Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) errichten eine Behelfsbrücke für die Ahr, die schon in wenigen Tagen eine Brücke, die an gleicher Stelle vom Hochwasser total zerstört wurde, ersetzen soll.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Thomas Frey)

Starkregen und Überschwemmungen

Hochwasser-Live-Blog in RLP: Entwicklungen bis zum 25. Juli im Überblick

STAND

Nach der Hochwasserkatastrophe vor allem im Norden des Landes wird das ganze Ausmaß deutlich. Die Zahl der Toten steigt und viele Menschen werden weiter vermisst.

Sonntag (25. Juli)

+++ Jungwinzer aus ganz Rheinland-Pfalz im Ahrtal +++
21:00 Uhr

Bei der Flutkatastrophe im Ahrtal hat es nicht nur die Ortschaften getroffen, auch viele Weinberge sind von den Wassermassen verwüstet worden. Jungwinzer aus Rheinhessen, der Pfalz und von der Mittelmosel unterstützen ihre Kollegen aus dem Ahrtal tatkräftig bei den Aufräumarbeiten.

+++ THW errichtet Behelfsbrücke über die Ahr +++
20:30 Uhr

Die Flut hat vielerorts Straßen und Brücken zerstört - so auch die Landgrafenbrücke in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das Technische Hilfswerk errichtet nun binnen einer Woche Ersatz - eine sogenannte Delta-Behelfsbrücke. Sie wird zweispurig befahrbar und sogar für den Schwerverkehr geeignet sein.

+++ Kein neuer Regen, aber jede Menge Müll +++
18:45 Uhr

132 Tote, noch 149 Vermisste - die aktuellen Zahlen nach der Flut. Ein wenig konnte das Ahrtal aufatmen, es gab keinen neuen Starkregen. Aber in den Straßen türmt sich der Müll.

+++ Aufräumen nach der Flut - SWR-Reporter Frederik Merx berichtet +++
18:30 Uhr

In den Hochwasserregionen sind die Aufräumarbeiten in vollem Gange. Tonnenweise wird Müll entsorgt. Auch zerstörte Straßen und Brücken müssen zumindest provisorisch instand gesetzt werden. SWR-Reporter Frederik Merx hat sich vor Ort im Kreis Ahrweiler umgesehen.

+++ Schuld: Arbeiten an Hangsicherung für heute eingestellt +++
18:15 Uhr

Die Arbeiten an der Hangsicherung in Schuld sind für heute eingestellt. Die Bundeswehr wird an anderer Stelle gebraucht: Ein Auto treibt wohl bei Insul in der Ahr. Das Fundament ist mit Steinen gelegt. Die Sandsäcke sollen am Montagmorgen gestapelt werden.

+++ Schuld: Hangsicherung durch Bundeswehr, THW, Feuerwehr +++
17:15 Uhr

In Schuld (Kreis Ahrweiler) sorgen sich die Einsatzkräfte um einen Hang: Das Haus, das sich am Rand des Hangs befindet, droht abzurutschen, weil einige Meter tiefer die Stützmauer durch das Hochwasser komplett weggebrochen ist. Deswegen sind Bundeswehr, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk im Einsatz, unter anderem mit einem Panzer, um den Hang zu sichern: "Wir versuchen der Ahr nicht die Möglichkeit zu geben, den Hang weiter abzufressen", sagte Andreas Solheid, Pressesprecher der Feuerwehren der Verbandsgemeinde Adenau, dem SWR.

Die Bundeswehr habe in der Nacht zu Sonntag einen Alarmanruf von den THW-Helfern bekommen, berichtet Michael Hilbig, Stabsfeldwebel aus Minden (NRW). "Wir versuchen jetzt, hier mit dem Pionierpanzer Dachs ein neues Fundament aufzubauen." Die Zusammenarbeit unter den Einsatzkräften funktioniere gut: "Wir sorgen immer dafür, dass das richtige Material zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist." Das Technische Hilfswerk ist bei der Aktion für die permanente Vermessung zuständig, um die anderen Einsatzkräfte im Falle eines eventuellen Risses im Fundament zu warnen, damit die Einsatzstelle schnell geräumt werden könne. Die Lage wird über die nächsten Stunden beobachtet, der Hang dabei durchs THW überwacht.

+++ Hochbetrieb im Abfallwirtschaftszentrum Niederzissen +++
17:00 Uhr

Im Hochwasser-Katastrophengebiet an der Ahr wird seit heute tonnenweise Unrat abtransportiert. Im Abfallwirtschaftszentrum Niederzissen herrscht daher Hochbetrieb. Ab 7 Uhr morgens rollen hier Tieflader an - mit Schrott und Sperrabfall aus den Hochwassergebieten. Rund 26.000 Tonnen wurden allein hier in den letzten elf Tagen angeliefert. Ein Teil konnte bundesweit weiterverteilt werden. Gut 21.000 Tonnen lagern noch - vor allem unbrauchbare Elektrogeräte und sonstiger demolierter Hausrat.

+++ Kreis Ahrweiler: Bisher 2,5 Mio. Euro an Soforthilfen ausgezahlt +++

Auf das Spendenkonto der Verwaltung des Landkreises Ahrweiler sind bislang mehr als zwölf Millionen Euro für die Opfer der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz eingegangen. Das teilte Landrat Jürgen Pföhler (CDU) mit. Durch die große Spendenbereitschaft der Bevölkerung habe man bereits in den ersten Tagen rund 2,5 Millionen Euro direkt auszahlen können. Pro Haushalt würden zwischen 1.000 und 2.000 Euro als Soforthilfe für lebensnotwendige Besorgungen bereitgestellt.

+++ Aktion "Flutwein" zum Wiederaufbau der Weinregion an der Ahr +++
16:15 Uhr

Von der Flutkatastrophe betroffene Gastronomen haben zusammen mit dem Verein Ahrwein die Kampagne "Flutwein" gestartet. Ziel ist es nach Angaben der Initiatoren, durch den Verkauf von geretteten Weinen den Wiederaufbau der Weinregion zu unterstützen. Die Weinflaschen stammen von verschiedenen Winzern entlang der Ahr und sind voller Schlamm. Nach Angaben des Weinbauverbands Ahr hat die Flut die meisten der 65 Haupterwerbswinzer in Existenznot gebracht.

+++ Lewentz: Grundlegende Überprüfung des Katastrophenschutzes +++
13:45 Uhr

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) hat eine "grundlegende Überprüfung des Katastrophenschutzes" angekündigt. Das gesamte System komme " auf den Prüfstand", sagte er der Rhein-Zeitung. Dies reiche von Warn- und Alarmierungssystemen bis hin zur technischen Ausstattung mit sicheren Funksystemen etwa für den Fall, dass - wie an der Ahr geschehen - Erdkabel von Fluten weggerissen würden. Zudem soll es möglichst ein länderübergreifendes Katastrophenschutzzentrum unter permanenter Beteiligung der Länder geben. Dadurch habe man etwa sofortigen Zugriff in alle Länder. Auch die Lagebeurteilung im Katastrophenfall könne dort überprüft werden.

+++ Katastrophenschutz rät allen Helfern zu Tetanus-Impfung +++
13 Uhr

Der rheinland-pfälzische Katastrophenschutz hat alle Helfer im Krisengebiet gemahnt, auf einen ausreichenden Impfschutz gegen Tetanus und/oder Hepatitis-A und Hepatitis-B zu achten. Das Einsatzgebiet sei nicht sauber und hygienisch sehr kritisch, hieß es. Um sich selbst zu schützen, seien diese Impfungen wichtig.

+++ Aufräumarbeiten in Bad Neuenahr-Ahrweiler laufen auf Hochtouren +++
12:45 Uhr

Ein neues Unwetter ist in der Nacht zum Sonntag in der Krisenregion ausgeblieben. Die Aufräumarbeiten in Bad Neuenahr-Ahrweiler laufen weiter auf Hochtouren. SWR-Reporter Thorsten Christes hat sich vor Ort ein Bild von der Lage gemacht.

+++ 1.200 Bundeswehrsoldaten unterstützen zivile Hilfskräfte +++
11:15 Uhr

Nach eigenen Angaben unterstützen derzeit 1.200 Bundeswehrsoldaten die zivilen Hilfskräfte bei den Aufräumarbeiten in den Krisenregionen in Rheinland-Pfalz. "Wir bleiben, solange wir gebraucht werden," so das Versprechen. Dabei kommt schweres Gerät der Bundeswehr zum Einsatz.

+++ THW startet heute mit Bau von Behelfsbrücke +++
10:45 Uhr

In Bad Neuenahr-Ahrweiler beginnt das Technische Hilfswerk (THW) heute mit dem Bau einer Behelfsbrücke. Die Brücke soll die stark beschädigte Landgrafenbrücke ersetzen, die eine wichtige Verbindung im Stadtgebiet ist. Die Teile für die Ersatzbrücke wurden mit 18 Sattelschleppern geliefert. Die Ersatzbrücke wird über 80 Meter lang und wiegt 175 Tonnen. Sie soll Ende Juli fertig errichtet sein.

+++ Shuttle-Service nur für Helfer ab Grafschaft +++
10:30 Uhr

Für Helfer im Krisengebiet werden nach einer Entscheidung des Krisenstabs Ahr auch heute Shuttlebusse eingesetzt. Allerdings verkehren die Busse den Angaben zufolge nur zwischen Grafschaft (Haribo) und Bad Neuenahr-Ahrweiler. Sie sollen in recht dichtem Takt fahren. Alle anderen Orte an der Ahr werden nicht angefahren.

Der Shuttle-Service fährt! Die Busse 🚌pendeln regelmäßig. https://t.co/FEVCgBwGdb

+++ Region Trier: Keine großen Einsätze wegen Überflutung +++
7:00 Uhr

Auch in der Region Trier ist die Lage in der Nacht ruhig geblieben. Das berichtete die integrierte Feuerwehrleitstelle in Trier auf SWR-Anfrage. In der Region habe es keine großen Einsätze wegen Überflutung oder voll gelaufener Keller wegen Regenfällen gegeben. Auch die Flüsse in der Region Trier verzeichneten keinen nennenswerten Pegelanstieg, so die Feuerwehr.

Kein Starkregen an der Ahr Hochwasser-Krisenregion bleibt weiter von neuen Regenfällen verschont

Erleichterung in den Hochwassergebieten: Das vom Unwetter verwüstete Ahrtal in Rheinland-Pfalz ist in der Nacht zu Montag von neuen starken Regenfällen verschont geblieben.

+++ Ahrtal: Keine neuen Überschwemmungen in der Nacht +++
6:00 Uhr

Im Hochwasser-Katastrophengebiet im Ahrtal ist der befürchtete Starkregen bisher ausgeblieben. Die Nacht blieb trocken. Die Lage sei ruhig gewesen, erklärte das Polizeipräsidium Koblenz am frühen Morgen. Alle Pegelstände seien auf Normalniveau. Neue Überschwemmungen habe es zum Glück nicht gegeben. Für heute rechnet der Deutsche Wetterdienst allerdings erneut mit Regen und Gewittern.

+++ Mehr als 31 Millionen bei Benefizsendung gesammelt +++
3:30 Uhr

Große Spendenbereitschaft bei Sat.1-Zuschauenden: Bei der Benefizsendung "Deutschland hilft - Die Sat.1-Spendengala" sind am Samstagabend 31.155.430 Euro Spenden für Betroffene der Unwetterkatastrophe eingegangen. Die Show lief in Kooperation mit dem Bündnis deutscher Hilfsorganisationen "Aktion Deutschland Hilft". Schon bei der ARD-Benefizgala unter dem Motto "Wir halten zusammen!" waren am Donnerstag mehr als 6,5 Millionen Euro zusammen gekommen. Weitere zehn Millionen wurden beim gemeinsamen Spendentag mit der "Aktion Deutschland hilft" gesammelt.

+++ EU bietet Wiederaufbauhilfen nach Flutkatastrophe an +++
3:00 Uhr

Die EU-Kommission bietet Deutschland Finanzhilfen zur Bewältigung der Flutkatastrophe an. Für die Wiederaufbauphase habe die EU "eine Reihe von Instrumenten zur Verfügung, um die Mitgliedstaaten zu unterstützen", sagte der zuständige EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz, Janez Lenarcic, der Zeitung "Welt am Sonntag". Konkret nannte er den EU-Solidaritätsfonds. "Auf Antrag eines Mitgliedslandes und nach Bewertung durch die EU-Kommission kann der EU-Solidaritätsfonds einen Teil der Kosten übernehmen, die den Behörden bei Notfalleinsätzen und beim Wiederaufbau entstehen", so Lenarcic. "Das steht natürlich auch für Deutschland zur Prüfung offen", sagte der slowenische EU-Kommissar.

Hochwasser-Blog zum Nachlesen (Samstag, 24. Juli)

Samstag (24. Juli)

+++ SWR Extra am Samstag +++
21:00 Uhr

In den Katastrophengebieten im Norden von Rheinland-Pfalz werden neue Unwetter erwartet. Probleme gibt es auch mit den zahlreichen Helfern. Diese sind zwar hochwillkommen, ihre Autos versperren aber die Straßen.

+++ Ahrtal: Wetterlage könnte sich am Sonntagmorgen verschärfen +++
20:30 Uhr

Mit Sorge schaut man im Ahrtal auf den Wetterbericht. Fast stündlich sei die Einsatzleitung in Kontakt mit den Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes. Ab Sonntagmorgen gegen 6:00 Uhr könne sich die Wetterlage aber noch verschärfen.

