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Das Coronavirus und die Folgen für das Land

Live-Blog zum Coronavirus in BW: Dienstag, 26. Mai 2020

Stand

Das Coronavirus bestimmt den Alltag der Menschen im Land. Im Live-Blog fassen wir die neuesten Entwicklungen rund um die Pandemie und die Lockerungen zusammen.

Das war der Dienstag in Baden-Württemberg

Bund und Länder einig: Kontaktbeschränkungen bis 29. Juni

20:17 Uhr

Bund und Länder haben sich grundsätzlich darauf verständigt, dass die Kontaktbeschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie bis zum 29. Juni verlängert werden. Dazu gehört, dass sich maximal zehn Menschen oder Angehörige zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürfen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen in Berlin und Thüringen erfuhr. Thüringen hält sich bei neuen Kontaktbeschränkungen aber einen Sonderweg offen, ebenso andere Länder. Verabredet wurde der Kompromiss von den Staatskanzleien der Länder und dem Kanzleramt. Stundenlange Beratungen am Montag waren zunächst ergebnislos geblieben.

Unter 1.500 aktuell Infizierte im Land

20:02 Uhr

Derzeit sind in Baden-Württemberg 1.424 Menschen akut mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte das baden-württembergische Sozialministerium mit. Am Dienstag habe es demnach 60 Neuinfektionen im Land gegeben. Insgesamt wurden mindestens 34.495 Corona-Fälle im Land gemeldet. 1.726 Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, sind verstorben. Seit gestern wurden 19 neue Todesfälle gemeldet. Innerhalb der vergangenen sieben Tage verzeichnet das Land damit insgesamt 3,83 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Anhand dieser Kennzahl wird nach einem Beschluss zwischen Bund und Ländern das Infektionsgeschehen beschrieben und (bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen) Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie entschieden. Die geglättete Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,94 angegeben.

Karlsruhe verlangt Rettungsschirm wegen Corona-Kosten

19:44 Uhr

Der Karlsruher Gemeinderat hat in einer Resolution einen Rettungsschirm für die finanziellen Folgen der Corona-Krise gefordert. Die Stadt erwartet dieses Jahr ein Minus von knapp 200 Millionen Euro. Das sei allerdings nur eine Schätzung. Im schlimmsten Fall droht der Stadt in diesem Jahr ein Finanzloch von 260 Millionen Euro.

Einschätzung zur Kita-Öffnung: "Man bräuchte eigentlich mehr Personal"

19:33 Uhr

Die Kitas in Baden-Württemberg sollen spätestens Ende Juni wieder vollständig öffnen. Wie realistisch der von der Landesregierung vorgestellte Plan ist, erklärt Anno Knüttgen aus der SWR-Redaktion Landespolitik.

Opposition in BW sieht Aufklärungsbedarf in Sachen Schlachthöfe

18:58 Uhr

In einer Sondersitzung hat sich der Landtagsausschuss für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz mit den 400 Corona-Fällen in einer Fleischfabrik in Birkenfeld bei Pforzheim befasst. Die Opposition sieht weiterhin Aufklärungsbedarf. Es sei erschreckend, dass Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) jede Verantwortung von sich weise, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Jonas Weber nach der Sondersitzung.

Zoff in Koalition wegen Corona-Lockerungen bei privaten Veranstaltungen

18:37 Uhr

In der baden-württembergischen Regierungskoalition gibt es Krach wegen der zum 1. Juni angekündigten Corona-Lockerungen bei privaten Veranstaltungen. Die CDU-Fraktion bestreitet, dass es darüber eine Verständigung in der Regierung gibt. CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart kündigte an, das Thema im Koalitionsausschuss am Freitag aufrufen zu wollen. CDU-Generalsekretär Manuel Hagel sagte: "Das, was da die Grünen da heute als Veranstaltungskonzept vorgestellt haben, entspricht absolut nicht unseren Vorstellungen." Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte zuvor erklärt, dass die Vorgaben für private Feiern wie Hochzeiten und Geburtstagsfeiern gelockert würden. Kretschmann hatte seine Worte eingeleitet mit der Erklärung, dass dies Beschlüsse des Kabinetts seien. Aus anderen Regierungskreisen hieß es, Details zu den Lockerungen seien nicht Teil des Kabinettsbeschlusses. CDU-Generalsekretär Hagel bezeichnete die genannten Pläne jedenfalls als nicht praktikabel.

