Corona Live Blog für Baden-Württemberg

Das Virus und die Folgen für das Land

Live-Blog zum Coronavirus in BW: Samstag, 18. April 2020

Stand

Die Auswirkungen des Coronavirus bestimmen den Alltag der Menschen im Land. In unserem Live-Blog gibt es zusammengefasst die neuesten Entwicklungen für Baden-Württemberg.

Das war der Samstag in Baden-Württemberg:

21:03 Uhr

Auf der Baustelle des Bahnprojekts Stuttgart 21 haben sich Bauarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Das Gesundheitszentrum Bad Wimpfen (Kreis Heilbronn) steht nach mehreren bestätigten Coronafällen unter Quarantäne. Die wichtigsten Informationen des Tages aus Baden-Württemberg sehen Sie zusammengefasst im Corona-Ticker.

Studierende entwickeln Beatmungsgerät für Corona-Patienten

20:20 Uhr

Einige Corona-Patienten mit schweren Krankheitsverläufen müssen auf Intensivstationen beatmet werden. Die Geräte dazu könnten in Zukunft von einer Gruppe von Studierenden, Ingenieuren und Ärzten aus Pforzheim kommen.

27.710 Menschen infiziert - 15.293 wieder genesen

19:10 Uhr

Das baden-württembergische Sozialministerium hat die aktuellen Fallzahlen für das neuartige Coronavirus veröffentlicht. Demnach weisen in Baden-Württemberg 27.710 Menschen eine bestätigte Infektion auf. Davon sind ungefähr 15.293 Personen bereits wieder von ihrer Erkrankung genesen. Die Zahl der Infizierten ist um 382 Fälle (1,4 Prozent) gegenüber dem Vortag gestiegen. Nach offiziellen Angaben sind 952 mit dem Coronavirus infizierte Menschen verstorben. 62 Prozent der Todesfälle waren 80 Jahre oder älter.

Buchhändler liefert wegen Corona mit dem Lastenfahrrad

18:52 Uhr

Wenn die Kunden nicht in den Laden kommen, muss der Laden eben zu den Kunden kommen. Das hat sich ein Buchhändler aus Baden-Baden gedacht und ist auf sein Lastenfahrrad gestiegen. Damit liefert er seine Bücher frei Haus, bevor er am Montag wieder seine Buchhandlung öffnen darf.

Gesundheitszentrum in Bad Wimpfen unter Quarantäne gestellt

16:53 Uhr

Seit Freitagabend steht das SRH Gesundheitszentrum in Bad Wimpfen (Kreis Heilbronn) unter Quarantäne, das bestätigte eine Sprecherin dem SWR. Nach einem Test aller Personen in der Rehaklinik zeigte sich, dass 110 Patienten und 81 Mitarbeiter mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde das Virus durch die Verlegung von zunächst unverdächtigen Patienten aus anderen Krankenhäusern ins Gesundheitszentrum getragen. Jetzt würden keine Patienten mehr aufgenommen und Patienten dürfen das Haus nicht mehr verlassen, es sei denn, Notfallverlegungen seinen erforderlich, hieß es. Es gelte im Gesundheitszentrum außerdem eine Ausnahmegenehmigung, dass positiv getestete, symptomfreie Mitarbeiter in der Behandlung von Corona-Patienten eingesetzt werden dürfen. Die Rehaklinik ist eine der größten in Baden-Württemberg.

Bundesverfassungsgericht: 50 Personen dürfen trotz Corona demonstrieren

16:39 Uhr

Nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts haben rund 50 Menschen in Stuttgart an einer ihnen zunächst untersagten Demonstration teilgenommen. Die Stadt Stuttgart hatte die Demonstration, die von einem Privatmann angemeldet wurde, zunächst verboten. Ein Mitarbeiter der Stadt hatte am Telefon gesagt, über Versammlungen werde derzeit nicht entschieden, weil sich deren Verbot direkt aus der Corona-Verordnung für Baden-Württemberg ergebe. Der Mann stellte daraufhin beim Bundesverfassungsgericht einen Eilantrag gegen das Verbot der Demonstration und die Karlsruher Richter stimmten ihm zu: Dieses Vorgehen verletze den Kläger in seinem Grundrecht auf Versammlungsfreiheit. Schließlich hatte die Stadt die Demonstration zugelassen. Sie richtete sich gegen die Einschränkung der Grundrechte in der Corona-Krise.

Trotz Corona: Rund 50 Teilnehmer haben am Samstag in Stuttgart gegen die Einschränkungen wegen der Corona-Verordnung demonstriert
Trotz Corona: Rund 50 Teilnehmer haben am Samstag in Stuttgart gegen die Einschränkungen wegen der Corona-Verordnung demonstriert.