+++ THW-Vizepräsidentin: Müll und Steine gegen Helfer +++
20:15 Uhr

Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks sind in den Flutgebieten mitunter unfreundlich empfangen worden. Dabei flogen auch Müll und Steine in Richtung der Helfer. Das hat THW-Vizepräsidentin Sabine Lackner dem SWR im Interview bestätigt.

+++ Klavier sorgt für Gänsehautmomente im Matsch +++
18:00 Uhr

Ein Klavier, das in einer Wohnung in Ahrweiler 50 Zentimeter im Wasser stand, sollte eigentlich entsorgt werden. Doch ein Mann stellte sich einfach an das Instrument am Straßenrand und fing an zu spielen. Weil er viele Nachahmer fand und die Musik den Anwohnerinnen und Anwohnern Trost und Freude spendet, soll es nun so lange bespielt werden, bis der letzte Dreck aus den Straßen entfernt ist:

+++ Schon zwei Millionen Euro Soforthilfe an der Ahr ausgezahlt +++
17:45 Uhr

In den vergangenen Tagen hat die Kreisverwaltung Ahrweiler bereits zwei Millionen Euro Soforthilfe für Betroffene der Flutkatastrope ausgezahlt. Das teilte Landrat Jürgen Pföhler (CDU) mit. "Seit Donnerstag sind mehrere tausend Anträge auf Soforthilfe bei uns eingegangen, von denen bereits 2.000 bewilligt worden sind", so Pföhler.

+++ Westnetz: Anwohner sollen Stromanlagen in Häusern prüfen lassen +++
17:40 Uhr

Der Verteilnetzbetreiber Westnetz bittet die Anwohner im Hochwassergebiet, einen Elektroinstallateur zu kontaktieren, bevor sie ihren Strom wieder einschalten. Um die Versorgungsleitung wieder in Betrieb nehmen zu können, müssten die elektrischen Anlagen in jedem Gebäude zunächst geprüft werden. Ansonsten könne im schlimmsten Fall die gesamte Straße nicht zugeschaltet werden. Durch die fehlende Stromversorgung seien außerdem die Türklingeln oft ohne Funktion. Das mache es den Mitarbeitern von Westnetz schwer, alle Hausbewohner zu erreichen. Der Betreiber bittet die Bewohner deshalb, eine Telefonnummer an der Haustür zu hinterlegen.

+++ Polizei kämpft im Ahrtal mit chaotischen Verkehrsverhältnissen +++
17:00 Uhr

Im Ahrtal regnet es wieder. Die Polizei in der Hochwasserregion hat es aber vor allem mit chaotischen Verkehrsverhältnissen zu tun. Auf den wenigen befahrbaren Straßen stauen sich Fahrzeuge kilometerlang. SWR-Reporterin Alexandra Dietz war vor Ort.

+++ Die Lage in den Katastrophengebieten +++
15:30 Uhr

Gut eine Woche nach der Hochwasserkatastrophe im Norden von Rheinland-Pfalz laufen die Aufräumarbeiten auf vollen Touren. Über den Stand der Dinge an der Sauer hat sich SWR-Reporterin Claudia Krell ein Bild gemacht:

+++ "Querdenker"-Anlaufstelle: Helfer müssen Schule räumen +++
15:00 Uhr

Das von Ehrenamtlichen betriebene Versorgungszentrum in der Aloisiusschule in Bad Neuenahr-Ahrweiler soll nach SWR-Informationen an den Schulbetreiber zurück übergeben werden. Laut Stadtverwaltung soll die Schule rechtzeitig zum Schulbeginn renoviert werden. Die Schule war zwischenzeitlich zu einer Anlaufstelle für Aktivisten aus dem Querdenken-Umfeld geworden. Recherchen zufolge hatten sich kurz nach der Flutkatastrophe Aktivisten aus dem Umfeld der sogenannten Querdenken-Bewegung unter die Helfer gemischt. So hatte ein führender Organisator in der Schule mehrfach auf Corona-Demonstrationen gesprochen und Masken und Coronatests für Kinder als gesundheitsgefährdend bezeichnet. Die Behörden hatten bereits am Mittwoch ein geplantes Familienzentrum in der Grundschule verhindert, das ein Verein betreiben wollte, der der Querdenker-Szene zugerechnet wird. Das Gebäude wurde allerdings weiter von ehrenamtlichen Helfern als Lager für Hygieneartikel, Lebensmittel und Kleider genutzt. Die Ankündigung des Schulträgers sorgte bei den ehrenamtlichen Helfern wie auch Anwohnern vor Ort für Unmut.

+++ Kreis Ahrweiler warnt per Lautsprecherdurchsage +++
12:30 Uhr

Im Kreis Ahrweiler warnen die Behörden Anwohner sowie Helferinnen und Helfer per Lautsprecherdurchsage vor weiteren Regenfällen. Betroffene sollen sich in Sicherheit bringen.

+++ Behörden rufen freiwillige Helfer auf, Krisengebiet zu verlassen +++
13:00 Uhr

Die Katastrophenschutzbehörde von Rheinland-Pfalz fordert freiwillige Helferinnen und Helfer auf, das Krisengebiet vorerst nicht mehr aufzusuchen oder es zu verlassen. In einer Mitteilung heißt es, "aufgrund der starken Niederschläge, der zerstörten Infrastruktur und der extrem unübersichtlichen Verkehrssituation fordern wir alle anreisenden Helferinnen und Helfer auf, das Krisengebiet Ahr in den nächsten Tagen nicht aufzusuchen". Es werden den Angaben nach Shuttle-Busse eingesetzt, die die Helfer zurückbringen. Nur so sei die Durchführung koordinierter Hilfeleistungen möglich.

Die freiwilligen Helfer sollen das #HochwasserAhr Gebiet mit den Shuttle-Bussen verlassen. Nur so ist koordinierte Hilfe möglich!!!! Reisen Sie auch nicht an, die Verkehrssituation ist extrem unübersichtlich! Vielen Dank für das Verständnis.

+++ Menschen an der Ahr warten auf den Regen +++
11:45 Uhr

Noch sind die Aufräumarbeiten entlang der Ahr in vollem Gange. Doch für den Abend ist neuer Regen angekündigt - auch für den Ort Schuld. Dort räumen die Bewohner und Helfer trotzdem weiter und blicken angespannt in den Himmel:

+++ Tierheim Remagen koordiniert Suche nach vermissten Tieren +++
11:45 Uhr

Nach der Hochwasserkatastrophe im Kreis Ahrweiler vermissen viele Menschen ihre Haustiere. Im Kreis koordiniert der Tierschutzverein in Remagen jetzt die Anfragen für vermisste oder gefundene Tiere. Die Lage vor Ort sei noch unübersichtlich, sagte die Leiterin des Neuwieder Tierheims dem SWR. Durch das Hochwasser seien viele Tiere geflohen oder von den Fluten mitgerissen worden. Das Hauptproblem sei, dass viele Helfer gefundene Tiere zunächst bei sich behielten und Fundmeldungen über viele soziale Medien schrieben. Anfragen von Tierbesitzern könnten so kaum bearbeitet werden. Darum appelliert die Tierheimleiterin an alle, sich an das Tierheim in Remagen als zentrale Anlaufstelle oder an Polizeibeamte vor Ort zu wenden.

+++ Bauamt Ahrweiler schaltet Hotline für Betroffene +++
11:30 Uhr

Das Bauamt der Kreisverwaltung Ahrweiler hat eine Hotline eingerichtet, bei der sich Bürgerinnen und Bürger im Katastrophengebiet im Landkreis Ahrweiler melden können, wenn sie eine statische Überprüfung eines Gebäudes benötigen. Wie die Kreisverwaltung heute mitteilte, ist die Hotline am Samstag von 9 bis 15 Uhr und montags bis freitags von 8 Uhr bis 16 Uhr unter 02641/975 363 zu erreichen. Mobile Einsatzteams aus Statikern würden dann nach Verfügbarkeit die gemeldeten Gebäude begutachten.

+++ Landkreis Mayen-Koblenz ruft zu Vorbereitung auf Starkregen auf +++
11:15 Uhr

Der Kreis Mayen-Koblenz ruft seine Bürgerinnen und Bürger auf, für eventuelle Starkregenfälle am Wochenende Vorsorge zu treffen. Da viele Hilfskräfte noch im Einsatz seien, sei es wichtig, dass jeder selbst vorbeugende Maßnahmen ergreife. Dazu gehöre unter anderem, Abflüsse zu kontrollieren, Dachrinnen von Laub und Schmutz zu befreien oder Garagen, Keller und Zufahrten vor Wassereinbruch zu schützen. Gullys solle man kontrollieren, Zu- und Abläufe freihalten. Der Kreis rät dazu, Autos rechtzeitig aus gefährdeten Gebieten weg- und nicht durch überflutete Straßen zu fahren. Uferbereiche seien zu meiden. Fenster, Türen und Abflüsse solle man abdichten und in gefährdeten Räumen elektrische Geräte und Heizungen oder den Strom komplett abschalten. Keller oder Tiefgaragen seien bei Hochwasser potenziell lebensgefährlich. Der Kreis appelliert, die aktuellen Wetter- und Warnmeldungen über Warn-Apps, Rundfunk oder Internet zu verfolgen. Im Notfall solle man den Notruf wählen und Betroffenen helfen, ohne sich selbst zu gefährden.

Aktuelle Unwetterwarnungen des DWD Von Worms bis Speyer am Vormittag noch Starkregen möglich

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt für Rheinland-Pfalz vor starken Gewittern.

+++ Verkehrschaos problematisch für Müllentsorgung +++
10:45 Uhr

Das Verkehrschaos im Kreis Ahrweiler bringt noch ein weiteres Problem mit sich: Heute soll der Müll aus den Orten an der Ahr abgefahren werden - das sei aber oft nicht möglich, da die Fahrzeuge der Müllabfuhr laut Polizei nicht durchkommen. Weil für den Abend und die kommende Nacht weitere und örtlich teilweise starke Regenfälle vorhergesagt worden sind wird befürchtet, dass der Müll an den Straßenrändern und in Ufernähe weggeschwemmt werden könnte und möglicherweise die Kanalisation verstopft.

+++ Staus im Kreis Ahrweiler Problem für Einsatzkräfte +++
10:30 Uhr

Im Kreis Ahrweiler herrscht seit dem Morgen ein Verkehrschaos. Nach Polizeiangaben kommen zu viele private Helfer mit dem eigenen Auto. Alle Zufahrten seien verstopft und es gebe lange Staus, hieß es. Das behindere auch die Hilfsmaßnahmen im Ahrtal, sagte die Polizei dem SWR: Auf den wenigen noch intakten Straßen kämen die Hilfs- und Rettungskräfte kaum durch. Die Polizei ruft dazu auf, Shuttlebusse ins Krisengbiet zu nutzen.

🚨Wir können es nicht oft genug sagen🚨 Wenn ihr im #Katastrophengebiet helfen wollt, nutzt die Shuttle-Busse: 🚌Haltestellen Innovationspark Rheinland bei HARIBO Industriegebiet Gelsdorf Gewerbegebiet im Broel, Adenau, PPL Aldi Mitfahrerparkplatz Wehr, A61 Zentralplatz Koblenz https://t.co/zAJefPsrTd

+++ Katastrophenschutz informiert mit Flyern über Notunterkunft +++
9:00 Uhr

Der Katastrophenschutz informiert die Bürger des Ahrgebiets wegen der heute vorausgesagten Unwetter über eine Notunterkunft. In möglicherweise betroffenen Orten wird ein Flyer verteilt. Stärker betroffen von dem Starkregen sind demnach die Ortschaften Schuld, Insul und Dümpelfeld. Auch in der Stadt Bad Neuenahr und der Ortsgemeinde Müsch könnte es zu überfluteten Straßen kommen. Eine akute Hochwassergefahr für die Ahr besteht aber nicht, ist in dem Flyer zu lesen. Durch zerstörte Kanalisationen könnten aber örtlich Keller volllaufen. Am Sportplatz in Leimersdorf der Verbandsgemeinde Grafschaft wird heute ab 10 Uhr eine Notunterkunft angeboten. Diese Unterkunft stehe auch in den nächsten Tagen zur Verfügung, hieß es. Shuttlebusse sind im Einsatz. Die Notunterkunft ist kostenlos.

+++ Mehr als 30.000 Tonnen Müll in der Region Trier eingesammelt +++
8:45 Uhr

Der Zweckverband Abfallwirtschaft Trier hat aus den vom Hochwasser betroffenen Gebieten inzwischen mehr als 30.000 Tonnen Müll und Schutt abtransportiert. Das hat eine Sprecherin auf SWR-Anfrage mitgeteilt. Bei dem Müll handele es sich hauptsächlich um zerstörte Möbel, Schutt und Schlamm. Den Angaben zufolge ist der Müll mit Heizöl und Fäkalien aus den beschädigten Abwasserkanälen und Kläranlagen verschmutzt und muss darum in einer speziellen Deponie gelagert werden.