Städtetag überrascht von angekündigten Kita-Öffnungen

17:37 Uhr

"Die Nachricht hat uns überrascht. Wir haben inzwischen erste Gesprächssignale aus dem Kultusministerium bekommen", sagte Gudrun Heute-Bluhm, Vorstandsmitglied des Städtetags Baden-Württemberg, zu den geplanten, vollständigen Öffnungen der Kitas bis Ende Juni. Die Öffnungen werden unter anderem damit begründet, dass sich Kinder laut einer Studie wohl seltener mit dem Coronavirus anstecken. Die Studie liege den Kommunalen Verbänden aber noch nicht vor. Selbstverständlich sei, so Heute-Bluhm, dass die Kita-Träger vor Ort alles dafür tun würden, die gebotene Öffnung rasch zu ermöglichen. Dafür erwarten die Städte und Gemeinden einen verlässlichen, rechtlichen Rahmen des Landes. "Wir bauen darauf, dass dieser vom Kultusministerium kurzfristig vorgeschlagen und mit uns abgestimmt wird", heißt es vom Städtetag.

Heidelberger Studie Kinder unter zehn Jahren keine Corona-Virenschleudern - Kitas in BW sollen bald öffnen

Baden-Württemberg will seine Kitas bis Ende Juni wieder komplett öffnen. Das wird auch mit ersten Ergebnissen aus einer extra in Auftrag gegebenen Kinderstudie begründet.

Illegales Fußballspiel mit hunderten Zuschauern in Straßburg

17:12 Uhr

Nach einem illegalen Fußballspiel mit mehreren hundert Zuschauern in Straßburg hat die örtliche Behörde einen Appell an die Teilnehmer gerichtet: Alle, die dort waren, sollen sich auf das Coronavirus testen lassen, um eine neue Infektionswelle zu verhindern. Auf einem Platz in Koenigshoffen waren am Sonntagnachmittag Fußballer aus den Straßburger Stadtteilen Neuhoff und Hautepierre gegeneinander angetreten. Das Match war über Soziale Medien angekündigt worden. Am Spielfeldrand tummelten sich schließlich an die 400 Schaulustige. Gegen die Initiatoren ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Ihnen drohen bis zu sechs Monate Haft und eine Geldstrafe.

Bühnenverein: Beschränkung auf 100 Besucher pro Veranstaltung ist knapp

17:02 Uhr

Der Deutsche Bühnenverein zeigte sich zufrieden, dass Veranstaltungen mit bis zu 100 Teilnehmern im Land wieder erlaubt werden. Gleichzeitig äußerte er sich aber noch vorsichtig zu möglichen Perspektiven: "Natürlich haben die meisten Häuser absolut darauf gewartet, dass dieses Zeichen kommt und die Kultur nicht vergessen wird, während die Bundesliga schon spielt", sagte Hans Peter Radolko vom baden-württembergischen Landesverband. Die Beschränkung auf weniger als 100 Besucher sei aber knapp: "Da muss man schon sehen, ob man ein Format findet und sich das dann auch trägt." Vor allem für größere Orchester werde es unter den Vorgaben schwierig werden.

Lörracher Oberbürgermeister kritisiert Kita-Öffnung als "zu zögerlich"

16:46 Uhr

Der parteilose Lörracher Oberbürgermeister Jörg Lutz hält die vollständige Öffnung der Kitas in BW ab Ende Juni für zu spät. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte die vollständige Öffnung angekündigt. Für den Lörracher Oberbürgermeister ist dies "zu zögerlich". Seiner Meinung nach wäre das schon nach dem Ende der Pfingstferien fällig gewesen. "Da ist ganz viel Belastung da, ganz viel Druck im Kessel." So fasst der Lörracher OB seinen Eindruck aus Gesprächen mit Familien zusammen und verweist auf die Praxis in Lörrachs Schweizer Nachbarstadt Basel. Dort seien Kitas und Schulen seit zwei Wochen geöffnet, ohne dass dies Auswirkungen auf die Zahl der Neuinfektionen gehabt habe.

