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Mehr als zwei Wochen nach der Hochwasserkatastrophe kommen die Aufräumarbeiten voran. Während in manchen Gemeinden wieder ein fast normales Leben möglich ist, ist es in anderen noch ein langer Weg bis dahin. Hier die aktuelle Lage:

Montag (2. August)

+++ THW-Helfer bei Hochwasser-Einsatz verletzt +++
19:00 Uhr

Zwei Helfer des Technischen Hilfswerks haben sich beim Einsatz im Hochwassergebiet am Wochenende verletzt. Bei beiden Männern bestehe keine Lebensgefahr, teilte das THW am Montag mit. Beide seien nach dem Unfall in Altenahr am Sonntag zur Behandlung in das Uniklinikum nach Bonn gebracht worden. Ihr Zustand sei stabil, sie würden aber weiter medizinisch betreut. Die Ursache der Verletzungen war zunächst unklar.

+++ Notfallseelsorger: Tipps für den Umgang mit Betroffenen +++
18:30 Uhr

Seit der Unwetternacht im Ahrtal sind Notfallseelsorger der Psychosozialen Notfallversorgung im Einsatz, um Betroffenen zu helfen. Unzählige Menschen seien traumatisiert und verzweifelt. Viele bräuchten Unterstützung und Zuspruch - auch von Nachbarn und Freunden.

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Umgang mit Betroffenen im Kreis Ahrweiler So können Sie Hochwasser-Opfern Trost spenden

Nach dem Hochwasser im Kreis Ahrweiler sind unzählige Menschen traumatisiert. Notfallseelsorger erklären, wie man sie ansprechen kann - und was man beachten sollte.  mehr...

+++ Unterstützung für Museen aus ganz Deutschland +++
18:15 Uhr

Vom Hochwasser an der Ahr sind auch einige Museen betroffen: Kunstschätze oder Ausstellungsflächen waren beispielsweise tagelang überflutet und wurden dabei beschädigt. Um sie zu retten, kommt Hilfe aus ganz Deutschland. Organisationen spenden zum Beispiel Materialien für die Restauration, viele ehrenamtliche Restauratoren sind vor Ort.

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Unterstützung aus ganz Deutschland Stadtmuseum Ahrweiler: Restauratoren kämpfen um jedes Stück

Vom Hochwasser an der Ahr sind auch einige Museen betroffen - Ausstellungsstücke wurden beschädigt oder ganz zerstört. Bei der Bergung und Restaurierung gibt es Hilfe aus ganz Deutschland.  mehr...

+++ Wein-Spendenaktion geht wegen großem Erfolg weiter +++
17:00 Uhr

Die Spendenaktion eines Niersteiner Weingutes für die vom Hochwasser betroffenen Winzer an der Ahr wird fortgesetzt. Das Weingut St. Antony hatte andere Winzer dazu aufgerufen, Wein zu schicken. Mit den gelieferten Flaschen wurden nach Angaben einer Sprecherin des Weinguts bereits 10.000 Wein-Pakete gepackt und verkauft. Der erzielte Erlös werde komplett an die Winzer an der Ahr gespendet. Da das Weingut jedoch immer weiter Flaschen erhalten habe, könne die Spendenaktion nun in eine zweite Runde gehen. Ab Montag können auf der Homepage des Weinguts wieder Weinpakete bestellt werden.

+++ Mehr als 15 Millionen Euro Soforthilfe ausgezahlt +++
15:15 Uhr

Mehr als 15 Millionen Euro Soforthilfe des Landes wurden bis Montagmittag an Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Ahrweiler ausgezahlt. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, wurden bislang rund 7.500 Anträge bewilligt. Von den insgesamt rund 9.700 Anträgen, die seit Start der Aktion Ende vorletzter Woche eingegangen sind, sind rund 1.600 mehrfach eingereicht worden. Eine mittlere zweistellige Zahl an Anträgen war "offensichtlich unbegründet und daher abzulehnen", darunter auch einige wenige, bei denen ein Betrug vermutet werden kann. Diese Fälle werden an Polizei und Staatsanwaltschaft weitergegeben.

