Montage eines schematischen Bildes von Viren der Familie Corona mit der Grafik von SWR Akktuell Live-Blog zum Coronavirus

Das Coronavirus und die Folgen für das Land

Live-Blog zum Coronavirus in BW: Mittwoch, 30. September 2020

Stand

Das war der Mittwoch in Baden-Württemberg:

Fastnachtsumzüge in Baden-Württemberg abgesagt

21:46 Uhr

Viele in Baden-Württemberg haben damit gerechnet, nun ist es offiziell: Die großen Narrenverbände im Südwesten haben am Mittwochabend entschieden, dass es keine Großveranstaltungen und somit auch keine Narrenumzüge geben wird.

Corona-Reisewarnung für ganz Belgien ausgeweitet

21:43 Uhr

Die Bundesregierung hat wegen steigender Corona-Infektionszahlen für ganz Belgien eine Reisewarnung ausgesprochen. Das geht aus den am Mittwochabend aktualisierten Reisehinweisen des Auswärtigen Amts hervor. In Belgien wurde zuletzt nur die Hauptstadt Brüssel als Corona-Risikogebiet geführt. Die Ausweitung auf das ganze Land betrifft nun auch Grenzregionen zu Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Wie sollen Kontaktdaten in der Gastronomie kontrolliert werden?

20:24 Uhr

Die persönlichen Angaben im Restaurant sollen nach dem Beschluss von Bund und Ländern künftig kontrolliert werden, bei falsch angegebenen Daten droht ein Bußgeld. Aber wie soll diese Kontrolle durchgeführt werden? Und dürfen Gastronomen das überhaupt? Mehr dazu hier:

Teststation an der A8 wird geschlossen

20:18 Uhr

Die Corona-Teststation an der Autobahn 8 auf dem Parkplatz Kemmental-Ost bei Dornstadt (Alb-Donau-Kreis) wird am Donnerstag geschlossen und abgebaut. Das teilt das Sozialministerium mit. Insgesamt fanden dort seit der Eröffnung Ende August 27.000 Testungen statt. Das entspricht einem Durchschnitt von 840 Tests pro Tag. Bis Mittwochabend 22 Uhr können sich dort Reiserückkehrer noch testen lassen.

Corona-Warn-App in zehn weiteren EU-Ländern

18:59 Uhr

Die Corona-Warn-App soll ab Oktober auch länderübergreifend funktionieren. Das teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Die App soll dann auf die Daten von zehn weiteren EU-Länder zugreifen können und so Reisen innerhalb Europas sicherer machen, hieß es. Nutzer müssen die App allerdings aktualisieren und dem Austausch der Daten zustimmen. Nicht mit dabei ist Frankreich. Dort nutzt die App nicht die Server von Apple und Google.

Hohe Nachfrage nach Corona-Tests in Heilbronn

17:23 Uhr

In Heilbronn gibt es derzeit einen großen Bedarf an Corona-Tests. Die Stadtverwaltung bestätigte auf SWR-Anfrage längere Wartezeiten an der Abstrichstelle auf der Theresienwiese. Vor Montag gäbe es dort keinen Termin, heißt es. Nächste Woche, so die Pressestelle der Stadt Heilbronn, sollen dort die Testzeiten erweitert werden. Das städtische Gesundheitsamt teilte weiter mit, dass sich derzeit besonders viele Schüler testen ließen. Dies liege daran, dass die Gemeinschaftseinrichtungen jetzt geöffnet sind. Die Termine für einen Corona-Test an der Abstrichstelle Theresienwiese vergibt das Gesundheitsamt.

Uniklinik Ulm testet 1.000 Lehrende und Lernende

17:21 Uhr

Das Universitätsklinikum Ulm hat heute kostenlos 1.000 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrende der "Akademie für Gesundheitsberufe" auf Corona getestet. Die Testungsaktion im Kloster Wiblingen war die bislang größte Massentestung an einer Bildungseinrichtung im Gesundheitswesen in Baden-Württemberg, teilte die Uniklinik mit. Sie soll sicherstellen, dass das Coronavirus nach der Urlaubszeit nicht in die Akademie eingeschleust wird. Die Ergebnisse sollen zu Beginn des Präsenzunterrichts am Donnerstag vorliegen.

