Wochenrückblick Studio Heilbronn KW 5 (Foto: SWR)

Darüber spricht die Region Heilbronn-Franken

Wochenrückblick: Dreiste Diebe, das Ende einer Ära und jede Menge große Namen

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Peter Wedig
Peter Wedig (Foto: SWR)

In Heilbronn-Franken wird sogar geklaut, was niet- und nagelfest ist. In Schwäbisch Hall treffen sich die ganz Großen - das und noch mehr erfahrt ihr im Wochenrückblick.

Hi in die Runde, ich bin Peter Wedig vom SWR Studio Heilbronn. Wir schauen mal zusammen, was diese Woche die Region bewegt oder nicht bewegt hat, was die Gemüter in Wallung bringt oder einen zumindest die Mundwinkel verziehen lässt. Die Themen:

Kupferdiebe haben nicht einmal vor den Toten Respekt

Der (wahrscheinlich) versuchte Diebstahl ist eigentlich schon in der vorangegangenen Woche passiert, aber die Empörung, die ist immer noch groß: Unbekannte haben in Gundelsheim (Kreis Heilbronn) das Kupferdach einer Aussegnungshalle auf dem Friedhof abgerissen - vermutlich, um es zu verkaufen:

Gundelsheim

Kupferdiebstahl keine Seltenheit Abgedeckte Aussegnungshalle: Gundelsheimer bestürzt - Täter weiter flüchtig

In Gundelsheim sind die Leute schockiert. Dort wurde das Kupferdach eines Gebäudes auf dem Friedhof abgerissen. Immer wieder kommt es zu Kupferdiebstählen in der Region.

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Soweit kamen die mutmaßlichen Diebe aber dann doch nicht. Das abmontierte Dach wurde neben der Halle gefunden. Warum es da liegen blieb, das versucht nun, die Polizei herauszufinden. Für die ist sowas kein Einzelfall. Nicht einmal einen Monat vor der Tat in Gundelsheim wurde in Heilbronn-Sontheim, ebenfalls auf dem Friedhof, das Kupferdach eines Gebäudes abmontiert und gestohlen.

Meine Kollegin Anna Knake mit den Menschen vor Ort gesprochen:

Lohnt sich so ein Diebstahl denn? Bei der Polizei gibt es keine eigene Statistik zu Kupfer, stattdessen werden mehrere Metalle unter dem Begriff Buntmetall zusammengefasst. Im Jahr 2022 gab es laut Landeskriminalamt (LKA) 894 Fälle von solchen Metalldiebstählen. Zusammengerechnet war das ein Schaden von etwas über 3,5 Millionen Euro. Für 2023 gibt es zwar noch keine offiziellen Zahlen, aber die Anzahl der Diebstähle scheint gesunken zu sein. Während umgekehrt der verursachte Schaden laut LKA aber deutlich höher ist.

Theoretisch könnten Diebe das Metall an einen Schrotthändler verkaufen. Der Preis variiert von Tag zu Tag, je nachdem was der Weltmarkt hergibt. Zur Zeit bewegt er sich in der Größenordnung von sieben Euro pro Kilo.

Gundelsheim Friedhof Kupferdach gestohlen (Foto: SWR)
Das Dach in Gundelsheim ist provisorisch abgedeckt. Laut Bürgermeisterin Heike Schokatz (parteilos) könnten Beisetzungen aber weiterhin "in einem würdigen Rahmen" stattfinden.

In der Praxis ist so ein Verkauf aber alles andere als einfach. Bei jedem Verkauf werden die Personalien erfasst. Wird irgendwo ein größerer Diebstahl bemerkt, gibt es sofort eine Meldung an den Verband Deutscher Metallhändler und Recycler (VDM) - dann sind die also auch schon gewarnt.

Noch dazu sind manche Metalle laut LKA mit sogenannter künstlicher DNA markiert. Diese DNA ist einem eindeutigen Besitzer zugeordnet - so kann man jederzeit die Herkunft des Metalls nachweisen. Welche Möglichkeiten bleiben dann noch? Das LKA vermutet, dass das Material per Schiffscontainer aus Europa raus transportiert wird, um es dann irgendwo zu verkaufen, wo die Kontrollen weniger streng sind.

Hier noch ein ganz anderer Einsatzzweck für Kupfer: In Feuerwerksraketen sorgt die Beimischung des Metalls für eine blaugrüne Farbe bei der Explosion. Womit wir beim Thema wären:

Einer der Letzten seiner Art: Zink-Feuerwerk hört auf

Seit 1949 gibt es die Firma Zink-Feuerwerk in Cleebronn (Kreis Heilbronn). Und wenn nicht bald ein Interessent zuschlägt, dann wird aus dem "gibt" ein "gab":

Cleebronn

Aus persönlichen Gründen Feuerwerk-Hersteller Zink in Cleebronn will aufhören

Noch zu Silvester machte er ein gutes Geschäft - der Feuerwerk-Hersteller Zink in Cleebronn. Jetzt heißt es: Die Unternehmer wollen nicht mehr weitermachen.

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In Deutschland ist Zink eines der ganz wenigen Unternehmen innerhalb der Branche. Produziert werden die Raketen sowohl für Großveranstalter als auch Privatkunden. An der Nachfrage kann das Ende wohl kaum liegen, wenn man überlegt, was beim vergangenen Silvester in den Supermärkten los war:

Laut Inhaber Arne von Boetticher sind die Gründe für das Aus rein persönlicher Natur. Wirtschaftlich sei das Unternehmen gesund. Den 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurde bereits gekündigt. Es gibt wohl bereits Gespräche mit möglichen Interessenten für die Firma, heißt es. Noch ist also nicht aller Tage Abend.

