigenden Situation für die EU und ihre Bürger". Mit der zunehmenden Häufigkeit und Zerstörungskraft von Naturkatastrophen sei die Zahlungsfähigkeit in diesem Jahr eine Herausforderung. Die Situation habe sich auch durch die Corona-Pandemie verschärft und die "Unzulänglichkeit der verfügbaren solidarischen Instrumente gezeigt", so von der Leyen. Den Funke-Zeitungen zufolge verspricht die Kommissionschefin in ihrem Schreiben, alle Möglichkeiten zu prüfen, den vom Hochwasser betroffenen Ländern zu helfen. Die EU-Kommission hatte Deutschland und anderen EU-Staaten nach der Flutkatastrophe im Juli Millionenhilfen aus einem entsprechenden Fonds angeboten.

Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz Hochwasser 2021: Alle betroffenen Orte auf einer Karte

Unvorstellbare Regenmengen haben am 14. und 15. Juli 2021 zur größten Naturkatastrophe in der Geschichte von Rheinland-Pfalz geführt. Auf unserer Karte zeigen wir die betroffenen Orte.  mehr...

Montag, 13. September

+++ Wirtschaftsministerin Schmitt: Aufruf an Handwerker in der gesamten Bundesrepublik +++
18:15 Uhr

Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt (FDP) hat Handwerker aus ganz Deutschland dazu aufgerufen, sich am Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe zu beteiligen und ihre Arbeitskraft auf dem Portal der Handwerkskammer Koblenz (HWK) anzubieten. "Der Wiederaufbau ist ein Kraftakt, der – auch angesichts des Fachkräftemangels - nur mit einer bundesweiten Anstrengung gelingen wird. Deshalb rufe ich alle Handwerker in Deutschland auf, sich und ihre Arbeitskraft auf dem Portal der Handwerkskammer Koblenz anzubieten. Gemeinsam mit Ihnen bauen wir das Ahrtal wieder zu einer lebenswerten Heimat auf.“ Unter der Adresse www.handwerk-baut-auf.de können Firmen Zeiträume angeben, in denen sie ihre Handwerksleistungen an der Ahr anbieten möchten. Die derzeitige Einteilung nach Monaten wird durch eine Übersicht nach Kalenderwochen ersetzt. "Auf der Plattform sollen Betriebe als auch Betroffene möglichst schnell und passgenau Ansprechpartner finden“, sagte Ralf Hellrich, Hauptgeschäftsführer der HWK Koblenz. Die Kammer hilft darüber hinaus mit zahlreichen weiteren Initiativen beim Wiederaufbau.

+++ Landesstraße zwischen Schuld und Insul wird nachts gesperrt +++
17:45 Uhr

Die L73 muss von heute an zwischen Schuld und Insul für eine Nachtbaustelle voll gesperrt werden. Wie der Landesbetrieb Mobilität mitteilte, haben erneut starke Regenfälle am vergangenen Wochenende dazu geführt, dass ein Bereich des Fahrbahnrandes unterspült wurde. Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis zum 1. Oktober dauern. Bis dahin werde die Straße jeweils zwischen 21 und 5 Uhr voll gesperrt. Eine Umleitung erfolgt über Winnerath, Reifferscheid und Adenau.


+++ Stadtbibliothek Bad Neuenahr-Ahrweiler wieder geöffnet +++
17:30 Uhr

Knapp zwei Monate nach der Flutkatastrophe im Ahrtal ist seit heute die Stadtbibliothek in Bad Neuenahr-Ahrweiler wieder geöffnet. Dies sei ein kleiner, aber wichtiger Schritt hin zu mehr Normalität, teilte die Stadtverwaltung mit. Wer im Hochwasser ausgeliehene Bücher verloren habe, könne den Verlust dort melden. Alle Versäumnisgebühren der letzten zwei Monate würden automatisch storniert.

+++ Tourismusverbände wollen, dass mehr Ferienwohnungen für Flutopfer bereitgestellt werden +++
17:00 Uhr

Noch sind die Vermieter von Ferienwohnungen in der Pfalz zurückhaltend - aber das soll sich ändern. Die Tourismusverbände der Region werben dafür, dass mehr Wohnungen für die Flutopfer zur Verfügung gestellt werden.

Kaiserslautern

Tourismusverbände werben Mehr Ferienwohnungen in der Pfalz für Flutopfer

Noch sind die Vermieter von Ferienwohnungen in der Pfalz zurückhaltend - aber das soll sich ändern. Die Tourismusverbände der Region werben dafür, dass mehr Wohnungen für die Flutopfer zur Verfügung gestellt werden.  mehr...

