Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) errichten eine Behelfsbrücke für die Ahr, die schon in wenigen Tagen eine Brücke, die an gleicher Stelle vom Hochwasser total zerstört wurde, ersetzen soll.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Thomas Frey)

Starkregen und Überschwemmungen

Hochwasser-Blog zum Nachlesen (Donnerstag, 22. Juli)

STAND

Nach der Hochwasserkatastrophe vor allem im Norden des Landes wird das ganze Ausmaß deutlich. Die Zahl der Toten steigt und viele Menschen werden weiter vermisst.

Donnerstag (22. Juli)

+++ Anträge auf Soforthilfe auch in Papierform möglich +++
23:30 Uhr

Die Anträge für die Flut-Soforthilfe in Rheinland-Pfalz sollen auch vor Ort in Papierform ausgegeben werden. Das hat Innenminister Roger Lewentz (SPD) mitgeteilt. So sollen auch Bürgerinnen und Bürger erreicht werden, die keinen Zugang zum Internet haben. Die Anträge können derzeit online heruntergeladen werden. Betroffene aus dem Kreis Ahrweiler finden sie auf den Seiten des Statistischen Landesamts. Alle anderen Betroffenen in Rheinland-Pfalz sollen das Portal des Landes für Brand- und Katastrophenschutz nutzen.

+++ Landesweit Glockengeläut für die Flutopfer am Freitag +++
21:00 Uhr

Aus Solidarität mit den Opfern der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen haben evangelische und katholische Kirchen für morgigen Freitag um 18 Uhr zum Glockengeläut und zur Feier von Andachten aufgerufen. Das Läuten der Glocken und das Gebet sollten für die betroffenen Menschen Trost und Stärkung sein, sagte der katholische Mainzer Bischof Peter Kohlgraf.

+++ Kläranlage von Sinzig schwer beschädigt +++
20:45 Uhr

Die Kläranlage in Sinzig ist bei der Flutkatastrophe schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Folge: Das Abwasser läuft so gut wie ungefiltert in die Ahr. Keime und Bakterien können sich ungehindert ausbreiten.

+++ Zwei Verletzte nach Unfall an Hochspannungsleitung +++
19:30 Uhr

Bei Aufräumarbeiten im Bereich der Ahrbrücke Sinzig ist es zu einer Explosion gekommen. Wie die Polizei mitteilte, waren zwei Reifen eines Muldenkippers geplatzt, nachdem dieser mit ausgefahrener Ladefläche eine Hochspannungsleitung berührt hatte. Bei dem Unfall in der Nähe der Bundesstraße 9 sollen zwei Bauarbeiter durch ein Knalltrauma verletzt worden sein. Die Stromleitung werde nun auf Schäden hin untersucht.

+++ Mendig bekommt Notunterkünfte auf Flugplatz +++
17:45 Uhr

Die Eifel-Gemeinde Mendig wird auf dem örtlichen Flugplatz Notunterkünfte für Betroffene der Flutkatastrophe errichten. Bis Ende Juli solle dort ein Containerdorf entstehen, teilte die Kommune mit. Geplant seien 120 Notunterkünfte sowie ein Gesellschaftszelt des Deutschen Roten Kreuzes mit einer Fläche von 1.000 Quadratmetern, zwei Container für Verwaltung und Organisation sowie zwei Sanitär- und Duschinseln. In einem ersten Schritt könnten 240 bis 360 Menschen aufgenommen werden, hieß es.

+++ Trinkwasseranlage in Schuld versetzt +++
17:15 Uhr

Die Trinkwasseraufbereitungsanlage in Schuld an der Ahr ist versetzt worden. Ein Grund ist, dass für das Wochenende neuer Regen angekündigt ist und die Anlage bisher am tiefsten Punkt von Schuld stand, fast direkt am Ufer der Ahr. Ein Feuerwehrsprecher der Verbandsgemeinde Adenau sagte, man habe einen alten Brunnen reaktiviert. Dadurch könne die Qualität des Trinkwassers aus der Aufbereitungsanlage nochmals verbessert werden. Ein weiterer Vorteil des neuen Standorts sei, dass dort Wasser ins vorhandene Leitungsnetz eingespeist werden könne. Bis das klappt, werde es aber noch mehrere Tage dauern. Die Wasseraufbereitungsanlage ist jetzt in einer Halle untergebracht und damit auch vor Wettereinflüssen geschützt.