+++ Mit Öl verseuchtes Wasser wird abgepumpt +++
15:00 Uhr

Zum Ende der dritten Woche im Katastropheneinsatz an der Ahr ist die Abwehr der Ölverschmutzung ein besonderer Schwerpunkt. Mit Öl verseuchtes Wasser werde aus Kellern gepumpt und von speziell dafür ausgebildeten Feuerwehrkräften in Behältern gesichert, teilte Einsatzleiter Heinz Wolschendorf am Montag in Bad Neuenahr-Ahrweiler mit. An der im Notbetrieb arbeitenden Kläranlage in Sinzig werde zudem ein Spezialgerät eingesetzt, mit dem Öl von Wasser getrennt werden könne.

+++ 138 Tote und noch 26 Vermisste im Ahrtal +++
14:30 Uhr

Die Zahl der Menschen, die in der Flutkatastrophe im Ahrtal ihr Leben verloren haben, ist am Montag auf 138 gestiegen. Weiterhin vermisst werden 26 Bewohner, wie Florian Stadtfeld vom Polizeipräsidium Koblenz mitteilte. Bis zum Wochenende waren 135 Menschen im Ahrtal und einer an der Prüm tot geborgen worden. Identifiziert seien bislang 106 Menschen, sagte Thomas Linnertz vom Polizeipräsidium Koblenz. Keine Angaben macht die Polizei bislang zur Frage, wie viele Menschen in den einzelnen Orten ums Leben kamen.

Ahrweiler, Antweiler, Altenahr, Schuld, Insul, Bad Neuenahr-Ahrweiler

SWR-Datenanalyse zur Flutkatastrophe an der Ahr Noch immer 26 Vermisste - Aktuelle Daten und Fakten

138 Menschen sterben. Tausende sind obdachlos. Hunderte Gebäude sind weggerissen. Satellitenbilder lassen abschätzen, wie groß die Zerstörung an der Ahr ist. Eine SWR-Datenanalyse.  mehr...

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz SWR Fernsehen RP

+++ Staatsanwaltschaft prüft Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung +++
14:15 Uhr

Nach der Unwetterkatastrophe prüft die Koblenzer Staatsanwaltschaft die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens. Dabei gehe es um den Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung infolge möglicherweise unterlassener oder verspäteter Warnungen oder Evakuierungen der Bevölkerung, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Als Basis dienten Presseberichte, Feststellungen aus Todesermittlungsverfahren sowie allgemeine polizeiliche Hinweise aus der Katastrophennacht. "Weiterhin liegen mittlerweile polizeiliche Erkenntnisse in dem hier geführten Prüfvorgang um den Tod von zwölf Menschen in einer Betreuungseinrichtung in Sinzig vor", erklärte die Staatsanwaltschaft. Diese seien daraufhin auszuwerten, ob sich ein Anfangsverdacht auf Straftaten ergibt.

Koblenz

Mögliche Versäumnisse der Behörden Staatsanwaltschaft prüft Einleitung von Ermittlungen wegen Flutkatastrophe

Jetzt doch: Die Staatsanwaltschaft Koblenz prüft, ob sie nach der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal Ermittlungen einleitet.  mehr...

+++ Für Aufräumarbeiten: Ausnahmen bei Lenk- und Ruhezeiten verlängert +++
11:45 Uhr

Damit Hilfslieferungen und Aufräumarbeiten in dem Katastrophengebiet weiter zügig voran gehen können, wurden die Ausnahmen von Lenk- und Ruhezeiten verlängert. Eigentlich sollte diese Ausnahme bis zum 1. August gelten, nun wurde sie bis zum 14. August ausgeweitet, teilte das rheinland-pfälzische Arbeitsministerium mit. Konkret sehen die Regelungen vor, dass die tägliche Zeit am Lenkrad eines Fahrzeugs höchstens fünfmal die Woche auf höchstens zehn Stunden verlängert werden darf. Die wöchentliche Lenkzeit wurde demnach auf bis zu 59 Stunden erhöht. Die längeren Zeiten gelten für Einsatzkräfte und auch für Fahrer, die Hilfsgüter in betroffene Gebiete bringen oder Unrat abtransportieren.

+++ Nach der Flut - Viele wollen keine Ölheizungen mehr +++
10:45 Uhr

Nach der Flutkatastrophe müssen in den Hochwasser-Gebieten viele beschädigte Heizungen ersetzt werden. In Trier-Ehrang wollen aber viele keine Ölheizungen mehr.