+++ Tausende Schadensmeldungen bei Versicherungen eingegangen +++
7:45 Uhr

Bei dem Koblenzer Privatversicherer Debeka sind nach der Hochwasser-Katastrophe im Kreis Ahrweiler und in NRW bislang etwa 1.300 Schadensmeldungen zu Wohnungen oder Häusern eingegangen. Das hat ein Unternehmenssprecher auf SWR-Anfrage mitgeteilt. In Bad Neuenahr-Ahrweiler sei ein Debeka-Vertreter mit einem Gutachter unterwegs um Gebäudeschäden aufzunehmen. Die Versicherung Huk-Coburg hat nach Angaben einer Sprecherin bislang circa 11.700 Schadensmeldungen zu Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen bekommen. Etwa 6.800 Schadensmeldungen entfielen auf KfZ-Versicherungen. Hausbesitzer, die keine Elementarversicherung gegen Hochwasser- und Überschwemmungen haben, sind nicht abgesichert. Laut dem Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft sind bundesweit zwar fast alle Wohngebäude gegen Sturm und Hagel abgesichert, doch weniger als die Hälfte auch gegen Hochwasser und Überschwemmung.

+++ Impfbus aus Alzey am Nürburgring +++
7:30 Uhr

Gut 20 Helferinnen und Helfer aus dem Kreis Alzey-Worms impfen am Wochenende Opfer der Hochwasser-Katastrophe im nördlichen Rheinland-Pfalz. Nach Angaben des Kreis-Impfkoordinators ging die Initiative von Ärzten aus dem Alzeyer Impfzentrum aus. Rund 600 Impfdosen transportiere das Team heute mit dem Impfbus des Kreises an den Nürburgring im Kreis Ahrweiler, wo die Impfungen stattfinden sollen. Zusätzlich werde das Team aus Koblenz mit weiteren Dosen versorgt. Geimpft wird heute und morgen von 9 bis 16 Uhr. Die Mitarbeiter des Alzeyer Impfzentrums würden dabei auf eine Gage verzichten, sagt der Impfkoordinator des Kreises Alzey-Worms.

+++ THW berichtet von Angriffen auf Helfer +++
6:00 Uhr

Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) haben bei ihrem Einsatz in den westdeutschen Flutgebieten mit Frustration und Angriffen zu kämpfen. Das sagte Vize-Präsidentin Sabine Lackner am Morgen in der Sendung "Frühstart" bei RTL/ntv. "Das geht dann soweit, dass unsere Helferinnen und Helfer beschimpft werden. Wenn sie mit Einsatzfahrzeugen unterwegs sind, werden sie mit Müll beschmissen." Dahinter steckten "frustrierte Flutopfer, vor allem aber Menschen aus der Querdenker- und Prepper-Szene, die sich als Betroffene ausgäben und bewusst Stimmung machten", hieß es in der Sendung. Bislang habe man wegen verschiedenster Vorfälle noch keine Einsätze abbrechen müssen. "Ich bin unseren Einsatzkräften unendlich dankbar, dass sie recht unerschrocken weitermachen", betonte Lackner. Psychisch sei die Situation für die vielen ehrenamtlichen THW-Helfer allerdings sehr belastend. Es gebe speziell ausgebildete Teams für die Einsatznachsorge.

+++ Scheuer: Erste Notbrücke des Bundes soll Ende Juli freigegeben werden +++
5:45 Uhr

Die erste Behelfsbrücke des Bundes im Flutkatastrophengebiet kann nach den Worten von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) in wenigen Tagen in Betrieb genommen werden. Heute werde als erstes die zerstörte Landgrafenbrücke in Bad Neuenahr-Ahrweiler durch eine Behelfsbrücke ersetzt, sagte Scheuer den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Diese könne "voraussichtlich noch diesen Monat für den Verkehr freigegeben werden". Der Bund hilft den vom Hochwasser schwer getroffenen Städten und Gemeinden in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen den Zeitungen zufolge unentgeltlich mit Notbrücken. Einer entsprechenden Initiative Scheuers habe das Bundeskabinett jetzt zugestimmt. Schätzungen zufolge würden in der Katastrophenregion mindestens 20 solcher Behelfsüberquerungen benötigt, um den Verkehr wieder in Gang zu bringen. Auch die Bundeswehr hat im Katastrophengebiet bereits Behelfsbrücken errichtet.

+++ Heute werden weitere Unwetter erwartet +++
2:45 Uhr

Nach der Flutkatastrophe in der vergangenen Woche erwartet der Deutsche Wetterdienst heute wieder Unwetter mit Starkregen. Auch die Hochwassergebiete in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz können demnach betroffen sein. Die Wassermenge soll aber größtenteils unter der Warnschwelle bleiben. Mit Unwettern muss den Experten zufolge auch in Bayern und Baden-Württemberg gerechnet werden.

Hochwasser-Blog zum Nachlesen (Freitag, 23.Juli)

Freitag (23. Juli)

+++ ARD-Benefiz-Tag sammelt 16,5 Milionen Euro für Flutopfer +++
23:30 Uhr

Beim ARD weiten Benefiz-Tag zugunsten der Hochwasseropfer sind insgesamt 16.538.000 Euro gespendet worden. Allein die Live-Show am Abend brachte mehr als sechseinhalb Millionen Euro für den Wiederaufbau der Katastrophen-Regionen ein. Tagesthemen Moderator Ingo Zamperoni führte durch den Abend und sprach mit Seelsorgern und Betroffenen. Einige schilderten dramatische Szenen und brachten private Aufnahmen der Katastrophen-Nacht mit. Viele verloren Familie, Freunde und Nachbarn in den Fluten. An der Spenden-Hotline saßen unter anderem der Tagesschau Chef-Sprecher Jens Riewa, Radio-Moderatoren der ARD Hörfunk-Wellen und Schauspielerinnen und Schauspieler. Sie nahmen Anrufe aus der ganzen Nation entgegen. Eine halbe Million Euro Spenden gab es allein von der deutschen Fernsehlotterie. Sänger Peter Maffay übergab einen Spendenscheck in Höhe von einer Million Euro. Ein Zeichen der Solidarität setzten beim ARD-Benefiz-Abend auch Künstler wie Rea Garvey, Sarah Connor, Herbert Grönemeyer, Roland Kaiser und Yvonne Catterfeld.

+++ Landesregierung: Über 10 Millionen Euro Spenden für Flutopfer +++
19:30 Uhr

Auf dem Spendenkonto der Landesregierung sind nach Angaben des rheinland-pfälzischen Finanzministeriums (Stand: 17 Uhr) mittlerweile über 10,3 Millionen Euro von bislang 60.000 Spendern eingegangen.Die Flut in der vergangenen Woche hat mindestens 467 Gebäude mitgerissen, darunter mindestens 192 Wohnhäuser. Von den 4.200 Gebäuden entlang der Ahr sind geschätzt mehr als 3.000, also mehr als 70 Prozent aller Gebäude, beschädigt worden. Mindestens 17.000 Menschen haben ihr Hab und Gut verloren.

+++ CDU will Krisenstab mit Bundeswehr-Personal aufstocken +++
19:15 Uhr

Der CDU-Fraktion-Vorsitzende im rheinland-pfälzischen Landtag, Christian Baldauf, schlägt vor, den Krisenstab des Landes mit Personal der Bundeswehr aufzustocken. Bundeswehr-Angehörige, die bereits in Katastrophengebieten im Einsatz waren, könnten die Arbeit des Landeskrisenstabs mit ihrem Sachverstand ergänzen. "Das Know-how der Bundeswehr-Führungskräfte, beispielsweise wenn es um Kommunikation, Koordination von Hilfsgütern oder Helferinnen und Helfern geht, wäre eine wichtige Unterstützung für den Krisenstab des Landes, der seit mehr als einer Woche im Dauereinsatz ist", sagte Baldauf.

+++ US-Soldaten helfen in Hochwassergebieten +++
19:00

US-Soldaten helfen in den Hochwassergebieten, die Infrastruktur wieder aufzubauen. Das teilte das rheinland-pfälzische Innenministerium mit. Es handle sich um Pioniere, die mit Geräten und Fahrzeugen Brücken setzten oder legten. Der Einsatz sei in Abstimmung mit dem Bundesverteidigungsministerium als zweckmäßig erachtet worden, hieß es. Bereits vergangene Woche hatten US-Soldaten aus Spangdahlem geholfen, in Nachbarorten Sandsäcke gegen das Hochwasser zu stapeln.

+++ Deutschland führt "Cell Broadcast"-Warnsystem ein +++
18:00 Uhr

Deutschland führt das sogenannte Cell Broadcasting als Katastrophenwarnsystem ein. Bundesinnenminister Horst Seehofer sagte dem ARD-Hauptstadtstudio, dass er dies in Auftrag gegeben habe. Dabei handelt es sich um ein Warnsystem per SMS. Der CSU-Politiker betonte, er betrachte das System als Ergänzung zu den bestehenden Warnmitteln: "Die Warnung der Bevölkerung muss klappen, auf allen Kanälen."

+++ Krankenhaus Maria Hilf spätestens in vier Wochen in Vollbetrieb +++
17:45 Uhr

Das Krankenhaus Maria Hilf in Bad Neuenahr-Ahrweiler soll voraussichtlich in zwei bis vier Wochen wieder in den Vollbetrieb gehen. Ein Sprecher der Marienhaus GmbH sagte dem SWR, man hoffe, dass bis dahin Stromzufuhr, Frischwasser und Abwasser wieder geregelt seien. Derzeit laufe das Krankenhaus nach dem Hochwasser im Notfallbetrieb und biete zusätzlich in einem Container eine Versorgung durch Ärztinnen und Ärzte und medizinisches Fachpersonal an.

+++ Eifeldorf Echtershausen nicht mehr von der Außenwelt abgeschnitten +++
17:00 Uhr

Der Ort Echtershausen im Kreis Bitburg- Prüm ist nach der Flutkatastrophe wieder über die Straße erreichbar. Das teilte der Landesbetrieb Mobilität in Gerolstein mit. Wassermassen hatten die Hauptzufahrtsstraße des Ortes, die über den Fluss Prüm führt, weggerissen. Die Brücke steht zwar noch, konnte aber nicht mehr befahren werden. Die problematischen Stellen wurden nach Angaben des Landesbetriebs Mobilität nun geschottert. Damit ist Echtershausen wieder über seine normale Zufahrt erreichbar. In den vergangenen Tagen kam man nur mit Geländefahrzeugen über Waldwege in den 100-Einwohner-Ort hinein. Donnerstag und Freitag nächste Woche wird die Straße asphaltiert und deshalb vorübergehend wieder gesperrt.

+++ Land möchte nach Unwetter-Katastrophe weniger Geflüchtete aufnehmen +++
16:00 Uhr

Staatssekretär David Profit (Grüne) habe das Bundesinnenministerium und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gebeten, die Zuteilung von Asylbewerbern bis zum Jahresende um die Hälfte zu reduzieren, teilte das Mainzer Integrationsministerium am Freitag mit. Das Land stoppte zugleich die Weiterverteilung von Asylbewerbern in die vom Hochwasser betroffenen Kreise. Die Entscheidung soll eine wohnortnahe Unterbringung von Hochwasser-Opfern erleichtern und das Verwaltungspersonal entlasten, um Aufgaben zur Katastrophen-Bewältigung zu übernehmen. Nach dem Willen des Landes werden dem Landkreis Ahrweiler auf unbestimmte Zeit keine weiteren Flüchtlinge mehr zugewiesen. In den Nachbarkreisen Mayen-Koblenz, Cochem-Zell, Neuwied, Vulkaneifel und dem Eifelkreis Bitburg-Prüm sowie der Stadt Koblenz gilt dies zunächst bis zum 1. Oktober. Danach werde die Lage neu bewertet.

+++ 5.000-Euro-Soforthilfe für betroffene Unternehmen +++
15:30 Uhr

Die Landesregierung stellt für die von der Flutkatastrophe betroffenen Unternehmen Soforthilfe zur Verfügung, um die Räumung und Reinigung zu unterstützen. Das gaben Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt (FDP) bekann. Die Höhe der Soforthilfe beträgt 5.000 Euro. Auch Firmen seien in ihrer Existenz bedroht: Ladenlokale, Werkstätten, landwirtschaftliche Betriebsgüter – vieles sei zerstört. Daher habe man heute die Soforthilfen beschlossen. Sie sei "ein erster Schritt, um den Unternehmen kurzfristig Liquidität zur Verfügung zu stellen, unbürokratisch und schnell".

+++ Deutscher Tierschutzbund hilft Tierrettern und Tieren im Hochwassergebiet +++
15:15 Uhr

Der Deutsche Tierschutzbund unterstützt die Tierschützer, die seit Tagen im Hochwasser-Katastrophengebiet im Einsatz sind, finanziell und logistisch. Mitarbeiter des Verbandes waren am Donnerstag dort, um sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen und konkrete Hilfsmaßnahmen zu besprechen. Mit Schlafcontainern, einem Sanitärcontainer und weiteren Hilfsmitteln baue der Verband die Grundversorgung der Tierretter im Hochwassergebiet an der Ahr mit auf, wie er am Freitag mitteilte. Zudem hat der Bund heute eine zentrale Hotline für Notfälle freigeschaltet, über die Betroffene rund um die Uhr an Anlaufstellen wie Tierrettungsorganisationen oder Tierärzte vermittelt werden.