Am Morgen SWR4 Rheinland-Pfalz

+++ Neue Behelfsbrücke in Bad Neuenahr wird gebaut +++
15:45 Uhr

Das Technische Hilfswerk hat damit begonnen, eine neue Behelfsbrücke in Bad Neuenahr-Ahrweiler über die Ahr zu bauen. Sie soll die für den Stadt-Verkehr besonders wichtige Ahrtal-Brücke ersetzen. Die neue Behelfsbrücke ist mehr als 50 Meter lang und sechs Meter breit, bei einem Gewicht von rund 150 Tonnen. In der letzten Woche haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Brücke am Ahrufer auf einer speziellen Schienen-Konstruktion zusammengebaut. Seit heute wird sie Stück für Stück über den Fluss geschoben. Damit sei man dem Zeitplan noch deutlich voraus, so ein THW-Sprecher. Ursprünglich war die Fertigstellung erst nächste Woche geplant. Die Brücke könne ohne Probleme mehrere Jahre benutzt werden. Wenn alles nach Plan läuft, soll die zweispurige Brücke am Ahrtor dann Anfang der kommenden Woche für den Verkehr freigegeben werden.

+++ Kostenlose Tipps zum Schutz vor Hochwasser in Mainz +++
14:00 Uhr

Der Wirtschaftsbetrieb Mainz bietet ab heute vermehrt kostenlose Beratungen zum Schutz vor Überflutungen an. Nach der Hochwasserkatastrophe vor zwei Monaten im Norden des Landes sei die Nachfrage groß, so die Behörde.

Mainz

Nach Flutkatastrophe in RLP Wirtschaftsbetrieb in Mainz gibt Tipps gegen Überflutungen

Der Wirtschaftsbetrieb Mainz bietet ab sofort vermehrt kostenlose Beratungen zum Schutz vor Überflutungen an. Nach der Hochwasserkatastrophe vor zwei Monaten sei die Nachfrage groß.  mehr...

+++ In Bad Neuenahr-Ahrweiler werden provisorische Läden und Gaststätten errichtet +++
11:45 Uhr

In Bad Neuenahr-Ahrweiler werden seit heute provisorische Geschäfte aufgebaut. Auf dem Parkplatz City-Ost entstehen bis zu 55 Gewerbeeinheiten, die die durch die Flutkatastrophe zerstörten Geschäfte und Gaststätten in Bad Neuenahr ersetzen sollen. Zum Parken kann es dort eng werden, da auf dem Parkplatz auch noch warme Mittagessen ausgegeben werden.

+++ Obst und Gemüse in Ralingen an der Sauer vorerst nicht essen +++
11:00 Uhr

Experten raten, Obst und Gemüse aus überfluteten Gärten in Ralingen an der Sauer nicht zu essen, sondern im Restmüll zu entsorgen. Das teilte der Ortsbürgermeister der Gemeinde im Kreis Trier-Saarburg, Alfred Wirtz (Grüne), mit. Eine Untersuchung des Bodens hatte ergeben, dass der Schadstoffanteil knapp an die erlaubten Grenzwerten stößt. Der angeschwemmte Boden müsse zwar nicht entsorgt werden, so das beauftragte Büro für Baubiologie, Obst und Gemüse sollten allerdings nicht gegessen und der überflutete Kompost nicht mehr genutzt werden. Die Fachleute raten, den Boden in der ersten Zeit alle zwei bis drei Wochen umzugraben. Dadurch würden Bodenbakterien Schadstoffe leichter abbauen. Im nächsten Frühjahr könnten nach derzeitigem Stand die Gärten wieder bestellt werden.

+++ Bonner Haus der Geschichte sammelt Erinnungsstücke zur Flutkatastrophe +++
6.00 Uhr

Das Haus der Geschichte in Bonn sammelt Gegenstände, die an die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen erinnern sollen. Sammlungsdirektor Dietmar Preißler sagte, die Katastrophe sei ein zeitgeschichtliches Ereignis, so dass es wichtig sei, Erinnerungsstücke als "Teil des kulturellen Gedächtnisses" für die Zukunft zu sichern. Bislang habe das Museum zum Beispiel verschmutzte Weinflaschen aus dem Ahrtal erhalten, aber auch ein verschlammtes Gerät aus einer Zahnarztpraxis.