Trier

Heizungen müssen ersetzt werden Nach Hochwasser: Ehranger wollen keine Ölheizungen mehr

Nach der Flutkatastrophe müssen viele beschädigte Heizungen ersetzt werden. Doch Ölheizungen will in Trier-Ehrang keiner mehr haben.  mehr...

+++ Mehr Schienenersatzverkehr auf der Eifelstrecke +++
10:30 Uhr

Der Schienenersatzverkehr entlang der vom Hochwasser schwer beschädigten Eifelstrecke wird in dieser Woche erweitert. Der zuständige Schienenzweckverband teilt mit, dass von heute an auf der Strecke zwischen Trier und Gerolstein weitere Stationen dazukommen, darunter Ehrang, Kordel und Speicher. Ab Gerolstein soll außerdem ein Zubringer Fahrgäste zu den Expressbussen zwischen Trier und Euskirchen bringen.

+++ DRK baut Verpflegungszentrum auf +++
10:00 Uhr

10.000 warme Mahlzeiten für Flutopfer - das DRK Hessen hat in Bad Neuenahr-Ahrweiler ein Verpflegungszentrum aufgebaut. Auch Duschcontainer für Betroffene gibt es.

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Neues Verpflegungszentrum im Kreis Ahrweiler 10.000 warme Mahlzeiten für Hochwasser-Opfer

Das Deutsche Rote Kreuz nimmt in Bad Neuenahr-Ahrweiler sein Verpflegungszentrum in Betrieb. Dort wird warmes Essen für die Menschen gekocht, die momentan keine Wohnung haben.  mehr...

Sonntag (1. August)

+++ Radfahrer sammeln Geld für Flutopfer +++
18:00 Uhr

Die Opfer der Hochwasserkatastrophe sind auf Geldspenden angewiesen. Und das Spendenaufkommen ist von Beginn an immens. Nicht nur große Organisationen sammeln Geld - es gibt auch viele kleinere gemeinschaftliche Aktionen. So wie der heutige "Social Charity Ride": Radeln mit Profi-Radfahrern und dabei Geld spenden. Unter den 200 Teilnehmern war auch Max Walscheid, der Tour de France-Teilnehmer aus Neuwied. Das Event hat ca. 20.000 Euro an Spenden eingebracht.

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+++ Schäden in Kirchen werden begutachtet +++
18:00 Uhr

Das Hochwasser hat viele Kirchen sowie kirchliche Gebäude beschädigt. In der Region Trier werden aktuell alle Schäden aufgenommen. In der Vulkaneifel und im Eifelkreis Bitburg-Prüm sind nach bisheriger Schätzung elf Kirchen betroffen. Wie etwa die fast 900 Jahre alte Dorfkirche Sankt Silvester in Minden an der Sauer.

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+++ Adenau und Altenahr: Abkochgebot in Teilen aufgehoben +++
17:15 Uhr

Das Abkochgebot für Wasser in den vom Hochwasser betroffenen Verbandsgemeinden Adenau und Altenahr ist in Teilen aufgehoben worden. Wie die Kreisverwaltung Ahrweiler mitteilt, kann das Gebot nach Rücksprache mit der Wasserversorgung SWB Regional GmbH für einige Ortsteile der beiden Gemeinden aufgehoben werden. Grund hierfür sind die Ergebnisse der Untersuchungen von Kontrollproben aus repräsentativen Messstellen im Verteilnetz. Die Liste der Gemeinden, in denen das Gebot aufgehoben und in denen es weiter besteht, ist auf der Website des Kreises veröffentlicht worden.

+++ Bauindustrie-Präsident rechnet mit schnellem Wiederaufbau +++
16:30 Uhr

Der Präsident des Bundesverbandes der Bauindustrie, Peter Hübner, zeigte sich optimistisch beim Wiederaufbau in den Katastrophengebieten. Die Aufräumarbeiten gingen "unglaublich schnell voran, und ich bin optimistisch, dass wir den Wiederaufbau rasch anpacken", sagte er der Zeitung "Tagesspiegel". "In einem halben Jahr sollten die Menschen wieder einigermaßen normal im Ahrtal leben können, auch die wichtigsten Straßen dürften bis Ende des Jahres hergerichtet sein." Bei manchen Brücken und auch Bahntrassen sei mehr Zeit erforderlich. "Zwei oder drei Jahre dürfte sich das hinziehen, das zeigen die Erfahrungen in anderen Hochwassergebieten."