+++ Sonderförderung für Wasserversorgung +++
17:00 Uhr

Rheinland-Pfalz hat ein Sonderförderprogramm für die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung im Katastrophengebiet aufgelegt. Damit könnten Kommunen in den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Regionen sofort mit dem Wiederaufbau beginnen, teilte das Klimaschutzministerium mit. Kosten entsprechender Investitionen können vom Land übernommen werden, das dafür 20 Millionen Euro bereitstellt. Leitungen zur Wasserversorgung und zur Entsorgung von Abwässern wurden "von der immensen Kraft der Wassermassen weggerissen, Kläranlagen überflutet und zerstört", sagte Klimaschutzministerin Anne Spiegel (Grüne). Für das Sonderförderprogramm gelte bis Ende des Jahres ein vereinfachtes Antragsverfahren, "die Kommunen können die Mittel ohne förmliches Vergabeverfahren verausgaben".

+++ Sinziger Bürgermeister macht Aufbauvorschläge +++
16:45 Uhr

Für den Wiederaufbau des vom Hochwasser schwer zerstörten Ahrtals sind nach Ansicht des Sinziger Bürgermeisters Andreas Geron (parteilos) Ingenieure und Verwaltungskräfte für jede Kommune notwendig. "Wir brauchen Hilfe: Geld, Manpower, Fachkräfte, Ingenieure, die zeitgleich im Ahrtal 20, 30 Brücken bauen", forderte Geron. "Vier Landesbeamte in jeder betroffenen Kommune wären ideal, um diese massiven Schäden schnell zu beheben." Am besten sei es, jeder Kommune einen Ingenieur für fünf bis zehn Jahre zuzuweisen, bezahlt vom Land, sowie eine Verwaltungskraft für Förderanträge. In der Region Sinzig lebten seit einer Woche mehr als 10.000 Menschen in zerstörten oder beschädigten Häusern - ohne Wasser und Strom.

+++ Zehntausende Impfdosen in Hochwassergebiete +++
16:15 Uhr

In die von der Hochwasserkatastrophe gezeichneten Gebiete sollen zehntausende Corona-Impfdosen geliefert werden. Das Bundesgesundheitsministerium habe den betroffenen Ländern zusätzlichen Impfstoff angeboten, teilte eine Sprecherin mit. Damit könnten niedrigschwellige Impfangebote vor Ort gemacht werden. Rheinland-Pfalz habe dieses Angebot bereits angenommen und erhalte 23.400 zusätzliche Impfdosen des Präparats von BionTech/Pfizer. Sie sollen durch mobile Teams zum Beispiel dort verimpft werden, wo die Arztpraxen aufgrund des Hochwassers schließen mussten, hieß es. Neben Impfstoff sollten bei Bedarf auch Masken, Tests und Medikamente geliefert werden.

+++ Soforthilfen ab heute beim Land beantragen +++
16:00 Uhr

Die Betroffenen der Hochwasser-Katastrophe im Ahrtal sollen ab heute Soforthilfen beim Land beantragen können. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, voraussichtlich ab dem Nachmittag stünden die Formulare zur Beantragung unter anderem im Internet zur Verfügung. Die Soforthilfe bestehe aus einem Betrag von 1.500 Euro je Haushalt mit einer Person und 500 Euro für jede weitere Person im Haushalt. Innenminister Roger Lewentz (SPD) sagte im Innenausschuss, die Gelder würden den Betroffenen schnell und ohne umfangreiche Prüfung gewährt. Voraussetzung für die Zuwendung seien Schäden an Wohnraum, Hausrat und Kleidung, die durch ein Elementarereignis entstanden seien.

Kreis Ahrweiler

Nach Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz Was Betroffene zum Antrag auf Soforthilfe wissen müssen

Ab sofort können Betroffene der Hochwasserkatastrophe Soforthilfe beantragen. Alle Infos zum Antrag gibt es hier:  mehr...

+++ Lewentz: Keine Hinweise auf fehlerhafte Warnketten +++
15:00 Uhr

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) hat bisher keine Hinweise, dass bei der Hochwasserkatastrophe die Warnketten nicht funktioniert haben. Das sagte er in einer Sondersitzung des Landtags. Die Meldekette habe Wetternachrichten in die Lagezentren der Kommunen transportiert. Die Warnapp des Bundes, Nina, sei aber wohl nicht einsatzfähig gewesen. Die App Katwarn dagegen habe offenbar funktioniert. Allerdings sei im Ahrtal alles zusammengekommen, was an ungünstigen Umständen überhaupt zusammenkommen konnte, so Lewentz. "Die Situation ist eine solche Ausnahme, die die Bundesrepublik noch nicht erlebt hat." Dafür sei ein völlig neues Warnsystem notwendig.

