Bild von Stefan Giese  (Foto: SWR, SWR/Christian Koch)

Es liegt was in der Luft

Meinung: In Mainz regnet es Geld, in Stuttgart sieht man rot

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Während in Mainz Geld vom Hochhaus fällt, kommt in der Eifel nur Kerosin vom Himmel. Und in Stuttgart umweht roter Stoff einen toten Mann. Im Südwesten liegt etwas in der Luft, beobachtet Stefan Giese.

Die Mainzerinnen und Mainzer stelle ich mir als glückliches Völkchen vor. Nicht nur, weil die Impfstoffkönige von BioNTech die Stadtkasse mit märchenhaft hohen Steuerzahlungen fluten. Nein, jetzt regnet in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt sogar Geld vom Himmel. Na ja fast, von Hochhäusern. Mindestens 50.000 Euro flatterten am Montagnachmittag durch die Luft. Was an anderen Orten der Republik als mittleres Wunder gelten würde, geht in Mainz als "außergewöhnliches Unwetter" (so die Polizeimeldung) durch.

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Von dieser Art Unwetter können die Bewohnerinnen und Bewohner der Eifel nur träumen. Auch dort lag dieser Tage etwas in der Luft, allerdings kein Geld sondern Kerosin. Ein Passagierjet musste über der Eifel dringend Kraftstoff und damit Gewicht loswerden, um sicherer notlanden zu können. Das soll im Großraum Gerolstein/Daun/Cochem ja öfter vorkommen. Ob sich daraus in Zeiten eines sich abzeichnenden Ölembargos eine clevere Geschäftsidee entwickeln lässt? Mal bei den Einfallsreichen von BioNTech nachfragen!

Mit dem Thema Cleverness kommen wir ganz von selbst in die deutsche Hauptstadt der Käpsele, nach Stuttgart. Dort ist die Luft bereits geschwängert von der Vorfreude auf den Katholikentag. Aus diesem Anlass weht auf dem Stuttgarter Karlsplatz roter Stoff im Wind.

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