Hochgestellte Stühle (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Guido Kirchner)

Nach Streit um Vertrauenslehrer

Weinheimer Gymnasium: Schulleiterin tritt zurück 

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Bild Ninja Degen, SWR Studio Mannheim (Foto: SWR)

Nach einem Streit um einen Vertrauenslehrer an einem Weinheimer Gymnasium tritt die Schulleiterin zurück. Oberbürgermeister Manuel Just (CDU) begrüßt diese Entscheidung.

Die Schulleiterin des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums (DBS) in Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis) tritt nach einem Streit um einen Vertrauenslehrer zurück. Das hat sie selbst bekannt gegeben. Sie werde die Dietrich Bonhoeffer Schule verlassen, um den Weg für deren weitere Entwicklung frei zu machen. Weinheims Oberbürgermeister Manuel Just (CDU) begrüßt diesen Schritt, den er zuvor bereits gefordert hatte.

Die Schulleiterin habe diese Entscheidung eigentlich erst kommende Woche öffentlich machen wollen, erklärt sie in einer Mitteilung. Dem sei der Weinheimer Oberbürgermeister Just allerdings durch eine "unabgestimmte Pressemitteilung“ zuvorgekommen, so die Schulleiterin weiter. Ihre Entscheidung habe sie nach intensiven Gesprächen und Beratungen mit Verantwortlichen des Regierungspräsidiums Karlsruhe vergangene Woche getroffen.

Hintergrund: Streit um Vertrauenslehrer an Weinheimer Schule

Am Weinheimer Gymnasium hatte es Aufregung um die Abordnung eines Vertrauenslehrers gegeben. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer und Eltern hatten sich für weitere Gespräche eingesetzt und hatten auch vor den Herbstferien mit Plakaten und Spruchbändern vor der Schule demonstriert. Das Regierungspräsidium Karlsruhe hatte allerdings an der Entscheidung festgehalten, den Lehrer an eine andere Schule zu schicken. Über die Hintergründe des Streits ist bislang nichts bekannt.

Weinheimer Oberbürgermeister legte Schulleiterin Versetzung nahe

Weinheims Oberbürgermeister Manuel Just (CDU) hatte der Schulleiterin nahegelegt, das Gymnasium zu verlassen. Das sei laut Pressemitteilung "nach vielen Gesprächen mit Elternvertretern und Lehrkräften der DBS" geschehen. Man habe zuvor habe man vergeblich versucht zu vermitteln. Der gute Ruf der DBS sei mehr als gestört, so der Oberbürgermeister.

Die Wiederherstellung des Schulfriedens muss oberste Priorität haben.

Seine Stellungnahme, in der er ihr einen Rücktritt nahelegte, habe Manuel Just der Schulleiterin mehrere Stunden vor deren Veröffentlichung zukommen lassen. Aus Sicht des Oberbürgermeisters sei genug Zeit gewesen, den Rücktritt mitzuteilen - wenn die Entscheidung da schon gefallen gewesen wäre.

Regierungspräsidium Karlsruhe hat über Vertrauenslehrer entschieden

Das Regierungspräsidium Karlsruhe teilte dem SWR auf Anfrage mit, dass "Abordnungen und Versetzungen angesichts von rund 33.000 Lehrkräften an 1.000 öffentlichen Schulen in unserem Bezirk regelmäßig stattfinden." Man bemühe sich, Lösungen im Konsens mit den Betroffenen zu finden. Leider gelinge das nicht immer.

Das Regierungspräsidium ist für allgemeinbildende Gymnasien direkt zuständig. Man habe vor Ort Gespräche mit allen Beteiligten geführt - auch mit dem betroffenen Lehrer. Was aber der Grund für die direkte Abordnung war, bleibt bislang unbeantwortet. Man verstehe das öffentliche Interesse, in Personalangelegenheiten müsse aber der Persönlichkeitsschutz gewahrt werden, so das Regierungspräsidium Karlsruhe gegenüber dem SWR.

In der kommenden Woche soll es einen Runden Tisch mit allen Beteiligten in Weinheim geben. Für Montagnachmittag hat das Regierungspräsidium Karlsruhe eine Pressekonferenz in Weinheim angekündigt.

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