großer Jubel bei der CDU über die SWR-Prognose zur Gemeinderatswahl in Stuttgart

Exklusive SWR-Prognose zur Gemeinderatswahl

Kommunalwahl: CDU löst Grüne als stärkste Kraft in Stuttgart ab

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Kerstin Rudat
Kerstin Rudat

Mit Ergebnissen aus den Gemeinderatswahlen ist erst ab Dienstagmittag zu rechnen. Erste Zahlen für Stuttgart gibt es aber schon jetzt - durch eine exklusive Prognose im Auftrag des SWR.

Mit vorläufigen Ergebnissen zur Europawahl ist noch am Sonntagabend zu rechnen. Anders sieht es aber mit den Ergebnissen zur Kommunalwahl aus. Hier werden die Stimmen erst als letztes ausgezählt, sodass mit den Ergebnissen ab Dienstagmittag, vielleicht sogar erst am Mittwoch zu rechnen ist. Aber mit der exklusiven Prognose von Infratest-dimap im Auftrag des SWR gibt es für Stuttgart schon am Wahlabend erste Zahlen.

Prognose für Stuttgart: CDU kommt auf meiste Stimmen

In der aktualisierten Prognose von Infratest-dimap um 22:11 Uhr verstätigt sich noch der Trend, dass die CDU der große Gewinner bei der Gemeinderatswahl in Stuttgart ist. Die Christdemokraten kommen demnach auf 24,5 Prozent (+5,1). Die Grünen folgen mit 22,5 Prozent (-3,8), die SPD auf Platz drei mit 12,0 Prozent (+0,4). Die AfD kommt laut Prognose auf 9,0 Prozent und gewinnt dazu (+2,9).

FDP/DVP kommen laut der Prognose auf 7,5 Prozent und verlieren leicht (-0,4). Die Freien Wähler erreichen 5,5 Prozent und verlieren etwas mehr (-1,6). Die Linke erreicht 4,5 Prozent (-0,8), die Wählervereinigung SÖS Stuttgart Ökologisch Sozial kommt auf 4,5 Prozent (+0,1).

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Reaktionen auf die SWR-Prognose: Große Freude bei der CDU

Die Freude bei der Stuttgarter CDU ist groß. "Das ist ein toller Erfolg", sagte Fraktionsvorsitzender Alexander Kotz. "Ich glaube, es herrschte bei den Wählerinnen und Wählern eine große Unzufriedenheit mit dem, was die links-grüne Mehrheit in den letzten Jahren im Gemeinderat gemacht hat. Wir wollen Veränderungen in der Verkehrspolitik, das Thema Sicherheit liegt uns am Herzen, wir wollen sehen, dass wir im Wohnungsbau mehr erreichen." Die Grünen im Rathaus haben zwar etwas verloren, sind aber dennoch mit dem Ergebnis zufrieden, wenn es denn so kommt.

"Wir haben hier ein sehr gutes Ergebnis eingefahren", so Fraktionsvorsitzende Petra Rühle. Damit könne man die wichtigen Themen, die im Wahlkampf gesetzt wurden wie etwa Mobilität und Klimaschutz durchaus weiterhin umsetzen.

eher verhaltene Freude bei der SPD und Enttäuschung über das vorläufige Ergebnis zur Europawahl
Im Stuttgarter Rathaus: eher verhaltene Freude bei der SPD und Enttäuschung über das vorläufige Ergebnis zur Europawahl.

Stuttgarter SPD vor allem sehr enttäuscht über Ergebnis zur Europawahl

Jasmin Meergans, SPD-Fraktionsvorsitzende, findet das Ergebnis auch für ihre Partei nicht schlecht, wenn es sich denn durch die Auszählung dann so bewahrheiten wird: "Sagen wir verhaltene Freude, aber zufrieden sind wir schon." Anders sehe es aber bei der Europawahl aus: "Das vorläufige Ergebnis für die SPD ist bitter, das tut schon weh. Vor allem, wenn man sich den Trend bei Nicht-Wählerinnen und -Wählern ansieht. Wir haben es leider nicht geschafft, so viele zu mobilisieren wie wir sie haben in der Vergangenheit mobilisieren können."

AfD hofft auf Richtungsänderung und "bürgerliches Bündnis" im Gemeinderat

Sehr erfreulich findet die AfD die SWR-Prognose. "Wir beobachten mit Freude, dass die Zahlen kontinuierlich angestiegen sind. Das ist gut im kommunalen Parlament, und wir haben ähnliche Zahlen für die Regionalversammlung. Vielleicht kann es sich noch ein bisschen besser entwickeln. Wir hoffen natürlich, dass wir im Stuttgarter Gemeinderat noch ein paar Sitze hinzugewinnen und in einem bürgerlichen Bündnis zukünftig Politik machen können", sagte Stadtrat Michael Mayer. "Ich persönlich verspreche mir davon eine deutliche Richtungsänderung in der Stuttgarter Kommunalpolitik." Alexander Kotz von der CDU erteilte noch am Abend einer möglichen Zusammenarbeit mit der AfD direkt eine Absage: "Wird es nicht geben."

Wählervereinigungen hoffen aufs Kumulieren und Panaschieren

Hannes Rockenbauch von der SÖS und damit Mitglied der Fraktionsgemeinschaft FrAKTION findet es schlecht für Stuttgart, wenn die CDU stärkste Kraft ist: "Die bremst und ist nach rechts abgedriftet. Für uns wird es jetzt spannend, da wir noch nicht auftauchen. Wir hoffen aber natürlich, dass eine Menge Leute für uns kummuliert und panaschiert haben und wir dann noch mal zulegen können." "Ich hoffe auch, dass es morgen noch ein bisschen nach oben geht und die Zahlen stabil werden für uns", ergänzt Johanna Tiarks von der Linken, die ebenfalls zur FrAKTION gehört. "Ideal wäre für uns, wenn wir vier Menschen von uns in den Gemeinderat rein kriegen."

Auf das Kumulieren und Panaschieren hoffen sicherlich auch noch die kleineren Parteien und Wählervereinigungen in Stuttgart: Stadtisten, Volt, Klimaliste, die PARTEI, Tierschutzpartei, Bündnis der Vielfalt, Stuttgarter Liste und Feministische Liste.

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