+++ 3.000 Helfer des Roten Kreuzes im Einsatz +++
14:00 Uhr

In den Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind mehr als 3.000 Helferinnen und Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) aus dem gesamten Bundesgebiet im Einsatz. Viele davon engagierten sich ehrenamtlich, sagte der Präsident des DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz, Rainer Kaul, am Donnerstag in Bad Neuenahr-Ahrweiler. DRK-Einsatzkräfte bauten zum Beispiel mobile Arztpraxen in den Flutgebieten auf. Für die für das kommende Wochenende vorausgesagten möglichen Gewitter und Regenfälle in den Gebieten der Flutkatastrophe gibt des dem Roten Kreuz zufolge im Moment noch keine konkreten Pläne. "Zunächst hoffen wir mal, dass der Regen nicht so heftig wird", sagte Kaul.

+++ Schwierige Koordinierung der Hilfe im Katastrophengebiet +++
13:45 Uhr

Pro Tag seien rund 2.000 professionelle Helfer im Katastrophengebiet im Einsatz und etwa 300 Seelsorger und Psychologen aus der ganzen Bundesrepublik, sagte der Leiter des Krisenstabs, Thomas Linnertz. Diese große Anzahl zu koordinieren, ist schwierig. Neben dem Wiederaufbau der Infrastruktur gehe es auch um den Gesundheitsschutz der Menschen. Es müsse alles getan werden, um Seuchen zu verhindern, sagte er im SWR.

+++ 31 Straftaten in den rheinland-pfälzischen Flutgebieten +++
13:30 Uhr

In den rheinland-pfälzischen Hochwassergebieten hat die Polizei bisher 31 Straftaten registriert. 25 dieser Verbrechen beziehen sich Innenminister Roger Lewentz (SPD) zufolge auf Eigentum. In Wittlich zum Beispiel haben Diebe Elektrogeräte eines von der Flut betroffenen Küchenstudios aus einer Lagerhalle gestohlen, teilte die örtliche Polizei mit. Außerdem seien im Raum Wittlich Baumaterial, Werkzeug und weitere Küchengeräte entwendet worden. Konkrete Hinweise zu Plünderungen in den Hochwassergebieten liegen laut Innenminister Lewentz aber nicht vor. Die Polizei habe bisher vier Menschen vorläufig festgenommen.

+++ 62 der Unwetter-Toten identifiziert, keine Massenbeerdigung +++
12:45 Uhr

Eine Woche nach der Hochwasserkatastrophe werden in Rheinland-Pfalz weiterhin 155 Menschen vermisst. Innenminister Roger Lewentz (SPD) sagte in einer Sondersitzung der Landtagsausschüsse in Mainz, dass von den 128 Toten bislang 62 identifiziert seien. "Ich kann Ihnen heute nicht sagen, dass wir alle 155 Vermissten-Schicksale aufklären können". Man plane keine Massenbeerdigung. "Wir wollen, dass die Menschen in Würde von ihren Lieben bestattet werden können", sagte Lewentz. Zu den Toten und Vermissten kämen noch 766 Verletzte in Rheinland-Pfalz, die in den Krankenhäusern behandelt worden seien.

+++ Kreisverwaltung: Wasser dringend abkochen +++
12:15 Uhr

Die Kreisverwaltung von Ahrweiler bittet die Anwohner in Bad Neuenahr-Ahrweiler, Leitungswasser dringend vor der Nutzung abzukochen. Es sei durch Verschmutzungen belastet.

Wichtige Info an die Anwohner in Bad Neuenahr-#Ahrweiler: Das Leitungswasser ist durch Verschmutzungen belastet. Wir bitten euch dringend, das Wasser vor Nutzung abzukochen. Bitte teilt diese Info. #ahr #hochwasser

+++ Sondergenehmigung für Räumen der Müllberge +++
12:15 Uhr

Das Räumen der Müllberge in den Hochwassergebieten hat begonnen. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD) habe kurzfristig eine Ausnahmegenehmigung für die Deponie Eiterköpfe im Kreis Mayen-Koblenz zur Ablagerung von Haus- und Sperrmüll gegeben, sagte Umweltministerin Anne Spiegel (Grüne) in einer Sondersitzung der Landtagsausschüsse in Mainz. Die Abfallentsorgungsbetriebe hätten in Abstimmung mit der SGD Nord auch noch andere Ablageflächen festgelegt. Die Deponie Eiterköpfe könne auch ölbelasteten Boden annehmen. Für den Elektronikschrott gebe es noch keine Lösung. Die SGD werde auch klären, wie mit den zahlreichen Autowracks umzugehen sei.

