Ein Blick in ein Krankenhaus: Die Kosten steigen, die Einnahmen fehlen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marcus Brandt)

Inflationsausgleich gefordert

Kosten explodieren: Kliniken in RLP bangen um Existenz

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Die Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz haben durch extreme Preissteigerungen deutlich höhere Ausgaben. Dabei sorgen nicht nur die Kosten für Strom und Gas für ein Minus im Etat.

Den rund 100 Kliniken im Land fehlen laut Landeskrankenhausgesellschaft allein in diesem Jahr rund 87 Millionen Euro. Wie Geschäftsführer Andreas Wermter mitteilte, gibt es die größten Preissteigerungen bei Strom und Gas.

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Teils 200 Prozent mehr für Strom

Ein Krankenhaus im Raum Trier zum Beispiel müsse für Strom im kommenden Jahr 200 Prozent mehr zahlen. Im Fall eines anderen Krankenhauses in Rheinland-Pfalz muss dieses für Gas demnächst das Zehnfache zahlen.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Um ein Patientenbett im Krankenhaus warm zu halten, braucht man laut Krankenhausgesellschaft pro Jahr im Schnitt genau so viel Gas wie für ein Einfamilienhaus.

Deutlich teurer geworden seien aber auch Hygieneartikel, Medizinprodukte wie Herzschrittmacher oder Lebensmittel für die Kantine. Wäschereien verlangten ebenfalls deutlich höhere Preise für das Reinigen der großen Berge an Krankenhauswäsche.

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Kliniken verlangen Inflationsausgleich vom Bund

Das Problem betrifft nach Angaben des Verbandes bundesweit alle Krankenhäuser - unabhängig von ihrer Größe und Lage. Damit die Krankenhäuser in Deutschland die gestiegenen Ausgaben bezahlen können, verlangt die Krankenhausgesellschaft vom Bund einen Inflationsausgleich von drei Milliarden Euro in diesem Jahr. Andernfalls müssten viele Kliniken schließen, befürchtet der Verband.

Münzel fordert Aufschlag auf Fallpauschalen

Der Vorsitzende der Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz, Hartmut Münzel, fordert einen Zuschlag von vier Prozent auf die Fallpauschalen. Das Geld müsse aus Steuermitteln aufgebracht werden, sagte Münzel dem SWR.

Die Kliniken in Rheinland-Pfalz verzeichneten ein Defizit von 87 Millionen Euro, so Münzel. Ursache seien vor allem gestiegene Kosten bei der Energieversorgung.

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Furcht vor neuen Corona-Wellen

Neben den gestiegen Preisen würde auch "mögliche neue Corona-Wellen die Krankenhäuser in bisher unvorstellbarem Ausmaß herausfordern und - ohne ein sofortiges Eingreifen der Politik - vor unlösbare Probleme stellen", heißt es in der Mitteilung der Krankenhausgesellschaft.

Denn noch immer würden die Kliniken weiter darunter leiden, dass die Belegungszahlen auch in diesem Jahr noch nicht auf dem Vor-Corona-Niveau sind. Dadurch fehlen Einnahmen. Schon vor der Kostenexplosion hätten nur noch 15 Prozent der Kliniken ein positives Jahresergebnis erwartet.

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