Ein Fahrplan am Stuttgarter Hauptbahnhof. (Foto: dpa Bildfunk, Tom Weller/dpa)

Weniger S-Bahnen und neue Verbindungen

Ab 10. Dezember: Das ändert der Fahrplanwechsel in der Region Stuttgart

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Deborah Kölz
Porträt Reporterin Deborah Kölz (Foto: SWR)

Das S-Bahn-Angebot wird eingeschränkt, die Stadtbahn fährt wieder zwischen Staatsgalerie und dem Stuttgarter Hauptbahnhof und im Kreis Göppingen werden Buslinien verlängert.

Ab Sonntag (10. Dezember) werden die Deutsche Bahn und die regionalen Verkehrsunternehmen wieder ihren Fahrplan anpassen. Das bedeutet für S-Bahnen, Busse und Züge in der Region Stuttgart mehrere Veränderungen und für die Fahrgäste teilweise mehr Geduld.

Ein Jahr lang weniger S-Bahn-Verbindungen

Wie schon im September angekündigt, wird die Bahn im kommenden Jahr die S-Bahn-Verbindungen im Raum Stuttgart reduzieren. Denn laut Bahn müssen für den Digitalen Knoten Stuttgart zum einen die S-Bahnen technisch umgerüstet und zum anderen die Lokführerinnen und Lokführer geschult werden. Es fehlt also an Zügen und Personal. Zusätzlich hat die Bahn aktuell mit vielen Krankheitsausfällen zu kämpfen. Durch den abgespeckten Fahrplan sollen dann zumindest diese Züge alle fahren können und kurzfristige Ausfälle besser vermieden werden. Darauf müssen sich Fahrgäste und Pendlerinnen und Pendler einstellen:

  • Von Montag bis Freitag fahren die Linien S1 bis S5 am Abend nur noch bis 19:30 Uhr alle 15 Minuten. Danach kommt dann alle halbe Stunde eine S-Bahn.
  • Samstags werden die Linien S1 bis S5 noch alle 30 Minuten fahren.
  • Zu den Zeiten, in denen die S2 nur alle 30 Minuten unterwegs ist, fährt die Linie S3 ab Vaihingen weiter bis Flughafen/Messe. Es sind somit weiterhin vier Züge pro Stunde zwischen dem Flughafen und der Innenstadt unterwegs.

Die Linien S6 und S60 sind komplett von den Änderungen ausgenommen. Hier gilt der Fahrplan wie gewohnt in der 15-Minuten-Taktung. Auf den anderen Strecken sollen wegen der wegfallenden Zeiten öfter Langzüge eingesetzt werden, damit mehr Leute mitfahren können.

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Der IRE6 zwischen Stuttgart Hauptbahnhof und Tübingen hat bisher erst in Reutlingen gehalten. Jetzt kommt mit Nürtingen (Kreis Esslingen) ein Halt dazu. Alle zwei Stunden wird der Regionalzug auch dort anhalten.

Nachtschwärmer, die nach Nürnberg wollen, bekommen durch den Fahrplanwechsel mehr Spät- und Frühverbindungen. Wer abends beispielsweise ins Theater oder Konzert nach Nürnberg will, kann dann auch noch gegen 22:30 Uhr einen Zug zurück nach Stuttgart nehmen. Dieser endete bisher immer in Crailsheim (Kreis Schwäbisch-Hall). Und umgekehrt startet ein neuer Frühzug nach Nürnberg um kurz nach 4 Uhr morgens in Stuttgart.

Wegen Personalmangel fallen im Kreis Böblingen ab 10. Dezember dagegen Fahrten aus. Die Ammertalbahn von Herrenberg (Kreis Böblingen) nach Tübingen wird nachts zum Beispiel komplett mit Bussen ersetzt. Immer von 19:30 Uhr bis 5:30 Uhr am nächsten Morgen.

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Stadtbahnen Stuttgart: U1, U9 und U14 ändern sich

Nach jahrelanger Sperrung fahren mit dem Fahrplanwechsel jetzt wieder Stadtbahnen zwischen der Haltestelle Staatsgalerie und dem Stuttgarter Hauptbahnhof/Arnulf-Klett-Platz. Bisher mussten Reisende immer am Charlottenplatz umsteigen, wenn sie vom Stuttgarter Osten in die Innenstadt wollten. Laut Bahn gibt es durch die Wiedereröffnung nun folgende neue Linienverläufe.

