Kordel steht unter Wasser (Foto: SWR, Andrea Meisberger)

HIlfe für Hochwasser-Opfer

Verbandsgemeinde Trier-Land beginnt mit Spendenauszahlung

STAND

Auf dem Spendenkonto der Verbandsgemeinde Trier-Land sind nach Angaben des Verbandsgemeinderats knapp 1,2 Millionen Euro eingegangen. Diese sollen jetzt an die Opfer der Flutkatastrophe verteilt werden.

Darauf hat sich der Verbandsgemeinderat Trier-Land am Donnerstagabend in einer Dringlichkeitssitzung geeinigt. Für Gebäudeschäden erhalten demnach die Betroffenen gestaffelt nach Schadenshöhe zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Für zerstörten Hausrat werden 1.000 Euro bezahlt.

Flutopfer mit einer Elementarversicherung bekommen demnach eine Pauschale von 200 Euro. Nach Angaben der Verbandsgemeinde sind bislang mehr als 500 Anträge auf Hochwasserhilfe eingegangen. Sie sollen Anfang bis Mitte kommender Woche ausgezahlt werden. In der Verbandsgemeinde Trier-Land waren vor allem die Ortsgemeinden Kordel, Ralingen, Langsur sowie Welschbillig und Zemmer vom Hochwasser betroffen.

Trier-Ehrang

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Kläranlagen nach Hochwasser beschädigt

Durch das Hochwasser in der Region Trier sind viele Kläranlagen teilweise stark beschädigt wurden. Das ergab eine SWR Umfrage in den Verbandsgemeinden der Region. So wurden in der Kläranlage Rivenich in der VG Wittlicher Land wegen der Überflutungen vier große Gebläse und Teile der Messtechnik zerstört. Es entstand ein Schaden von mehr als 400.000 Euro.

Auch in der VG Speicher waren in der Kläranlage die komplette Elektronik und verschiedene Motoren betroffen. In der VG Prüm wurde die Anlage von der Nims überflutet. Sie musste wegen der großen Schäden zwischenzeitlich stillgelegt werden wie auch das Klärwerk in Trier-Ehrang. Inzwischen sind die meisten vom Hochwasser betroffenen Anlagen in der Region Trier wieder in Betrieb.

Rheinland-Pfalz

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Vermisster tot am Ufer der Prüm aufgefunden

Die männliche Leiche, die am Donnerstag zwischen Prüm und Niederprüm tot nahe der Bundesstraße B410 aufgefunden worden war, ist der vermisste 71-jährige Mann aus Nordrhein-Westfalen. Das haben die rechtsmedizinischen Untersuchungen ergeben. Die Leiche wurde nach Angaben der Polizei bei Aufräumarbeiten unter Gestrüpp im Uferbereich der Prüm gefunden. Der Fluss fließt dort unweit der Bundesstraße. Der 71- Jährige ist der erste Tote der Hochwasser-Katastrophe in der Region Trier. Am Mittwoch letzter Woche war der 71-Jährige zu einem Campingplatz in Prüm gefahren, um nach seinem Wohnwagen zu schauen. Seitdem galt er als vermisst.

Die Personenauskunftsstelle für Angehörige von Vermissten ist weiterhin unter 0800 65 65 65 1 zu erreichen.

Pferdehofbesitzer in der Eifel in Not

In Niederweis in der Südeifel ist bei dem Hochwasser vergangene Woche ein Pferdehof überflutet worden. Der Besitzer konnte zusammen mit vielen Helfern und der Feuerwehr 20 Pferde und die meisten seiner Schafe retten. 30 Schafe haben es nicht geschafft. Auch seine Stroh- und Futtervorräte waren weg. Hilfsgüter mit Futter und Ausrüstung für die Tiere erreichten ihn aus ganz Deutschland. Er selbst lebt nun in einem Wohnwagen auf dem Pferdehof.

Zahlreiche zerstörte Brücken - Aufbau dauert Jahre

In der Region Trier müssen nach Angaben des Landesbetriebs Mobilität LBM Rheinland-Pfalz mehrere vom Hochwasser zerstörte Brücken abgerissen und neu aufgebaut werden. Der Wiederaufbau werde Jahre dauern. Die Brücke in Speicher an der Landesstraße 39 sei komplett defekt, dort werde in den nächsten Wochen eine Behelfsbrücke gebaut. Mehr als 400 Brücken in der Region Trier wurden laut LBM begutachtet.

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An den Orten entlang der Prüm in der Eifel sind sie meisten Brücken nach Angaben des Eifelkreises Bitburg-Prüm von den Fluten mitgerissen worden. Zunächst würden die aufgebaut, über die der meiste Verkehr rolle. Das gelte auch für zahlreiche unterspülte Straßen in der Region Trier. Rheinland-Pfalz weit seien die Infrastrukturschäden im Kreis Ahrweiler und der Südeifel am größten.

Eine Übersicht über gesperrte Straßen hat der Landesbetrieb Mobilität (LBM) in einer interaktiven Karte zusammengefasst.

In der Eifel fahren einige Buslinien nach dem Hochwasser schon wieder nach Fahrplan. Wie der Verkehrsverbund der Region Trier (VRT) mitteilte, müssen Fahrgäste wegen Straßen- und Brückensperrungen mit Einschränkungen rechnen. Manche Haltestellen und Ortschaften könnten noch nicht wieder angefahren werden.