Mal in die Runde gefragt, wenn auch völlig unpassend zur Jahreszeit: Wie sieht denn euer Bedarf an Feuerwerk aus? Manch einer hatte nach Feuerwerksverboten zur Pandemie noch Nachholbedarf. Ist der mittlerweile gestillt oder würdet ihr lieber das ganze Jahr über böllern?

Die Abstimmung ist bereits beendet.

Habt ihr noch Nachholbedarf beim Feuerwerk?

  • Feuerwerk kann es nie genug geben! Auch gerne mehrfach im Jahr. 82,4%
  • Ich hab die Corona-Pause nachgeholt, jetzt geh ich das mal langsamer (und leiser) an. 0,5%
  • Mit Feuerwerk hatte ich noch nie was am Hut. 17,1%

Hinweis: Das Abstimmungsergebnis zeigt ein Meinungsbild unserer Nutzer*innen und ist nicht repräsentativ.

Letzte Woche hatte meine Kollegin Nicole Heidrich gefragt, ob ihr einen Hundeführerschein für sinnvoll haltet. 60 Prozent stehen hinter der Idee, 28 Prozent finden sie unnötig. Mein Mitgefühl gilt den unentschlossenen 12 Prozent mit der Tierhaar-Allergie.

Tête-à-tête der Großen und Wichtigen in Schwäbisch Hall

Statt mit Sport oder Wetter beschäftigen wir uns jetzt am Ende mal mit der Wirtschaft. In Schwäbisch Hall haben sich wichtige Wirtschaftsgrößen und Politiker für zwei Tage und einen Abend getroffen. Oder zumindest per Video blicken lassen.

Schwäbisch Hall

14. Gipfeltreffen der Weltmarktführer in Schwäbisch Hall Chef der Schwarz Gruppe: "Mache mir Sorgen um den Mittelstand"

Das Gipfeltreffen der Weltmarktführer ist in Schwäbisch Hall gestartet. Rund 550 Vertreter von Unternehmen sprechen zwei Tage über aktuelle Herausforderungen für die Wirtschaft.

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Wenn sich also schon sonst nicht viel bewegt - sei es durch einen Streik der GDL, einen Streik von ver.di im Nahverkehr, durch Demonstrationen, die für Beeinträchtigungen sorgen oder langsam fahrende Traktoren - hier kamen sie zusammen, damit eben doch noch etwas Fahrt aufkommt. Das Treffen fand zum 14. Mal statt, mit dabei waren von der Polit-Prominenz unter anderem Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), auf der Leinwand gab es aus der Ferne zugeschaltet Finanzminister Christian Lindner (FDP) und ein Grußwort von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD).

Ministerpräsident Winfried Kretschmann beim Gipfeltreffen der Weltmarktführer (Foto: SWR)
Ministerpräsident Winfried Kretschmann warnte vor Cyberkriminalität, insbesondere aus China und Russland. Der Schaden dadurch liege in Milliardenhöhe.

Rede und Antwort stand auch der Chef der Neckarsulmer Schwarz Gruppe (Kreis Heilbronn) mit Lidl und Kaufland, Gerd Chrzanowski. Der musste sich unter anderem Fragen zu den aktuellen Bauernprotesten gefallen lassen. Denn die Landwirte prangern unter anderem auch an, dass es keine angemessenen Preise für ihre Erzeugnisse gibt. Steht da also der Lebensmittelhandel in der Pflicht?

Für Chrzanowski ist dagegen eindeutig: Die Verbraucherin und der Verbraucher sind es, die niedrige Preise einfordern. In den letzten Jahren hätten sich die Einkaufsgewohnheiten drastisch verändert. Kundinnen und Kunden würden stärker auf Angebote achten, von hochpreisiger Ware wird zur billigeren Eigenmarke gewechselt. Ein Impulskauf finde kaum noch statt.

Eine ganz klare Tendenz: Der Verbraucher spart am Essen.

Natürlich spiele das Discountern wie Lidl in die Karten, gibt Chrzanowski zu. Und lachend bestätigt er auch die Frage der Moderatorin, ob er froh sei, dass die Traktoren lieber nach Berlin vor das Kanzleramt gefahren sind als vor die Discounter.

Bauernproteste Tauberbischofsheim (Foto: SWR)
Bauernproteste Anfang Januar bei Tauberbischofsheim (Main-Tauber-Kreis)

Dass die Lebensmittelhändler einen solchen Druck auf die Bauern ausüben könnten, ist allerdings "Blödsinn", so Chrzanowski. Man sei voneinander abhängig, es gebe enge Partnerschaften. Die benötigten Mengen im Lebensmittelhandel seien so groß, die könne man gar nicht mal eben woanders beschaffen. Niedrige Einkaufspreise hätten häufig mit einem Überangebot zu tun, wenn beispielsweise wegen der Witterung zu viel gleichzeitig geerntet wird.

Was Chrzanowski aber auch einräumt: Kleine Betriebe haben es zunehmend schwer. Geld verdienen lasse sich erst mit großen Mengen.

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Was hat euch diese Woche sonst noch beschäftigt? Schreibt uns: online.studioheilbronn@swr.de.

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