  • U1: Sie fährt nicht mehr bis nach Vaihingen, sondern von Fellbach über den Hauptbahnhof nach Heslach Vogelrain.
  • U9: Bisher fuhr die U9 immer nach Heslach Vogelrain. Diese fährt ab jetzt aber gar nicht mehr in diese Richtung, sondern verkehrt zwischen Hedelfingen - Hauptbahnhof - Vogelsang oder Botnang.
  • U11: Die Einsatz-Stadtbahn für Konzerte und Fußballspiele im NackarPark fährt künftig eine Schleife. Vom Hauptbahnhof fährt sie über den Charlottenplatz stadtauswärts Richtung NeckarPark. Wenn sie von dort kommt und stadteinwärts fährt, biegt sie an der Staatsgalerie direkt zum Hauptbahnhof ab, ohne Halt am Charlottenplatz.
  • U14: Sie ist die neue Verbindung nach Vaihingen. Dafür fährt die "Wilhelma"-Stadtbahn den Hauptbahnhof/Arnulf-Klett-Platz nicht mehr. Die neue Linienführung ist Mühlhausen - Charlottenplatz - Vaihingen.

Die Linien U29 und U34 entfallen in Zukunft. Die Unterschiede zwischen den Linienführungen 2023 und 2024 können auch auf einer interaktiven Karte im Internet einzeln angezeigt werden. Auch auf der Linie U8 und U15 gibt es Anpassungen. Die U8 fährt nun teilweise im 10-Minuten-Takt nach Heumaden. Da dort der Bahnhof zum Wenden zu klein ist, muss die U15 dann künftig öfter an der Haltestelle Ruhbank/Fernsehturm enden als bisher.

Dass der Stadtbahn-Tunnel Staatsgalerie-Hauptbahnhof jetzt wieder genutzt werden kann, freut auch Tamara Myers, die australische Baustellen-Chefin dieses Stadtbahn-Tunnels, wie sie dem SWR erzählte.

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Busse: Mehr Anbindungen im Kreis Göppingen und Nachtbus-Tausch

Viele Busse in der Innenstadt Stuttgart fahren abends jetzt eine Stunde länger im 10-Minuten-Takt. Und auch die Linie 86, die zwischen Vaihingen und Leinfelden pendelt, soll morgens ab jetzt häufiger fahren.
Aufgepasst bei den Nachtbuslinien: Die Linien N2 (Schlossplatz - Botnang) und N10 (Schlossplatz - Rohrer Höhe) tauschen künftig ihre Fahrtroute. Und auf der Nachtlinie N8 fallen einige Haltestellen weg.

Shuttle-Busse in Stuttgart (Foto: Pressestelle, PV Projekt Verlag GmbH, Ronny Schönebaum)
Aufpassen in welchen Nachtbus man in Stuttgart am Schlossplatz künftig einsteigt. Es gibt einen Linientausch.

Im Kreis Göppingen werden sehr viele Buslinien angepasst. Wegen der hohen Nachfrage wird zum Beispiel die Linie 914, die zwischen Göppingen und Kirchheim unter Teck unterwegs ist, unter der Woche zur Rushhour immer zweimal, statt nur einmal die Stunde fahren. Welche Linien dort nun verlängert werden und öfter fahren, zeigt der VVS hier im Detail. Auf der Internetseite sind auch die Veränderungen von Buslinien im Kreis Böblingen und Esslingen aufgelistet.

Das sagt das Verkehrsministerium zum Fahrplanwechsel

Trotz so mancher Reduzierung sind laut baden-württembergischem Verkehrsministerium mit 100 Millionen Zugkilometern so viele Züge im Land unterwegs wie nie. Aber auch hier sehe man den Personalmangel. "Egal ob in den Führerständen, in den Werkstätten oder in den Stellwerken – überall kämpfen wir mit dem Personalmangel. Wir nehmen die Situation sehr ernst. Denn ohne die Fachkräfte fährt kein Bus und kein Zug", so Minister Winfried Hermann (Grünen). Das Land arbeite daher intensiv daran mit, wie neues Personal für die Bahn gewonnen werden und wie man das bisherige Personal unterstützen und halten könne. Das Ministerium verweist beispielsweise darauf, dass auch Geflüchtete zu Triebfahrzeugführern und- führerinnen ausgebildet werden sollen.

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