Ausmaß der Schäden noch nicht bezifferbar

Das Ausmaß der Schäden, das die Unterwetter-Katastrophe in der Region Trier angerichtet hat, lässt sich nach wie vor nicht beziffern. Ein Sprecher der Kreisverwaltung Trier-Saarburg sprach allein in der Verbandsgemeinde Trier-Land von Millionenschäden.

Im Kylltal seien in Orten wie Kordel neben hunderter privater Häuser unter anderem auch Kindergärten, Straßen, Brücken, die Kläranlage sowie Trinkwasser-und Stromversorgungsleitungen beschädigt worden. In Trier-Ehrang standen nach Angaben der Stadt etwa 700 Gebäude und Wohnungen unter Wasser.

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SWR Aktuell Rheinland-Pfalz SWR Fernsehen RP

Die größten Schäden in den Landkreisen Vulkaneifel und Bernkastel-Wittlich gibt es nach Angaben der Kreisverwaltungen in den Verbandsgemeinden Gerolstein und Wittlich-Land. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm sind nahezu alle Ortsgemeinden entlang der größeren Flüsse betroffen, so die Kreisverwaltung. Besonders hohe Schäden gebe es unter anderem in Prüm und Waxweiler aber auch in Holsthum, Oberweis, Bettingen und Irrel.

Helfer aus der ganzen Region packen in Hochwassergebieten mit an (Foto: SWR)
Justin de Mür (links) aus Beßlich hilft seinem Kumpel André in Trier-Ehrang, bei dem das Wasser Keller und Erdgeschoss geflutet hat. Für ihn ist es selbstverständlich mit anzupacken: "Wir haben von Freitag bis gestern jeden Tag 10 Stunden geholfen. Und dann schlafen und normal arbeiten. Und dann wieder helfen,wenn's geht. Das is einfach klar, wenn ich mir vorstelle, dass das mein Haus wäre, würde ich auch helfen." Bild in Detailansicht öffnen
André Temmes aus Trier-Ehrang ist froh über die Hilfe: "Zeitweise waren wir hier bis zu 20 Mann, weil der Keller mindestens 100 Quadratmeter hat vollgestellt war. Da kamen viele aus Ehrang und anderen Dörfern hierhin und haben mitgeholfen. Da bin ich echt dankbar, dass wir so viele Helfer hatten." Bild in Detailansicht öffnen
Hannah (22) hat auch in Trier-Ehrang geholfen: "Mir war es wichtig zu helfen, weil hier ganz viele Freunde von mir wohnen und die ganzen alten Leute, die das selbst nicht mehr so gut können. Und weil ich das ganz schrecklich finde, was hier passiert ist." Bild in Detailansicht öffnen
Jaqueline Christmann (rechts) ist mit Freunden zum Helfen nach Metzdorf gefahren, nachdem sie in Kordel weggeschickt worden waren: "Wir sind dann an der Sauer entlang gefahren und haben dann bei den ganzen Campingplätzen gesehen, dass da noch voll die Katastrophe ist und haben dann dort ausgeholfen. Man ist erstmal sprachlos, aber dann hört man auf zu denken und sammelt Müll auf. Ich könnte nicht zuhause sitzen und wissen, dass andere Leute hier stehen und alles verloren haben." Bild in Detailansicht öffnen
Noemi, Hochwasser-Betroffene in Metzdorf, hat sich von fremden Menschen helfen lassen und ist sehr dankbar: "Die Helfer sind da. Man kann auf sie zählen. Es ist fast so, als würde die Last ein bisschen von einem abfallen." Bild in Detailansicht öffnen

Kostenlose Unterkünfte für Hochwasser-Opfer in Hotels

Hotelleriebetriebe in der Region Trier bieten kostenlose Unterkünfte für die vom Hochwasser betroffenen Menschen an. Derzeit sei das Angebot aber größer als die Nachfrage, sagte der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Rheinland-Pfalz, Gereon Haumann, dem SWR. Das Angebot werde zentral von der Landesgeschäftsstelle koordiniert.

Deutschland

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Betroffene könnten sich dort rund um die Uhr an eine Hotline wenden und bekämen dann ein freies Hotelzimmer oder Ähnliches in ihrer Nähe in der Region Trier vermittelt. Der Dehoga steht den Angaben zufolge schon seit vergangener Woche mit der örtlichen Politik in Kontakt, um die Bedarfe abzuklären. Derzeit meldeten sich aber noch wenige Betroffene, um das Angebot anzunehmen. Darüber hinaus gebe es auch eine Aktion, in der Gastbetriebe aus Rheinland-Pfalz für ihre vom Hochwasser betroffenen Kolleginnen und Kollegen Geld spenden.

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Aufräumarbeiten gehen voran

Die Aufräumarbeiten nach der Hochwasserkatastrophe in der Region Trier kommen voran. Zahlreiche Helferinnen und Helfer unterstützen die betroffenen Menschen dabei, ihre Häuser vom Unrat zu befreien. Dennoch machen die Menschen sich angesichts der großen Zerstörungen Sorgen. Vor allem, wenn sie keine Elementarversicherung haben.

Die Uni Trier bietet für betroffene Erwachsene und Kinder eine psychosoziale Beratung per Video oder vor Ort an. Weiterhin wurden keine Toten gemeldet.

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