+++ Polizei warnt vor betrügerischen Spendensammlern +++
15:00 Uhr

Ein möglicherweise solcher war am Donnerstag in Schwedelbach (Kreis Kaiserslautern) unterwegs. Das hat das Polizeipräsidium Westpfalz mitgeteilt. Einer Zeugin sei der unbekannte Mann gegen 12:30 Uhr unweit des Bahnhofs aufgefallen, als er um "Spenden für die Flutopfer" bat. Sie sei stutzig geworden, weil der Unbekannte zwar - vom Aussehen her - die Kleidung eines bekannten Hilfsdienstes trug, jedoch offensichtlich alleine und ohne Fahrzeug unterwegs war. Als sie daraufhin bei der Zentrale der Hilfsorganisation anrief und nachfragte, erfuhr die Dame, dass es generell keine "Von-Haus-zu-Haus"-Spendensammlungen mehr gebe. Demzufolge war der Unbekannte nicht im Auftrag des Hilfsdienstes unterwegs. In diesem Zusammenhang weist die Polizei darauf hin, dass es gerade in der aktuellen Situation wichtig sei, aufzupassen, wem man sein Geld anvertraue. Sonst würden Spenden in die falschen Hände geraten.

#Zusammenhalten im Südwesten Hochwasser in RLP: So können Sie spenden und helfen

Nach der zerstörerischen Jahrhundertflut im Juli 2021 befinden sich viele Orte im Wiederaufbau. Hier finden Sie Anlaufstellen und Spendenkonten, um zu helfen.

+++ Mittlerweile 132 Menschen tot geborgen ++
14:30 Uhr

Im rheinland-pfälzischen Hochwasser-Katastrophengebiet sind inzwischen 132 Menschen tot geborgen worden - noch einmal vier mehr als am Donnerstag. Das teilte die Polizei mit. Noch immer würden 149 Menschen vermisst. 766 Menschen seien verletzt worden.

Ahrweiler, Antweiler, Altenahr, Schuld, Insul, Bad Neuenahr-Ahrweiler

SWR-Datenanalyse zur Flutkatastrophe an der Ahr Noch 2 Vermisste - Aktuelle Daten und Fakten

Mehr als 130 Tote, Tausende sind obdachlos. Hunderte Gebäude sind weggerissen. Satellitenbilder zeigen annähernd, wie groß die Zerstörung an der Ahr ist. Eine SWR-Datenanalyse.

+++ Vorbereitungen auf erneute Unwetter +++
14:15 Uhr

Die Schäden der Flutkatastrophe sind noch allgegenwärtig und schon kündigt sich das nächste Unwetter an. Für das Wochenende sagen die Meteorologen wieder Gewitter und Starkregen voraus - wenn auch nicht in dem Ausmaß wie vor zehn Tagen. Trotzdem könnte das Wetter zum Problem für die Hochwassergebiete in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen werden. Denn dort sind die Böden noch nass und die Kanalisationen vielerorts nicht intakt. Wir bereiten sich Einsatzkräfte und Anwohner auf die erneuten Unwetter vor?

Rheinland-Pfalz

Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz Wie werden die Menschen in Rheinland-Pfalz vor Unwettern gewarnt?

Die Schäden der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz sind noch allgegenwärtig - und da stellt sich besonders die Frage: Wie können sich die Menschen über künftige Unwetter in ihrer Region informieren?

+++ SWR-Datenanalyse: Zerstörung an der Ahr +++
14:00 Uhr

Fast 200 Hektar Fläche wurden entlang der Ahr überflutet. Fast 500 Gebäude zerstört, mehr als 3.000 beschädigt. Datenjournalisten des SWR haben Satellitenbilder ausgewertet, um eine erste Einschätzung zu geben, wie groß das Ausmaß der Schäden im Hochwassergebiet an der Ahr ist.

Ahrweiler, Antweiler, Altenahr, Schuld, Insul, Bad Neuenahr-Ahrweiler

SWR-Datenanalyse zur Flutkatastrophe an der Ahr Noch 2 Vermisste - Aktuelle Daten und Fakten

Mehr als 130 Tote, Tausende sind obdachlos. Hunderte Gebäude sind weggerissen. Satellitenbilder zeigen annähernd, wie groß die Zerstörung an der Ahr ist. Eine SWR-Datenanalyse.

+++ Schweitzer: Mobilfunk im Hochwassergebiet zu 90 Prozent wieder da +++
13:30 Uhr

Rund 90 Prozent der ausgefallenen Mobilfunkkommunikation im rheinland-pfälzischen Hochwasser-Katastrophengebiet ist laut Digitalministerium wiederhergestellt. "Jeden Tag gelingt es, die Mobilfunkversorgung weiter zu verbessern", sagte Minister Alexander Schweitzer (SPD). Allerdings gebe es in einigen besonders schwer getroffenen Ortschaften an der Ahr auch aktuell noch Probleme mit der Mobilfunkkommunikation. Ursache der ausgefallenen Mobilfunktionen in den vom Unwetter betroffenen Regionen ist nach Angabe der Provider vor allem die ausgefallene Stromversorgung der Mobilfunkstationen.

+++ THW-Vizepräsidentin für verstärkten Einsatz von Sirenen +++
13:15 Uhr

Die Vizepräsidentin des Technischen Hilfswerks (THW), Sabine Lackner, hat gefordert, dass Warnsysteme für den Katastrophenfall optimiert werden müssten. So solle beispielsweise wieder verstärkt mithilfe der "guten, alten Sirene" auf Gefahren aufmerksam gemacht werden, erklärte Lackner am Freitag im SWR. Man habe gesehen, dass Telefon-, Strom- und Handynetze während der Flut zusammengebrochen seien. Eine Warn-App, die von vielen derzeit gefordert wird, wäre in einem solchen Fall nutzlos. Lackner geht davon aus, dass der Einsatz des Hilfswerks in den Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen noch Wochen andauert.

+++ Trinkwasser knapp: Zweckverband Eifel Ahr untersagt jegliche Wasserverschwendung +++
12:15 Uhr

Wegen Trinkwasserknappheit hat der Zweckverband Eifel-Ahr jegliche Wasserverschwendung auch für nicht von der Flut betroffene Gebiete untersagt. Es dürften keine Autos gewaschen, keine Pflanzen gewässert und keine Pools befüllt werden, teilten die Stadtwerke Bonn Regional am Freitag mit. "Der Notstand ist noch nicht vorbei, außerdem brauchen wir ausreichend Wasser für mögliche Brandfälle." Verstöße würden geahndet. Wassersparen sei besonders in den Ortsgemeinden angesagt, in denen die Hochbehälter mit Wasserwagen befüllt werden, also in: Ahrbrück, Aremberg, Eichenbach, Fuchshofen, Hümmel, Ohlenhard, Reifferscheid, Rodder, Wershofen und Winnerath.

+++ Abkochgebot gilt nur für Bad Neuenahr-Ahrweiler, Altenahr und Adenau +++
12:00 Uhr

Das Abkochgebot für Leitungswasser in den Flutgebieten gilt nur für Bad Neuenahr-Ahrweiler und die Verbandsgemeinden Altenahr und Adenau. Das sagte eine Sprecherin der Stadt Remagen dem SWR. Sie widersprach damit Meldungen, dass im gesamten Kreis Ahrweiler das Leitungswasser abgekocht werden soll. Das sei so nicht ganz korrekt.

++ Schienenersatzverkehr an Ahrtalbahn und Eifelstrecke gestartet +++
11:00 Uhr

Nach der unwetterbedingten Sperrung der Ahrtalbahn und der Eifelstrecke soll ein Schienenersatzverkehr mit einem geregelten Fahrplan den bisherigen ungeregelten Busnotverkehr Schritt für Schritt ablösen. Das teilte der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr (SPNV) mit. Für die Ahrtalbahn gibt es zwischen Remagen und Ahrweiler bereits seit Dienstag einen Schienenersatzverkehr im Halbstundentakt. Seit Donnerstag fahren ebenfalls Busse im Stundentakt im nördlichen Abschnitt der Eifelstrecke zwischen Euskirchen und Gerolstein. Seit heute gebe es einen stündlichen Schienenersatzverkehr auf dem südlichen Abschnitt der Strecke zwischen Gerolstein und Trier.

+++ Deutsche Bahn: Wiederaufbau der Strecken wird Jahre dauern +++
10:15 Uhr

Die Deutsche Bahn geht davon aus, dass es Jahre dauern wird, bis die durch das Hochwasser zerstörten Zugstrecken im Ahrtal und der Eifel wiederaufgebaut sein werden. DB-Vorstandsmitglied Volker Hentschel sagte, insgesamt sei an den Strecken und Bahnhöfen in Deutschland ein Schaden von schätzungsweise 1,3 Milliarden Euro entstanden.

Rheinland-Pfalz

Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz Bahn rechnet mit jahrelangem Wiederaufbau in der Eifel

Die Hochwasserkatastrophe in der Eifel in der vergangenen Woche hat bei der Deutschen Bahn Schäden von mindestens 1,3 Milliarden Euro verursacht. Die Bahn rechnet damit, dass der Wiederaufbau teilweise Jahre dauern könnte.

+++ Mögliche neue Unwetter: Vorbereitungen laufen +++
09:15 Uhr

Nach Angaben des Landesfeuerwehrverbands wird gerade schweres Gerät in die Hochwasser-Region geschickt, um im Notfall unmittelbar einschreiten und Wege passierbar machen zu können. Die gute Nachricht sei, dass die Uferbereiche bereits in großen Teilen geräumt seien, sagte der Präsident des Verbandes, Frank Hachemer, im SWR. Menschen seien deswegen unmittelbar möglicherweise nicht mehr betroffen. Allerdings gebe es weiter viele Trümmer, die sich verfangen könnten. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier kündigte an, dass gerade eine Einsatzplanung erarbeitet werde. Wegen verstopfter Kanalisation könne sich Wasser anstauen.

+++ Polizei Trier: Toter am Prümufer ist vermisster 71-Jähriger +++
09:00 Uhr

Bei dem am Mittwoch im Uferbereich der Prüm (Eifelkreis Bitburg-Prüm) tot aufgefundenen Mann handelt es sich nach Angaben der Polizei Trier um den vermissten 71-Jährigen aus Viersen in Nordrhein-Westfalen. Das hätten die rechtsmedizinischen Untersuchungen ergeben. Der Mann war vergangene Woche zu einem Campingplatz in Prüm gefahren, um nach seinem Wohnwagen zu schauen. Seitdem galt er als vermisst. Der 71-Jährige ist das erste Todesopfer der Hochwasser-Katastrophe in der Region Trier. Im Kreis Ahrweiler sind bislang 128 Menschen bei der Flutkatastrophe ums Leben gekommen.

+++ Hotline bietet psychische Hilfe nach Flutkatastrophe an +++
07:05 Uhr

Im Kreis Ahrweiler soll eine Hotline den Menschen helfen, ihre traumatischen Erfahrungen während der Flutkatastrophe zu verarbeiten. Ein Team von Psychologen aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz hat das kostenlose Angebot erarbeitet. Es sei wichtig, den Menschen schnell Hilfe anzubieten, sagte der Leiter der Traumatherapeutischen Abteilung der Ehrenwallschen Klinik in Ahrweiler, Markus Schmitt. Jetzt, einige Tage nach der Katastrophe, kämen einige Menschen erstmals zur Ruhe. In dieser Zeit kämen viele Erinnerungen wieder hoch, die vorher verdrängt worden seien. Um langfristige Schäden in Grenzen zu halten sei es sinnvoll, sich von Experten am Telefon beraten zu lassen. Dort anrufen können auch Helfer, die ebenfalls oft erste Zeichen eines psychischen Traumas zeigten, sagte Schmitt dem SWR. Unter 0800 - 729 5 729 können sich Betroffene unter der Woche von 8 bis 17 Uhr beraten lassen.

+++ Nach Hochwasser: Mehr als zwei Millionen Euro Spenden in der Eifel +++
06:55 Uhr

Auf den Spendenkonten für die Opfer des Hochwassers im Eifelkreis Bitburg-Prüm, im Vulkaneifelkreis und der Verbandsgemeinde Trier-Land kamen bislang mehr als zwei Millionen Euro zusammen. Allein im Eifelkreis Bitburg-Prüm hat das Deutsche Rote Kreuz nach eigenen Angaben 1,2 Millionen Euro gesammelt. Von einem Euro bis 125.000 Euro an Einzelspenden sei alles dabei gewesen. Wie das Deutsche Rote Kreuz im Eifelkreis Bitburg-Prüm mitteilte, seien bereits etwa 80 Anträge auf Soforthilfe gestellt worden. Die Soforthilfe des Kreises von maximal 2.500 Euro pro Haushalt soll im Eifelkreis Bitburg-Prüm noch in dieser Woche an die Betroffenen ausbezahlt werden. Auf dem Spendenkonto der Bürgerstiftung des Vulkaneifelkreises sind nach Angaben der Kreisverwaltung mehr als 400.000 Euro eingegangen, die Verbandsgemeinde Trier-Land gibt etwa 580.000 Euro an. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Spendenaktionen.

+++ Bahn zieht Zwischenbilanz nach Flutkatastrophe +++
03:45 Uhr

Die Deutsche Bahn will um 8.00 Uhr eine Zwischenbilanz zu den Schäden durch die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrein-Westfalen ziehen. Zudem soll erläutert werden, wie es mit den Reparatur- und Wiederaufbauarbeiten weiter geht. Die schweren Unwetter in der vergangenen Woche und die folgenden Überschwemmungen hatten auch an der Infrastruktur der Bahn massive Schäden hinterlassen. Die Wassermassen haben nach Angaben der Deutschen Bahn allein sieben Regionalstrecken in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz so stark beschädigt, dass man sie neu bauen oder umfangreich sanieren muss. Gleise auf rund 600 Kilometern und 80 Bahnstationen seien betroffen.

