Der Rheinuferweg entlang des Campingplatzes in Waldshut ist nicht mehr erkennbar.

Hochwassergefahr am Rhein

Campingplatz in Waldshut-Tiengen geräumt

Stand
AUTOR/IN
Vanessa Amann
Louise Schöneshöfer
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Wegen der Hochwassergefahr hat der Betreiber eines Campingplatzes in Waldshut-Tiengen seine Anlage am Freitagabend vorsorglich geräumt. Er rechnet mit einem steigenden Fluss-Pegel.

Die Anlage des Campingplatzes direkt am Rheinufer in Waldshut-Tiengen ist am Freitagabend vorsorglich geräumt worden. Durch die Zuflüsse der Thur und von Neuhausen in der Schweiz rechnet die Stadt Waldshut-Tiengen mit einem steigenden Fluss-Pegel von über zehn Metern. Der Rhein tritt bereits langsam über seine Ufer. Die Hochwasservorhersagezentrale des Landes sieht für Oberrhein und Hochrhein eine mäßige bis mittlere Hochwasser-Gefahr.

Rund 80 Gäste mussten Campingplatz verlassen

Eigentlich wollten die Campingplatzbetreiber Oliver und Sonja Bier noch bis zum Morgen abwarten. Weil das Wasser immer weiter stieg, evakuierten sie allerdings schon gestern Abend gegen 21 Uhr ihren Campingplatz - 80 Gäste waren davon betroffen. Sie mussten ihre Wohnwägen und Wohnmobile umstellen auf einen anderen Stellplatz, der mehr Abstand zum Rhein hat und etwas höher liegt. Die Aktion verlief reibungslos, gegen 1 Uhr nachts seien alle Gäste evakuiert, so Bier. Außerdem wurden vorsorglich Stromkästen abgeschaltet, um Stromschläge zu vermeiden.

Sonja und Oliver Bier betreiben den Rhein-Camping-Platz in Waldshut bereits seit 30 Jahren.
Sonja und Oliver Bier betreiben den Rhein-Camping-Platz in Waldshut bereits seit 30 Jahren.

Stadt Waldshut-Tiengen bittet, den Pegelstand zu beobachten

Auch die Stadt Waldshut-Tiengen habe wegen der Regenfälle mit Überschwemmungen beim Campingplatz gerechnet. Außerdem sei die Minigolfanlage und das Schwimmbad gefährdet. Die Stadt fordert die Bürgerinnen und Bürger auf, die Pegelstände aufmerksam zu beobachten.

In Hauenstein bei Laufenburg (Kreis Waldshut), zehn Kilometer rheinabwärts der Stadt, lag der Rheinpegel am Freitag bei etwas mehr als acht Metern. Der wirke sich nun auch auf den Hochrhein aus, bestätigt ein Polizeisprecher. Der Betrieb der Fähre über den Rhein wurde bereits am Freitag eingestellt. Im Bereich des Polizeipräsidiums Freiburg habe es in der Nacht auf Samstag keine Einsätze wegen des Regens gegeben.

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