Regisseurin Sofia Coppola wird 50 Jahre alt

Porträt

Sofia Coppola wird 50: Zwischen den Welten

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Autor/in
Samira Straub

Regisseurin Sofia Coppola schlägt gekonnt den Spagat zwischen Film und Modewelt und schafft es dabei auf spielerische Art, in beiden Bereichen nachhaltige Spuren zu hinterlassen — auch, weil sie sie im Film vereint. Am 14. Mai 2021 feiert die vielseitig talentierte Künstlerin ihren 50. Geburtstag.

Mehr als nur die Tochter einer bekannten Filmemacher-Familie

Geboren 1971 als Tochter der Filmemacher Francis Ford und Eleanor Coppola und als Cousine des Schauspielers Nicolas Cage wurde Sofia Coppola die Liebe zum Film in die Wiege gelegt. Doch sie stand zu keiner Zeit nur im Schatten ihrer berühmten Familie — ganz im Gegenteil.

Coppola probierte sich schon früh aus, auch außerhalb des klassischen Films: In der Modebranche gilt sie als Stilikone, hat seit 1994 ein erfolgreiches Label namens MilkFed. Außerdem studierte Coppola Malerei und Fotografie, arbeitete als Model und als Schauspielerin, führte Regie für Werbeclips und Musikvideos.

Regisseurin Sofia Coppola und ihr Vater Francis Ford Coppola
Ihren ersten Auftritt auf der Kinoleinwand hatte Sofia Coppola bereits als Baby im Klassiker „Der Pate“, bei dem ihr Vater Regie führte. Rund 18 Jahre später wurde ihr erstes Drehbuch „New York Stories“ verfilmt, das sie gemeinsam mit ihrem Vater Francis Ford Coppola schrieb.

Im Mittelpunkt stehen Gefühle in all ihren Facetten

In ihren Filmen schafft Coppola eine eigene Ästhetik, die bewusst die Probleme des Jungseins darstellen will. Coppola war es immer ein Anliegen, das sichtbar zu machen, „was sie selbst gerne als junger Mensch gesehen hätte“. Dabei legt sie besonderen Wert darauf, Gefühlen in all ihren Facetten Ausdruck zu verleihen.

Regisseurin Sofia Coppola
2006 inszeniert Coppola im Biopic „Marie Antoinette“ die junge Kirsten Dunst als Teenie-Königin — eine moderne Blickweise auf die Probleme des Heranwachsens, basierend auf einer historischen Persönlichkeit.

„The unexpected connections we make might not last, yet stay with us forever.“

Meist dreht sich die Story in Sofia Coppolas Filmen um junge Frauen und die Beziehungen zu den Männern in ihren Leben: Die Väter, die Freunde, die Lebenspartner. Während die Welt an den Protagonist*innen vorbeizurasen scheint, fühlt sich die eigene Situation für sie oft gleichzeitig lähmend an.

Der männliche Blick auf die Frau im Fokus

Auch die Machtverhältnisse zwischen Mann und Frau spielen in Coppolas Inszenierungen immer wieder eine entscheidende Rolle. Deutlich wird das vor allem in ihrem Regie-Debüt „The Virgin Suicides“, in dem man als Zuschauer die Frauen im Film stets durch den männlichen Blick wahrnimmt.

"The Virgin Suicides" 1999
Vorlage für „The Virgin Suicides“ von Sofia Coppola war der gleichnamige Roman von Jeffrey Eugedines aus dem Jahr 1993.

Auch wenn man es bei oberflächlicher Betrachtung des Plots vermuten könnte, geht es in „The Virgin Suicides“ keinesfalls nur um die Probleme des Teenager-Seins.

Die Darstellung des Sexismus, den Coppola nach eigenen Aussagen in der Filmbranche und der Welt immer wieder als sehr heftig erlebt, bindet die Regisseurin immer wieder auf subtile Art in den Film ein.

2003 gewinnt Coppola einen Oscar für „Lost in Translation“

Mit „Lost in Translation“ schafft Coppola es 2003 endgültig, die kritischen Stimmen, die sie nur als Schatten ihres Vaters sehen wollten, abzuschütteln.

Mit der in Tokio gedrehten Liebesgeschichte gewinnt Coppola den Oscar für das beste Drehbuch, als erste Amerikanerin überhaupt wurde sie darüber hinaus für den Regie-Oscar nominiert.

Regisseurin Sofia Coppola
Coppolas zweiter Film „Lost in Translation“, mit Bill Murray und Scarlett Johansson in den Hauptrollen, entspinnt eine zarte Liebesgeschichte zwischen einem Filmstar in der Midlife-Crisis und einer unglücklich verheirateten Amerikanerin.

Coppola beschreibt den Film als sehr persönlich. So ist Hauptfigur Bob Harris nach eigenen Aussagen ihrem Ex-Mann, dem Regisseur Spike Jonze, nachempfunden, von dem sie sich 2003 scheiden ließ. Der Film ist mit seiner melancholisch-verträumten Geschichte sehr sinnbildlich für Coppolas Werk.

Neben „The Virgin Suicides“ (1999), „Lost in Translation“ (2003) und „Marie Antoinette“ (2006) wurde vor allem der Film „The Beguiled“ von der Kritik gelobt. 2016 führte Coppola bei einer Inszenierung der Oper „La Traviata“ Regie, ihr jüngstes Werk ist „On the Rocks“ aus dem Jahr 2020.

Coppola verbindet zwei Welten in ihrer Kunst

Ist Sofia Coppola also wie Bill Murray und Scarlett in Johansson in „Lost in Translation“ buchstäblich gefangen zwischen den Welten? Nein. Denn Coppola schlägt gekonnt den Spagat zwischen Film und Modewelt.

Für das Drehbuch von "Lost in Translation" erhielt sie 2004 den Oscar: Doch die amerikanische Stilikone Sofia Coppola...Posted by SWR2 on Thursday, May 13, 2021

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Samira Straub