+++ Keine technische Störung des Warnsystems +++
03.45 Uhr

Während der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands hat es nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) keine technische Störung des Warnsystems des Bundes gegeben. Die Behörde wies darauf hin, dass im Katastrophenfall die regionalen Behörden eine Warnung auslösen und in das Modulare Warnsystem einspeisen müssten. "Wenn dieser Schritt nicht erfolgt, kann die Warn-App Nina keine Warnung an ihre Userinnen und User herausgeben", teilte das BBK mit.

+++ Klimaforscher sprechen von "Jahrhundertereignis" +++
03.30 Uhr

Die extremen Starkregenfälle, die in der vergangenen Woche in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen die Hochwasserkatastrophe auslösten, sind nach Einschätzung von Klimaforschern "mindestens als Jahrhundertereignis" einzustufen. In der am Donnerstag veröffentlichten klimatologischen Einordnung des Deutschen Wetterdienstes hieß es, an einer ungewöhnlich großen Zahl von Stationen im Westen von Deutschland seien bisherige Rekorde weit übertroffen worden.

+++ Grünen-Politikerin fordert zentralen Katastrophenschutz +++
03:15 Uhr

Nach der verheerenden Flutkatastrophe mit vielen Toten in Deutschland hat die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Britta Haßelmann, die Einrichtung einer Zentralstelle für Katastrophenschutz gefordert. "Es darf nicht sein, dass jede Kommune und jeder Landkreis und jede Landesregierung die Menschen in der Region unterschiedlich warnt und unterschiedlich gut Zugang zu den wichtigen Informationen im Katastrophenfall bietet", sagte sie der "Passauer Neuen Presse" (Freitagsausgabe). Es müsse eine bessere Koordination im Katastrophenschutz geben, sagte Haßelmann der Zeitung. "Wir wollen, dass der Bund in bestimmten Fällen besonderen Ausmaßes koordinierende Aufgaben übernimmt und Informationen steuert."

Hochwasser-Blog zum Nachlesen (Donnerstag, 22. Juli)

Donnerstag (22. Juli)

+++ Anträge auf Soforthilfe auch in Papierform möglich +++
23:30 Uhr

Die Anträge für die Flut-Soforthilfe in Rheinland-Pfalz sollen auch vor Ort in Papierform ausgegeben werden. Das hat Innenminister Roger Lewentz (SPD) mitgeteilt. So sollen auch Bürgerinnen und Bürger erreicht werden, die keinen Zugang zum Internet haben. Die Anträge können derzeit online heruntergeladen werden. Betroffene aus dem Kreis Ahrweiler finden sie auf den Seiten des Statistischen Landesamts. Alle anderen Betroffenen in Rheinland-Pfalz sollen das Portal des Landes für Brand- und Katastrophenschutz nutzen.

+++ Landesweit Glockengeläut für die Flutopfer am Freitag +++
21:00 Uhr

Aus Solidarität mit den Opfern der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen haben evangelische und katholische Kirchen für morgigen Freitag um 18 Uhr zum Glockengeläut und zur Feier von Andachten aufgerufen. Das Läuten der Glocken und das Gebet sollten für die betroffenen Menschen Trost und Stärkung sein, sagte der katholische Mainzer Bischof Peter Kohlgraf.

+++ Kläranlage von Sinzig schwer beschädigt +++
20:45 Uhr

Die Kläranlage in Sinzig ist bei der Flutkatastrophe schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Folge: Das Abwasser läuft so gut wie ungefiltert in die Ahr. Keime und Bakterien können sich ungehindert ausbreiten.

+++ Zwei Verletzte nach Unfall an Hochspannungsleitung +++
19:30 Uhr

Bei Aufräumarbeiten im Bereich der Ahrbrücke Sinzig ist es zu einer Explosion gekommen. Wie die Polizei mitteilte, waren zwei Reifen eines Muldenkippers geplatzt, nachdem dieser mit ausgefahrener Ladefläche eine Hochspannungsleitung berührt hatte. Bei dem Unfall in der Nähe der Bundesstraße 9 sollen zwei Bauarbeiter durch ein Knalltrauma verletzt worden sein. Die Stromleitung werde nun auf Schäden hin untersucht.

+++ Mendig bekommt Notunterkünfte auf Flugplatz +++
17:45 Uhr

Die Eifel-Gemeinde Mendig wird auf dem örtlichen Flugplatz Notunterkünfte für Betroffene der Flutkatastrophe errichten. Bis Ende Juli solle dort ein Containerdorf entstehen, teilte die Kommune mit. Geplant seien 120 Notunterkünfte sowie ein Gesellschaftszelt des Deutschen Roten Kreuzes mit einer Fläche von 1.000 Quadratmetern, zwei Container für Verwaltung und Organisation sowie zwei Sanitär- und Duschinseln. In einem ersten Schritt könnten 240 bis 360 Menschen aufgenommen werden, hieß es.

+++ Trinkwasseranlage in Schuld versetzt +++
17:15 Uhr

Die Trinkwasseraufbereitungsanlage in Schuld an der Ahr ist versetzt worden. Ein Grund ist, dass für das Wochenende neuer Regen angekündigt ist und die Anlage bisher am tiefsten Punkt von Schuld stand, fast direkt am Ufer der Ahr. Ein Feuerwehrsprecher der Verbandsgemeinde Adenau sagte, man habe einen alten Brunnen reaktiviert. Dadurch könne die Qualität des Trinkwassers aus der Aufbereitungsanlage nochmals verbessert werden. Ein weiterer Vorteil des neuen Standorts sei, dass dort Wasser ins vorhandene Leitungsnetz eingespeist werden könne. Bis das klappt, werde es aber noch mehrere Tage dauern. Die Wasseraufbereitungsanlage ist jetzt in einer Halle untergebracht und damit auch vor Wettereinflüssen geschützt.

+++ Sonderförderung für Wasserversorgung +++
17:00 Uhr

Rheinland-Pfalz hat ein Sonderförderprogramm für die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung im Katastrophengebiet aufgelegt. Damit könnten Kommunen in den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Regionen sofort mit dem Wiederaufbau beginnen, teilte das Klimaschutzministerium mit. Kosten entsprechender Investitionen können vom Land übernommen werden, das dafür 20 Millionen Euro bereitstellt. Leitungen zur Wasserversorgung und zur Entsorgung von Abwässern wurden "von der immensen Kraft der Wassermassen weggerissen, Kläranlagen überflutet und zerstört", sagte Klimaschutzministerin Anne Spiegel (Grüne). Für das Sonderförderprogramm gelte bis Ende des Jahres ein vereinfachtes Antragsverfahren, "die Kommunen können die Mittel ohne förmliches Vergabeverfahren verausgaben".

+++ Sinziger Bürgermeister macht Aufbauvorschläge +++
16:45 Uhr

Für den Wiederaufbau des vom Hochwasser schwer zerstörten Ahrtals sind nach Ansicht des Sinziger Bürgermeisters Andreas Geron (parteilos) Ingenieure und Verwaltungskräfte für jede Kommune notwendig. "Wir brauchen Hilfe: Geld, Manpower, Fachkräfte, Ingenieure, die zeitgleich im Ahrtal 20, 30 Brücken bauen", forderte Geron. "Vier Landesbeamte in jeder betroffenen Kommune wären ideal, um diese massiven Schäden schnell zu beheben." Am besten sei es, jeder Kommune einen Ingenieur für fünf bis zehn Jahre zuzuweisen, bezahlt vom Land, sowie eine Verwaltungskraft für Förderanträge. In der Region Sinzig lebten seit einer Woche mehr als 10.000 Menschen in zerstörten oder beschädigten Häusern - ohne Wasser und Strom.

+++ Zehntausende Impfdosen in Hochwassergebiete +++
16:15 Uhr

In die von der Hochwasserkatastrophe gezeichneten Gebiete sollen zehntausende Corona-Impfdosen geliefert werden. Das Bundesgesundheitsministerium habe den betroffenen Ländern zusätzlichen Impfstoff angeboten, teilte eine Sprecherin mit. Damit könnten niedrigschwellige Impfangebote vor Ort gemacht werden. Rheinland-Pfalz habe dieses Angebot bereits angenommen und erhalte 23.400 zusätzliche Impfdosen des Präparats von BionTech/Pfizer. Sie sollen durch mobile Teams zum Beispiel dort verimpft werden, wo die Arztpraxen aufgrund des Hochwassers schließen mussten, hieß es. Neben Impfstoff sollten bei Bedarf auch Masken, Tests und Medikamente geliefert werden.

+++ Soforthilfen ab heute beim Land beantragen +++
16:00 Uhr

Die Betroffenen der Hochwasser-Katastrophe im Ahrtal sollen ab heute Soforthilfen beim Land beantragen können. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, voraussichtlich ab dem Nachmittag stünden die Formulare zur Beantragung unter anderem im Internet zur Verfügung. Die Soforthilfe bestehe aus einem Betrag von 1.500 Euro je Haushalt mit einer Person und 500 Euro für jede weitere Person im Haushalt. Innenminister Roger Lewentz (SPD) sagte im Innenausschuss, die Gelder würden den Betroffenen schnell und ohne umfangreiche Prüfung gewährt. Voraussetzung für die Zuwendung seien Schäden an Wohnraum, Hausrat und Kleidung, die durch ein Elementarereignis entstanden seien.

Kreis Ahrweiler

Nach Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz Was Betroffene zum Antrag auf Soforthilfe wissen müssen

Ab sofort können Betroffene der Hochwasserkatastrophe Soforthilfe beantragen. Alle Infos zum Antrag gibt es hier:

+++ Lewentz: Keine Hinweise auf fehlerhafte Warnketten +++
15:00 Uhr

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) hat bisher keine Hinweise, dass bei der Hochwasserkatastrophe die Warnketten nicht funktioniert haben. Das sagte er in einer Sondersitzung des Landtags. Die Meldekette habe Wetternachrichten in die Lagezentren der Kommunen transportiert. Die Warnapp des Bundes, Nina, sei aber wohl nicht einsatzfähig gewesen. Die App Katwarn dagegen habe offenbar funktioniert. Allerdings sei im Ahrtal alles zusammengekommen, was an ungünstigen Umständen überhaupt zusammenkommen konnte, so Lewentz. "Die Situation ist eine solche Ausnahme, die die Bundesrepublik noch nicht erlebt hat." Dafür sei ein völlig neues Warnsystem notwendig.

+++ 3.000 Helfer des Roten Kreuzes im Einsatz +++
14:00 Uhr

In den Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind mehr als 3.000 Helferinnen und Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) aus dem gesamten Bundesgebiet im Einsatz. Viele davon engagierten sich ehrenamtlich, sagte der Präsident des DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz, Rainer Kaul, am Donnerstag in Bad Neuenahr-Ahrweiler. DRK-Einsatzkräfte bauten zum Beispiel mobile Arztpraxen in den Flutgebieten auf. Für die für das kommende Wochenende vorausgesagten möglichen Gewitter und Regenfälle in den Gebieten der Flutkatastrophe gibt des dem Roten Kreuz zufolge im Moment noch keine konkreten Pläne. "Zunächst hoffen wir mal, dass der Regen nicht so heftig wird", sagte Kaul.

+++ Schwierige Koordinierung der Hilfe im Katastrophengebiet +++
13:45 Uhr

Pro Tag seien rund 2.000 professionelle Helfer im Katastrophengebiet im Einsatz und etwa 300 Seelsorger und Psychologen aus der ganzen Bundesrepublik, sagte der Leiter des Krisenstabs, Thomas Linnertz. Diese große Anzahl zu koordinieren, ist schwierig. Neben dem Wiederaufbau der Infrastruktur gehe es auch um den Gesundheitsschutz der Menschen. Es müsse alles getan werden, um Seuchen zu verhindern, sagte er im SWR.

+++ 31 Straftaten in den rheinland-pfälzischen Flutgebieten +++
13:30 Uhr

In den rheinland-pfälzischen Hochwassergebieten hat die Polizei bisher 31 Straftaten registriert. 25 dieser Verbrechen beziehen sich Innenminister Roger Lewentz (SPD) zufolge auf Eigentum. In Wittlich zum Beispiel haben Diebe Elektrogeräte eines von der Flut betroffenen Küchenstudios aus einer Lagerhalle gestohlen, teilte die örtliche Polizei mit. Außerdem seien im Raum Wittlich Baumaterial, Werkzeug und weitere Küchengeräte entwendet worden. Konkrete Hinweise zu Plünderungen in den Hochwassergebieten liegen laut Innenminister Lewentz aber nicht vor. Die Polizei habe bisher vier Menschen vorläufig festgenommen.

+++ 62 der Unwetter-Toten identifiziert, keine Massenbeerdigung +++
12:45 Uhr

Eine Woche nach der Hochwasserkatastrophe werden in Rheinland-Pfalz weiterhin 155 Menschen vermisst. Innenminister Roger Lewentz (SPD) sagte in einer Sondersitzung der Landtagsausschüsse in Mainz, dass von den 128 Toten bislang 62 identifiziert seien. "Ich kann Ihnen heute nicht sagen, dass wir alle 155 Vermissten-Schicksale aufklären können". Man plane keine Massenbeerdigung. "Wir wollen, dass die Menschen in Würde von ihren Lieben bestattet werden können", sagte Lewentz. Zu den Toten und Vermissten kämen noch 766 Verletzte in Rheinland-Pfalz, die in den Krankenhäusern behandelt worden seien.

