Das Ramon-Chormann-Theater in Kirchheimbolanden.

Kibo l(i)ebenswert

Ein Fest in Kirchheimbolanden in Gedenken an Joachim Didier

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Sebastian Stollhof
Sebastian Stollhof

Joachim Didier kam im vergangenen Jahr bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. In Gedenken an den engagierten Lokalpolitiker veranstalten Freunde für den guten Zweck ein Fest in Kirchheimbolanden.

Kalli Koppold muss schlucken. Die Tränen stehen ihm in den Augen. Er ringt um Worte. "Sein Tod ist für uns alle ein Riesenverlust. Ich habe ihm sehr viel zu verdanken", sagt der Musiker. Auch mehr als zehn Monate danach geht ihm das tragische Unglück seines Freundes Joachim Didier noch sehr nahe. Im Alter von 49 Jahren war Joachim Didier am 9. Juni des vergangenen Jahres mit einem Ultraleichtflugzeug nahe des Flugplatzes Worms in eine Baumgruppe gestürzt und ums Leben gekommen. Er hätte laut des Untersuchungsberichtes im Zuge seiner Ausbildung an diesem Tag Platzrunden fliegen sollen.

Die Region am Donnersberg stand unter Schock

Der Tod des so engagierten Lokalpolitikers (CDU) versetzte die Region in einen Schock. "Er war ein prima Mensch. Er war ehrlich, integer, stand ein für seine Überzeugungen, er hat aber auch gleichzeitig versucht, die Meinungen anderer nicht nur zu akzeptieren, sondern auch nachzuvollziehen", sagt Martin Braun. Joachim Didier war sein bester Freund. Der Inhaber eines Hotels in Kirchheimbolanden hatte mit Didier zusammen die Fotoagentur "Kibo Media" gegründet.

"Joachim Didier war ein Aktivposten in der Stadt und in der Verbandsgemeinde. Und das über Parteigrenzen hinweg", sagt Jürgen Heck, der Vorsitzende des Gewerbevereins "pro Kibo". Das unterstreicht auch der Kabarettist Ramon Chormann: "Joachim war ein selbstloser Mensch. Er war geschätzt, hatte Ideen und konnte diese auch umsetzen. Er konnte jemanden so lange in seinen Bann ziehen, bis es eine runde Sache war."

Kulturszene sorgte sich um die Zukunft

So war es auch während der Corona-Zeit. Veranstaltungen gab es so gut wie keine, Kulturtreibende sorgten sich um ihre Zukunft. Die Menschen saßen Zuhause, soziale Begegnungen fanden kaum statt. Joachim Didier stellte genau in dieser Zeit zusammen mit Mitstreitern mitten in Kirchheimbolanden ein Fest auf die Beine. "Das war finanziell und mental ein Rettungsanker", beschreibt es Ramon Chormann.

In Gedenken an den im vergangenen Jahr bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen Joachim Didier findet die Veranstaltung "Kibo l(i)ebenswert" statt.
In Gedenken an den im vergangenen Jahr bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommenen Joachim Didier findet die Veranstaltung "Kibo l(i)ebenswert" statt.

Das Team entwickelte "Kibo l(i)ebenswert". Unter Einhaltung von Corona-Regeln gab es auf dem Römerplatz in Kirchheimbolanden in den Jahren 2020 und 2021 an verschiedenen Abenden Livemusik oder auch Kabarett - unter anderem mit Ramon Chormann. "Joachim hatte es uns Künstlern ermöglicht, dass wir überhaupt eine Chance hatten, etwas zu machen", erzählt der Kabarettist.

Eigentlich sollte es kein "Kibo l(i)ebenswert" mehr geben

Nachdem im vergangenen Jahr wieder gefeiert werden konnte, sollte "Kibo l(i)ebenswert" eigentlich nicht mehr stattfinden. Doch dann kam es zu dem Unglück des 49-Jährigen. "Wir hatten uns im Team dann darauf verständigt, dass wir in Gedenken an Joachim noch einmal Kibo l(i)ebenswert ausrichten wollen", sagt Jürgen Heck. Der ursprünglich im Herbst angedachte Termin musste aber aufgrund des schlechten Wetters abgesagt werden.

Auch Ramon Chormann tritt in Kirchheimbolanden auf

Nun stellt Ramon Chormann am heutigen Freitag und am Samstag sein Theater in Kirchheimbolanden zur Verfügung, um wetterunabhängig zu sein. In der Trichterhalle im Erdgeschoss gibt es am Freitagabend Livemusik mit der Band "Magic" sowie Sängerin Nadine Heil. Am Samstag folgt dann eine Kombination aus Kabarett mit Ramon Chormann und Musik mit Kalli Koppold.

Alle werden auf eine Gage verzichten. Auch Ton- und Lichttechniker Hassan Serhan, der Didier ebenfalls viel zu verdanken habe, wie er betont. Der Erlös ist für einen guten Zweck vorgesehen, ein Herzensprojekt von Joachim Didier, die weitere Gestaltung eines Mehrgenerationenplatzes auf dem Schillerhain, wie Chormann berichtet. Er betont auch: "Es soll keine Trauerveranstaltung werden. Wir wollen zusammen in lockerer Atmosphäre zwei schöne Abende verbringen."

Joachim Didier wollte Menschen zusammenbringen

Alexander Dreißigacker war ebenfalls ein enger Freund von Didier, betreibt zusammen mit Mitstreitern zu dessen Ehren "Kibo Media" weiter: "Joachim war ein Macher. Wenn was geplant war, dann hat er das auch umgesetzt. Er war ehrgeizig, hatte sich nachts hingesetzt, Dinge neu gelernt, um sie bestmöglich hinzubekommen."

Kalli Koppold ist froh, dass es noch einmal eine Auflage von "Kibo l(i)ebenswert" gibt - in Gedenken an Joachim Didier. "Er wollte Menschen zusammenbringen. Er ist für uns Kunstschaffende und für die Stadt nicht zu ersetzen. Er fehlt."

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