Fast 300 neue Infektionen gemeldet

17:14 Uhr

Laut Landesgesundheitsamt wurden den Behörden in Baden-Württemberg heute weitere 286 bestätigte Coronavirus-Fälle gemeldet (Stand: 16 Uhr). Damit haben sich im Land seit Beginn der Pandemie insgesamt mindestens 49.698 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Als genesen gelten 43.605 Personen, 323 mehr als am Vortag. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts ist im Zusammenhang mit dem Coronavirus ein weiterer Mensch gestorben. Die Zahl der Verstorbenen erhöht sich in Baden-Württemberg somit auf 1.886 seit Beginn der Pandemie. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert wurde mit 1,09 angegeben. Der Wert zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

Schulen in Mannheim und Ulm bleiben geschlossen

16:36 Uhr

Wegen mehrerer Corona-Fälle müssen zur Zeit zwei Schulen in Baden-Württemberg komplett geschlossen bleiben. Die Jungbusch-Grundschule in Mannheim soll voraussichtlich bis zum 6., die Pestalozzischule in Ulm bis zum 5. Oktober geschlossen bleiben. Aktuell seien in Baden-Württemberg insgesamt 297 Klassen an 195 Schulen vorübergehend aus dem Präsenzbetrieb herausgenommen worden, so eine Sprecherin des Kultusministeriums am Mittwoch auf SWR-Nachfrage. Nur zwei Schulen sind ganz geschlossen. Insgesamt gibt es rund 4.500 Schulen und rund 67.500 Klassen in Baden-Württemberg. Das Gesundheitsamt entscheidet, wer in Quarantäne geschickt werden muss. Zum ersten Mal seit Beginn des neuen Schuljahres ist die Zahl der vom Coronavirus betroffenen Schulen leicht gesunken. Gestern waren noch 302 Klassen an 199 Schulen vom Präsenzunterricht befreit.

Zukunft des Pferdesports in Iffezheim offen

15:27 Uhr

Der Veranstalter Baden-Racing hat den Pachtvertrag für die Galopprennbahn Iffezheim (Kreis Rastatt) zum Ende des Jahres gekündigt. Durch die Verluste während der Corona-Krise sei er nicht mehr in der Lage, die von der Gemeinde Iffezheim geforderte Pacht in Höhe von 200.000 Euro zu zahlen. Deshalb habe man von einem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch gemacht. Was das für die Zukunft des Pferdesports in Iffezheim bedeutet, ist noch unklar. Man hoffe aber gemeinsam mit der Gemeinde eine Lösung zu finden, um den Erhalt der Galopprennbahn sichern zu können. Die Gemeinde Iffezheim hat sich bisher noch nicht geäußert.

Weitere Fälle von Soforthilfe-Betrug

14:51 Uhr

Das Polizeipräsidium Heilbronn ermittelt momentan in acht Fällen wegen Betrugs bei den Corona-Soforthilfen. Im Main-Tauber-Kreis seien es vier Anzeigen, im Kreis Heilbronn eine, sagte ein Sprecher dem SWR. Gegen drei Betriebe werde im Neckar-Odenwald-Kreis ermittelt. Die Fälle schlagen nach und nach bei der Polizei auf, so dass die Zahlen durchaus noch steigen könnten, so der Polizeisprecher.

Finanzministerin Sitzmann verteidigt Rekordverschuldung

14:22 Uhr

Angesichts der Corona-Krise hat Finanzministerin Edith Sitzmann die Rekordverschuldung des Landes Baden-Württemberg als zwingend notwendig gerechtfertigt. Der Nachtragshaushalt sei ein großer finanzieller Kraftakt und eine Belastung für die Zukunft. Aber das Land müsse sich nun mit allen Mitteln gegen die Krise stemmen. Baden-Württemberg verfüge über beste Bonität und könne sich langfristig Kredite zu guten Konditionen sichern. Wenn die Krise ihr Ende finde, werde man wieder zur Sparsamkeit zurückfinden. Die Abgeordneten berieten am Mittwoch erstmals über den milliardenschweren Nachtragshaushalt. Darin enthalten sind ein 1,2 Milliarden Euro schweres Investitionsprogramm. 800 Millionen Euro sollen für den Fall einer zweiten Corona-Welle zurückgehalten werden.

