Schiff im Basler Rheinhafen (Foto: SWR)

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Schwimmen im Rhein bei Basel? Wie ein Ölwehrboot für sauberes Wasser sorgt

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Paula Zeiler
Bild von Autorin Paula Zeiler aus der SWR Aktuell Redaktion in Freiburg (Foto: SWR)
Anita Westrup
Anita Westrup (Foto: SWR)

Blaues Wasser, frei von Altöl. Das klappt reibungslos im Basler Rheinhafen. So funktioniert der grenzüberschreitende Umweltschutz in der Praxis.

Altöl aus dem Rhein pumpen, egal woher es kommt. Ob aus Deutschland, Frankreich oder der Schweiz. Das übernimmt im Rheinhafen im schweizerischen Basel ein Ölwehrboot. Es pumpt Altöl aus Frachtschiffen, die im Basler Hafen oder auch am deutschen oder französischen Rheinufer liegen. Grenzen spielen dabei keine Rolle. Mit an Bord: François Pahwels und Christian Lindner. Sie kommen beide aus Deutschland und arbeiten auf dem schweizerischen Ölwehrboot.

Früher wurde Altöl einfach in den Rhein gelassen

Vor 15 Jahren trat ein Übereinkommen in Kraft, das die Sammlung, Abgabe und Annahme von Abfällen in der Rhein- und Binnenschifffahrt regelte - abgeschlossen zwischen der Schweiz, Deutschland und den anderen Anrainerstaaten des Rheins. Seitdem müssen die Abfälle der Binnenschifffahrt ordnungsgemäß entsorgt werden. Daher wird abgepumpt und alles gesammelt, was an Müll auf den Schiffen anfällt. Da ist manchmal auch Ungewöhnliches dabei, wie zum Beispiel ein alter Kühlschrank, erzählt François Pawehls.

Wir nehmen alles entgegen, bevor es in den Rhein kommt. Wir nehmen das und entsorgen es.

Was wurde früher mit dem Altöl der Schiffe am Rhein gemacht? Darüber ging es 1967 in der "Abendschau Baden-Württemberg":

SDR/SWF, Autor: Gerd Schaefer, Sprecher: Norbert Beilharz

Ein Tropfen Öl verunreinigt etwa 600 bis 1.000 Liter Wasser

Auch das Bilgenöl, das sich unter dem Schiffsmotor ablagert, schaffen François Pawehls und sein Kollege Christian Lindner weg: ein ungesundes Gemisch aus Öl, Kondens- und Waschwasser. Früher wurde sowas einfach in den Rhein abgelassen. Heute ist der Service des Altöl-Abpumpens in der Hafengebühr enthalten. So werden tagtäglich Hunderte Liter Altöl abgepumpt. Das Ergebnis: sauberes Wasser im Rhein, in dem man bei Basel sogar schwimmen kann.

Beim Rheinschwimmen sind viele Menschen im Rhein. Manche steigen gerade raus und gehen ans Ufer. Das Bild ist von oben aufgenommen worden. (Foto: SWR, Matthias Zeller)
Die Basler lassen sich im Sommer gerne vom Rhein tragen.

Wasserqualität im Rhein früher und heute

Schon in den 1960er- und 1970er-Jahren gab es zwischen den Rheinanliegerstaaten und der EU Übereinkommen. In den früheren Konventionen ging es vor allem darum, die Wasserqualität des Rheins zu verbessern. Im Rhein baden? Zu dieser Zeit unvorstellbar.

Ein Rückschritt war der gravierende Chemieunfall im Jahr 1986 am Rhein bei Basel. Damals brannte die Chemiefabrik Sandoz. Der Rhein färbte sich rot. Bis in die Niederlande spürte man die Folgen. Trinkwasser wurde verunreinigt, mehr als eine halbe Million Fische starben.

In den 1920er-Jahren war das Wasser im Rhein so sauber, dass die Menschen vom Lachs lebten:

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Lachs, Meer- und Flussneunauge leben wieder im Rhein

Inzwischen schwimmen wieder Fische im Rhein - darunter auch Lachse oder Meeresforellen. Mit insgesamt 71 Fischarten ist die Vielfalt der Fischfauna des Rheins heute hoch, so die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR). Grund sei laut IKSR die verbesserte Wasserqualität. Dazu beigetragen hat sicherlich auch ein Abkommen von 1999. Indem verpflichten sich die Schweiz, Frankreich, Deutschland, Luxemburg und die Niederlande dazu, die Tiere und Pflanzen zu schützen, die im Fluss oder am Ufer leben.

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