+++ Kreisverwaltung: Wasser dringend abkochen +++
12:15 Uhr

Die Kreisverwaltung von Ahrweiler bittet die Anwohner in Bad Neuenahr-Ahrweiler, Leitungswasser dringend vor der Nutzung abzukochen. Es sei durch Verschmutzungen belastet.

Wichtige Info an die Anwohner in Bad Neuenahr-#Ahrweiler: Das Leitungswasser ist durch Verschmutzungen belastet. Wir bitten euch dringend, das Wasser vor Nutzung abzukochen. Bitte teilt diese Info. #ahr #hochwasser

+++ Sondergenehmigung für Räumen der Müllberge +++
12:15 Uhr

Das Räumen der Müllberge in den Hochwassergebieten hat begonnen. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD) habe kurzfristig eine Ausnahmegenehmigung für die Deponie Eiterköpfe im Kreis Mayen-Koblenz zur Ablagerung von Haus- und Sperrmüll gegeben, sagte Umweltministerin Anne Spiegel (Grüne) in einer Sondersitzung der Landtagsausschüsse in Mainz. Die Abfallentsorgungsbetriebe hätten in Abstimmung mit der SGD Nord auch noch andere Ablageflächen festgelegt. Die Deponie Eiterköpfe könne auch ölbelasteten Boden annehmen. Für den Elektronikschrott gebe es noch keine Lösung. Die SGD werde auch klären, wie mit den zahlreichen Autowracks umzugehen sei.

+++ Wurde früh genug vor dem Hochwasser gewarnt? +++
12:00 Uhr

Viele Betroffene sind nach der Hochwasser-Katastrophe im Norden von Rheinland-Pfalz traumatisiert. Hätte ihre Not verhindert werden können? Zuletzt gab es immer wieder Kritik am Katastrophenwarnsystem der Behörden und viele stellen die Frage, ob die Menschen früh genug vor der Flut gewarnt wurden.

+++ ARD-Benefiz-Tag zur Hochwasser-Katastrophe am Freitag +++
11:45 Uhr

Die ARD will am Freitag von 7 Uhr morgens bis Mitternacht ein Zeichen für Zusammenhalt in Deutschland setzen. Der ARD-Benefiz-Tag ende abends in eine Live-Sendung aus Köln und Leipzig um 20:15 Uhr im Ersten, den auch das SWR Fernsehen übernimmt.

+++ Finanzielles Ausmaß der Flut laut Ahnen noch unklar +++
11:30 Uhr

Das finanzielle Ausmaß der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz ist nach den Worten von Finanzministerin Doris Ahnen (SPD) noch unklar. "Sicher ist, die sichtbaren Schäden gehen schon jetzt in die Milliardenhöhe", sagte Ahnen in einer Sondersitzung von drei Fachausschüssen des Landtags in Mainz. Ob die Katastrophe einen Nachtragshaushalt für 2021 erforderlich mache, sei noch nicht abzusehen. "Schon jetzt ist klar, dass die Katastrophe den Landeshaushalt auf Jahre hinaus belasten und beschäftigen wird."

+++ Über 8,5 Millionen private Spenden +++
11:15 Uhr

Auf dem Spendenkonto der rheinland-pfälzischen Landesregierung für die Flutopfer sind seit gestern erneut mehr als eine Million Euro eingegangen. Das sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) bei einer Sondersitzung des Landtags. Inzwischen sind auf dem Konto mehr als 8,5 Millionen Euro private Spenden zusammengekommen. Auch die Hilfsbereitschaft der Menschen sei überwältigend, so Dreyer. Auf der Online-Plattform für Hilfsangebote nach der Flutkatastrophe seien bereits rund 730 Hilfsangebote eingestellt worden.

+++ Lebenshilfe-Wohnheim in Sinzig: Staatsanwaltschaft prüft Strafverhalten +++
11:00 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat ein sogenanntes Prüfverfahren wegen der Todesfälle im Lebenshilfe-Wohnheim in Sinzig eingeleitet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird derzeit geprüft, ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt. Wenn dies zutreffen sollte, dann müsse geschaut werden, wem dies zur Last gelegt werden kann. Bei der Hochwasserkatastrophe sind in der Einrichtung für Menschen mit Behinderung der Lebenshilfe in Sinzig zwölf Bewohner durch die Fluten gestorben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft werden derzeit die Leichname identifiziert. Eine Obduktion werde nur dann durchgeführt, wenn es Hinweise auf ein Fremdverschulden gebe oder andere Auffälligkeiten vorliegen würden. Das entsprechende Prüfverfahren dauere noch an – aktuell könne die Staatsanwaltschaft noch nicht abschätzen, wann mit einem Ergebnis zu rechnen sei.

+++ Mittlerweile 128 Menschen tot geborgen +++
11:00 Uhr

Im Hochwasser-Katastrophengebiet im Norden von Rheinland-Pfalz sind bisher 128 Menschen tot geborgen worden. Das teilte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) in einer Sondersitzung des Landtags mit. "Wir müssen von der schrecklichen Annahme ausgehen, dass diese Zahl noch steigen wird." Die Menschen im Katastrophengebiet seien an Leib und Seele verletzt. Dreyer sagte, die Katastrophe werde das Land lange prägen.

+++ 330 Menschen mit Hubschraubern gerettet +++
11:00 Uhr

Nach der Sturzflut an der Ahr haben Einsatzkräfte etwa 330 Menschen mit Hubschraubern von Dächern und Bäumen gerettet. Insgesamt seien bis zu 36 Hubschrauber im Einsatz gewesen, sagte der Innenminister Roger Lewentz (SPD) in einer Sondersitzung des Landtags in Mainz. Zurzeit seien im Kreis Ahrweiler 3.500 Kräfte des Katastrophenschutzes, 1.050 Polizisten und 853 Soldaten im Einsatz. Die Rettungs- und Evakuierungsmaßnahmen dauerten noch an. Lewentz zeigte sich besorgt, dass der für das Wochenende angekündigte Regen die Situation zusätzlich erschweren könnte.

+++ Sieben Zugstrecken müssen erneuert werden +++
10:45 Uhr

Nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen muss die Deutsche Bahn sieben Strecken komplett neu bauen oder sanieren. Das sagte eine Bahn-Sprecherin im Deutschlandfunk. Wann die beschädigten Strecken wieder sicher befahrbar sein werden, könne sie nicht abschätzen. Insgesamt sind bei der Flutkatastrophe nach Angaben der Bahn 600 Kilometer Schiene zerstört und 80 Bahnhöfe teilweise schwer beschädigt worden.

+++ Toter Mann am Ufer der Prüm gefunden +++
10:30 Uhr

Ein unbekannter Mann ist gestern im Uferbereich der Prüm (Eifelkreis Bitburg-Prüm) tot aufgefunden worden. Laut Polizei handelt es sich wahrscheinlich um einen vermissten 71-jährigen Mann aus Nordrhein-Westfalen. Die Leiche werde nun identifiziert. Der Mann war vergangene Woche zu einem Campingplatz in Prüm gefahren, um nach seinem Wohnwagen zu schauen. Seitdem gilt er als vermisst. Sollte in den kommenden Tagen bestätigt werden, dass es sich um den 71-Jährigen handelt, wäre es der erste Tote der Hochwasser-Katastrophe in der Region Trier.

+++ Schuster räumt Fehler im Katastrophenwarnsystem ein +++
10:15 Uhr

Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Armin Schuster (CDU) hat nun doch Fehler bei der Warnung der Bevölkerung vor der Hochwasser-Katastrophe eingeräumt. Bei der Warnung der Menschen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen habe es Probleme gegeben, sagte Schuster im ARD-Morgenmagazin. Wenn er das Leid der Menschen sehe, könne er sich nicht hinstellen und so tun als sei es optimal gelaufen. Beim Thema Warnung spielten unglaublich viele eine Rolle, die in einer Meldekette seien. Man habe sich bewusst für ein System entschieden, bei dem die Verantwortlichen vor Ort Warnungen auslösen müssten. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz würde diese dann verbreiten. Das sei auch passiert: So sei unter anderem über Apps und Fernseh-Rundfunkanstalten gewarnt worden. Schuster kündigte aber an, dass zukünftig auch wieder verstärkt über Sirenen gewarnt werden solle. Er sei sich zudem fast sicher, dass das sogenannte Cell-Broadcasting eingeführt werde. Mit der Technik kann eine Art Warn-SMS an alle Telefone in einem bestimmten Bereich geschickt werden.

+++ Region Trier wirbt trotz Flutschäden um Touristen +++
10:00 Uhr

Von der Hochwasserkatastrophe sind die meisten touristischen Ziele in der Region Trier verschont geblieben oder mittlerweile aufgeräumt und geöffnet. Das teilte die Eifel Tourismus GmbH mit. Urlaub sei im rheinland-pfälzischen Teil der Eifel nahezu uneingeschränkt möglich. Die meisten Wander- und Radwege seien nutzbar, nur vereinzelt gebe es Einschränkungen, weil etwa Brücken zerstört wurden. Hier sollen bis Anfang nächster Woche Umgehungen eingerichtet werden. Nur wenige Gastbetriebe seien vom Hochwasser betroffen. In diesem Fall würden den Gästen, die schon gebucht haben, Alternativen angeboten.Von der Flut sind auch Orte der Region Trier betroffen, vor allem der Trierer Vorort Ehrang.

+++ Wer muss trotz der Schäden zur Arbeit? +++
9:45 Uhr

Das Haus liegt in Trümmern, der Zug fährt nicht, die Straßen sind nicht befahrbar - es gibt klare Regelungen im Arbeitsrecht, wer jetzt trotzdem zur Arbeit muss und wer nicht.

+++ Förderprogramm für Trink- und Abwasser +++
7:00 Uhr

Rheinland-Pfalz hat ein Sonderförderprogramm für die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung im Katastrophengebiet aufgelegt. Damit könnten Kommunen in den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Regionen sofort mit dem Wiederaufbau beginnen, teilte das Klimaschutzministerium mit. Kosten entsprechender Investitionen könnten vom Land übernommen werden, das dafür 20 Millionen Euro bereitstelle. Für das Sonderförderprogramm gelte bis Ende des Jahres ein vereinfachtes Antragsverfahren, sagte Klimaschutzministerin Anne Spiegel (Grüne).

+++ DIHK rechnet mit Milliardenschäden für Unternehmen +++
4:30 Uhr

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet angesichts der Flutkatastrophe mit massiven Schäden bei Unternehmen. DIHK-Präsident Peter Adrian sagte, zwar sei es derzeit noch schwierig, eine genaue Summe zu nennen. "Was man sagen kann: Der Schaden geht insgesamt sicher in die Milliarden." Viele Unternehmer stünden vor den Trümmern ihres Lebenswerks, sagte Adrian, der in Trier wohnt. Er selbst habe sich das in mehreren Regionen angeschaut. Der Wiederaufbau werde eine Riesenaufgabe. Ein Problem sei auch hier der Mangel an Fachleuten. "Aktuell brauchen wir vor Ort zum Beispiel viele Elektriker, so viele gibt es aber gar nicht." Adrian sprach sich für unbürokratische Hilfen aus. Ein kleiner Mittelständler, der vor seinem zerstörten Betrieb stehe, könne nicht noch zehn Formulare ausfüllen.

+++ Landtagsausschüsse beraten über Flutfolgen +++
4:00 Uhr

Drei Fachausschüsse des rheinland-pfälzischen Landtags kommen am Vormittag zu einer gemeinsamen Sondersitzung zusammen. Einziger Tagesordnungspunkt ist die Hochwasserkatastrophe. Die Beratungen wurden auf Antrag aller Fraktionen mit Ausnahme der AfD angesetzt, mit den Mitgliedern der Ausschüsse für Inneres, Klima und Finanzen. Themen sollen die aktuelle Lage, die Katastrophenhilfe, finanzielle Hilfen und Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser und Starkregen sein.

+++ DRK zieht erste Bilanz +++
3:45 Uhr

Nach der Unwetterkatastrophe im Ahrtal will das Deutsche Rote Kreuz heute eine erste Bilanz des bisherigen Einsatzes ziehen. DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt besucht in Bad Neuenahr-Ahrweiler eine ambulante Arztpraxis des DRK. Sie will sich auch dazu äußern, wie gut Deutschland auf solche Katastrophen vorbereitet ist. Kürzlich hatte Hasselfeldt bereits eine bessere Prävention gefordert und darauf verwiesen, dass Wetterextreme in den nächsten Jahren zunehmen werden.

+++ Bundesländer unterstützen Aufbauhilfe +++
2:15 Uhr

Mehrere Bundesländer haben ihre Bereitschaft signalisiert, die geplante Aufbauhilfe für die Hochwassergebiete finanziell zu unterstützen. Aus Sachsen-Anhalt und Sachsen hieß es, man werde sich solidarisch an den finanziellen Herausforderungen beteiligen. Die Ministerpräsidenten Reiner Haseloff und Michael Kretschmer (beide CDU) verwiesen auf Hilfen, die ihre Ländern nach der Flut 2013 erhalten hatten. Auch Bremen und Thüringen zeigten sich bereit, den Wiederaufbau in West- und Süddeutschland zu unterstützen. Hessen verwies nach einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland darauf, dass die Finanzlage der Länder wegen Corona bereits angespannt sei.

