Bild von Stefan Giese  (Foto: SWR, SWR/Christian Koch)

Wohlgenährte Raubtiere

Meinung: Katzen an die Leine

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Stefan Giese
Bild von Stefan Giese  (Foto: SWR, SWR/Christian Koch)

Katzen müssen in Teilen Walldorfs in der Wohnung bleiben oder an die Leine. So soll eine dort brütende Vogelart vor dem Aussterben geschützt werden. Stefan Giese findet das richtig.

Rund 16 Millionen Katzen leben in deutschen Haushalten. Damit sind sie das beliebteste Haustier hierzulande. Außerdem bringen sie regelmäßig das Internet zum Kochen (Stichwort: Cat Content) und in der Summe sind sie Massenmörder. Groben Schätzungen zufolge töten sie bis zu 200 Millionen Vögel pro Jahr allein in Deutschland. Die süßen kleinen Miezen sind eine echte Plage für den Vogelbestand.

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Darum müssen Katzen in Teilen von Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis) in den kommenden Monaten zuhause bleiben. Denn dort brütet die vom Aussterben bedrohte Haubenlerche. Katzenbesitzer, deren Lieblinge dem Brutgebiet zu nahe kommen, müssen mit einem Bußgeld von 500 Euro rechnen. Wer seiner Katze trotzdem frische Luft gönnen möchte, sollte sich eine Leine zulegen. Hundehalter haben dafür vermutlich nur ein müdes Lächeln übrig.

Ursula Gruß von der Katzenauffangstation Schwetzingen hält nicht viel vom Katzen-Hausarrest:

Unter Katzenfreunden ist der Aufschrei nun groß. Die Vorsitzende der Katzenauffangstation in Schwetzingen (Rhein-Neckar-Kreis), Ursula Gruß, erwartet, dass freiheitsgewohnte Tiere schon nach wenigen Tagen in Gefangenschaft der eigenen Wohnung „aggressiv oder auch depressiv werden“. Für den zwangsweise verordneten Hausarrest hat sie deshalb kein Verständnis.

Nicht auszuschließen, dass Frau Gruß mit ihrer Erwartung richtig liegt. Aber was ist ein Stubentiger mit Lagerkoller im Vergleich zum unwiederbringlichen Aussterben einer ganzen Tierart? Kann es tatsächlich zu viel verlangt sein, ein wohlgenährtes Raubtier – und genau das ist eine gewöhnliche Hauskatze – für ein paar Monate an die Leine zu legen, um damit ein paar Wildtieren die Lebenszeit zu verlängern? Ich meine, nein.

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