Kretschmann: Kommunen sollen über Weihnachtsmärkte entscheiden

13:49 Uhr

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will die Entscheidung über Weihnachtsmärkte in Pandemiezeiten den Kommunen überlassen. Solange die allgemeine Corona-Infektionslage das erlaube, sollten die Kommunen entscheiden, ob und wenn ja unter welchen Bedingungen die Märkte stattfinden. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus dem Staatsministerium. Kretschmann bat das Sozialministerium, den Kommunen Leitplanken zu den Hygieneanforderungen sowie der Organisation von Zu- und Abläufen der Besucher zur Verfügung zu stellen. Der Regierungschef sagte, er würde den Kommunen empfehlen, auf den Ausschank von Alkohol zu verzichten. Was den Konsum von Alkohol auf den Märkten angeht, hatte es Uneinigkeit in der grün-schwarzen Koalition gegeben.

Für die Schausteller im Land ist Glühwein dagegen ein unverzichtbares Element auf Weihnachtsmärkten. Es gebe keinen Grund, Alkohol auf den Märkten zu verbieten, sagte Mark Roschmann, Vorsitzender des Schaustellerverbands in Baden-Württemberg, der Deutschen Presse-Agentur. "Ich habe noch nie jemanden mit Glühweintassen auf Bierbänken tanzen sehen." Drei Viertel der Besucher kämen nur wegen der Tasse Glühwein zum Weihnachtsmarkt, erst danach kauften sie Christbaumkugeln und gebrannte Mandeln. Das Problem seien die privaten Feiern.

Katholische Kirche plant Internet-Plattform für Weihnachtsideen

13:33 Uhr

Das Erzbistum Freiburg baut in den kommenden Wochen über das Internet eine Austausch-Plattform auf, um Ideen für Gottesdienste und Feiern zu Weihnachten unter Corona-Bedingungen zu entwickeln. Die aktuelle Situation könne, etwa wegen der Teilnehmerbeschränkungen für Gottesdienste, auch eine Gelegenheit sein, an Weihnachten aus den traditionell-üblichen Mustern auszubrechen und Neues zu versuchen, sagte der Theologe Tobias Aldinger der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Beispielsweise könnten Kirchengemeinden Angebote machen, um an Weihnachten auf einsame Menschen zuzugehen, so der Theologe - etwa mit Telefonketten oder Hausbesuchen. Neben Internet-Übertragungen gebe es mancherorts auch Pläne, Gottesdienste oder Krippenfeiern im Freien zu organisieren. Zudem plant die katholische Kirche, Impulse und Vorlagen für Gebete und Gottesdienstfeiern zu Hause, in der Familie oder mit Freunden und Nachbarn anzubieten.

Gaststättenverband: Kontakterfassung ordentlich handhaben

13:11 Uhr

Der baden-württembergische Hotel- und Gaststättenverband hat am Mittwoch an Wirte und Restaurantbesucher appelliert, die Corona-Besucherlisten korrekt zu erfassen. Die Gäste sollten ihren Namen und die Adresse wahrheitsgemäß angeben, mahnte ein Verbandssprecher in Stuttgart.

Am Dienstag hatten die Länderchefinnen und -chefs gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beschlossen, ein Bußgeld von mindestens 50 Euro zu erheben, wenn Kontaktdaten in Restaurants und Kneipen falsch angegeben werden. Wie Baden-Württemberg die neue Regelung umsetzt, ist noch unklar. Der Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbandes betonte, Wirte dürften und wollten keine Personalausweise kontrollieren. Dafür gebe es keine Rechtsgrundlage.

Arbeitslosigkeit geht erstmals seit März wieder leicht zurück

12:32 Uhr

Der Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg hat sich trotz der Corona-Krise leicht erholt. Im September sank die Zahl der Erwerbslosen um knapp 5.000 im Vergleich zum Vormonat. Es war der erste Rückgang seit dem Monat März. Vor einem Jahr, im September 2019, gab es allerdings fast 90.000 Erwerbslose weniger als derzeit.

