Zerstörtes Gebäude nach der Flutkatastrophe im Ahrtal. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Nach der Katastrophe im Juli 2021

Die Lage in den Flutgebieten

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In den von der Flutkatastrophe zerstörten Gebieten in Rheinland-Pfalz läuft der Wiederaufbau. Viele Betroffene leben seit Monaten in Notunterkünften. Hier die aktuelle Lage.

Sonntag, 26. Juni

Landesregierung will Erstauszahlung für Flutopfer nicht erhöhen
4:15 Uhr

Die rheinland-pfälzische Landesregierung will die Erstauszahlungen für Flutopfer im Ahrtal nicht erhöhen. Das Finanzministerium erklärte auf Anfrage, die Quote der Erstauszahlung von 20 Prozent sei mit dem Rechnungshof abgestimmt. Diese sei "im Regelfall ausreichend, um die Sanierung anzugehen und gegebenenfalls auch Gutachten in Auftrag zu geben". Die Landrätin im flutgeschädigten Kreis Ahrweiler, Cornelia Weigand (parteilos), zeigte sich enttäuscht. Sie sagte, sie habe der Landesregierung mehrfach vergeblich vorgeschlagen, Betroffene mit einem Antrag bei Gebäudeschäden gleich 40 statt nur 20 Prozent der Hilfssumme auszuzahlen. So werde dies auch in Nordrhein-Westfalen gehandhabt.

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Freitag, 24. Juni

Flutgeschädigte Unternehmen können ISB-Darlehen später zurückzahlen
12:00 Uhr

Die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) hat die Aussetzung von Darlehensrückzahlungen für Betroffene des Hochwassers verlängert. Bis Ende des Jahres können vom Hochwasser betroffene Unternehmen und Freiberufler formlos eine Tilgungsaussetzung beantragen, teilt die ISB mit. Es genüge, als Begründung "Hochwasser RLP 2021" anzugeben. Die Verlängerung umfasst die Programmdarlehen für flutgeschädigte Unternehmen.

Junge Klimaaktivistin aus dem Ahrtal klagt gegen Energiecharta-Vertrag
10:00 Uhr

Eine 17-Jährige aus dem Ahrtal, die die verheerende Flutwelle miterlebt hat, kämpft am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen die Klimapolitik vieler Länder. Konkret geht es um den sogenannten Energiecharta-Vertrag. Kritikerinnen und Kritiker halten ihn für eine der Bremsen zum Beispiel beim Ausstieg aus Kohle- und Atomstrom. Sie fürchten, dass durch die Charta den Konzernen Investorenschutz für fossile Energieträger gewährt werden könnte.

Ahrweiler

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte soll Vertrag prüfen Klimapolitik: Darum klagt Julia aus dem Ahrtal auch gegen Deutschland

Sie kommt aus dem Ahrtal und ist Klima-Aktivistin. Jetzt kämpft die 17-jährige Julia am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen die Klimapolitik vieler Länder und einen umstrittenen Vertrag.  mehr...

Donnerstag, 23. Juni

Beratungsstellen ziehen um
12:30 Uhr

Zwei Beratungsstellen für Flutbetroffene im Ahrtal sind ab kommenden Montag (27. Juni) an einem neuen Standort zu finden. Wie der Kreis Ahrweiler mitteilt, ziehen der Infopoint der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz und die Architektenberatung in das Verlagshaus Linus Wittich in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die beiden kostenlosen Beratungsstellen für Flutbetroffene waren bisher am Ahrweiler Bahnhof untergebracht.

Malteser unterstützen 800 Haushalte bei Förderanträgen
8:00 Uhr

Mitarbeitende des Malteser Hilfsdienstes und des Helferstabes haben in den zwei Monaten seit Beginn des Projekts "Aufsuchende Hilfe" an der Ahr rund 800 Haushalte besucht. Nach eigenen Angaben erreichten sie dabei knapp die Hälfte der Menschen, die noch keine Förderanträge gestellt oder Hilfe bekommen haben.

Mittwoch, 22. Juni

Komplizierte Hilfsanträge: Helfer kommen nach Hause
18:30 Uhr

Die Flutkatastrophe im Ahrtal ist fast ein Jahr her. Viele Betroffene haben die Ereignisse der Flut, die vielen Toten und die Zerstörung ihrer Heimat noch nicht verarbeitet. Dazu kommt: Wer Entschädigung möchte, muss umfangreiche Anträge ausfüllen. Die Malteser wollen den Menschen dabei helfen - und zwar zu Hause. Das Projekt nennt sich "Aufsuchende Hilfe".

