Eine Honigbiene ist vor der tief stehenden Nachmittagssonne auf dem Weg zurück in den Stock. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst)

Klimawandel

Winter zu mild: Bienen suchen vergebens nach Nahrung

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Die Imker in Rheinland-Pfalz sorgen sich um ihre Völker. Der Klimawandel treibt die Bienen bereits aus dem Stock - doch noch gibt es viel zu wenig Pollen oder Nektar für sie.

Eigentlich wären sie noch in ihrem Stock zu einer Kugelform zusammengeschlossen, um sich zu wärmen. Doch angesichts der warmen Außentemperaturen ist für viele Bienen die Winterruhe vorbei: Immer mehr Arbeiterinnen verlassen die sogenannte Wintertraube, um sich schon auf Nahrungssuche zu begeben.

Bienen fliegen (Foto: dpa Bildfunk, Frank Rumpenhorst/dpa)
Wegen des warmen Wetters sind sie schon unterwegs: die Bienen. Frank Rumpenhorst/dpa

Zu wenig Nahrung für Bienen

Eine Entwicklung, die den Imkern große Sorgen bereitet. "Die Rückmeldungen über den Zustand der Völker beunruhigen uns", sagt der Vorsitzende des Imkerverbandes Rheinland-Pfalz, Thomas Hock. Denn aktuell gebe es kaum Pollen oder Nektar, den sie schon sammeln können. "Für die Imker bedeutet das viel Arbeit", sagte Hock. "Wenn man jetzt schläft, kann es passieren, dass die Völker verhungern."

Vor allem, wenn es wieder kalt werden sollte, würde das Raus-Rein-Wechselspiel die Völker schwächen: Denn statt der üblichen 20 Grad, die sie durch Reibung mit ihrer Flugmuskulatur im Stock erzeugen, müssten sie das Nest mit einer Brut auf 35 Grad heizen. "Das ist eine Mordsleistung", so der Vorsitzende. Doch zugleich gäbe es für die Tiere draußen noch viel zu wenig Nahrung. "Da muss man als Imker jetzt höllisch aufpassen und nah am Volk sein."

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Eine weitere Gefahr durch die warmen Winter-Temperaturen: Wenn die Brut früher als üblich beginne, hätte auch die gefährliche Varroa-Milbe mehr Zeit, sich zu reproduzieren. Dies könne dann im Sommer und Herbst zu Problemen führen.

Kein Honig oder Zuckerwasser für Bienen

Der Sprecher des saarländischen Imkerverbandes, Markus Lay, appelliert an die Bürger, die Bienen nicht mit Honig zu füttern. Denn durch Produkte aus Nicht-EU-Ländern bestehe eine große Gefahr, dass sich über Sporen die amerikanische Faulbrut in den Völkern ausbreite. "Das ist das Schlimmste, was den Bienen passieren kann", betont er.

Wer etwas Gutes tun wollte, sollte langfristig seinen Garten mit entsprechenden Pflanzen bienenfreundlich gestalten und vor allem bei Spaziergängen keine Weidenkätzchen mitnehmen. Thomas Hock warnt zudem davor, zuhause eine Schale mit Zuckerwasser für die Bienen aufzustellen: "Das wäre ein ganz großer Fehler, weil sich dadurch Krankheiten verbreiten."

Imker müssen sich mehr kümmern

Den Imkern bleibe aktuell nichts anderes übrig, als ihre Völker mit einem Futterteig zu füttern und sich auch langfristig auf mehr Arbeit einzustellen."Gut ist es nicht, dass die Bienen schon fliegen. Aber es wird in Zeiten des Klimawandels normal werden", prophezeit Hock.

Die Imker müssten sich künftig viel mehr als in der Vergangenheit um die Völker kümmern: "Damit sie im Herbst und Winter überleben und im Frühjahr wieder starke Völker haben."

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