Diabetologe sowie Betroffene und Vorsitzende der Diabetiker BW

Prof. Ralf Lobmann und Helene Klein

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Diabetes ist in Deutschland eine Volkskrankheit. Jeder siebte Erwachsene erkrankt früher oder später daran. Mit diesen fünf Tipps senken Sie Ihr Risiko für Typ-2-Diabetes.

Fast 500 Millionen Menschen weltweit leiden an Diabetes, in Deutschland sind etwa acht Millionen Menschen betroffen. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) erkranken 90 Prozent davon an einer Typ-2-Diabetes.

»Ein unzureichend kontrollierter Diabetes oder ein längerfristig unentdeckter Diabetes sind mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenfunktionsstörungen, Erblindung und Fußamputationen verbunden.«

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Anlässlich des Weltdiabetestags am 14.11. spricht SWR1 Leute-Moderator Wolfgang Heim mit Helene Klein, Krankenschwester, Diabetikerin und Vorsitzende des Vereins "Diabetiker Baden-Württemberg e.V.", sowie mit Prof. Ralf Lobmann, Ärztlicher Direktor am Klinikum Stuttgart und einer der führenden deutschen Diabetesmedizinern.

5 Tipps gegen Typ-2-Diabetes

Wie die Deutsche Diabetes Stiftung (DDS) auf ihrer Homepage schreibt, sind die Ernährungsweise, das Bewegungsverhalten und der Umgang mit Stress Risikofaktoren für eine Typ-2-Diabetes.

Tipp 1: Übergewicht vermeiden und für ausreichend Bewegung sorgen

Der DDS zufolge zählt Übergewicht zu den wichtigsten Risikofaktoren für eine Typ-2-Diabetes. Vor allem ein großer Bauchumfang sei gefährlich, weil er zeigt, dass sich zu viel Fett um die inneren Organe angesammelt hat. Deshalb ist es wichtig, Bauchfett und Übergewicht zu reduzieren. Hilfreich ist es laut DDS außerdem, sich mindestens 30 Minuten am Tag zu bewegen. Dabei können auch Alltagsbewegungen wie Treppensteigen oder Spazierengehen helfen. Kraftsport oder Ausdauersportarten wie Joggen, (Nordic) Walking, Radfahren oder Schwimmen gelten als besonders effektiv.

Tipp 2: Achten Sie auf eine gesunde Ernährung

Experten raten dazu, auf eine pflanzliche und ausgewogene Kost zu achten: dazu gehören viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte sowie Hülsenfrüchte (z.B. Bohnen, Erbsen, Linsen). Studien zufolge wirkt pflanzliche Nahrung vorbeugend gegen Typ-2-Diabetes, insbesondere Ballaststoffe helfen gegen einen gestörten Zucker- und Fettstoffwechsel und verbessern die Wirkung des Insulins in vielen Organsystemen. Zudem wird empfohlen, auf versteckte Fette zu verzichten und weniger Salz und Zucker zu sich nehmen.

Achten Sie darauf, täglich mindestens 1,5 Liter Wasser zu trinken und vermeiden Sie Softdrinks. Diese enthalten viel Zucker und auch die süßstoffhaltigen Light-Versionen von Cola, Limo usw., erhöhen ebenfalls das Risiko für Diabetes. Auch alkoholhaltige Getränke erhöhen die Blutzuckerwerte und können zu einer Fettleber führen, die bei der Entstehung von Typ-2-Diabetes eine wichtige Rolle spielt. Kaffee kann Studien zufolge dagegen eine schützende Wirkung haben.

Tipp 3: Mit dem Rauchen aufhören

Der DDS zufolge ist Rauchen bzw. Nikotin ein bedeutender Diabetes-Risikofaktor. Wer das Rauchen aufgibt, senkt demzufolge sein Risiko für Typ-2-Diabetes um 30 bis 50 Prozent.

Tipp 4: Auf den Blutdruck achten

Kommen ein zu hoher Blutdruck, erhöhte Blutzuckerwerten und eine Fettstoffwechselstörung (hohes LDL-Cholesterin) zusammen, nehmen laut der DDS kleine Blutgefäße Schaden. Dazu gehören Nieren, Auge, Herz, Nerven, Gehirn. Auch große Blutgefäße im Herz, Gehirn, den Beinen und Nieren können geschädigt werden. Deshalb sollten Sie auf einen gesunden Blutdruck achten.

Tipp 5: Stress vermeiden und genügend schlafen

Schlafmangel und Stress wirken sich negativ auf die Blutzuckerwerte und den Insulinkreislauf aus.

Stresshormone lassen den Blutzuckerspiegel ansteigen. Versuchen Sie deswegen, unnötige Stressquellen zu reduzieren oder, soweit es geht, ganz zu vermeiden.

Pausen und Auszeiten seien deshalb wichtig, um gesund zu bleiben. Auch Entspannungstechniken wie Atemübungen, Yoga, Sport oder ein gutes Buch können bei der Stressvermeidung helfen.

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