+++ Bundeswehr-Aufklärungsflug über dem Ahrtal +++
1:30 Uhr

Die Bundeswehr fliegt am Donnerstagmorgen mit einem Airbus tief über das Ahrtal. Mit Hilfe von Wärme- und Infrarotkameras soll der Aufklärungsflug neue Erkenntnisse und Daten über das Flussbett nach dem Hochwasser liefern. Es handle sich um ein Open-Skies-Beobachtungsflugzeug, so die Bundeswehr. Die Luftwaffe war bereits am Mittwoch mit einem Tornado über der Katastrophenregion unterwegs. Die hochauflösenden Aufnahmen sollen nach Angaben des Ministeriums helfen, Schäden besser zu erkennen und festzustellen, wo noch Hilfe nötig ist. Pioniere der Bundeswehr, die am Boden eingesetzt sind, hatten die Unterstützung angefragt.

Hochwasser-Blog zum Nachlesen (Mittwoch, 21. Juli)

Mittwoch (21. Juli)

+++ Jugendamt stoppt "Familienzentrum" in Bad Neuenahr-Ahrweiler +++
22:30 Uhr

Das Landesjugendamt hat mit der Polizei am Abend das sogenannte Familienzentrum in der Aloisius-Grundschule in Bad Neuenahr-Ahrweiler geschlossen. Dort waren Kinder von Flutopfern betreut worden. Die Behörden untersagten den Organisatoren, Kinder zu betreuen. "Bei aller Not, die vor Ort herrscht, müssen Kinder von qualifiziertem Personal betreut werden", sagte Detlef Placzek, Präsident des Landesjugendamts. Die Organisatoren des Vereins "Eltern stehen auf" stehen im Verdacht, der Querdenker-Organisation anzugehören. Politische Akteure aus ihrer Mitte habe man entfernt, sagte ein Sprecher der Gruppe im "Familienzentrum" dem SWR. Er sei froh darüber, dass das Jugendamt eine Lösung für die Kinder gefunden habe.

+++ Klima-Aktivisten sammeln für Hochwasser-Opfer +++
21:15 Uhr

Aktivisten von "Fridays for Future" wollen am Freitag bundesweit Spenden für die Opfer der Hochwasserkatastrophe sammeln. Man plane Hilfsaktionen und Solidaritätsbekundungen, teilte die Klimaschutzbewegung mit. Gleichzeitig solle auf den Zusammenhang zwischen häufigeren Extremwetter-Ereignissen und dem Klimawandel aufmerksam gemacht werden.

+++ Zahl der Opfer steigt auf 125, noch 155 Vermisste +++
20:30 Uhr

Die Zahl der Menschen, die bei der Flutkatastrophe im Kreis Ahrweiler ums Leben gekommen sind, hat sich weiter erhöht: von 123 auf 125. Das berichtete Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Abend auf dem Nürburgring. 764 Verletzte seien bisher behandelt worden. 155 Menschen würden noch immer vermisst, hatte Polizei-Einsatzleiter Heinz Wolschendorf zuvor in Bad Neuenahr-Ahrweiler gesagt. Fast 42.000 Menschen seien von der Katastrophe betroffen.

+++ Dreyer informiert sich über Nothilfe am Nürburgring +++
18:00 Uhr

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat am Mittwochabend die vielen Helfer und Einsatzkräfte am Nürburgring besucht. Am Nürburgring werde die Dimension der Katastrophe greifbar, so Dreyer. "Sonst ein Anziehungspunkt für Motorsportfreunde aus aller Welt ist der Nürburgring in dieser Hochwasserkatastrophe zu einem beispiellosen Ort der Hilfe und Solidarität geworden.“ Die Rennstrecke in der Eifel dient im Moment als zentrale Koordinierungsstelle des Hilfseinsatzes im Hochwassergebiet.

+++ 123. Todesopfer im Kreis Ahrweiler gefunden, 155 Menschen noch vermisst +++
16:50 Uhr

Die Zahl der Menschen, die bei der Flutkatastrophe im Kreis Ahrweiler ums Leben gekommen sind, ist auf 123 gestiegen. 764 Verletzte seien bisher behandelt worden und 155 Menschen würden noch immer vermisst. Laut Polizei-Einsatzleiter Heinz Wolschendorf in Bad Neuenahr-Ahrweiler sind rund 42.000 Menschen von der Katastrophe betroffen. Pro Tag seien rund 2.000 professionelle Helfer im Einsatz und etwa 300 Seelsorger und Seelsorgerinnen sowie Psychologinnen und Psychologen aus der ganzen Bundesrepublik, sagte der Leiter des Krisenstabs, Thomas Linnertz.

+++ Bürgermeister an der Ahr befürchten Seuchengefahr +++
16:30 Uhr

Helfer und Betroffene kämpfen im Hochwassergebiet an der Ahr gegen Schlamm und Trümmer. Zerstörte Kläranlagen, verstopfte Abwasserrohre oder ausgelaufene Heizöltanks machen diese Arbeit aber gefährlich. Die Bürgermeister an der Ahr befürchten nun Seuchen und Rattenplagen. 

+++ Winzer verlieren 50 Millionen Euro an Weinen +++
16:15 Uhr

Das Hochwasser im Ahrkreis hat nach Schätzungen des Weinbauverbandes Ahr Weine im Wert von fast 50 Millionen Euro vernichtet. Betroffen sei vor allem der Jahrgang 2020, der in den Kellern in Flaschen oder Fässern lagerte, sagte der Verbandsgeschäftsführer Knut Schubert dem SWR. Auch Rest-Bestände der drei vorherigen Jahrgänge seien verloren gegangen. Insgesamt sei der Ertrag von schätzungsweise anderthalb Ernten betroffen. Hinzu kommen dem Verband zufolge Schäden an Gebäuden und Maschinen. Die Ahrweinberge selbst hätten die Flut weitgehend unbeschadet überstanden. Grund hierfür sei, dass nur ein Bruchteil der Weinberge als Flachlage in Ufernähe angelegt ist – der Großteil der Ahrweinberge befindet sich in Steillagen.

+++ Versicherer rechnen mit Milliardenschaden +++
16:00 Uhr

Die Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat Experten zufolge wohl einen Schaden in Milliardenhöhe angerichtet. Die deutsche Versicherungsbranche rechne mit Überschwemmungsschäden von vier bis fünf Milliarden Euro, teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Mittwoch mit. Das seien erste Schätzungen, so der Verband weiter. Die Schäden dürften sogar über denen des sogenannten Jahrhunderthochwassers an Elbe und Oder im Jahr 2002 liegen, sagte der GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Damit zeichnet sich für die Versicherungen das schadensträchtigste Jahr seit 2002 ab.

+++ Rheinland-Pfalz erwartet aus Bundeshilfe rund 100 Millionen Euro +++
15:30 Uhr

Von den 200 Millionen Euro Soforthilfe des Bundes für die besonders von der Flut-Katastrophe betroffenen Gebiete wird Rheinland-Pfalz wohl etwa 100 Millionen Euro bekommen. Davon geht das rheinland-pfälzische Finanzministerium aus. Die gleiche Summe soll vom Land noch einmal dazu kommen. Damit stünden für die Soforthilfe in Rheinland-Pfalz rund 200 Millionen Euro zur Verfügung, sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums dem SWR. Mit dem Geld werde die Soforthilfe für die Menschen in den Katastrophengebieten bezahlt. Aber auch erste Reparaturen an der Infrastruktur, wie etwa an Straßen, würden damit finanziert, hieß es.

Aufräumen in den Hochwasserregionen Bund beschließt 200 Mio. Euro Soforthilfe - 100 Mio. Euro davon für RP

Knapp eine Woche nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz gehen die Suche nach Vermissten und die Aufräumarbeiten weiter. Die Bundesregierung beschloss eine Soforthilfe von 200 Millionen Euro, die Hälfte soll nach Rheinland-Pfalz gehen.

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz SWR Fernsehen RP

+++ KSB spendet Hauswasserwerke und Schmutzwasserpumpen +++
14:45 Uhr

Der Pumpen- und Armaturenhersteller KSB mit Sitz in Frankenthal will die vom Hochwasser betroffenen Gebiete in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Bayern unterstützen. Das Unternehmen stellt deshalb nach eigenen Angaben 1.000 Hauswasserwerke für die Trinkwasserversorgung zur Verfügung. Außerdem erhalte das Technische Hilfswerk in Frankenthal fünf mobile Schmutzwasserpumpen. Damit könne das THW zum Beispiel überflutete Keller leer pumpen. Es sei eine Selbstverständlichkeit, in dieser Ausnahmesituation zu helfen, sagte ein Sprecher der Geschäftsleitung. Auch Mitarbeiter von KSB sind den Angaben zufolge als freiwillige Helfer in den Katastrophengebieten.

+++ Besondere Hygienemaßnahmen im Trierer Hochwassergebiet +++
13:30 Uhr

Wegen einer möglichen Verbreitung von Darmbakterien und Viren rät das Gesundheitsamt des Kreises Trier-Saarburg und der Stadt Trier zu besonderen Hygienemaßnahmen in den Hochwassergebieten. Beispielsweise sollten bei den Aufräumarbeiten flüssigkeitsdichte Handschuhe getragen werden. Nach dem Ausziehen der Handschuhe empfehlen die Ämter den Menschen, sich die Hände zu waschen oder zu desinfizieren. Kinder sollten nicht im Bereich des Überschwemmungswassers baden oder spielen, hieß es weiter. Weil in der vergangenen Woche auch Kläranlagen geflutet worden waren und wegen der generell warmen Temperaturen, könnten in dem zurückgebliebenen Schlamm Darmbakterien und Viren sein, die Durchfallerkrankungen verursachten, erklärten die Ämter.

(han) Appell Gesundheitsamt: Vorsicht in Überschwemmungsgebieten ⚠️ Darmbakterien und Viren könnten sich durch Überflutung und warme Temperaturen verbreiten. Bitte bei Aufräumarbeiten Handschuhe tragen & Hände regelmäßig waschen oder desinfizieren! Mehr: https://t.co/Gp8cWu7u6s

+++ Viele Schulen durch Hochwasser beschädigt +++
13:15 Uhr

Im Kreis Ahrweiler sind nach derzeitigem Stand 14 Schulen besonders schwer von der Flutkatastrophe betroffen. Dort würden rund 7.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Das teilte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) nach einem Treffen mit Schulleiterinnen und Schulleitern aus Ahrweiler mit. Für die Zeit nach den Sommerferien werde nach flexiblen und unbürokratischen Lösungen gesucht – unter anderem mit den Schulträgern und der Schulaufsicht. "Die Solidarität benachbarter Gemeinden spielt dabei eine ganz entscheidende Rolle", so Hubig. Neben dem Wiederaufbau gehe es darum, sich um die Schülerinnen und Schüler und um die Lehrkräfte zu kümmern, die das Erlebte verarbeiten müssten. Dafür stünden bereits jetzt Hilfsangebote seitens des Landes bereit. Den Schulstart nach den Ferien werde das Land eng mit schulpsychologischen Angeboten begleiten.

+++ Deutscher Wetterdienst will Pegelvorhersagen optimieren +++
13:00 Uhr

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) will künftig noch präzisere Wetterprognosen liefern und dabei vor allem die Pegelvorhersagen bei Sturzfluten optimieren. Dem DWD zufolge sollen in den nächsten zwei Jahren die beiden bisherigen Verfahren von aktuellen Radarmessungen und Modellvorhersagen besser aufeinander abgestimmt werden. So könnten aktuelle Starkregenvorhersagen künftig auch gut für Pegelvorhersagen der nächsten drei Stunden verwendet werden. "Damit ist die Vorwarnzeit für Bürgerinnen und Bürger deutlich erhöht", sagte der Leiter der Vorhersage- und Beratungszentrale des DWD, Franz-Josef Molé, am Mittwoch dem WDR. Kritik, dass vor der Hochwasser-Katastrophe in der vergangenen Woche nicht ausreichend gewarnt worden sei, wies er zurück: "Die Pegelvorhersagen waren sehr gut gewesen und es wurde vor einer Katastrophe gewarnt." Die Meteorologen hätten selbst keine Vorstellung davon gehabt, dass die Auswirkungen so extrem sein würden. "Das war ein nie dagewesenes Ereignis", erklärte Molé.

+++ Handwerkskammer koordiniert Hilfsangebote +++
12:45 Uhr

Die Handwerkskammer Koblenz nimmt Hilfsangebote auf, um von der Hochwasserkatastrophe betroffene Handwerksbetriebe im Ahrtal zu unterstützen. Nach Angaben der Kammer haben sich bislang mehr als 400 Handwerker aus Deutschland und aus dem Ausland gemeldet, viele aus Österreich. Die Hilfseinsätze sinnvoll zu koordinieren sei schwierig, denn die Nachfrage ändere sich von Tag zu Tag. Die Handwerkskammer bittet Handwerker im Ahrtal, Kontakt aufzunehmen oder andere zu informieren. In Bad Neuenahr-Ahrweiler ist die Außenstelle der Koblenzer Handwerkskammer "Die Ahr Akademie“ geöffnet, dort gebe es Strom und Internet. Dort stelle man für betroffene Handwerker Arbeitsplätze als Notbüro zur Verfügung.

