Vor einer Mercedes-Benz-Niederlassung steht ein Fahrzeug des Autobauers. Der Mercedes-Stern ist prominent im Vordergrund. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod)

Källenius präsentiert Geschäftszahlen

E-Autos: Mercedes-Benz rechnet mit weniger Verkäufen bis 2030

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Thomas Fritzmann
Thomas Fritzmann (Foto: SWR)
Maxim Flößer
Maxim Flößer arbeitet im SWR Studio Stuttgart. (Foto: SWR)

Der Autohersteller hat seine Geschäftszahlen für 2023 vorgestellt. Der Gewinn fiel niedriger aus als 2022. Außerdem hat der Konzern seine Prognosen bei der E-Mobilität korrigiert.

Mercedes-Benz rechnet damit, in den nächsten Jahren weniger reine E- oder Hybrid-Autos zu verkaufen als bisher angenommen. Auf der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag hat der Autobauer die Erwartungen für die nächsten Jahre nach unten korrigiert. Außerdem stellte der Konzern hat seine Geschäftszahlen für 2023 vor. Mercedes-Benz verkaufte zwar mehr E-Autos als noch 2022, doch mit zwölf Prozent ist der Anteil am Gesamtumsatz nach wie vor gering.

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Mercedes-Benz rechnet mit weniger E-Auto-Verkäufen

Mercedes-Benz-Chef Ole Källenius rechnet damit, dass bis 2030 jeder zweite verkaufte Pkw ein E-Auto oder Hybrid sein wird. Auf der Pressekonferenz sagte Källenius, dass dies aber nur dann gelte, "wenn die Marktbedingungen es zulassen" würden - also wenn die Nachfrage dementsprechend sei. Bisher hielt sich der Hersteller bereit für 100 Prozent Elektroautoabsatz - bei entsprechender Marktlage.

Verbrenner-Verkauf bis nach 2030

Für Michael Gerster von der Zeitschrift "Automobilwoche" bedeutet das eine "Aufweichung der bisherigen Ziele". Eigentlich sollen nach aktuellen EU-Plänen ab 2035 keine Verbrenner mehr zugelassen werden. Für Gerster ist dies aber "nicht in Stein gemeißelt". 2026 wird die EU das Vorhaben noch einmal überprüfen. Darum hält der Auto-Experte es für wahrscheinlich, dass Verbrenner eine längere Laufzeit haben werden als geplant.

Für Autohersteller wie Mercedes-Benz ist das laut Gerster wichtig, denn die Verkäufe von Autos mit Verbrenner-Motor "bringen im Moment noch hauptsächlich das Geld". Auch Källenius betonte auf der Pressekonferenz, dass Kundinnen und Kunden weiterhin auf Top-End-Produkte von Mercedes-Benz vertrauen könnten - in beiden Segmenten, also sowohl bei Verbrennern als auch bei E-Autos.

Betriebsergebnis vier Prozentpunkte geringer als 2022

Insgesamt erwirtschaftete Mercedes-Benz 2023 knapp 20 Milliarden Euro. Damit lag das Betriebsergebnis vier Prozentpunkte unter dem Ergebnis von 2022. Insgesamt stieg der Konzernumsatz auf rund 153 Milliarden Euro. Weil der Automobilmarkt aktuell außergewöhnlich unsicher sei, rechnet Källenius für 2024 mit einem Betriebsergebnis leicht unter dem von 2023.

Einbußen durch Produktionsprobleme bei Bosch

Als Grund für das Betriebsergebnis des vergangenen Jahres verwies ein Sprecher des Konzerns auf Lieferengpässe, insbesondere bei zwei Pkw-Modellen. Produktionsprobleme beim Zulieferer Bosch hätten dafür gesorgt, dass rund 100.000 Fahrzeuge der Modelle GLC und E-Klasse nicht produziert werden konnten. Die Fahrzeuge sollen dafür in diesem Jahr ausgeliefert werden.

Das Jahresergebnis in der Pkw-Sparte fällt 2023 somit rund zwei Prozentpunkte schlechter aus als das im Vorjahr. Deutlich zulegen konnte Mercedes-Benz hingegen in der Van-Sparte. Hier sei der Gewinn um fast zwei Drittel gestiegen, von etwa elf Prozent auf rund 15,5.

Mercedes-Benz kauft Aktien zurück

Außerdem will der Stuttgarter Autobauer weitere drei Milliarden Euro für den Rückkauf eigener Aktien ausgeben. Es soll sich an das vor einem Jahr gestartete Rückkaufprogramm anschließen und spätestens im Juli 2025 abgeschlossen sein, wie Mercedes-Benz am Mittwochabend mitteilte.

Den alten Aktienrückkauf hat Mercedes erst gut zur Hälfte abgearbeitet: Von vier Milliarden Euro, die dafür reserviert waren, sind noch 1,9 Milliarden übrig. Knapp 32 Millionen Aktien hat Mercedes seit Anfang März 2023 erworben.

Autobauer plant Prämie für Beschäftigte

Obwohl der Gewinn 2023 gesunken ist, plant Mercedes-Benz, den etwa 91.000 Beschäftigten in Deutschland eine Prämie von bis zu 7.300 Euro zu zahlen. Die Prämie werde unabhängig von der Entgeltstufe ausgezahlt, teilte der Stuttgarter Konzern mit. Die genaue Summe stehe jedoch noch nicht fest. Dies hängt demnach vom endgültigen Ergebnis des vergangenen Geschäftsjahres ab.

Am langfristigen Ziel einer CO2-freien Mobilität will der Konzern weiter festhalten, versicherte Källenius: Man bereite das Unternehmen vor auf eine CO2-freie Zukunft.

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