Curevac will Genehmigung für klinische Impfstoff-Studien beantragen

15:56 Uhr

In der Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus will das Tübinger Biopharma-Unternehmen Curevac in den nächsten Tagen die Zulassung für klinische Studien beim zuständigen Paul-Ehrlich-Institut beantragen. Das teilte ein Sprecher am Dienstag mit. Die klinische Phase-1-Studie mit gesunden Freiwilligen soll im Juni beginnen und einige Wochen dauern. Curevac ist eine von vielen Firmen und Forschungseinrichtungen weltweit, die derzeit an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Sars-CoV-2 arbeiten.

Kurzarbeit für Mitarbeiter der SRH-Rehaklinik Bad Wimpfen

15:45 Uhr

Die beschlossene Kurzarbeit für die Mitarbeiter der SRH-Rehaklinik in Bad Wimpfen (Kreis Heilbronn) soll bis zu 75 Prozent betragen. Die Patienten bleiben bis auf weiteres in Quarantäne, bestätigte eine Sprecherin. Im Normalfall behandelt die Rehaklinik im Durchschnitt 380 Patienten gleichzeitig. Derzeit seien es 25. In einer Betriebsversammlung hieß es, die Patientenzahl sei somit um rund 90 Prozent zurückgegangen. Zu Beginn des Corona-Ausbruchs gab es so viel zu tun, dass selbst positiv getestete Beschäftigte arbeiten mussten, damit der Betrieb nicht zusammenbricht. Nun sei nicht mehr genügend Arbeit für alle vorhanden. Von Anfang Juni bis September haben die SRH Kliniken deshalb Kurzarbeit beschlossen. Ein Konzept, wie es danach weitergeht, werde derzeit mit dem Gesundheitsamt erarbeitet.

Kretschmann verteidigt Kita-Schließungen

15:11 Uhr

Die Schließung der Kitas und Grundschulen ist nach Ansicht des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) kein Fehler gewesen. Zwar habe die aktuelle Studie der Universitätskliniken ergeben, dass Kindern unter zehn Jahren bei der Übertragung nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die Schließung bezeichnete er aber als "ein vernünftiges Handeln, im Nichtwissen vorsichtig zu sein". Zu Beginn der Krise habe man zu wenig über das Virus gewusst - und nach wie vor sei etwa zu den mittel- und langfristigen Schäden zu wenig bekannt. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte zuvor mitgeteilt, dass die Kitas in Baden-Württemberg spätestens Ende Juni wieder vollständig öffnen sollen. Für die weitere Öffnung der Grundschulen werde auch ein Konzept entwickelt.

Weitere finanzielle Hilfen für Hotels und Gaststätten

14:52 Uhr

Von der Corona-Krise schwer getroffene Hotels und Gaststätten sollen noch drei weitere Monate Geld vom Land bekommen. Das Kabinett gab am Dienstag eine "Stabilisierungshilfe" für die Branche frei, wie das Wirtschaftsministerium mitteilte. Im Anschluss an die Corona-Soforthilfe können betroffene Betriebe einmalig weitere 3.000 Euro zuzüglich 2.000 Euro für jeden in Vollzeit beschäftigten Mitarbeiter bekommen. Die Regierung geht von einem Bedarf in Höhe von 330 Millionen Euro aus, die aus dem Landeshaushalt kommen sollen. "Es gilt, den Weiterbestand von bislang gesunden Betrieben zu sichern, um so Tausende von Arbeits- und Ausbildungsplätzen im Land zu erhalten", sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Neben der aktuellen Situation werde die Branche auch noch den grundsätzlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung zu spüren bekommen. Die Umsatzrückgänge lägen teils bei 80 bis 100 Prozent, was über einen längeren Zeitraum existenzgefährdend sei, hieß es.