Impfstoff: Curevac beginnt mit zweiter Testphase

10:28 Uhr

Das Tübinger Biopharmaunternehmen Curevac hat die zweite Phase bei der Prüfung seines Impfstoffkandidaten eingeläutet. Der erste Teilnehmer an der klinischen Phase-2a-Studie sei geimpft worden, hieß es in einer Pressemitteilung vom späten Dienstagabend. Die Studie laufe in Peru und Panama mit 690 gesunden Teilnehmern. Erste Daten werden im vierten Quartal erwartet. Danach plant das Unternehmen den Beginn der globalen klinischen Studie mit bis zu 30.000 Teilnehmern.

Weitere Corona-Fälle an Schulen im Kreis Heidenheim

9:21 Uhr

Im Kreis Heidenheim gibt es weitere Corona-Fälle an Schulen: Nach der vorübergehenden Schließung der Grundschule in Hermaringen sind laut "Heidenheimer Zeitung" auch zwei Schulen in Heidenheim an der Brenz betroffen. Insgesamt sind deshalb am Dienstag mehr als 60 Kontaktpersonen getestet worden und befinden sich nun in Quarantäne. Auch an einer Schule im benachbarten Neresheim und in Aalen-Hofen (beide Ostalbkreis) gibt es bestätigte Corona-Fälle.

Nach Anstieg von Fallzahlen: Gesundheitsamt Biberach ausgelastet

7:58 Uhr

In Biberach an der Riß reicht das Personal des Gesundheitsamtes derzeit kaum aus, um die Kontaktpersonen von kürzlich mit dem Coronavirus Infizierten zu ermitteln und zu informieren. Das Land Baden-Württemberg bewilligte nun drei zusätzliche Stellen für das Amt. Zudem würden Mitarbeiter von anderen Abteilungen eingesetzt, um das Organisatorische zu bewältigen, sagte Monika Spannenkrebs, Leiterin des Biberacher Gesundheitsamtes. Auch die Arbeitszeiten wurden ausgedehnt. "Die Ersten fangen um halb sieben an, die Letzten hören zum Teil abends um 10 Uhr auf. Die Wochenenden sind plötzlich volle Arbeitstage", so Spannenkrebs im SWR. Vergangenes Wochenende ist die Zahl der Neuinfizierten im Landkreis Biberach rapide angestiegen. Es kamen 40 neue Fälle hinzu. Als Grund nannte das Gesundheitsamt mehrere Partys. Die Folge ist, dass rund 600 Menschen in Quarantäne müssten. Diese müssen jetzt gesucht und informiert werden, was dem Gesundheitsamt nur mit zusätzlichen Mitarbeitern gelingt.

Reisewarnungen lassen Tirol und Vorarlberg bangen

7:26 Uhr

Abreisen und Stornierungen deutscher Urlauber machen dem Westen Österreichs große Sorgen. Die Reisewarnungen, die Deutschland vor einer Woche erst für das grenznahe Bundesland Vorarlberg und dann für Tirol ausgesprochen hat, zeigten sofort Auswirkungen. Wirtschaftsvertreter warnen vor Existenznöten. "Wir brauchen dringend den deutschen Markt. Ein Tourismus mit Reisewarnung wird nicht stattfinden können", sagte der Tourismusvertreter in der Tiroler Wirtschaftskammer, Mario Gerber. Deutsche machen einen sehr großen Teil der Urlauber in den beiden österreichischen Bundesländern aus, die an den Bodensee und Bayern grenzen. Gut ein Viertel kommen etwa aus Baden-Württemberg und Bayern nach Vorarlberg.

Mittwoch, 30. September 2020

Weitere Infos finden Sie hier:

Das Virus und die Folgen Archiv Live-Blog zum Coronavirus in Baden-Württemberg

Seit dem 10. März 2020 begleitet SWR Aktuell Baden-Württemberg für Sie die Lage im Land rund um das Coronavirus in einem Live-Blog. In unserem Archiv können Sie die Ereignisse multimedial nachverfolgen.

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