Bonn

Vom Hochwasser Beschädigtes kommt ins Museum Bonner Haus der Geschichte sammelt Flut-Stücke

Zwei Monate nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind viele Schäden noch nicht behoben. Das Haus der Geschichte in Bonn sammelt nun Gegenstände zur Hochwasserkatastrophe.  mehr...

Sonntag, 12. September

+++ Pfälzerwald-Marathon spendet an Flutopfer +++
15:15 Uhr

Rund um Pirmasens haben Marathon- und Halbmarathon-Läufer beim Pfälzerwald-Marathon wie in jedem Jahr auch diesmal wieder eine Spendenaktion veranstaltet. Aus aktuellem Anlass geht pro Teilnehmer und Läufer jeweils ein Euro an die Betroffenen der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz. Insgesamt kamen so 600 Euro zusammen, wie der Veranstalter mitteilte.

+++ Neue Überschwemmungen im Kreis Altenkirchen +++
14:45 Uhr

Nach Gewitter und Starkregen sind am Freitagabend in mehreren Orten im Kreis Altenkirchen Straßen überschwemmt worden. Das teilte die Polizei erst am Sonntag in der Stadt Altenkirchen mit. Der Autoverkehr sei kurzfristig beeinträchtigt worden. Dies sei unter anderem in Obererbach, Hilgenroth, Eichelhardt und Sörth der Fall gewesen. In Hamm sei laut der örtlichen Feuerwehr in einer Straße eine Barriere mit Sandsäcken zum Schutz von Anwohnern errichtet worden.

+++ Nach der Flut suchen immer mehr Betroffene psychologische Hilfe +++
3:30 Uhr

Zwei Monate nach der verheerenden Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen suchen immer mehr Betroffene psychologische Hilfe. Das sagte der Vorsitzende des Deutschen Psychotherapeuten Netzwerks (DPNW), Dieter Adler. Erst komme die Phase des "Gegen-Agierens", dann komme die Verzweiflung mit der Ohnmacht. Zunächst kümmerten sich viele Menschen um faktische Themen - zum Beispiel das eigene Hab und Gut und die Aufräumarbeiten - ehe sie die Ereignisse reflektierten. Ängste, Schlafstörungen, wiederkehrende und quälende Erinnerungen könnten die Folge sein. Das Netzwerk hatte kurz nach der Flutkatastrophe 100 Therapieplätze für die Akutbehandlung zur Verfügung gestellt und ehrenamtlich Telefonsprechstunden eingerichtet. "Unmittelbar nach der Flut war es zunächst sehr still. Jetzt steigen die Anfragen an", sagt Adler.

Samstag, 11. September

+++ 30 Millionen Euro Fluthilfe für die Kultur +++
11:30 Uhr

Aus dem Fluthilfepaket der Bundesregierung stehen in diesem Jahr 30 Millionen Euro für den Kulturbereich zur Verfügung. Das hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) mitgeteilt. Mit dem Geld sollen Schäden an Kultureinrichtungen, Denkmälern und Archiven beseitigt werden. Für den Kulturgutschutz sollen zehn spezielle Notfallcontainer angeschafft werden, die später auch deutschlandweit für die Katastrophenbewältigung genutzt werden könnten.

+++ Mehr als 3 Millionen Euro Spenden bei SWR Benefizaktion +++
7:00 Uhr

Bei der Benefizaktion "Für den Aufbau nach der Flut" des Südwestrundfunks kamen insgesamt über 3,2 Millionen Euro zusammen. Der Intendant des SWR, Kai Gniffke, sagte am Ende der abschließenden Benefizsendung gestern Abend im SWR-Fernsehen, es sei beeindruckend, wie viel Geld im Rahmen der Benefizaktion gespendet worden sei. Viel wichtiger sei jedoch, dass man die Betroffenen nicht aus den Augen verlieren dürfe. Als Heimatsender werde der SWR die Betroffenen der Hochwasserkatastrophe über den Aufbau hinweg weiter begleiten. Die SWR Landessenderdirektorin Rheinland-Pfalz, Simone Schelberg, zeigte sich beeindruckt, wie sehr die Menschen im Südwesten und in ganz Deutschland zusammengerückt seien.

