In Mainz liegt ein schwarzer Luftballon auf dem Boden, den man zum Inhalieren von Lachgas verwendet.

Luftballons als Indiz

Auch in Mainz wird mehr Lachgas inhaliert

Stand
Autor/in
Golo Schlenk

Immer mehr Menschen berauschen sich durch Lachgas. In der Mainzer Innenstadt finden sich immer wieder kleine Luftballons, mit denen das Gas inhaliert wird.

Die kleinen Ballons sind schwarz und erinnern an Wasserbomben. Dutzende von ihnen lagen am Donnerstag in einem Bereich zwischen Hauptbahnhof und Rheinachse. Wer hat sie wofür benutzt? Möglicherweise nutzten junge Menschen die Ballons quasi als Gefäß, aus dem sie Lachgas inhalierten. Polizeisprecher Rinaldo Roberto sagt dazu klipp und klar: "Der Trend ist auch bei uns angekommen."

Lachgas ist zum Aufschäumen von Schlagsahne gedacht

Lachgas ist der umgangssprachliche Ausdruck für Distickstoffmonoxid. Eigentlich ist es ein Narkosemittel, das vor allem in Zahnarztpraxen verwendet wird. Lachgaskartuschen gibt es aber auch im Supermarkt. Dort sind sie frei verkäuflich, mit ihnen schäumt man normalerweise Schlagsahne auf.

Eine leere Lachgasflasche liegt in der Mainzer Walpodenstraße auf dem Boden.
Aus dieser Lachgasflasche wurden möglicherweise in der Mainzer Neustadt Ballons abgefüllt.

Jedoch kann das Lachgas auch in Ballons abgefüllt und dann portionsweise inhaliert werden. Nach dem Einatmen wirkt es für einige Minuten euphorisierend und entspannend.

Gesundheit Forderung nach Lachgas-Verbot: Wie gefährlich ist die Partydroge?

Lachgas ist in Deutschland bislang ohne Altersbeschränkung frei verkäuflich. Es macht beim Einatmen vorübergehend high. Vor allem bei jungen Leuten nimmt der Konsum stark zu.

Mediziner warnen vor Lachgas, das aus Luftballons inhaliert wird

Mediziner warnen vor dieser Art von Rausch. Durch das Inhalieren von Lachgas verändert sich die Wahrnehmung und das Gefühl für Raum und Zeit. Die Effekte werden als traumähnlich oder psychedelisch beschrieben. Allerdings können auch Nebenwirkungen auftreten wie Übelkeit, Erbrechen, Gleichgewichtsstörungen und Ohnmacht. Langfristig drohen bei intensivem Genuss Schäden an Gehirn und Nerven.

Auch die Polizei sieht den Trend mit Sorge, obwohl das Inhalieren von Lachgas nicht verboten ist. Denn wer sich berauscht, der kann für sich selbst und für andere gefährlich sein. Vor allem diejenigen, die am Straßenverkehr teilnehmen. So passiert vor wenigen Tagen auf der A63 bei Nieder-Olm.

Polizei stoppt einen durch Lachgas berauschten Autofahrer auf A63

Ein 21-Jähriger war gegen 9 Uhr mit Tempo 200 Richtung Mainz gerast und hatte dabei offensichtlich völlig enthemmt mehrere Autos rechts überholt. Die Polizei stoppte ihn und fand im Auto 13 leere Lachgas-Flaschen. Außerdem hatte der Mann einen mit Lachgas gefüllten Luftballon zwischen den Beinen. Die Polizisten nahmen eine Blutprobe und leiteten ein Verfahren ein.

Rechtlich wird ein Rausch durch Lachgas genauso behandelt wie ein Rausch durch Alkohol oder andere Drogen. Dem 21-Jährigen droht eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr.

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