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Vorerst keine Seilbahn im Ahrtal
16:45 Uhr

Die Idee einer Seilbahn im öffentlichen Nahverkehr im Ahrtal ist vorerst vom Tisch. Das teilte die Kreisverwaltung in Bad Neuenahr-Ahrweiler mit. Hintergrund ist die vor allem an der Mittelahr immense Zerstörung der Bahnstrecke durch die Flutkatastrophe. Experten hatten daher eine mögliche Seilbahn von Dernau zum Bahnhof Ahrweiler im Rahmen des Nahverkehrs geprüft. "Da Seilbahnen konstruktionsbedingt keine Kurven fahren können, wäre angesichts der engen Tallage der Mittelahr mit ihren Flusswindungen der Bau von richtungsändernden Stationen erforderlich", erklärte die Kreisverwaltung nun. Das würde das Projekt verteuern. "Problematisch ist zudem ein Überfahren von Wohnsiedlungen." Auch würde es in dem großen Gebiet mehrere Jahre dauern, Planungsrecht zu schaffen. Der Kreis- und Umweltausschuss des Kreises Ahrweiler entschied sich daher einstimmig gegen eine Seilbahn im öffentlichen Nahverkehr.

"Aktion Deutschland Hilft" sammelt Rekordsumme für Fluthilfe
13:30 Uhr

Eine Zwischenbilanz zur Fluthilfe hat das Bündnis "Aktion Deutschland Hilft" gezogen. Demnach sei für die Flutopfer mit 282 Millionen Euro eine Rekordspendensumme eingegangen. Zugleich wies das Bündnis auf die kommenden Herausforderungen hin. Die Nothilfe sei der Sprint gewesen, jetzt stehe mit dem Wiederaufbau der Marathon an.

Ahrtal

Zwischenbilanz von "Aktion Deutschland Hilft" Fluthilfe - Noch nie gab es so viele Spenden

Knapp ein Jahr ist die Flutkatastrophe her, die vor allem das Ahrtal traf - am Mittwoch hat das Bündnis "Aktion Deutschland Hilft" Zwischenbilanz gezogen.  mehr...

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz SWR Fernsehen RP

Ahrtal befürchtet Schwierigkeiten wegen Auslaufens des Kurzarbeitergeldes
6:30 Uhr

Das Ahrtal befürchtet in diesem Sommer wirtschaftliche Schwierigkeiten für viele Betriebe. Grund ist, dass die Sonderregelungen für das Kurzarbeitergeld größtenteils auslaufen, die wegen der Pandemie eingeführt worden sind. Für Betriebe im Ahrtal wäre ihr Fortbestand wegen der Folgen der Flut aber wichtig, sagte der Bürgermeister von Bad Neuenahr-Ahrweiler, Guido Orthen (CDU), dem SWR. Ohne die Sonderregelungen beim Kurzarbeitergeld müssten Betriebe wahrscheinlich Mitarbeiter entlassen.

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Agentur für Arbeit hat betroffene Unternehmen befragt Ahrtal: Auslaufen des Kurzarbeitergeldes gefährdet viele Jobs

Das Kurzarbeitergeld wird voraussichtlich für viele Betriebe an der Ahr am Monatsende nicht verlängert. Das gefährdet laut einer Umfrage der Agentur für Arbeit, die dem SWR vorliegt, etliche Arbeitsplätze im Ahrtal.  mehr...

Bundespräsident kommt zum Jahrestag der Flutkatastrophe
4:15 Uhr

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) reist zum ersten Jahrestag der Flutkatastrophe ins Ahrtal. Er werde sich dort am 14. Juli aufhalten, teilte das Bundespräsidialamt mit. "Die Detailplanung zu seinem Besuch läuft derzeit noch", hieß es weiter. Einzelheiten könnten noch nicht genannt werden und auch keine Antwort auf die nahe liegende Frage gegeben werden, ob Steinmeier am zentralen Gedenken am 14. Juli im Kurpark von Bad Neuenahr teilnehme. Zu der Gedenkfeier werden 2.000 Gäste erwartet, auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) nimmt teil. Bei der Flut im Ahrtal sind in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 134 Menschen ums Leben gekommen.

