art Karlsruhe 2024 (Foto: Pressestelle, Messe Karlsruhe ©Lars Behrendt)

Karlsruhe Kunstmesse beendet

Bilanz der 21. art KARLSRUHE– Fokus auf Qualität und Nachwuchs

Stand
AUTOR/IN
Marie-Dominique Wetzel

Am 25. Februar ist die 21. art KARLSRUHE nach fünf Tagen zu Ende gegangen und hat eine insgesamt positive Bilanz gezogen. Mit rund 47.000 Besucherinnen und Besuchern knüpft die Kunstmesse sogar an das Vor-Corona-Niveau an. 177 Galerien aus dem In- und Ausland zeigten Werke von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwart. An der Spitze der künstlerischen Leitung hatte es in diesem Jahr einen Wechsel gegeben, die das Konzept der Kunstmesse geschärft und weiterentwickelt haben.

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Galeristen zufrieden

Auf einer Kunstmesse sind – naturgemäß - immer nur die Galerien zufrieden, die gut verkaufen. Aber 2024 waren das auf der art KARLSRUHE wieder ziemlich viele. Unter ihnen Manuel Ludorff. Der Galerist aus Düsseldorf hat seit fast 20 Jahren einen Stand auf der art Karlsruhe:

Besonders gut gefallen hat ihm und vielen anderen Ausstellenden die stärkere Profilbildung in Halle 1 und 2, die das neue künstlerische Leitungs-Duos durchgesetzt hat. Olga Blaß und Kristian Jarmuschek haben in Halle 1 vor allem große Galerien der Klassischen Moderne versammelt und in Halle 2 den Fokus auf die Nachkriegsmoderne gelegt. Dadurch konnten sie namhafte Galerien neu- oder wieder gewinnen. Wobei in beiden Hallen weiterhin auch Gegenwartskunst gezeigt wird – und dieser Mix soll auch so bleiben, erklärt Olga Blaß von der neuen Messeleitung

Fokus auf Qualität und Nachwuchs

Gleichzeitig wurde aber darauf geschaut, dass die Qualität der ausgestellten Kunst angehoben wurde. Einige Galerien wurden aussortiert, lediglich 177 durften kommen – in den letzten Jahren waren es immer über 200 gewesen. Dass insgesamt weniger Galerien vertreten waren, hat in den Messehallen auch für etwas mehr Platz zwischen den Kojen gesorgt und der gezeigten Kunst zu mehr Raum verholfen. Mehr Wert wurde jetzt auch auf die Pflege des Nachwuchses gelegt. Junge Galerien konnten in Halle 4 kleinere, kostengünstigere Kojen mieten. Ein Konzept, was bei Messeneulingen wie der EXO-Galerie aus Stuttgart gut ankam.

Sonderausstellung „Academy Square“ Engagiert, innovativ, originell – Nachwuchskünstler auf der art KARLSRUHE

Erstmals zeigt die art KARLSRUHE Nachwuchskünstler aus Baden-Württemberg in einer Sonderausstellung: Auf dem „Academy Square“ präsentieren sich 14 ehemalige Kunsthochschüler aus Karlsruhe und Stuttgart. „Engagiert, innovativ, originell“ urteilt Monopol-Chefredakteurin Elke Buhr über den Nachwuchs. Sie hat die Ausstellung für die art KARLSRUHE mit Begeisterung kuratiert.

Präsentation von „academy square“ und „paper square“ verbesserungswürdig

In die Verkaufsbücher lässt sich keine Galerie gerne schauen. Doch wenn sie im folgenden Jahr wiederkommen will, spricht das für sich. Doch nicht nur junge Galerien wurden auf die art KARLSRUHE eingeladen, sondern auch junge Künstlerinnen und Künstler, die gerade ihr Studium an einer der Kunsthochschulen in Baden-Württemberg abgeschlossen haben. Eine kleine Auswahl war auf dem sogenannten „academy square“ zu sehen. Doch leider wirkte diese Präsentation in Halle 3 etwas lieblos und war kaum abgegrenzt zur benachbarten Museumsmeile und dem „paper square“ – was einige Künstlerinnen und Künstler ärgerte, die dort ihre Arbeiten auf Papier zeigten. Das neue Messekonzept ist also an der ein oder anderen Stelle durchaus noch verbesserungswürdig.

