Die GDL hat zum Warnstreik aufgerufen. Auch der Nah- und Fernverkehr im Großraum Karlsruhe ist betroffen. (Foto: SWR, Mirka Tiede)

Zugverkehr normalisiert sich

Bahnstreik beendet: Regional- und Fernverkehr im Großraum Karlsruhe rollt wieder

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Mirka Tiede
SWR-Reporterin steht in einem Großraumbüro (Foto: SWR)
Sven Huck
Ein Bild von Sven Huck (Foto: SWR)

Der Warnstreik bei der Deutschen Bahn ist vorbei: im Großraum Karlsruhe gab es im Fern- und Regionalverkehr starke Einschränkungen. Auch nach Streikende fielen einzelne Züge noch aus.

Der 24 -stündige Warnstreik der Lokführergewerkschaft GDL ging am Freitagabend um 22 Uhr zu Ende. Die Deutsche Bahn fuhr lediglich nach einem Notfahrplan mit einem stark reduzierten Angebot an Fahrten im Fern- und Regionalverkehr. Am Samstag will die Bahn wieder das normale Angebot auf die Schiene bringen. Am Karlsruher Hauptbahnhof kam es am Samstagmorgen noch zu einzelnen Zugausfällen.

Fahrgäste teilweise auf Streik vorbereitet

Die Stimmung bei den Reisenden am Karlsruher Hauptbahnhof war am Freitagmorgen gemischt. Einige von ihnen waren bereits auf den Bahnstreik vorbereitet und sind deutlich früher zum Hauptbahnhof gekommen.

Lucas kam aus Offenburg und hat einen ICE erwischt, der nicht gestrichen wurde. Dagegen sei der Regionalverkehr aus Offenburg nach Karlsruhe komplett ausgefallen. Seine Mitfahrgäste ließen sich bisher dennoch nicht aus der Ruhe bringen. Andere Fahrgäste sind hingegen von der Bahn auf Flixbus oder Flixtrain umgestiegen.

Die Leute sind entspannt, schon in Weihnachtsstimmung und vom Stress merkt man wenig.

Vom Streik kalt erwischt

Ein Pärchen am Hauptbahnhof hatte der Streik dagegen kalt erwischt. Weil sie Freitagmorgen erst aus dem Urlaub wiedergekommen sind, konnten sie sich nicht um einen Ersatz zur Bahn kümmern und waren dadurch mehrere Stunden länger unterwegs.

Auch bei anderen Fahrgästen hält sich das Verständnis für den Arbeitskampf in Grenzen. "Ich weiß nicht, wer ein solches Angebot in allen möglichen anderen Berufszweigen bekommt", sagt die Bahnreisende Andrea. Sie ist unterwegs zu ihren Enkelkindern in Leipzig. "Jetzt bin ich mal gespannt, wie es läuft. Ich habe umgebucht und es ist natürlich alles unklar."

Dominic muss sich wegen des Streiks der GDL schon den ganzen Morgen an Bahnhöfen rumschlagen, weil seine Züge ausgefallen sind. (Foto: SWR, Mirka Tiede)
Dominic muss sich schon den ganzen Morgen an Bahnhöfen rumschlagen, weil seine Züge ausgefallen sind. Er hat teilweise Verständnis für den Streik: "Wenn es einen betrifft, dann natürlich nicht mehr so." Aber dadurch, dass alles teurer geworden ist, wolle jeder ein bisschen mehr Geld haben. Bild in Detailansicht öffnen
Irene war auf den Streik vorbereitet. Sie fährt statt mit dem Zug mit dem Flixbus. (Foto: SWR, Mirka Tiede)
Irene war auf den Streik vorbereitet. Sie fährt statt mit dem Zug mit dem Flixbus. Sie hat Verständnis für den Streik: "Ich bin ja auch Arbeitnehmerin, die müssen auch um ein bisschen mehr Geld kämpfen." Bild in Detailansicht öffnen
Lucas hatte Glück: "Ich habe einen von drei ICE tatsächlich erwischt." (Foto: SWR, Mirka Tiede)
Lucas hatte Glück: "Ich bin jetzt von Offenburg gekommen, da ging es eigentlich. Ich habe einen von drei ICE tatsächlich erwischt. (...) Heute wird es schwierig dadurch, dass von Offenburg aus der komplette Regionalverkehr nicht fährt. Dementsprechend wäre es heute, glaube ich, ziemlich sportlich. Viel Erfolg auf jeden Fall an alle." Trotz der Situation seien die anderen Fahrgäste bisher aber entspannt gewesen. Bild in Detailansicht öffnen
Sarah ist wegen des Streiks zu spät zur Vorlesung gekommen. (Foto: SWR, Mirka Tiede)
Sarah ist wegen des Streiks zu spät zur Vorlesung gekommen. "Also es ist auch blöd, wenn man kein Auto hat." Bisher hatte sie eigentlich Verständnis für die Streikenden. Das schwindet aber immer mehr, besonders weil die Streiks häufiger werden: "Es wird langsam schon ein bisschen nervig." Bild in Detailansicht öffnen
Ibtissem ist früher gefahren und hatte längere Umstiegszeiten. (Foto: SWR, Mirka Tiede)
Ibtissem ist früher gefahren und hatte längere Umstiegszeiten. Dennoch sieht sie den Streik gelassen: "Da kann man nichts machen." Bild in Detailansicht öffnen
Benni ist mit einer Gruppe von Freunden schon zwei Stunden früher am Karlsruher Hauptbahnhof gewesen. (Foto: SWR, Mirka Tiede)
Benni ist mit einer Gruppe von Freunden schon zwei Stunden früher am Karlsruher Hauptbahnhof gewesen. "Weil wir sonst Angst hatten, den Zug nach Berlin nicht zu kriegen. (...) Das musste man mit einplanen, aber es geht." Bild in Detailansicht öffnen
Andrea hat sich trotz Streik auf die Reise begeben, um am Adventswochenende ihre Enkelkinder in Leipzig zu besuchen. (Foto: SWR, Mirka Tiede)
Andrea hat sich trotz Streik auf die Reise begeben, um am Adventswochenende ihre Enkelkinder in Leipzig zu besuchen. "Jetzt bin ich mal gespannt, wie es läuft. Ich habe umgebucht und es ist natürlich alles unklar." Bild in Detailansicht öffnen