+++ Wurde früh genug vor dem Hochwasser gewarnt? +++
12:00 Uhr

Viele Betroffene sind nach der Hochwasser-Katastrophe im Norden von Rheinland-Pfalz traumatisiert. Hätte ihre Not verhindert werden können? Zuletzt gab es immer wieder Kritik am Katastrophenwarnsystem der Behörden und viele stellen die Frage, ob die Menschen früh genug vor der Flut gewarnt wurden.

+++ ARD-Benefiz-Tag zur Hochwasser-Katastrophe am Freitag +++
11:45 Uhr

Die ARD will am Freitag von 7 Uhr morgens bis Mitternacht ein Zeichen für Zusammenhalt in Deutschland setzen. Der ARD-Benefiz-Tag ende abends in eine Live-Sendung aus Köln und Leipzig um 20:15 Uhr im Ersten, den auch das SWR Fernsehen übernimmt.

+++ Finanzielles Ausmaß der Flut laut Ahnen noch unklar +++
11:30 Uhr

Das finanzielle Ausmaß der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz ist nach den Worten von Finanzministerin Doris Ahnen (SPD) noch unklar. "Sicher ist, die sichtbaren Schäden gehen schon jetzt in die Milliardenhöhe", sagte Ahnen in einer Sondersitzung von drei Fachausschüssen des Landtags in Mainz. Ob die Katastrophe einen Nachtragshaushalt für 2021 erforderlich mache, sei noch nicht abzusehen. "Schon jetzt ist klar, dass die Katastrophe den Landeshaushalt auf Jahre hinaus belasten und beschäftigen wird."

+++ Über 8,5 Millionen private Spenden +++
11:15 Uhr

Auf dem Spendenkonto der rheinland-pfälzischen Landesregierung für die Flutopfer sind seit gestern erneut mehr als eine Million Euro eingegangen. Das sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) bei einer Sondersitzung des Landtags. Inzwischen sind auf dem Konto mehr als 8,5 Millionen Euro private Spenden zusammengekommen. Auch die Hilfsbereitschaft der Menschen sei überwältigend, so Dreyer. Auf der Online-Plattform für Hilfsangebote nach der Flutkatastrophe seien bereits rund 730 Hilfsangebote eingestellt worden.

+++ Lebenshilfe-Wohnheim in Sinzig: Staatsanwaltschaft prüft Strafverhalten +++
11:00 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat ein sogenanntes Prüfverfahren wegen der Todesfälle im Lebenshilfe-Wohnheim in Sinzig eingeleitet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird derzeit geprüft, ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt. Wenn dies zutreffen sollte, dann müsse geschaut werden, wem dies zur Last gelegt werden kann. Bei der Hochwasserkatastrophe sind in der Einrichtung für Menschen mit Behinderung der Lebenshilfe in Sinzig zwölf Bewohner durch die Fluten gestorben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft werden derzeit die Leichname identifiziert. Eine Obduktion werde nur dann durchgeführt, wenn es Hinweise auf ein Fremdverschulden gebe oder andere Auffälligkeiten vorliegen würden. Das entsprechende Prüfverfahren dauere noch an – aktuell könne die Staatsanwaltschaft noch nicht abschätzen, wann mit einem Ergebnis zu rechnen sei.

+++ Mittlerweile 128 Menschen tot geborgen +++
11:00 Uhr

Im Hochwasser-Katastrophengebiet im Norden von Rheinland-Pfalz sind bisher 128 Menschen tot geborgen worden. Das teilte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) in einer Sondersitzung des Landtags mit. "Wir müssen von der schrecklichen Annahme ausgehen, dass diese Zahl noch steigen wird." Die Menschen im Katastrophengebiet seien an Leib und Seele verletzt. Dreyer sagte, die Katastrophe werde das Land lange prägen.