Messe weiterhin wichtig für den Kunstmarkt

Doch dass rund 47.000 Besucherinnen und Besucher in diesem Jahr die art Karlsruhe besucht haben und die Messe damit an die Vor-Corona-Jahre anschließen konnte, zeigt, dass Messen entgegen aller Unkenrufe weiterhin wichtig für den Kunstmarkt sind. Die art Karlsruhe ist mit ihrem frühen Termin im Februar wieder die erste im Kunstmessenkalender und deswegen schauen die Galeristen immer ganz genau darauf, wie dort die Geschäfte laufen – gerade in unruhigen Zeiten wie diesen, bestätigt der Berliner Galerist Werner Tammen:

Karlsruhe

Kunstmesse vom 22. - 25. Februar Mehr Raum und mehr Qualität: Start der 21. art KARLSRUHE

Auf der art KARLSRUHE 2024 gibt es weniger Galerien, dafür wurden die Profile von Messeständen und Hallen geschärft. Das tut der Messe gut!

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Kunst als Geldanlage? Besserwisser Know-how für die art KARLSRUHE: Wie man zum Kunstmessen-Profi wird

Die art KARLSRUHE öffnet wieder Ihre Pforten. Vier Tage lang treffen sich das Who is Who der Kunstszene und Kunstmessen-Neulinge. Doch wie bewegt man sich zwischen Kennern und Künstlern?

Was geht - was bleibt? Zeitgeist. Debatten. Kultur. Elitärer Kunstmarkt: Zugang nur für Auserwählte?

Wer heute Kunst studiert, braucht viel Energie. Nicht nur, um die eigenen künstlerischen Visionen umzusetzen, sondern auch um sich erfolgreich selbst zu vermarkten. Denn von der Kunst leben, das klappt nur bei den wenigsten. Während einige durch hohe Verkaufspreise profitieren, müssen viele andere Nebentätigkeiten nachgehen. Dies zeigt die Diskrepanz im Kunstmarkt und die Notwendigkeit einer Balance zwischen finanzieller Sicherheit und künstlerischer Freiheit.

Bei unserem Gast Carlo Krone scheint gerade beides zu klappen. Gerade hat der 23-jährige den Nachwuchspreis der art KARLSRUHE gewonnen und ist dort mit der renommierten Stuttgarter Galerie Thomas Fuchs und mehreren seiner Werke vertreten. Carlo ist zu Gast in dieser Ausgabe von „Was geht – was bleibt?“ und erzählt, wieso er sich von Anfang an neben seinem Studium konsequent auf Instagram als Schaufenster für seine Werke konzentriert hat.

Unser anderer Gast Kolja Reichert gibt tiefe Einblicke in den Kunstmarkt. Mit seinem Buch "Kann ich das auch?", in dem er 50 Fragen zur Kunst beantwortet, macht er den Kunstmarkt für ein breites Publikum verständlich. Als Chefkurator im K21, einer angesehenen Institution in Nordrhein-Westfalen, weiß er, wie Kunstwerke ihren Weg in bedeutende Sammlungen finden. Reichert erklärt den Prozess: "Man besucht Messen, entdeckt neue Talente wie Carlo und entscheidet dann, ob man eine Ausstellung plant.

Beide sind sich in der Folge einig: Kunst braucht Begegnung und zwischenmenschlichen Kontakt. Den Vorwurf, dass der Kunstmarkt intransparent sei, mit teilweise nicht nachvollziehbaren Preisen, lassen sie nicht gelten. Was steckt denn nun dahinter, wenn die Kunst des einen im Atelier verstaubt, während die des anderen schon vor Messebeginn teuer verkauft wird? Wieso fragt sich eine Malerin wie Josephine Sagna, ob sie nur der Hautfarbe wegen eingeladen wird? Und welche Kriterien müssen NachwuchskünstlerInnen erfüllen, um den Sprung ins Rampenlicht zu schaffen? Diese Fragen klären wir in dieser Folge.

Gäste: Carlo Krone | Kolja Reichert
Moderation: Christian Batzlen
Redaktion: Christian Batzlen | Julian Burmeister
Sendungsmusik: "Frolic" von Luciano Michelini

Unser Podcast-Tipp ist diese Woche:
True Care - intensive Fälle mit Ricardo Lange
https://www.ardaudiothek.de/sendung/true-care-intensive-faelle-mit-ricardo-lange/13134177/

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Marie-Dominique Wetzel