Im Ingelheimer Tierheim ist die tödliche Katzenseuch ausgebrochen. Mitarbeiterinnen können nur mit Schutzanzügen zu den Katzen.  (Foto: SWR, Alexander Dietz)

Acht Tiere gestorben

Tödliche Katzenseuche - Ausnahmezustand im Ingelheimer Tierheim

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Alexander Dietz
Alexander Dietz ist Reporter im SWR Studio Mainz. (Foto: SWR)
Katja Jorwitz
SWR4 Moderatorin Katja Jorwitz (Foto: SWR, SWR -)

Seit vier Wochen herrscht im Ingelheimer Tierheim Ausnahmzustand. Dort ist die Katzenseuche ausgebrochen - mit verheerenden Folgen.

Das Katzenhaus im Ingelheimer Tierheim ähnelt zurzeit einer kleinen, sterilen Krankenstation. Es gibt keine Kratzbäume, keine Decken und kaum Spielzeug für die Katzen. Alles ist entsorgt worden, damit das fiese Katzenseuchen-Virus keine Chance hat, sich auch nur irgendwo einzunisten.

Desinfektionsmaßnahmen wie zu Corona-Zeiten

Und so liegen die Katzen auf Handtüchern oder haben sich in ihren Transportboxen versteckt, als zwei Mitarbeiterinnen in Ganzkörperschutzanzügen anfangen, die Wände mit einem speziellen Desinfektionsmittel zu besprühen. Das gehöre seit Wochen zur täglichen Routine im Katzenhaus, erzählt Lena Rifko. Sie ist im Tierheim für das Katzenhaus zuständig. Nicht nur die Wände, auch die Boxen, die Handtücher - einfach alles muss desinfiziert werden und das in kompletter Schutzmontur und mit Gesichtsmaske.  

Wegen des Ausbruchs der tödlichen Katzenseuche müssen die Mitarbeiterinnen des Ingelheimer Tierheims jeden Tag die Räume desinfizieren. (Foto: SWR)
Wegen des Ausbruchs der tödlichen Katzenseuche müssen die Mitarbeiterinnen des Ingelheim Tierheims jeden Tag die Räume desinfizieren.

Acht Katzen sterben an Seuche

Das Virus ist wahrscheinlich von einer wildlebenden Hauskatze und ihren Babys, die ins Tierheim gebracht wurden, eingeschleppt worden. Schnell haben sich dann alle 45 Katzen im Tierheim infiziert. Sieben Katzenbabys und eine Katzenmutter starben an der Krankheit. Mittlerweile sind die meisten Katzen aber in einem stabilen Zustand. Allerdings seien sie noch mehrere Wochen ansteckend, erklärt Tierheimleiterin Alexandra Blau. Deshalb wird der Ausnahmezustand im Ingelheimer Tierheim wohl noch einige Zeit andauern.

Belastende Situation für die Beschäftigten im Tierheim Ingelheim

Für das Tierheim bedeute dies enormen Stress durch die viele zusätzliche Arbeit. Aber auch emotional ist es für die Mitarbeiterinnen eine belastende Situation: Zusehen zu müssen, wie ein Tier stirbt und nichts tun zu können.

Viel Unterstützung für das Ingelheimer Tierheim

Was den Verantwortlichen auch Sorgen macht: die fianziellen Folgen. Die Leiterin Alexandra Blau rechnet mit zusätzlichen Kosten von mindestens 10.000 Euro. Denn neben dem Desinfektionsmittel und der Schutzausrüstung für die Reinigung benötigt das Tierheim auch sehr viele Handtücher für die Katzen. Spenderinnen und Spender helfen aber schon fleißig

"Wir sind jeden Tag sprachlos, was uns an Hilfe erreicht."

Jeden Tag bekommt das Tierheim Pakete, manchmal 20 an einem Tag. Jetzt habe man so viele alte Handtücher, dass man diese nicht mehr waschen, und einfach kein Risiko mehr eingehen müsse, so Blau. Man könne sie einfach wegwerfen. "Wir sind jeden Tag sprachlos, was uns da erreicht. Der Postbote mag uns schon manchmal nicht mehr."

Katzenseuche beschäftigt Tierheim noch Monate

Bis wieder Normalität im Ingelheimer Tierheim einkehrt, wird es noch ein paar Monate dauern. Denn sobald das Katzenvirus besiegt ist, wartet direkt die nächste Herausforderung auf das Team: Dann muss das leergeräumte Katzenhaus wieder komplett neu eingerichtet werden.

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