Autokinos in BW erleben Besucheranstürme

15:38 Uhr

Nach Jahren einer leicht steigenden Zahl der Kinos, könnte die Corona-Pandemie ein Kinosterben auslösen - insbesondere in städtischen Gebieten. Derzeit gibt es 1.734 Kinos in Deutschland - Ende der 1950er Jahre waren es noch 6.000 bis 7.000, so Sascha Keilholz, Chef des Filmfestivals Mannheim-Heidelberg. Autokinos ermöglichten während der Corona-Krise das Filmerlebnis im Großformat ohne gegen die Abstandsregeln zu verstoßen. Wegen der neuen Besucheranstürme kommt es sogar vermehrt zu Staus.

JVA Mannheim: Erster Häftling in BW infiziert

14:20 Uhr

Das baden-württembergische Justizministerium hat dem SWR bestätigt, dass in der JVA Mannheim ein Häftling mit dem Coronavirus infiziert ist. Damit ist landesweit der erste Häftling positiv auf das Virus getestet worden. Wie sich der Mann angesteckt hat, ist unklar. Besuche sind in den landesweit 17 Gefängnissen seit Mitte März nicht erlaubt. Mithäftlinge sowie JVA-Bedienstete der betroffenen Abteilung werden jetzt alle auf das Virus getestet.

Nach Corona-Stillstand: Daimler fährt Produktion wieder hoch

14:13 Uhr

Nachdem vier Wochen lang ein Großteil der Produktion stillstand, fährt der Stuttgarter Autobauer Daimler seine Werke von diesem Montag an wieder hoch. Ein Schwerpunkt liegt auf der Antriebs- und Getriebetechnik, einem Bereich, auf den nicht nur die übrigen Werke in Deutschland, sondern auch die im Ausland und insbesondere in China angewiesen sind. Es soll unter strengen Hygienevorgaben gearbeitet werden.

Land öffnet ab Montag nur kleine und mittlere Geschäfte

8:39 Uhr

In Baden-Württemberg bleibt es dabei: Ab Montag dürfen nur Geschäfte mit einer Fläche von bis zu 800 Quadratmetern Fläche öffnen. Das hat die Landesregierung in einer Richtlinie klargestellt. Anders als etwa in Rheinland-Pfalz ist es in Baden-Württemberg ab Montag nicht möglich, in größeren Geschäften einzelne Verkaufsbereiche abzutrennen und dann doch teilweise zu öffnen. Es gilt die Ladenfläche als Ganzes. So will die Landesregierung vermeiden, dass viele Menschen in Innenstädte und Einkaufszentren strömen, heißt es von Wirtschafts- und Sozialministerium. Man habe sich für die vorsichtige Variante entschieden. Sinn dieser Regel ist es, dass nicht alle Geschäfte gleichzeitig wieder öffnen, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und verteidigte die Entscheidung: "Das ist keine gegriffene Größe".

Landesregierung passt Corona-Verordnung für Baden-Württemberg an

7:20 Uhr

Die Landesregierung hat am späten Freitagabend eine aktualisierte Corona-Verordnung für Baden-Württemberg veröffentlicht. Darin werden die vorsichtigen Lockerungen im Bereich von Schulen und Wirtschaft geregelt, die Bund und Länder am Mittwoch beschlossen haben. Darin eingeschlossen ist, dass Geschäfte bis 800 Quadratmetern ab Montag wieder öffnen dürfen - sowie Kfz-Händler, Fahrradhändler und Buchhandlungen unabhängig von ihrer Verkaufsfläche. Zudem sollen dann Bibliotheken, auch an Hochschulen, und Archive öffnen dürfen. Für Gaststätten, Eisdielen und Cafés ist der Außer-Haus-Verkauf gestattet. Friseure sollen unter strengen Auflagen ab 4. Mai wieder öffnen können. Daneben sollen Schulen ab dem 4. Mai stufenweise wieder öffnen. Kindertageseinrichtungen und Kindergärten sollen vorerst geschlossen bleiben. An den Universitäten soll ab Montag der Studienbetrieb in digitaler Form wieder aufgenommen werden. Großveranstaltungen bleiben mindestens bis zum 31. August 2020 untersagt.

Samstag, 18. April 2020

Weitere Infos finden Sie hier:

Das Virus und die Folgen Archiv Live-Blog zum Coronavirus in Baden-Württemberg

Seit dem 10. März 2020 begleitet SWR Aktuell Baden-Württemberg für Sie die Lage im Land rund um das Coronavirus in einem Live-Blog. In unserem Archiv können Sie die Ereignisse multimedial nachverfolgen.

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