Koffer ist voll mit BOS-Digitalfunk-Geräten im Rathaus in Tübingen

Als erste Kommune von Baden-Württemberg

Ordnungsdienst in Tübingen darf BOS-Digitalfunk nutzen

Stand

Die Stadt Tübingen darf als erste Kommune in Baden-Württemberg das neue Funknetz nutzen. Es soll städtische Behörden mit Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sicher verbinden.

Der Tübinger Ordnungs- und Vollzugsdienst testet künftig als Pilotprojekt das moderne Digitalnetz für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Bislang war der BOS-Digitalfunk der "Blaulicht-Fraktion" vorbehalten, sagte Ralph Karau, der kommissarische Leiter des Kommunalen Ordnungs- und Vollzugsdienstes in Tübingen, dem SWR. Er freue sich auf die neue Funktechnologie.

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Insbesondere in der Tübinger Altstadt hätten seine Kolleginnen und Kollegen oft Empfangsprobleme über das Telefonnetz gehabt. Mit dem Digitalfunk könnten künftig beispielsweise im Nachtdienst alle verfügbaren Streifen schnell zur Verstärkung hinzugerufen werden. 

Behörden schnell und sicher miteinander vernetzen

Ziel des Pilotprojekts mit Tübingen als Kommune, die den BOS-Digitalfunk testet, ist es laut Mitteilung der Stadt, Erfahrungen zu sammeln, wie das Funknetz funktioniert. Ob es gelingt, Behörden besser zu vernetzen und die tägliche Zusammenarbeit und schwierige Einsätze zu optimieren, wird das Projekt zeigen.

Bessere Kommunikation - ein gemeinsames Netz für alle

Mit dem BOS-Digitalfunk wird ein bundesweit einheitliches, flächendeckendes Netz genutzt, schreibt die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS). In der Praxis bedeute das, dass beispielsweise die Polizei bundesweit und landesweit miteinander kommunizieren könne. Gleichzeitig könne auch die Kommunikation mit anderen Behörden oder Einsatzkräften wie beispielsweise der Feuerwehr ermöglicht werden.

BOS-Digitalfunkgeräte jetzt auch in Tübingen beim Kommunalen Ordnungsdienst im Einsatz als Pilotprojekt
So sehen die Geräte aus, über die der BOS-Digitalfunk funktioniert. Seit Montagnachmittag sind sie nun nicht mehr nur in Polizeihand, sondern auch in den Händen des Kommunalen Ordnungs- und Vollzugsdienstes der Stadt Tübingen.

Gruppenfunktion - ein bisschen wie WhatsApp

Der wesentliche Vorteil des BOS-Digitalfunks gegenüber kommerziellen Mobilfunknetzen ist laut Bundesanstalt die Gruppenkommunikation. Mit dieser Funktion kann ein Funkspruch an alle Teilnehmenden einer bestimmten Gruppe gleichzeitig gesendet werden. Auch eine zentrale Steuerung der Einsatzkräfte sei möglich. Laut der Bundesanstalt für den Digitalfunk BOS sollen hierdurch anspruchsvolle und komplexe Einsätze besser koordiniert werden. Aber auch Einzelgespräche könnten abhörsicher und mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung über das Funknetz geführt werden.

Hohe Sprachqualität und schnelle Datenübertragung

Besonders wichtig für Einsatzkräfte sei die Verfügbarkeit des Netzes, wie Ralph Karau vom Kommunalen Ordnungs- und Vollzugsdienst in Tübingen sagte. Um das sicherzustellen ist der BOS-Digitalfunk laut der Bundesanstalt so gestaltet, dass er unabhängig vom kommerziellen Mobilfunknetz und bei hohem Gesprächsaufkommen wie beispielsweise Katastrophen oder Massenveranstaltungen einwandfrei funktioniert.

Punkten kann das Behördennetz demnach auch mit schnellerer Datenübertragung und hoher Sprachqualität. Umgebungslärm, insbesondere Einsatzgeräusche, würde bei der Übertragung herausgefiltert, heißt es weiter.

Notruftaste für Hilfe rufende Einsatzkräfte

An den Digitalfunkgeräten befindet sich außerdem eine Notruftaste. Bei deren Betätigung könne eine direkte Sprechverbindung mit Vorrang vor allen anderen Teilnehmenden aufbaut werden. Dieser Notruf werde, so die Bundesanstalt, an die zuständige Stelle oder in die jeweilige Gruppe durchgestellt. Um die in Not geratenen Einsatzkräfte schneller zu lokalisieren, werde automatisch auch die aktuelle oder zuletzt bekannte GPS-Position übermittelt.

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