Maschinenbau-Branche in BW: Personalabbau wahrscheinlich

14:05 Uhr

Der Maschinen- und Anlagenbau in Baden-Württemberg kämpft mit den bisherigen Folgen der Corona-Pandemie. Fast 90 Prozent der Unternehmen gaben in einer Blitzumfrage an, ihre Kapazitäten heruntergefahren zu haben. Prognosen wagt der hiesige Ableger des Branchenverbands Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) nicht. Und wenn, dann sind sie negativ. "Es wird sicherlich zu Personalabbau kommen, im Laufe des Jahres kann uns das treffen", sagte VDMA-Geschäftsführer Dietrich Birk am Dienstag beim Ausblick auf die Branche in den Jahren 2020 und 2021. Eines der besonderen Probleme des Maschinenbaus sei die Schieflage der Automobilindustrie, die sich schon vor Corona bemerkbar gemacht hatte. Viele Investitionsvorhaben würde aus Unsicherheit aufgeschoben. Doch es gibt auch coronabedingte Lichtblicke, etwa im Bereich Beatmungsmaschinen und Textil - und sogar bei Autokonzernen. Dort hätten die Unternehmen immerhin im Bereich E-Mobilität bei den Investitionen bisher keine Abstriche gemacht, hieß es beim VDMA.

Freizeitparks starten mit begrenzter Besucherzahl in die Saison

13:15 Uhr

Zwei Monate später als ursprünglich geplant starten die großen Freizeitparks in Baden-Württemberg am Freitag in die Sommersaison. Die tägliche Besucherzahl werde zum Schutz vor dem Coronavirus begrenzt, sagten Sprecher der Vergnügungsparks am Dienstag. Zudem gebe es Hygiene- und Abstandsregeln. Diese würden von den Gesundheitsämtern überwacht. Eintrittskarten müssten, anders als sonst, vorab online reserviert werden. In den Attraktionen werden Schutzmasken Pflicht sein. Zudem müssten dort Plätze und Sitzreihen frei bleiben, um Abstand zu ermöglichen. Am Freitag starten unter anderem der Europa-Park in Rust bei Freiburg, der Erlebnispark Tripsdrill in Cleebronn (Kreis Heilbronn), der Schwabenpark in Kaisersbach (Rems-Murr-Kreis) und das Ravensburger Spieleland in Meckenbeuren (Bodenseekreis) die Saison.

Kretschmann: Kinder stecken sich laut Studie seltener an

12:57 Uhr

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat auf der Landespressekonferenz die ersten Zwischenergebnisse der Studie zu Kindern und dem Coronavirus der Unikliniken im Land vorgestellt. Demnach hätten sich Kinder deutlich seltener mit dem Coronavirus infiziert als ihre Eltern. Man könne daraus ableiten, dass sie, anders als befürchtet, keine Treiber des Infektionsgeschehens seien. Einer vollständigen Wiederöffnung der Kitas im Juni stehe daher nichts im Wege, so Kretschmann. Für die Studie wurden 2.500 Kinder und jeweils ein Elternteil auf das Virus und mögliche Antikörper getestet.

Veranstaltungen mit bis zu 100 Teilnehmern ab 1. Juni erlaubt

12:37 Uhr

Ab dem 1. Juni sind öffentliche Veranstaltungen wie Konzerte mit bis zu 100 Teilnehmern in Baden-Württemberg wieder erlaubt. Das teilte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) auf der Landespressekonferenz in Stuttgart mit. Voraussetzung dafür sei, dass es feste Sitzplätze gebe und Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten würden, so Kretschmann. Private Feiern sind ab dem 1. Juni mit bis zu 10 Personen wieder erlaubt, im Freien mit maximal 20 Personen. Ab dem 2. Juni dürfen laut Kretschmann Kneipen und Bars, öffentliche Bolzplätze und Jugendhäuser unter Auflagen wieder öffnen.

Helfen Klimaanlagen gegen das Coronavirus - oder sind sie schädlich?

11:58 Uhr

Das Coronavirus hat nicht so gute Chancen, wenn wir uns draußen aufhalten. Aber wie sieht das in Räumen mit Klimaanlage aus? Verteilen sie das Virus in Form von Aerosolen oder filtern sie den Erreger aus der Luft raus?

