Kostümierte Künstler in Wasserbecken auf der BUGA in Mannheim (Foto: SWR)

Performance für Umweltschutz

"Öko-sexueller Walk" bei BUGA in Mannheim

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AUTOR/IN
Melanie Holstein
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Wolfgang Kessel
Wolfgang Kessel, Redakteur beim SWR in Mannheim (Foto: SWR, Wolfgang Kessel)

"Behandle die Erde als deine Geliebte!" - der Grundgedanke einer Kunstaktion, die Besucher ab dem Wochenende mehrmals bei der BUGA in Mannheim erleben können.

Hinter der Kunstaktion stehen die beiden US-Künstlerinnen Annie Sprinkle und Beth Stephens. Sie haben zusammen mit Drag-Performern, Aktivistinnen und Künstlern aus der Rhein-Neckar-Region das Konzept ihres "öko-sexuellen Spaziergangs" speziell für das Spinelli-Gelände der Mannheimer Bundesgartenschau weiterentwickelt.

Öko-sexueller Walk auf BUGA: Erregung im Rosenbeet und Bäume berühren

Der "öko-sexuelle Walk" konzentriert sich laut den Künstlerinnen auf einzelne Stationen auf dem Spinelli-Gelände. Dabei suchen die Teilnehmer zum Beispiel im Rosenbeet nach Erregung, fragen Bäume, ob sie berührt werden dürfen und gehen gemeinsam auf eine humorvolle Entdeckungstour für alle Sinne - ohne dabei den Ernst der Lage zu vergessen.

Teilnehmer des "Öko-Sex Walks" sollen sich "neu mit der Erde verbinden"

Der Ansatz dabei: Alle Menschen sind den Künstlerinnen zufolge materiell, spirituell und sinnlich mit der Erde verbunden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer seien "eingeladen, sich inspirieren zu lassen und sich neu mit der Erde zu verbinden". Am Freitag fand auf dem Spinelli-Gelände die Generalprobe der Kunstaktion statt.

Künstlerinnen haben "Erde geheiratet" und praktizieren Öko-Sex

Annie Sprinkle und Elizabeth Stephens gründeten die „Ökosex-Bewegung“ mit dem Ziel, die Umweltbewegung durch Film, Kunst, Performance und Schreiben sexy, lustig und vielfältig zu machen. 2011 haben sie eigenen Angaben zufolge ein "Ecosexual Manifesto" verfasst. Darin geht es um den Umgang mit der Umwelt und der Liebe zur Natur. Je mehr Menschen die Erde liebten, so die Künstlerinnen, desto besser sei sie geschützt.

"[Der öko-sexuelle Walk] ist eine Entdeckungstour der etwas anderen Art. Eine große Abenteuerreise, quer durch die BUGA."

Die Zusammenarbeit mit Künstlern vor Ort sei ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts, erklärt die Projektleiterin Carmen Göth. Sie gehört zum Queeren Zentrum Mannheim (QZM) und hat die Künstlerinnen zur BUGA gebracht. Shayma Alqueer, Ilka Kaufmann, Baküs Mejri, Amina Flyingstone und haru apa nyx sind die lokalen Kunstschaffende, die die Spaziergänge begleiten und mitgestaltet haben.

Beim "öko-sexuellen Spaziergang" gehe es auch um Identität und Lust sowie Sexualität und Tabus. Und um die Frage, was einen persönlich mit der Erde verbindet. Vor allem gehe es aber um einen bewussten Umgang und eine Sensibilisierung, so Carmen Göth.

Weitere Termine der "öko-sexuellen Spaziergänge" auf der BUGA in Mannheim

Die nächsten "öko-sexuellen Spaziergänge" auf der BUGA in Mannheim finden am 19., 21., 22., und 23. August statt. Eine Anmeldung dafür ist erforderlich. Am 23. August gibt es zum Abschluss eine Performance und ein Kunstgespräch in der Kunsthalle Mannheim.

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