+++ 330 Menschen mit Hubschraubern gerettet +++
11:00 Uhr

Nach der Sturzflut an der Ahr haben Einsatzkräfte etwa 330 Menschen mit Hubschraubern von Dächern und Bäumen gerettet. Insgesamt seien bis zu 36 Hubschrauber im Einsatz gewesen, sagte der Innenminister Roger Lewentz (SPD) in einer Sondersitzung des Landtags in Mainz. Zurzeit seien im Kreis Ahrweiler 3.500 Kräfte des Katastrophenschutzes, 1.050 Polizisten und 853 Soldaten im Einsatz. Die Rettungs- und Evakuierungsmaßnahmen dauerten noch an. Lewentz zeigte sich besorgt, dass der für das Wochenende angekündigte Regen die Situation zusätzlich erschweren könnte.

+++ Sieben Zugstrecken müssen erneuert werden +++
10:45 Uhr

Nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen muss die Deutsche Bahn sieben Strecken komplett neu bauen oder sanieren. Das sagte eine Bahn-Sprecherin im Deutschlandfunk. Wann die beschädigten Strecken wieder sicher befahrbar sein werden, könne sie nicht abschätzen. Insgesamt sind bei der Flutkatastrophe nach Angaben der Bahn 600 Kilometer Schiene zerstört und 80 Bahnhöfe teilweise schwer beschädigt worden.

+++ Toter Mann am Ufer der Prüm gefunden +++
10:30 Uhr

Ein unbekannter Mann ist gestern im Uferbereich der Prüm (Eifelkreis Bitburg-Prüm) tot aufgefunden worden. Laut Polizei handelt es sich wahrscheinlich um einen vermissten 71-jährigen Mann aus Nordrhein-Westfalen. Die Leiche werde nun identifiziert. Der Mann war vergangene Woche zu einem Campingplatz in Prüm gefahren, um nach seinem Wohnwagen zu schauen. Seitdem gilt er als vermisst. Sollte in den kommenden Tagen bestätigt werden, dass es sich um den 71-Jährigen handelt, wäre es der erste Tote der Hochwasser-Katastrophe in der Region Trier.

+++ Schuster räumt Fehler im Katastrophenwarnsystem ein +++
10:15 Uhr

Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Armin Schuster (CDU) hat nun doch Fehler bei der Warnung der Bevölkerung vor der Hochwasser-Katastrophe eingeräumt. Bei der Warnung der Menschen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen habe es Probleme gegeben, sagte Schuster im ARD-Morgenmagazin. Wenn er das Leid der Menschen sehe, könne er sich nicht hinstellen und so tun als sei es optimal gelaufen. Beim Thema Warnung spielten unglaublich viele eine Rolle, die in einer Meldekette seien. Man habe sich bewusst für ein System entschieden, bei dem die Verantwortlichen vor Ort Warnungen auslösen müssten. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz würde diese dann verbreiten. Das sei auch passiert: So sei unter anderem über Apps und Fernseh-Rundfunkanstalten gewarnt worden. Schuster kündigte aber an, dass zukünftig auch wieder verstärkt über Sirenen gewarnt werden solle. Er sei sich zudem fast sicher, dass das sogenannte Cell-Broadcasting eingeführt werde. Mit der Technik kann eine Art Warn-SMS an alle Telefone in einem bestimmten Bereich geschickt werden.

+++ Region Trier wirbt trotz Flutschäden um Touristen +++
10:00 Uhr

Von der Hochwasserkatastrophe sind die meisten touristischen Ziele in der Region Trier verschont geblieben oder mittlerweile aufgeräumt und geöffnet. Das teilte die Eifel Tourismus GmbH mit. Urlaub sei im rheinland-pfälzischen Teil der Eifel nahezu uneingeschränkt möglich. Die meisten Wander- und Radwege seien nutzbar, nur vereinzelt gebe es Einschränkungen, weil etwa Brücken zerstört wurden. Hier sollen bis Anfang nächster Woche Umgehungen eingerichtet werden. Nur wenige Gastbetriebe seien vom Hochwasser betroffen. In diesem Fall würden den Gästen, die schon gebucht haben, Alternativen angeboten.Von der Flut sind auch Orte der Region Trier betroffen, vor allem der Trierer Vorort Ehrang.

+++ Wer muss trotz der Schäden zur Arbeit? +++
9:45 Uhr

Das Haus liegt in Trümmern, der Zug fährt nicht, die Straßen sind nicht befahrbar - es gibt klare Regelungen im Arbeitsrecht, wer jetzt trotzdem zur Arbeit muss und wer nicht.