Das Corona-Update für den Südwesten

11:47 Uhr

Nach dem Vorstoß von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) haben sich drei Oberbürgermeister in Baden-Württemberg zusammengeschlossen. Sie fordern weitere Lockerungen. Wir sprechen mit einem von ihnen. Außerdem klären wir in unserem Corona-Update für den Südwesten, wie gut die verbesserte Bahn-App für Reisen in Corona-Zeiten funktioniert.

Baden-Württembergs Sportministerium widerspricht DFB

11:27 Uhr

Der Streit um die Fortsetzung der 3. Liga ebbt auch nach dem klaren Votum des DFB-Bundesvorstands gestern nicht ab. Das Ministerium für Sport widersprach einer Mitteilung des DFB, wonach in Baden-Württemberg die Vereine die Kosten für das Hygienekonzept und die damit verbundenen Maßnahmen zu tragen haben. "Es gibt von Seiten des Sportministeriums dazu keine Vorgabe", stellte das Ministerium in der "Rheinpfalz" klar. Der SV Waldhof Mannheim hatte zuvor zwei Rechnungen in einer Gesamthöhe von 79.000 Euro an den DFB zur Begleichung weitergeleitet.

Attestpflicht für Lehrer in der Corona-Krise?

10:53 Uhr

Zu Beginn der Corona-Krise haben die Kultusminister der Länder entschieden, dass Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland ohne ärztliches Attest zu Hause bleiben können. Das heißt zum Beispiel in Baden-Württemberg aktuell, dass Lehrerinnen und Lehrer ab 60 Jahren freiwillig entscheiden können, ob sie arbeiten möchten oder nicht. Das sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Montagabend bei "Hart aber fair" im Ersten. Derzeit wird jedoch laut Eisenmann auf der Ebene der Kultusministerkonferenz diskutiert, dass künftig doch Atteste vorliegen müssen. "Auch um die Lehrer und Lehrerinnen vor dem Vorwurf zu schützen, sie würden sich selbst einstufen und das vielleicht nicht ordnungsgemäß machen." Die Kultusministerin glaube, dass ärztliche Atteste ein Thema seien, das man zügig angehen müsse. Aktuell dürfen Lehrerinnen und Lehrer in Baden-Württemberg, die etwa schwanger sind, zur Risikogruppe gehören oder über 60 Jahre alt sind, ohne Attest zu Hause bleiben.

Eisenmann will Kitas bis Ende Juni vollständig öffnen

10:18 Uhr

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) will die Kitas in Baden-Württemberg spätestens Ende Juni wieder vollständig öffnen. Das teilte sie der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart mit. Gemeinsam mit den Kommunen und den Trägern werde zügig ein Rechtsrahmen erarbeitet. Sie stützte sich dabei auf erste Erkenntnisse aus einer Studie zu Kindern und dem Coronavirus, an der die Uniklinik Heidelberg mit Partnern arbeitet. Diese Studie gebe Signale, wonach Kinder bis zehn Jahre als Überträger des Virus nur eine untergeordnete Rolle spielen, erklärte Eisenmann. Weil einige Lehrer und Erzieher zu Risikogruppen gehörten, müsse die vollständige Öffnung der Kitas und Grundschulen aber gründlich vorbereitet werden. Ziel sei, den eingesetzten Lehrkräften und Erziehern regelmäßige Corona-Tests zu ermöglichen. Bislang dürfen wegen des Coronavirus nur wenige Kinder in Baden-Württemberg in die Kita.

Tram zwischen Straßburg und Kehl fährt wieder

9:55 Uhr

Die grenzüberschreitende Tram zwischen Straßburg in Frankreich und Kehl (Ortenaukreis) fährt ab heute wieder. Es gelten aber vorerst noch Einschränkungen: Mitfahren dürfen nur Pendler oder Menschen, die im Nachbarland nachweisbar familiäre Beziehungen haben. Ausflugfahrten und Einkaufstouren sind weiterhin verboten. In die Tram einstiegen dürfen maximal 70 Personen. Die Bundespolizei kündigte an stichprobenartig zu kontrollieren. Wegen der geschlossenen Grenzen war die Straßenbahn zuletzt vor zehn Wochen über den Rhein gefahren.