+++ Koch versorgt Betroffene und Helfer +++
12:30 Uhr

Seit 30 Jahren führt Thomas Herrig sein Restaurant im Bitburger Gutland. In Meckel selbst gibt es kaum Schäden, aber die Dörfer ringsum hat es heftig getroffen. Jetzt kocht er für Menschen, die alles verloren haben und die vielen Helfer.

Meckel

Hilfe nach Hochwasser Gastronom aus Meckel kocht für Menschen im Katastrophengebiet

Seit 30 Jahren führt Thomas Herrig sein Restaurant im Bitburger Gutland. In Meckel selbst gibt es kaum Schäden, aber die Dörfer ringsum hat es heftig getroffen. Jetzt kocht er für Menschen, die alles verloren haben und die vielen Helfer.

+++ DGB fordert Freistellungen für Katastrophenschutz +++
12:15 Uhr

Der Deutsche Gewerkschaftsbund in Rheinland-Pfalz hat an Arbeitgeber appelliert, Freistellungen für den Katastrophenschutz zu ermöglichen. Der DGB-Landesvorsitzende Dietmar Muscheid teilte mit, die Solidarität der Menschen mit den Betroffenen der Flutkatastrophe sei riesig. Vor Ort packten viele Freiwillige bei den Aufräumarbeiten mit an. Deshalb sollten sich die Arbeitgeber solidarisieren und dieses Engagement mit großzügigen Freistellungsregelungen unterstützen.

+++ Online-Plattform zur Koordinierung der Hilfe +++
12:00 Uhr

Das Land Rheinland-Pfalz hat im Internet eine Plattform zur Koordinierung der Hilfsangebote für Betroffene der Hochwasser-Katastrophe eingerichtet. Bürgerinnen und Bürger, die helfen möchten, können dort Angebote einstellen – zum Beispiel Kleiderspenden, Transportmöglichkeiten oder auch Angebote für Unterkünfte. Im Gegenzug können von der Flutkatastrophe Betroffene auf der Plattform angeben, was ihnen fehlt und was sie dringend benötigen. Für Menschen, die im Moment keinen Internetzugang haben, können sich stellvertretend Personen anmelden, um Angebote und Nachfragen für die Betroffenen zu koordinieren. Viele Menschen in den Katastrophengebieten fühlten sich ohnmächtig und hilflos, sagte der rheinland-pfälzische Sozialminister Alexander Schweitzer (SPD). Er hoffe, dass sich viele beteiligten und die Online-Plattform nutzten.

+++ Bundeskabinett beschließt Hochwasser-Soforthilfe in Höhe von 200 Millionen Euro +++
11:20 Uhr

Das Bundeskabinett hat nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen Soforthilfen auf den Weg gebracht. Nach Angaben von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) beteiligt sich der Bund mit bis zu 200 Millionen Euro zur Hälfte an den Hilfen aus den Bundesländern. Insgesamt stehen laut Beschluss demnach bis zu 400 Millionen Euro zur Verfügung. Außerdem soll ein Fonds aufgebaut werden. Dessen Aufbau werde Jahre in Anspruch nehmen, sagte Scholz. Über die finanzielle Ausstattung soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden. Die rheinland-pfälzische Landesregierung hatte für Betroffene der Hochwasserkatastrophe am Dienstag Soforthilfen bis zu 3.500 Euro pro Haushalt beschlossen. Das Geld solle ohne Bedürftigkeitsprüfung schnellstmöglich über die Kreisverwaltungen ausgezahlt werden, hatte die Staatskanzlei mitgeteilt.

+++ Rheinischer Präses ruft Kirchengemeinden zu Glockengeläut auf - als "Zeichen der Solidarität" +++
11:15 Uhr

Der Rheinische Präses hat Kirchengemeinden angesichts der Hochwasser-Katastrophe zu Glockengeläut und Andachten aufgerufen. Evangelische Gemeinden und Einrichtungen sollten am Freitag um 18 Uhr die Glocken läuten lassen. Angesichts der Flutkatastrophe brauche es ein „tröstendes Zeichen der Solidarität“, so Präses Thorsten Latzel. Man wolle zeigen, dass man sich gegenseitig unterstütze und füreinander bete. Auf der Homepage der Evangelischen Kirche im Rheinland wird es außerdem die Möglichkeit geben, eine Andacht mitzufeiern.

+++ Bundeswehr errichtet zweite Behelfsbrücke über die Ahr +++
11:00 Uhr

In Insul (Kreis Ahrweiler) hat die Bundeswehr eine zweite Behelfsbrücke über die Ahr gebaut. Schon gestern hatten Soldatinnen und Soldaten in dem ebenfalls von den Überschwemmungen schwer getroffenen Weinort Rech eine erste derartige Brücke über die Ahr errichtet. Generalleutnant Martin Schelleis sagte am Dienstag, seit dem Hochwasser hätten die rund 590 Einwohner des südlichen Teils von Rech nur über Boote und aus der Luft versorgt werden können. Die neue Behelfsbrücke in Rech soll den Angaben zufolge ab Mittwochmittag befahren werden können.

+++ Auch Wirtschaftsministerin Schmitt für Sirenen +++
8:30 Uhr

Im Katastrophenschutz sollten nach Ansicht der rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt (FDP) neben digitalen Warnsystemen auch Warnsirenen eine Rolle spielen. "Wir alle kennen das aus früheren Jahren in den Ortschaften mit der klassischen Sirenenübung", sagte sie. Zudem gebe es in ländlichen Regionen auch ältere Menschen, die digitale Methoden nicht so gerne nutzten. "Es braucht alle Instrumente, um keinen letztendlich nicht zu informieren", sagte Schmitt.

+++ Polizei beklagt Verbreitung von Fake News +++
7:30 Uhr

In den Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen registriert die Polizei eine zunehmende Zahl von Falschinformationen. Vereinzelt fahren demnach Lautsprecherwagen durch die Orte mit dem Ziel, Fake News zu verbreiten und die Menschen zu verunsichern. Das sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, im Interview mit SWR-Aktuell. Die Polizei werde versuchen, die Täter zu ermitteln, sagte Radek. Es gehe dabei unter anderem um Amtsanmaßung, Behinderung von Rettungskräften und unterlassene Hilfeleistung. Den Tätern drohten in diesen Fällen langjährige Haftstrafen.

+++ Feuerwehrfrau bei Einsatz ums Leben gekommen +++
6:30 Uhr

Bei den Rettungsarbeiten an der Ahr ist eine Feuerwehrfrau ums Leben gekommen. Das teilte der Landesfeuerwehrverband mit. Näheres ist nicht bekannt. Laut Verband wurde für betroffene Feuerwehrangehörige ein Spendenkonto eingerichtet. Außerdem könnten die Einsatzkräfte auf Wunsch anonym Hilfe bekommen, wenn sie Probleme bei der psychischen Verarbeitung des Einsatzes haben.

+++ Dehoga: Flut neuer Schlag für das Gastgewerbe +++
4:35 Uhr

Die Hochwasserkatastrophe hat dem von der Corona-Pandemie ohnehin schwer getroffenen rheinland-pfälzischen Gastgewerbe einen weiteren wirtschaftlichen Schlag versetzt. Nach Angaben des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Rheinland-Pfalz gibt es beispielsweise im stark betroffenen Kreis Ahrweiler so gut wie keine Wirtshäuser oder Hotels, die innerhalb der kommenden zwölf Monate wieder Gäste empfangen könnten. "Die zerstörte Infrastruktur, die kaputten Gebäude, aber beispielsweise auch die fehlende Gasversorgung geben wenig Anlass zur Hoffnung", sagte Dehoga-Präsident Gereon Haumann. Zahlreiche Urlaubsgäste würden ihre Buchungen auch in Landesteilen stornieren, die überhaupt nicht von den Überflutungen betroffen waren, wie beispielsweise Rheinhessen oder die Pfalz. Tausende Betten würden leer bleiben, so Haumann. Das Bundesland werde insgesamt als Katastrophengebiet betrachtet.

+++ THW-Vize: Kaum Chancen, Überlebende zu finden +++
3:30 Uhr

Die Vizepräsidentin des Technischen Hilfswerks (THW), Sabine Lackner, sieht kaum noch Chancen, knapp eine Woche nach den Überschwemmungen im Westen Deutschlands noch Überlebende zu finden. "Wir suchen aktuell nach Vermissten, etwa beim Räumen der Wege oder Auspumpen der Keller", sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Zu diesem Zeitpunkt sei es aber leider sehr wahrscheinlich, dass man Opfer nur noch bergen könne. Lackner warnte zugleich vor schnellen Schuldzuweisungen, wonach ein besseres Warnsystem Tote hätte verhindern können. "Natürlich werden wir die Abläufe aufarbeiten müssen", so Lackner. Aber für diese Debatte brauche es Ruhe.

+++ Bad Neuenahr richtet elf Info-Stellen ein +++
1:10 Uhr

Um die Bürgerinnen und Bürger vor Ort gezielt mit hilfreichen Informationen zu versorgen, wird die Stadt insgesamt an elf Stellen entsprechende Anlaufstellen einrichten. Dort stehen ab Mittwoch, 21. Juli, in der Zeit von 10 bis 18 Uhr städtische Mitarbeiter für Fragen zur Verfügung.

Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler richtet 11 Info-Punkte ein❗️ Ab Mittwoch, 21. Juli, in der Zeit von 10 bis 18 Uhr stehen stehen städtische Mitarbeiter den Bürger:innen vor Ort für Fragen zur Verfügung. ℹ️ https://t.co/D4go7wKHv7

+++ Auffangstelle im Bad-Neuenahr-Ahrweiler +++
0:45 Uhr

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) betreibt in der Grundschule Heimersheim eine Auffangstelle. Dort stehen 200 Betten zur Verfügung, es gibt rund um die Uhr medizinische Versorung. Menschen können duschen, es gibt Verpflegung sowie Kleidung und Hygieneartikel. Das Angebot gilt sowohl für Anwohner als auch für Helfer.

+++ Bund will Soforthilfen auf den Weg bringen +++
00:30 Uhr

Das Bundeskabinett will am Morgen Soforthilfen für die Flutopfer beschließen. Medienberichten zufolge soll der Bund 200 Millionen Euro zur Verfügung stellen, aus den betroffenen Bundesländern soll noch einmal die gleiche Summe kommen. Die Hilfen sollen möglichst unkompliziert ausgezahlt werden. Außerdem ist ein Aufbaufonds geplant. Der Bund will den Ländern zudem die Kosten für Rettungseinsätze von Bundespolizei, Technischem Hilfswerk und Bevölkerungsschutz erlassen. Auch die Bundeswehreinsätze in den Überschwemmungsgebieten sollen nicht in Rechnung gestellt werden. Zur Bewältigung der Schäden sollen auch Mittel aus dem EU-Solidaritätsfonds beantragt werden.

Die Entwicklung bis zum 20. Juli zum Nachlesen:

Rheinland-Pfalz

Starkregen und Überschwemmungen Hochwasser-Live-Blog in RLP: Die Entwicklungen bis zum 20. Juli

Nach der Hochwasserkatastrophe vor allem im Norden des Landes wird das ganze Ausmaß deutlich. Die Zahl der Toten steigt und viele Menschen werden weiter vermisst. Hier die aktuelle Lage:

Aufräumen in den Hochwasserregionen Bund beschließt 200 Mio. Euro Soforthilfe - 100 Mio. Euro davon für RP

Knapp eine Woche nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz gehen die Suche nach Vermissten und die Aufräumarbeiten weiter. Die Bundesregierung beschloss eine Soforthilfe von 200 Millionen Euro, die Hälfte soll nach Rheinland-Pfalz gehen.

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz SWR Fernsehen RP

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz Zahl der Toten im Norden des Landes steigt auf 132

Die Zahl der Menschen, die bei der Flutkatastrophe im Norden von Rheinland-Pfalz ums Leben gekommen sind, ist auf nun 132 gestiegen. Das hat die Polizei am Freitag mitgeteilt.

Rheinland-Pfalz

Finanzhilfe für Menschen in Hochwassergebieten Rheinland-Pfalz zahlt bis zu 3.500 Euro Soforthilfe pro Haushalt

Das rheinland-pfälzische Kabinett hat Soforthilfen für die Betroffenen in den Krisenregionen beschlossen. Laut Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) soll das Geld schnell und unbürokratisch ausgezahlt werden.

Landkreis Ahrweiler

Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz Wie das Hochwasser in der Eifel so katastrophal werden konnte

Binnen weniger Stunden haben sich kleine Flüsse in der Eifel in reißende Ströme verwandelt. Dass das Hochwasser so schnell so katastrophal werden konnte, hat mehrere Ursachen.

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Hochwasser-Katastrophe im Ahrtal Tausende Menschen im Kreis Ahrweiler ohne Strom, Wasser und Gas

Weite Teile der Infrastruktur im Kreis Ahrweiler werden auf längere Zeit nicht funktionieren. Der Kreis hat nun für Betroffene und Helfer eine Notunterkunftsbörse eingerichtet.

#Zusammenhalten im Südwesten Hochwasser in RLP: So können Sie spenden und helfen

Nach der zerstörerischen Jahrhundertflut im Juli 2021 befinden sich viele Orte im Wiederaufbau. Hier finden Sie Anlaufstellen und Spendenkonten, um zu helfen.

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