+++ Förderprogramm für Trink- und Abwasser +++
7:00 Uhr

Rheinland-Pfalz hat ein Sonderförderprogramm für die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung im Katastrophengebiet aufgelegt. Damit könnten Kommunen in den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Regionen sofort mit dem Wiederaufbau beginnen, teilte das Klimaschutzministerium mit. Kosten entsprechender Investitionen könnten vom Land übernommen werden, das dafür 20 Millionen Euro bereitstelle. Für das Sonderförderprogramm gelte bis Ende des Jahres ein vereinfachtes Antragsverfahren, sagte Klimaschutzministerin Anne Spiegel (Grüne).

+++ DIHK rechnet mit Milliardenschäden für Unternehmen +++
4:30 Uhr

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet angesichts der Flutkatastrophe mit massiven Schäden bei Unternehmen. DIHK-Präsident Peter Adrian sagte, zwar sei es derzeit noch schwierig, eine genaue Summe zu nennen. "Was man sagen kann: Der Schaden geht insgesamt sicher in die Milliarden." Viele Unternehmer stünden vor den Trümmern ihres Lebenswerks, sagte Adrian, der in Trier wohnt. Er selbst habe sich das in mehreren Regionen angeschaut. Der Wiederaufbau werde eine Riesenaufgabe. Ein Problem sei auch hier der Mangel an Fachleuten. "Aktuell brauchen wir vor Ort zum Beispiel viele Elektriker, so viele gibt es aber gar nicht." Adrian sprach sich für unbürokratische Hilfen aus. Ein kleiner Mittelständler, der vor seinem zerstörten Betrieb stehe, könne nicht noch zehn Formulare ausfüllen.

+++ Landtagsausschüsse beraten über Flutfolgen +++
4:00 Uhr

Drei Fachausschüsse des rheinland-pfälzischen Landtags kommen am Vormittag zu einer gemeinsamen Sondersitzung zusammen. Einziger Tagesordnungspunkt ist die Hochwasserkatastrophe. Die Beratungen wurden auf Antrag aller Fraktionen mit Ausnahme der AfD angesetzt, mit den Mitgliedern der Ausschüsse für Inneres, Klima und Finanzen. Themen sollen die aktuelle Lage, die Katastrophenhilfe, finanzielle Hilfen und Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser und Starkregen sein.

+++ DRK zieht erste Bilanz +++
3:45 Uhr

Nach der Unwetterkatastrophe im Ahrtal will das Deutsche Rote Kreuz heute eine erste Bilanz des bisherigen Einsatzes ziehen. DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt besucht in Bad Neuenahr-Ahrweiler eine ambulante Arztpraxis des DRK. Sie will sich auch dazu äußern, wie gut Deutschland auf solche Katastrophen vorbereitet ist. Kürzlich hatte Hasselfeldt bereits eine bessere Prävention gefordert und darauf verwiesen, dass Wetterextreme in den nächsten Jahren zunehmen werden.

+++ Bundesländer unterstützen Aufbauhilfe +++
2:15 Uhr

Mehrere Bundesländer haben ihre Bereitschaft signalisiert, die geplante Aufbauhilfe für die Hochwassergebiete finanziell zu unterstützen. Aus Sachsen-Anhalt und Sachsen hieß es, man werde sich solidarisch an den finanziellen Herausforderungen beteiligen. Die Ministerpräsidenten Reiner Haseloff und Michael Kretschmer (beide CDU) verwiesen auf Hilfen, die ihre Ländern nach der Flut 2013 erhalten hatten. Auch Bremen und Thüringen zeigten sich bereit, den Wiederaufbau in West- und Süddeutschland zu unterstützen. Hessen verwies nach einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland darauf, dass die Finanzlage der Länder wegen Corona bereits angespannt sei.

+++ Bundeswehr-Aufklärungsflug über dem Ahrtal +++
1:30 Uhr

Die Bundeswehr fliegt am Donnerstagmorgen mit einem Airbus tief über das Ahrtal. Mit Hilfe von Wärme- und Infrarotkameras soll der Aufklärungsflug neue Erkenntnisse und Daten über das Flussbett nach dem Hochwasser liefern. Es handle sich um ein Open-Skies-Beobachtungsflugzeug, so die Bundeswehr. Die Luftwaffe war bereits am Mittwoch mit einem Tornado über der Katastrophenregion unterwegs. Die hochauflösenden Aufnahmen sollen nach Angaben des Ministeriums helfen, Schäden besser zu erkennen und festzustellen, wo noch Hilfe nötig ist. Pioniere der Bundeswehr, die am Boden eingesetzt sind, hatten die Unterstützung angefragt.

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SWR