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Die Zahl der Menschen, die bei der Flutkatastrophe im Norden von Rheinland-Pfalz ums Leben gekommen sind, ist auf nun 132 gestiegen. Das hat die Polizei am Freitag mitgeteilt.

Damit hat sich die Zahl der Todesopfer um vier erhöht im Vergleich zum Vortag. Noch immer werden 149 Menschen vermisst, also sechs weniger als am Donnerstag. Fast 42.000 Menschen sind von der Katastrophe im Ahrtal betroffen. Pro Tag seien rund 2.000 professionelle Helfer im Einsatz und etwa 300 Seelsorger und Psychologen aus der ganzen Bundesrepublik, sagte der Leiter des Krisenstabs, Thomas Linnertz.

Die Ahr hat sich in ihr Flussbett zurückgezogen, die Gegend ist eine Trümmerlandschaft. (Foto: SWR)
So sieht das Ahrufer in Bad Neuenahr-Ahrweiler sechs Tage nach der Flutwelle aus. Zwar hat sich die Ahr in ihr Flussbett zurückgezogen, doch wo das Auge hinreicht, ist nur Zerstörung.

Insgesamt habe es seit der verheerenden Flut mehr als 5.000 Hinweise auf Vermisste gegeben, die von der Polizei bearbeitet werden mussten. Darunter seien viele Mehrfachmeldungen gewesen.

Wie die Beamten weiter mitteilten, werden im Kreis Ahrweiler derzeit sämtliche Hotels, Gaststätten und Unterkünfte angeschrieben, um vorhandene Gästelisten mit den Vermisstenmeldungen abzugleichen. Die Polizei bittet Unterkünfte, die noch nicht von der Polizei kontaktiert worden sind, sich mit den Einsatzkräften in Verbindung zu setzen.

Lewentz geht von noch mehr Toten aus

Innenminister Roger Lewentz (SPD) geht davon aus, dass nach der Flut-Katastrophe im Kreis Ahrweiler noch mehr Tote gefunden werden, "weil wir jetzt anfangen, Keller leer zu pumpen". Die Zahl der Vermissten - zwischenzeitlich war von 3.000 die Rede - werde noch relativiert werden. Am Montag sagte er beim Besuch von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zum Stand der Suche nach weiteren Opfern, die Polizei suche jetzt Planquadrat für Planquadrat ab.

Zu Sorgen der Bewohner um die Gesundheitsversorgung vor Ort sagte Lewentz, man habe mobile Arzttrupps gebildet und wolle so den Ausfall von Praxen und Krankenhäusern abfangen. Zudem seien die uniformierten Helfer der Rettungsorganisationen ansprechbar und könnten Hilfe organisieren.

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Lewentz: Eine solche Katastrophe konnte man nicht absehen

Zur Frage, ob die Menschen nicht früher hätten gewarnt werden können, sagte Lewentz, die Elektrizität sei recht schnell zerstört worden. Es habe auch Gebäude getroffen, auf denen Sirenen seien. Es sei eine außergewöhnliche Katastrophe, wie es sie in diesem Ausmaß bisher in Rheinland-Pfalz nicht gegeben habe. Die Hilfskräfte seien am Mittwochabend unterwegs gewesen. Man sei auf ein starkes Hochwasser, auf Starkregen vorbereitet gewesen, aber man habe überhaupt nicht absehen können, dass solch ein Katastrophenszenario folgen würde.


Landeskabinett startet Sonderimpfaktion

Das rheinland-pfälzische Landeskabinett hat am Dienstag über die Lage in den Katastrophengebieten beraten. Dabei wurden eine Soforthilfe des Landes für Gemeinden und Infrastruktur und Schutz-Impfungen der Bevölkerung vor einer Corona-Infektion beschlossen. Eine Sprecherin sagte dem SWR, wegen der heiklen Lagen in den Hochwassergebieten stelle die Planung eine größere Herausforderung dar. Da es in den Notunterkünften und bei den Rettungsarbeiten eng zugeht, befürchte die Landesregierung vermehrt Infektionen.

Kanzlerin Merkel sagt schnelle Hilfe zu

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte bereits am Sonntag bei ihrem Besuch in den vom Hochwasser schwer getroffenen Gebieten in Rheinland-Pfalz schnelle Hilfe angekündigt. "Wir stehen an Ihrer Seite, Bund und Land", sagte sie in Adenau im Kreis Ahrweiler. Bund und Land würden dabei Hand in Hand arbeiten.

Am Mittwoch hatte die Bundesregierung Soforthilfen für die Hochwassergebiete gebilligt. Zunächst würden 200 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt bereitgestellt, teilte Finanzminister Scholz mit. Aus den Ländern sollen ebenfalls 200 Millionen Euro fließen.

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