Dienstag, 21. Juni

Ahrtal soll für Touristen attraktiver werden
17:00 Uhr

Gäste und Touristen sollen das Ahrtal künftig schöner, innovativer und nachhaltiger erleben als vor der Flutkatastrophe. Das ist das Ziel einer Expertenrunde aus Politikern und Wirtschaftsvertrerten, die sich heute in Bad Neuenahr-Ahrweiler getroffen hat. Der Ahrtaler Tourismusverband will mit Mountain-Bike-Trails durch die Wälder und kulinarischen Highlights am beliebten Rotweinwanderweg neue Gäste anlocken. Bis zum Jahr 2025 sollen zudem weitere Projekte auf den Weg gebracht werden, um das Ahrtal schöner als je zuvor zu machen.

160 elektronische Sirenen für Kreis Neuwied
8:45 Uhr

Der Kreis Neuwied will zur Warnung der Bevölkerung im Krisenfall 160 elektronische Sirenen anschaffen. Der Kreis zieht damit nach eigenen Angaben Lehren aus der Ahrtal-Katastrophe. In einem ersten Schritt sollen noch dieses Jahr 20 Sirenen gekauft werden - 40 weitere sollen nächstes Jahr folgen. Die Sirenen sollen entweder auf Dächern angebracht werden oder an einem Mast. Die ersten 60 Sirenen sollen an potenziell von Starkregen oder Hochwasser bedrohten Orten, wie zum Beispiel entlang des Rheins oder der Wied angebracht werden. Zudem habe der Kreis Neuwied bereits zwölf sogenannte Mobile Hochleistungsbeschallungsanlagen angeschafft und den Verbandsgemeinden zur Verfügung gestellt.

Montag, 20. Juni

Flutopfer sprechen beim zentralen Gedenken am Jahrestag
17:15 Uhr

Die Kreisverwaltung Ahrweiler hat Einzelheiten zum Ablauf des zentralen Gedenkens am ersten Jahrestag der Hochwasserkatastrophe genannt. Bei der etwa einstündigen Veranstaltung am 14. Juli im Kurpark von Bad Neuenahr werden Flutopfer über ihre Erinnerungen und Hoffnungen sprechen. Im Zentrum stehe das Gedenken an die 134 Todesopfer und zwei bis heute Vermissten in dem Landkreis, hieß es. Neben der rheinland-pfälzischen Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) und Landrätin Cornelia Weigand (parteilos) steht der Bürgermeister von Bad Neuenahr-Ahrweiler, Guido Orthen (CDU), auf der Rednerliste. Umrahmt werde das Programm von Musikern aus der Region, teilte die Kreisverwaltung mit. Die Veranstaltung beginnt um 17.30 Uhr und ist für rund 2.000 Teilnehmende geplant.

Aktuelle Berichte, Videos und Reportagen Dossier: Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz

Unvorstellbare Wassermassen haben in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 die Region Trier und das Ahrtal in der Eifel getroffen. Die Folgen: Viele Tote und Verletzte und Schäden in Milliardenhöhe.  mehr...

Rheinland-Pfalz

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Knapp ein Jahr nach der Jahrhundertflut im Ahrtal hat der Untersuchungsausschuss viele Zeugen befragt, um Klarheit zu gewinnen: Wie konnte es zu einer solchen Katastrophe kommen?  mehr...

Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz Hochwasser 2021: Alle betroffenen Orte auf einer Karte

Unvorstellbare Regenmengen haben am 14. und 15. Juli 2021 zur größten Naturkatastrophe in der Geschichte von Rheinland-Pfalz geführt. Auf unserer Karte zeigen wir die betroffenen Orte.  mehr...

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SWR-Datenanalyse zur Flutkatastrophe an der Ahr Noch 2 Vermisste - Aktuelle Daten und Fakten

Mehr als 130 Tote, Tausende sind obdachlos. Hunderte Gebäude sind weggerissen. Satellitenbilder zeigen annähernd, wie groß die Zerstörung an der Ahr ist. Eine SWR-Datenanalyse.  mehr...

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Binnen weniger Stunden haben sich kleine Flüsse in der Eifel in reißende Ströme verwandelt. Dass das Hochwasser so schnell so katastrophal werden konnte, hat mehrere Ursachen.  mehr...

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HOCHWASSER-KATASTROPHE IN RHEINLAND-PFALZ Diese fünf Dinge sollten Sie wissen, wenn Sie helfen wollen

Nach dem Hochwasser laufen die Aufräumarbeiten im Ahrtal auf Hochtouren. Wir haben zusammengefasst, wie auch Sie jetzt helfen können - vor Ort oder mit Spenden.  mehr...

#Zusammenhalten im Südwesten Hochwasser in RLP: So können Sie spenden und helfen

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