Wenige Tage nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021 türmen sich Wohnwagen, Gastanks, Bäume und Schrott an einer Brücke über die Ahr in Altenahr-Kreuzberg.

Gutachten auf dem Prüfstand

U-Ausschuss zur Ahrflut setzt Arbeit im Februar fort

Stand

Der U-Ausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags zur Ahrflut tagt erneut. Fragen zu einem Gutachten, das die Kreisverwaltung Ahrweiler schwer belastet, sollen geklärt werden.

Der Direktor des Kieler Instituts für Krisenforschung, Frank Roselieb, ist für den 16. Februar geladen. Dies gab der Ausschuss-Vorsitzende Martin Haller (SPD) am Mittwochnachmittag bekannt. Der Experte soll Stellung zu einem Ende November im U-Ausschuss vorgestellten Gutachten beziehen, das unter anderem die Kreisverwaltung Ahrweiler schwer belastet. Roselieb kritisierte die Analyse gegenüber dem SWR und bemängelte handwerkliche Fehler.

Ehemaliger Landrat von Ahrweiler weiterhin im Fokus

In dem Gutachten stellte der Berliner Professors Dominic Gißler große Mängel beim Katastrophenschutz zum Zeitpunkt der Flut fest. "Man hätte Menschenleben retten können", folgerte er. Auch eine Entlastung ehemaligen Landrats des Kreises Ahrweiler, Jürgen Pföhler (CDU), brachte das Gutachten dementsprechend nicht. Die Koblenzer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Pföhler im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung.

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Experte Roselieb soll Aufschluss über Unklarheiten bringen

Offen ließ Gißlers Gutachten jedoch, wie viele Menschenleben hätten gerettet werden können. Auch genaue kausale Zusammenhänge zwischen getroffenen Maßnahmen, nicht getroffenen Maßnahmen und Folgen blieben ungeklärt. Welchen Effekt beispielsweise frühere Warnungen der Menschen im Ahrtal gebracht hätten, konnte nicht dargestellt werden.

Zur Klärung dieser Unklarheiten soll nun im Februar der Kieler Experte Frank Roselieb befragt werden. In seiner ersten Befragung im April 2022 hatte Roselieb ebenfalls deutliche Fehler von Ex-Landrat Pföhler sowie der damaligen Landes-Umweltministerin Anne Spiegel (Grüne) im Umgang mit der Flutkatastrophe festgestellt.

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