Friedensbotschaften in den Kirchen

Weihnachtspredigten in BW: Hoffnung bewahren trotz Krisen

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Die Predigten zu Weihnachten thematisieren in diesem Jahr die aktuellen Krisen und Unsicherheiten. Gleichzeitig erinnern die Geistlichen daran, nicht die Hoffnung zu verlieren.

Die evangelische Landesbischöfin in Baden, Heike Springhart, hofft, dass Weihnachten inmitten einer Welt des Unfriedens kleine Aufbrüche zum Frieden ermöglicht. "Frieden im Großen und im Kleinen beginnt da, wo über alle Positionen hinweg nach dem gesucht wird, was der Menschlichkeit, dem Leben und dem Frieden dient", sagte die Bischöfin in ihrer Weihnachtsbotschaft.

Springhart erinnerte an das Leid in zahlreichen Konflikten und Kriegen. "Die Kinder in Bethlehem und Jerusalem, in Beirut und im Gazastreifen, in Syrien, in der Ukraine und im Sudan sind die Leidtragenden in den gewalttätigen Auseinandersetzungen." Es gelte aber auch in Deutschland, genau hin zu schauen, wo manche Kinder "hinter verschlossenen Türen Gewalt erleben anstatt Geborgenheit, Verzweiflung anstatt Zuversicht".

Weihnachtspredigten: Hoffnung in Krisenzeiten bewahren

Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger sprach in seiner Predigt am ersten Weihnachtsfeiertag ebenfalls von Hoffnung auf Frieden und Versöhnung. Er erinnerte dabei an die Leiden der Menschen in den Kriegsgebieten sowie an die Herausforderungen innerhalb der eigenen Gesellschaft. Gleichzeitig betonte er, dass auch die Kirche Neuerungen brauche: "Denn dieses Haus aus lebendigen Steinen zeigt sich ebenso in einem Zustand, in dem immer wieder ruinöse Bestände zutage treten." Er ging in seiner Predigt auf das Symbol der Ruinen ein. Diese stünden sowohl für Zerstörung als auch für Neubeginn.

Während der Christmette im Freiburger Münster kam es zu einem lauten Protest und einer Unterbrechung. Grund dafür war nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur die Entlassung von Domkapellmeister Boris Böhmann. 

Freiburg

Weihnachtsgottesdienst mit Protest Besucher stören Christmette von Freiburgs Erzbischof Burger

Freiburgs Erzbischof Stephan Burger hat in seiner Weihnachtspredigt an die Lage vieler Menschen in Krisengebieten erinnert. Während des Gottesdienstes kam es zu Protest.

Geistliche: Weihnachtsgeschichte bringt Hoffnung und Freude

Auch der neue Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Klaus Krämer, sprach in seiner Weihnachtsbotschaft von aktuellen Ängsten, die das Lebensgefühl vieler Menschen prägten. Angst erzeuge Einsamkeit und Hilflosigkeit. Die Weihnachtsbotschaft, so Krämer, sei in dieser Lage allen negativen Erfahrungen zum Trotz eine Botschaft der Hoffnung darauf, dass sich das Schicksal zum Guten hin wenden werde.

Rottenburg am Neckar

Botschaften der Bischöfe zu Weihnachten Gottesdienst in Rottenburg: Bischof Krämer beleuchtet Macht der Worte

Von Fake News und Hate Speech bis Versöhnung: Die Macht der Worte hat Bischof Klaus Krämer an Weihnachten zum Thema der Predigt beim Gottesdienst im Dom von Rottenburg gemacht.

Die Ulmer Prälatin Gabriele Wulz hält die Weihnachtsgeschichte ebenfalls für eine wichtige Botschaft in Krisenzeiten: Sie gebe den Menschen Zuversicht und eine hoffnungsvolle Perspektive. Das "Licht von Weihnachten" verhelfe dazu, diese Welt auszuhalten, sagte die evangelische Regionalbischöfin bei der Christvesper im Ulmer Münster. Gott komme, um Gerechtigkeit und Frieden zu schaffen und "um die Kriegsmaschinerien zu unterbrechen". Dadurch setze Gott einen neuen Anfang in der finsteren Welt und lasse sich in die "Menschheitsgeschichte hineinverwickeln".

Weihnachtsgeschichte als Spiegel autoritärer Macht

Nach den Worten des württembergischen evangelischen Landesbischofs Ernst-Wilhelm Gohl ist die Weihnachtsgeschichte nicht idyllisch, sondern eine Geschichte staatlicher Unterdrückung. "Mit dem Befehl eines autoritären Herrschers beginnt die Weihnachtsgeschichte", sagte Gohl in seiner Predigt am ersten Weihnachtstag in der Stuttgarter Stiftskirche.

Der Kaiser in Rom habe Geld gebraucht und - um effektiver Steuern einziehen zu können - eine Volkszählung angeordnet. "Der Kaiser befiehlt. Die Welt gehorcht. In diese unfriedliche Welt hinein wird ein Kind geboren. Ganz am Rand der Welt. In Bethlehem", so Gohl. Bereits mit der Geburt in dieser Stadt würde deutlich: Es gehe um die Frage, wer am Ende die Macht über diese Welt hat und wer nicht.

Gohl: Worte haben eine "ungeheure Macht"

In einer Video-Weihnachtsbotschaft an Heiligabend betonte der Theologe zudem die Macht der Worte. Gewalt beginne fast immer mit Worten, wenn sie an niedrige Instinkte appellierten oder Neid oder Angst verbreiteten. "Aber Gottes Wort schürt keinen Neid und macht keine Angst", sagte Gohl, "es verändert alles zum Guten, es schafft Leben, es heilt und schenkt Gemeinschaft." Es halte an einem "letzten Sinn des Lebens in dieser Welt fest".

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