+++ Mehr Bedarf an psychosozialer Hilfe +++
15:00 Uhr

Zweieinhalb Wochen nach der verheerenden Flutkatastrophe registrieren die Behörden im Ahrtal einen wachsenden Bedarf an psychosozialer Notfallversorgung. In den teilweise stark zerstörten Ortschaften der Region seien mittlerweile 104 Fachkräfte im Einsatz, teilte der Krisenstab mit. Demnach arbeiten im Ahrtal zurzeit rund 4.700 Einsatzkräfte an der Bewältigung der Unwetter-Folgen. Ein aktueller Schwerpunkt ihrer Arbeit sei die Wiederherstellung der Wasserversorgung. Das Technische Hilfswerk habe inzwischen fünf Wasseraufbereitungsanlagen in Betrieb genommen, eine sechste sei aktuell im Aufbau.

+++ Scholz offen für verpflichtende Elementarschadenversicherung +++
1:25 Uhr

Nach der Flutkatastrophe hat sich Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) grundsätzlich offen für eine verpflichtende Elementarschadenversicherung gezeigt. "Die Frage ist, ob man diese Verpflichtung allen Bürgern auferlegen möchte. Das würde die Preise fürs Wohnen wieder teurer machen", sagte der Finanzminister den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Diese Debatte müssen zunächst einmal die Länder führen. Wenn es eine Einigung gibt, wird der Bund dem sicher nicht entgegenstehen." Zudem regte Scholz die Einrichtung eines Katastrophenfonds an. "Grundsätzlich muss sich unser Land auf solche Situationen für die Zukunft vorbereiten", sagte er. Nach dem schweren Hochwasser entbrannte eine Debatte darüber, wie solche Schäden besser abgesichert werden könnten. Laut dem Versicherungsverband GDV sind derzeit nur rund 46 Prozent der Gebäude in der Bundesrepublik über eine Elementarschadenversicherung versichert, die bei Naturereignissen wie Starkregen, Hochwasser oder Erdrutschen einspringen würde.

Ahrweiler, Antweiler, Altenahr, Schuld, Insul, Bad Neuenahr-Ahrweiler

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Ab sofort können Betroffene der Hochwasserkatastrophe Soforthilfe beantragen. Alle Infos zum Antrag gibt es hier:  mehr...

Absicherung gegen Hochwasser und Überschwemmungen Nach der Flut: Interesse an Elementarversicherungen steigt

Die Bilder verwüsteter Dörfer in Rheinland-Pfalz haben viele Menschen aufgeschreckt. Die Nachfrage nach Policen gegen Naturkatastrophen sei gestiegen, berichten Versicherungen.  mehr...

Rheinland-Pfalz

Finanzhilfe für Menschen in Hochwassergebieten Rheinland-Pfalz zahlt bis zu 3.500 Euro Soforthilfe pro Haushalt

Das rheinland-pfälzische Kabinett hat Soforthilfen für die Betroffenen in den Krisenregionen beschlossen. Laut Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) soll das Geld schnell und unbürokratisch ausgezahlt werden.  mehr...

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Binnen weniger Stunden haben sich kleine Flüsse in der Eifel in reißende Ströme verwandelt. Dass das Hochwasser so schnell so katastrophal werden konnte, hat mehrere Ursachen.  mehr...

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Nach dem Hochwasser laufen die Aufräumarbeiten im Ahrtal auf Hochtouren. Wir haben zusammengefasst, wie auch Sie jetzt helfen können - vor Ort oder mit Spenden.  mehr...

Hochwasser #Zusammenhalten im Südwesten Hochwasser in RLP: So können Sie spenden und helfen

Die verheerenden Überflutungen haben immensen Schaden angerichtet. Menschen starben, viele stehen vor dem Nichts: Ihre Wohnungen und Häuser sind verwüstet. Hier finden Sie Anlaufstellen und Spendenkonten, um zu helfen.  mehr...

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