Der erste Zwischenbericht der Unabhängigen Aufarbeitungskommission zu sexuellem Missbrauch im Bistum Trier wird vorgestellt. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Trierer Bischof gibt Aufgabe nach zwölf Jahren ab

Bischof Ackermann entschuldigt sich für Fehler als Missbrauchsbeauftragter

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Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat sein Amt als Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz abgegeben. Zum Abschied sprach er von wichtigen Schritten, bat aber auch um Entschuldigung für eigene Fehler.

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann vor seinem Rücktritt als Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)
Der Trierer Bischof Stephan Ackermann (r.) ist als Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz zurückgetretem. Sein Nachfolger wird der Aachener Bischof Helmut Dieser (m.). Zu dessen Stellvertreter wurde der Erzbischof von Freiburg, Stephan Burger (l.), ernannt. picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow

Zwölf Jahre lang war Stephan Ackermann, Bischof des Bistums Trier, Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz. Er übernahm die Aufgabe im Jahr 2010, als der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche bekannt wurde. Im Frühjahr hatte Ackermann seinen Rücktritt angekündigt. Im Rahmen der Bischofskonferenz, die noch bis Donnerstag in Fulda stattfindet, zog der Trierer Bischof nun eine gemischte Bilanz seiner Tätigkeit.

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Missbrauchsskandal: Wichtige Schritte auf holprigem Weg

"In diesen zwölf Jahren sind uns wichtige Schritte gelungen", verwies Ackermann darauf, dass der Umgang mit den Betroffenen des Missbrauchs viel selbstverständlicher geworden sei. Er bezeichnete den Weg zur Beteiligung und Orientierung von Missbrauchsopfern dennoch weiter als holprig.

Ackermann bittet um Verzeihung

In den vergangenen zwölf Jahren waren Ackermann auch immer wieder Fehler vorgeworfen worden, die er als Missbrauchsbeauftragter gemacht haben soll. Zuletzt nannte er den Namen eines Opfers im Gespräch mit einer größeren Gruppe. Immer wieder gab es Kritik am Trierer Bischof. Zu seinem Abschied bat Ackermann ausdrücklich um Verzeihung für seine Fehler.

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"Wir sind mit der Arbeit noch lange nicht fertig."

Aachener Bischof übernimmt Aufgaben von Ackermann

Ab sofort übernimmt der Aachener Bischof Helmut Dieser die Aufgabe als Missbrauchsbeauftragter. Dieser war Weihbischof in Trier, wurde dort auch zum Priester geweiht und stammt aus der Nähe von Koblenz. Stephan Burger, Erzbischof von Freiburg, fungiert als Diesers Stellvertreter. "Wir haben diese Grundidee, dass es eine größere Verantwortlichkeit geben soll", sagte Dieser mit Blick auf die weitere Aufklärungsarbeit.

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"Wir sind mit der Arbeit noch lange nicht fertig", ergänzte Stephan Burger. Teil einer beschlossenen Neustrukturierung der Aufgabe soll ein unabhängiger Expertenrat sein, mit dem der Missbrauchsbeauftragte künftig zusammenarbeitet. Auch eine bischöfliche Fachgruppe zum Themenbereich sexueller Missbrauch soll entstehen. Die gemeinsame Arbeit mit dem Betroffenenbeirat werde fortgesetzt.

Fast 2.000 Anträge auf Entschädigung

Ein Sprecher der Bischofskonferenz sagte, dass seit der Neuregelung der Entschädigungszahlungen insgesamt 1.997 Anträge auf Entschädigung bei der katholischen Kirche eingegangen seien. Davon seien bislang 1.625 Anträge bearbeitet worden, 372 Fälle seien noch offen.

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