Freitag, 10. September

+++ Betriebe bekommen derzeit nicht die Neubeschaffungskosten erstattet +++
19:15 Uhr

Die rheinland-pfälzische Landesregierung fordert, beim Wiederaufbaufonds von Bund und Ländern für die Flutgebiete bestimmte Förderlücken für Betriebe zu schließen. Landes-Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt (FDP) sagte, es gebe eine Lücke etwa bei der Erstattung von zerstörten technischen Anlagen in Betrieben. Es sei vorgesehen, dass in diesem Fall nur der aktuelle Wert zum Zeitpunkt der Zerstörung ersetzt werde, nicht aber die höheren Ausgaben der Neubeschaffung. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte dem SWR, sie glaube, dass das Problem noch gelöst werden könne.

+++ Erdgas-Reparaturarbeiten in Bad Neuenahr-Ahrweiler gehen schneller voran als gedacht +++
18:30 Uhr

Die Energienetze Mittelrhein rechnen damit, dass sie im Norden von Bad Neuenahr-Ahrweiler einige Straßenzüge bis Ende Oktober wieder ans Gasnetz anschließen können. Experten hatten zuvor geschätzt, dass die Stadtteile nördlich der Ahr im Winter ganz ohne Erdgasanschlüsse auskommen müssten. Nach Angaben der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion müssen allerdings für die Reparaturarbeiten im Stadtgebiet mehrere hundert Gruben ausgehoben werden. Das könne in den kommenden Wochen zu Verkehrsbehinderungen führen.

+++ Mehr als 33 Millionen Euro Soforthilfe für Flutopfer in RLP +++
14:00 Uhr

Insgesamt fast 24,5 Millionen Euro Soforthilfe haben Flutopfer im Kreis Ahrweiler bis zum Fristende am Freitag bekommen. Seit Juli wurden mehr als 12.300 Anträge bewilligt, wie das Statistische Landesamt mitteilte. Die Zuwendung betrug maximal 3.500 Euro - 1.500 Euro je Antragsteller und 500 Euro je weiteres Mitglied des Haushalts. Das Landesamt bearbeitete die Anträge nach eigenen Angaben meist binnen zwei Tagen. Aber auch im Großraum Trier und in der Eifel waren bei der Flutkatastrophe am 14. und 15. Juli nach extremem Starkregen Häuser beschädigt worden. "Insgesamt wurden in Rheinland-Pfalz über 33,3 Millionen Euro an Soforthilfe für Flutgeschädigte bewilligt", teilte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Freitag nach einem Besuch im Statistischen Landesamt mit. "Damit konnten viele individuelle Notlagen überbrückt werden." Am Freitag bestätigte zudem auch der Bundesrat den 30-Milliarden-Euro-Hilfsfonds von Bund und Ländern für die von der Flut betroffenen Gebiete in Deutschland.

+++ Protokoll der Flutkatastrophe+++
13:30 Uhr

Was ist wann in der Flutnacht vom 14. auf den 15. Juli passiert? Zu welchem Zeitpunkt war klar, welch ungeheures Ausmaß das Hochwasser haben würde? Wer hat wann wen gewarnt? Der SWR zeichnet die Ereignisse der Flutnacht in einem genauen Protokoll nach.

Rheinland-Pfalz

Rekonstruktion einer Katastrophe Was ist in der Flutnacht passiert? - Ein Protokoll

Rund zwei Monate nach der Flutwelle steht die Frage im Mittelpunkt, wie es so weit kommen konnte: Wann gingen die ersten Warnungen ein? Gab es nicht genug Hinweise auf das Unglück?  mehr...

+++ Hilfsfonds endgültig beschlossen +++
11:00 Uhr

Die milliardenschweren Hilfen für die Opfer der verheerenden Überschwemmungen im Juli sind endgültig beschlossen. Am Freitag gab auch der Bundesrat bei einer Sondersitzung grünes Licht für die zuvor bereits vom Bundestag auf den Weg gebrachten Maßnahmen. Bundesratspräsident Reiner Haseloff (CDU) sprach von einem historischen Hilfspaket. Das Leid könne zwar nicht ungeschehen gemacht werden. "Aber wir können helfen." Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sprach von einem starken Signal der Solidarität. Die Zerstörungen seien unbeschreiblich. Kernstück der Hilfen ist ein 30-Milliarden-Euro-Fonds, der per Gesetz ins Leben gerufen wird. Bund und Länder teilen sich dafür 28 Milliarden Euro, zwei Milliarden stemmt der Bund alleine für zerstörte Infrastruktur.