Auch Dominic hatte bisher bei seiner Reise wenig Glück. Frierend sitzt er im Foyer des Hauptbahnhofs. "Ich muss mich irgendwie den ganzen Morgen an Bahnhöfen herumschlagen, weil die Züge ausfallen." Er habe es aber nicht mehr weit und bald endlich geschafft.

Sarah aus Heilbronn ist wegen des Streiks am Freitagmorgen zu spät zur Universität gekommen. "Also es ist auch blöd, wenn man kein Auto hat." Bisher hatte sie eigentlich Verständnis für die Streikenden. Weil die Streiks aber immer häufiger werden, wird das immer geringer: "Es wird langsam schon ein bisschen nervig."

Bahnstreik: Hauptbahnhof Karlsruhe auch betroffen

Am Karlsruher Hauptbahnhof wurden zahlreiche ICE-, IC- und Regionalexpress-Verbindungen gestrichen. Ausfälle gab es auch auf der S-Bahnlinie S9 auf der Strecke zwischen Karlsruhe und Mannheim sowie bei den S-Bahnlinien S4 in Richtung Heilbronn und S33 in die Südpfalz.

Auch bei den Regionalexpressen und Regionalbahnen, die von Karlsruhe unter anderem nach Frankfurt, Rastatt, Freudenstadt, Achern, Heidelberg oder Mannheim fahren, wurden Verbindungen gestrichen. Reisende wurden gebeten, sich vor Fahrtantritt zu informieren.

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Streik: Ausfälle in Karlsruhe bei den Stadtbahnen der AVG

Vom Warnstreik betroffen waren auch Stadtbahnen der Albtalverkehrsgesellschaft (AVG). Auf manchen Strecken im Großraum Karlsruhe setzt die AVG nach eigenen Angaben Fahrpersonal der Bahn-Tochter DB Regio ein. Dort wurde mit vereinzelten und unvorhersehbaren Ausfällen gerechnet. Massive Ausfälle bei Stadtbahnen der AVG sollte es lediglich auf den Linien S41 und S42 im Großraum Heilbronn geben.

Bahnstreik der GdL: Am Karlsruher Hauptbahnhof sind beim letzten Warnstreik Mitte Dezember schon viele Züge ausgefallen. (Foto: SWR)
Am Hauptbahnhof in Karlsruhe gibt es vereinzelt Einschränkungen im Bahnverkehr

Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) waren von dem Warnstreik der GDL nicht betroffen. Alle Bus- und Trambahnlinien, das beinhaltet auch die Stadtbahnlinie S2, der VBK verkehrten demnach regulär.

Keine weiterer Warnstreik dieses Jahr geplant

Grund für den Streik sind laut GDL die gescheiterten Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn. Die GDL fordert eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von derzeit 38 Stunden auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Die Bahn lehnte dies angesichts des Fachkräftemangels als nicht machbar ab.

Zum Streik aufgerufen waren sämtliche Arbeitnehmer unter anderem in den Bereichen Fernverkehr und Regionalverkehr. Nach dem aktuell anstehenden Bahnstreik plant die Lokführergewerkschaft in diesem Jahr keine weiteren Streiks.

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