Bäume im Wald leiden unter Hitze und Trockenheit in der Region Trier. (Foto: Max Ernst)

Hitze und Trockenheit bedrohen Wälder

So schlimm leiden die Wälder der Region Trier unter der Trockenheit

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AUTOR/IN
Lara Bousch

Die extremen Temperaturen der letzten Wochen hinterlassen ihre Spuren. Schon etliche Bäume sind gestorben, dabei ist der Sommer noch nicht vorbei.

Wie viele Bäume genau diesen Sommer sterben, wird man erst im Frühjahr sehen wenn die Bäume wieder Blätter bilden oder eben nicht, erklären die Forstämter aus der Region Trier. Doch die meisten Forstamtsleiter in der Region gehen von hohen Schäden aus aufgrund der Trockenheit. So auch Jürgen Weis, Leiter des Bitburger Forstamts. Gibt es nicht deutlich mehr Regen bis Ende des Sommers, werden die Schäden sogar extrem ausfallen, warnt er.

"Ob es sich zu einer Waldkatastrophe auswächst, ist von der weiteren Witterung abhängig."

Das Resultat der wochenlangen Hitze: Sogar alte Bäume rollen ihre Blätter ein oder lassen das bereits gelbe Laub als Schutzmaßnahme fallen. Manche Kronen sterben zum Teil oder ganz ab. Bei einigen Bäumen verbrennen die Blätter regelrecht in der Sonne, so dass sie noch grün, aber staubtrocken vom Baum fallen. Besonders betroffen davon sind die bei uns heimischen Buchen. Denn das Ökosystem Wald ist vorbelastet durch die häufigen Trockenheits- und Hitzesphasen der letzten fünf Jahre.

Bäume im Wald leiden unter Hitze und Trockenheit in der Region Trier. (Foto: Jürgen Weis)
Im Bitburger Wald sind bereits viele Fichten abgestorben. Jürgen Weis Bild in Detailansicht öffnen
Nadelbäume haben nicht so tiefe Wurzeln, deshalb vertrocknen besonders viele Fichten in der Region. Jürgen Weis Bild in Detailansicht öffnen
Doch auch viele Laubbäume wie Ahorn und Buche weisen bereits Trockenheitsschäden auf. Jürgen Weis Bild in Detailansicht öffnen
Bäume haben eigentlich nur eine Möglichkeit sich vor der Trockenheit zu schützen: Sie werfen ihr Blätter ab und dstellen die Photosynthese ein. Jürgen Weis Bild in Detailansicht öffnen
Ob die Bäume wirklich tot sind, kann erst im Frühjahr beurteilt werden, wenn sie wieder Blätter austreiben oder nicht. Jürgen Weis Bild in Detailansicht öffnen

Viele Bäume sind in Gefahr

Die große Gefahr für die Bäume bei der Trockenheit ist, dass die Feuchtigkeit in ihrem Inneren dermaßen sinkt, dass der Wasserstrom zwischen den Wurzeln und der Baumkrone abreißt. Die Folge davon ist, dass erst die Krone welkt und der Baum danach stirbt.

Besonders bei Buchen bestehe da ein großes Risiko, denn ab 35 Grad Celsius bricht bei ihnen bereits das Wasserleitsystem zusammen. Deshalb berichtet der Leiter des Gerolsteiner Forstamtes, dass in seinem Forst einzelne Altbuchen bereits gänzlich absterben.

Extreme bis außergewöhnliche Dürre

Es ist nicht verwunderlich, dass viele Bäume absterben. Der Dürremonitor des Helmholtz Instituts verzeichnet in der Region Trier eine extreme bis außergewöhnliche Dürre. Das bedeutet, dass der Boden in einer Tiefe bis zu 1,80 Meter so trocken ist wie fast noch nie.

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Die ersten Opfer der Trockenheit

Alle Bäume leiden extrem unter der Trockenheit. Manche Exemplare haben aber bei diesem Wetter so gut wie keine Überlebenschancen. Allen voran Nadelbäume, insbesondere Fichten. Es sei sehr wahrscheinlich, dass bis Ende des Sommers so gut wie alle Fichten ausgetrocknet sind, meint der Bitburger Forstamtleiter.

Wegen seiner flachen Wurzeln ist dieser Baum besonders anfällig für Trockenheit. Auch Schädlinge wie der Borkenkäfer finden günstige Konditionen, um sich bei der Trockenheit auszubreiten. Die Fichten sind außerdem so geschwächt, dass sie sich kaum gegen die Tierchen mit ihrem Harz wehren können. Im Forstamt Gerolstein stellt man deshalb fest, dass es dieses Jahr drei Mal so viele Borkenkäfer im Wald gibt im Vergleich zu letztem Jahr.

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Jungbäume an vielen Orten vertrocknet

Ein großes Problem für die Förster ist, dass dieses Jahr viele frisch gepflanzte Bäume vertrocknet sind. Sogar Bäume, die letztes Jahr gepflanzt wurden und eigentlich etwas Zeit hatten zum Einwurzeln, sind je nach Lage gestorben. Das bringt das Problem mit sich, dass der Wald sich schlecht regenerieren kann und es bedeutet auch einen finanziellen Schaden. Die kleinen Bäume müssen nochmal gepflanzt werden, erklärt Michal Schimper, Leiter des Forstamts Gerolstein.

Und doch gibt es Überlebenskünstler

Genau wie manche Bäume in Südhängen oder exponierten Lagen einfach keine Chance aufs Überleben haben bei diesem Wetter, genauso gibt es auch Bäume, die Glück haben. Johannes Pinn, Leiter des Hillesheimer Forstamts stellt fest, dass Robinien, Esskastanien und Eichen trotz extremer Bedingungen noch gut klar kommen.

Wenn die Bäume in Senken stehen oder von viel Totholz umgeben sind, haben sie bessere Chancen. Das zeigt auch der Nationalpark Hunsrück- Hochwald. Diesem Wald werden keine Bäume entnommen, alle toten Bäume bleiben dort. Das Totholz kann die Feuchtigkeit im Wald lange halten. Spurlos geht die Dürre nicht am Nationalpark vorbei, erklärt Ranger Hartmut Hoffmann, aber man sehe dennoch einen deutlichen Unterschied zu den anderen Wäldern in der Umgebung, besonders den Monokulturen.

Klimawandel verändert den Wald

Auch die Forstämter wissen, dass die Zeit der Monokulturen und der Fichten vorbei ist und der Klimawandel unsere Wälder nachhaltig verändern wird. Nach und nach müssen sie Maßnahmen ergreifen, um unsere Wälder zu schonen und näher zu ihrem Ursprung zurück zu bringen: Dem Naturwald.

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