+++ Kreis Ahrweiler fordert schnell modernes Warnsystem +++
10:30 Uhr

Der amtierende Verwaltungschef im Kreis Ahrweiler, Horst Gies (CDU), fordert, schnell ein modernes Warnsystem für die Bevölkerung im Ahrtal aufzubauen. In einem Brief an Innenminister Roger Lewentz (SPD) sprach er sich für eine entsprechende Sonderförderung des Landes aus. Das Land solle bei der Umstellung auf digitale Alarmierungstechnik den Kreis Ahrweiler vorziehen, so Gies. Einige der Sirenen im Ahrtal seien durch die Flut zerstört worden, andere seien nicht mehr auf dem technisch neuesten Stand.

+++ Pop-Up-Malls in Bad Neuenahr-Ahrweiler +++
10:00 Uhr

In Bad Neuenahr-Ahweiler sollen ab der kommenden Woche zwei Pop-Up Malls aufgebaut werden. Das sind Einkaufshallen, Zelte und Container, in die vorübergehend Geschäfte, Restaurants und Dienstleister einziehen. Durch die Flutkatastrophe wurden fast alle Ladenlokale in der Innenstadt zerstört. Die Geschäftsleute sollen die Möglichkeit bekommen, wieder Geld zu verdienen und die Bevölkerung kann wieder vor Ort einkaufen. In Bad Neuenahr sollen bis Anfang November auf dem Parkplatz City Ost 55 Geschäfte entstehen, in Ahrweiler im Bereich der Friedrichstraße entlang der Stadtmauer 29. Teilweise wird sogar doppelstöckig gebaut, mit Terrassenflächen für eine Außengastronomie. Mit der Pop-Up-Mall soll verhindert werden, dass die Geschäftsleute abwandern, denn die komplette Sanierung der Innenstadt kann mehrere Jahre dauern.

+++ SWR-Benefiztag für Flutopfer +++
8:00 Uhr

Der SWR veranstaltet heute einen Benefiztag für die Betroffenen der Flutkatastrophe Mitte Juli. Alle Programme des SWR beteiligen sich daran und rufen die Menschen dazu auf, weiterhin für die Betroffenen zu spenden. Die Spenden gehen an das Aktionsbündnis "Deutschland hilft" und kommen direkt den Flutopfern für den Wiederaufbau zugute. Der SWR möchte den Betroffenen der Flutkatastrophe weiter zur Seite stehen und ein Zeichen der Solidarität setzen. SWR Intendant Kai Gniffke sagte, dass der SWR nach der Flut in besonderer Weise gefordert sei: Er informiere, berate und begleitete die Menschen im Südwesten, so Gniffke. Höhepunkt des Benefiztages ist eine Benefizsendung im SWR Fernsehen live ab 20:15 Uhr. Dort werden sowohl Betroffene wie Winzer und Gastronomen aus dem Ahrtal als auch Helfer auf die vergangenen Wochen zurückblicken. Zudem werden in der Sendung auch Ausschnitte aus dem gestrigen SWR Benefizkonzert in Trier zu sehen sein.

#Zusammenhalten im Südwesten SWR Benefizaktion für den Aufbau nach der Flut

Die Lage in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten ist auch Wochen nach der Flut noch immer dramatisch. Die Menschen kämpfen weiterhin mit den Folgen. Der SWR möchte den Opfern der Katastrophe weiter zur Seite stehen.  mehr...

+++ Bodenproben besser als erwartet +++
6:45 Uhr

Die Bodenproben im Katastrophengebiet im Kreis Ahrweiler sind besser als befürchtet. Wie die Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler mitteilte, ist der Schlamm offenbar doch nicht so sehr durch Kraftstoff, Öle und Schwermetalle belastet wie zunächst angenommen. Das hätten die Laboruntersuchungen ergeben. Deswegen bittet die Stadt die Gartenbesitzer, in ihren Gärten die Erde nicht mehr komplett auszuschachten und zu entsorgen. Das sei meistens nicht nötig und bereite wegen der Menge auch Probleme bei der Entsorgung. Außerdem gebe es nicht genug frische Erde, um die Gärten damit zu füllen.

+++ Bundesrat entscheidet über Hilfsfonds +++
6:30 Uhr

Der Bundesrat stimmt heute in einer Sondersitzung über den milliardenschweren Hilfsfonds für die Opfer der Hochwasserkatastrophe im Juli in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen ab. Der Bundestag hatte das entsprechende Gesetz dazu am Dienstag auf den Weg gebracht. Für den Wiederaufbau sollen in den nächsten Jahren rund 30 Milliarden Euro ausgezahlt werden, gut die Hälfte davon soll nach Rheinland-Pfalz fließen.

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