Am Montagnachmittag hat die Deutsche Bahn bei der Stadt Baden-Baden offiziell um Hilfe gebeten. Die Feuerwehr und das Deutsche Rote Kreuz haben bis zum Abend die gestrandeten Fahrgäste am Bahnhof mit Getränken versorgt. Außerdem stellten die städtischen Verkehrsbetriebe Busse für den regionalen Schienenersatzverkehr (SEV), so die Stadt.
Inzwischen hat die Deutsche Bahn die Situation verbessert:
Deutsche Bahn hat nachgebessert Schienenersatzverkehr zwischen Baden-Baden und Rastatt läuft
Nach anfänglichen Schwierigkeiten läuft der Schienenersatzverkehr am Bahnhof Baden-Baden nun reibungslos. Es kommt nur noch zu kürzeren Wartezeiten für die Passagiere.
Hintergrund ist die aktuelle Sperrung der Rheintalbahn, die für Chaos am Bahnhof in Baden-Baden gesorgt hat. Kaum hielt ein ICE im Bahnhof, drängten sich etliche Hundert Reisende auf die Bahnsteige - mit Koffern, Kindern, Rollatoren, Fahrrädern und Rollstühlen. Kofferbänder an den Treppen gibt es schon lange nicht mehr. Es war ein Geschiebe und Gezerre.
Vier Minuten waren in der DB-App zum Hin- und Rückweg veranschlagt. Vier Minuten hat alleine der Weg nur bis zur Unterführung gedauert [...]. Also die Rechnung geht schon gar nicht auf.
Das Schlimmste kam aber noch: ein Fußweg von knapp zweihundert Metern durch die sengende Sonne zu einem Parkplatz im nahegelegenen Industriegebiet. Dort sollten die Busse des SEV abfahren. Auf dem Weg dorthin gab es keinen Schatten. Die Temperaturen lagen bei um die 30 Grad.

Keine Information und praller Sonnenschein
Die Reisenden suchten Schutz unter Metalldächern. Gerade einmal zwei Mitarbeiter der Bahn standen bereit. Sie waren völlig überfordert. Wurden beschimpft, obwohl sie persönlich nichts dafür konnten. Wann Busse kommen sollten, wussten sie nicht. Sie telefonierten mit Berlin, wo angeblich die Busse organisiert werden. Niemand wusste etwas.
Es ist ein Witz und mein Zug ist weg und der nächste ist voll. Meine Reservierung ist auch schon weg und ich komme einfach nicht nach Karlsruhe.

Im Wartebereich für die Busse gibt es einen kleinen Grashang, der nicht gesichert ist. Dort ist am Montagnachmittag eine Reisende aus Darmstadt gestürzt und aufs Gesicht gefallen.

Bahn will im SEV in Baden-Baden nachbessern
Waren die Busse mal weg, dauerte es bis zu einer Stunde, bis wieder Nachschub kam. Wenn dann endlich ein Bus gekommen war, gab es ein Gedränge ohnegleichen. Eine Reihenfolge beim Einsteigen gab es vor Ort allerdings nicht. Ältere oder Menschen mit Behinderung waren chancenlos. Koffer mussten selbst verladen werden. Viele mussten ihr Gepäck sogar wieder ausladen, weil sie keinen Platz mehr im Bus bekommen haben. Aber neue Busse waren nicht in Sicht.
Die Deutsche Bahn schreibt auf SWR-Anfrage, dass sie die Situation sorgfältig beobachte und bereits mit mehr Busfahrten nachgesteuert habe. "Wir haben die Reisenden in den Bahnhöfen gut betreut und sie während Wartezeiten mit kostenlosem Wasser versorgt. Wir haben flexibel auf die Bedürfnisse der Reisenden reagiert und die Weiterreise sichergestellt. Das werden wir auch weiterhin tun. Das gilt insbesondere auch für die Bedürfnisse von Reisenden mit Behinderung oder ältere Reisende."
Feuerwehr geht auf Deutsche Bahn zu
Nach Angaben der Feuerwehr Baden-Baden hat diese selbst den Kontakt zur Deutschen Bahn gesucht, weil die Feuerwehr bei einer Erkundung vor Ort festgestellt hat, das Hilfe benötigt wurde.
Kommentare (4)
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Liebes SWR Team, in diesem und im heuten Artikel "Bahn verbessert die Situation für Reisende" schreiben Sie immer von dem Umstiegspunkt in BadenBaden für Fernverkehrskunden. Wie sieht es denn am Busbahnhof aus, an dem die RegioKunden in den Ersatzbus nach Rastatt oder von Rastatt umsteigen müssen? Warten die Züge auch auf die Anschlussbusse oder wird weiterhin starr nach Zugfahrplan gefahren?
Hallo Ale, unser SWR-Studio Karlsruhe hat Ihren Kommentar zum Anlass genommen, noch einmal in Rastatt nachzufragen. Alle Infos dazu finden Sie im neuen Artikel auf unserer Seite oder in der SWR Aktuell App. Weitergehende Fragen zum Zug- und Ersatzverkehr richten Sie am besten an die Deutsche Bahn. Beste Grüße aus der SWR Aktuell Redaktion
Ich habe am Samstag Mittag 3 Stunden von Offenburg bis KA-Durlach benötigt. Die gedruckten Fahrplan Informationen haben schon ab dem Startbahnhof nicht gestimmt. Diese vermittelten auch den Eindruck, der Buss nach Rastatt müsse gewechselt, was aber nicht stimmte. Wobei am Bus selbst auch keine Fahrziel ersichtlich war. Da muss dringend nachgebessert werden!
Die Bahn beweist mal wieder ihr Organisationstalent. Man hat ja vielleicht noch Verständnis für Unvorhergesehenes, die Sperrung war aber "geplant". Wollte man da etwa Geld sparen? Lieber für die Boni der Vorstände aufbewahren? Leider macht sich Deutschland immer lächerlicher. Sie sollten sich mal ein Beispiel an Länder nehmen bei der das besser funktioniert!
Es ist nicht unvorhergesehen..schon vor wochen wurde darauf hingewiesen
Hallo SWR Team Ich war gestern auch vor Ort und habe mit hunderten Menschen in Karlsruhe auf Busse nach Baden-Baden gewartet. Von Mitarbeitern der DB war weit und breit nichts zu sehen. Reisende und Busfahrer waren so sehr gereizt, dass sich angeschrien wurde. Die zur Verfügung gestellten Reisebusse waren immer innerhalb von Minuten überfüllt, teilweise mussten Gepäck und Reisende auch wieder entladen werden. Die Busse selbst hielten irgendwo, teilweise auch in entgegengesetzten Richtungen. Neben Reisebussen standen auch Gelenkbusse zur Verfügung. Reisende strömten immer wieder zu Bussen am jeweils anderen Ende des Bahnhofs. Wer es vermeiden kann sollte in nächster Zeit diese Strecke nicht nutzen oder zumindest die ein oder andere zusätzliche Stunde einplanen. Gemäss dem DB Motto: Man muss das Leben in vollen Zügen geniessen.
Das Motto "Man muss das Leben in vollen Zügen genießen" bekommt plötzlich eine ganz andere Richtung. Die Deutsche Bahn - ein Beispiel für den deutschen Untergang in jeglicher Hinsicht. Wir stehen uns selbst im Weg und haben uns zu Tode organisiert.