Heidelberger Druckmaschinen streicht 1.600 Stellen

9:04 Uhr

Die Heidelberger Druckmaschinen AG will weltweit 1.600 Stellen streichen, 1.000 davon an ihrem Stammsitz in Wiesloch (Rhein-Neckar-Kreis). Damit hat das Unternehmen eine frühere Ankündigung konkretisiert. Im März war der Abbau von bis zu 2.000 Stellen weltweit angekündigt worden. Seitdem wurde zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern verhandelt. Der Stellenabbau soll nach Unternehmensangaben überwiegend über Alters- und Teilzeitangebote erfolgen. So sollen betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden. Der Vorsitzende des Betriebsrats Ralph Arns sagte dem SWR er sei zuversichtlich, dass der Stellenabbau sozialverträglich gelinge - die Altersstruktur sei günstig. Außerdem soll eine Transfergesellschaft gegründet werden. Das Unternehmen hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust von 10 Millionen Euro eingefahren. Die Corona Pandemie verschärfte laut Heidelberger Druckmaschinen die Situation.

Erzbistum Freiburg verhängt Haushaltssperre

8:19 Uhr

Wegen der Corona-Pandemie rechnet das Erzbistum Freiburg in diesem Jahr mit Mindereinnahmen in Millionenhöhe. Für die Diözese wurde deshalb eine strenge Haushaltssperre angeordnet, sagte Bistumssprecher Michael Hertl dem SWR. Da die Einkommenssteuer zurückgehen werde, rechne man auch bei der Kirchensteuer mit Rückgängen. Für das Jahr 2020 erwarte man ein Minus zwischen 23 und 63 Millionen Euro. "Wir gehen bisher davon aus, dass dennoch nichts Wichtiges gestrichen werden muss", so Hertl. Personaleinsparungen seien nicht geplant. Auch sollen Dienste wie Seelsorge, Bildung oder die Caritas nicht eingeschränkt werden. Das wolle man durch sehr sparsames Haushalten vermeiden.

Bodensee-Airport bereitet sich auf Neustart vor

7:19 Uhr

Der Bodensee-Airport in Friedrichshafen bereitet sich auf den Neustart vor. Wegen der Corona-Lockerungen könnte es bereits in knapp zwei Wochen wieder Linienflüge geben, sagte Flughafen-Geschäftsführer Claus-Dieter Wehr. Man bereite derzeit alles dafür vor. In den vergangenen Wochen hatte es vor allem medizinische Flüge gegeben.

Kommunen sollen geplante Summe aus Finanzausgleich erhalten

6:47 Uhr

Baden-Württembergs grün-schwarze Landesregierung will den Städten und Gemeinden weitere Hilfen in der Corona-Krise zahlen. Obwohl die Steuereinnahmen zurückgehen, sollen die Kommunen wie geplant Geld aus dem Finanzausgleich bekommen. Zunächst gehe es um 500 Millionen Euro, so der Präsident des Landkreistags, Joachim Walter, nach einem Treffen im Finanzministerium. Walter sprach von einer kurzfristigen Liquiditätshilfe, die das Land den Kommunen gewähren wolle. Die Kommunen müssten die Finanzhilfe wohl aber 2021 wieder zurückzahlen. "Planungssicherheit haben wir damit noch nicht", sagte Walter. Der Präsident des Gemeindetags, Roger Kehle, sagte im Anschluss: "Von einer Gesamtlösung sind wir weit entfernt."

Ulmer Studie: Hilft Medikament bei Covid-19?

6:33 Uhr

An der Universitätsklinik Ulm läuft seit Montag eine Studie, in der ein Medikament gegen Covid-19 getestet wird. Eigentlich wird "Ruxolitinib" in der Leukämie-Behandlung eingesetzt. Möglicherweise hilft es auch gegen Entzündungen in der Lunge.

Dienstag, 26.5.2020

Weitere Infos finden Sie hier:

Das Virus und die Folgen Archiv Live-Blog zum Coronavirus in Baden-Württemberg

Seit dem 10. März 2020 begleitet SWR Aktuell Baden-Württemberg für Sie die Lage im Land rund um das Coronavirus in einem Live-Blog. In unserem Archiv können Sie die Ereignisse multimedial nachverfolgen.

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