Ein 37-jähriger Mann ist angeklagt, ein sechsjähriges Mädchen in Rainau (Ostalbkreis) sexuell missbraucht zu haben. Seit Dienstag steht der Mann im Landgericht Ellwangen vor Gericht.

Eltern des Mädchens als Zeugen im Prozess

Nach Vergewaltigung eines Kindes: Landgericht Ellwangen zeigt Video mit Aussagen des Opfers

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Justus Madaus
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Carola Kührig
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Im Prozess um die mutmaßliche Vergewaltigung eines Kindes sind am Dienstag am Landgericht Ellwangen Aussagen des Opfers bekannt geworden. Auch die Eltern des Mädchens wurden gehört.

Ein 37-jähriger Mann ist angeklagt, ein sechsjähriges Mädchen sexuell missbraucht zu haben. Seit Dienstag steht der Mann in Ellwangen vor Gericht. Er soll das Kind im Oktober vorigen Jahres auf einem Gehweg in Rainau (Ostalbkreis) zu Oralverkehr gezwungen haben. Am ersten Prozesstag wurde auch ein Video mit Aussagen des Mädchens gezeigt.

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Auf dem Heimweg von einem Schulausflug vergewaltigt

Ein aufgewecktes Kind mit langen blonden Haaren ist in dem Video zu sehen, das am Dienstag zum Prozessauftakt am Landgericht Ellwangen gezeigt wurde. Das Mädchen antwortet darin auf Fragen der Ermittler. Zum Tatzeitpunkt, am Nachmittag des 12. Oktober vorigen Jahres, war das Kind sechs Jahre alt und nach einem Schulausflug auf dem Heimweg.

Die Grundschülerin hatte an jenem Tag einen Kindersitz dabei, den sie für den Schulausflug benötigt hatte. Auf dem Kindersitz und auch auf der Kleidung des Mädchens wurden später Spermien des Angeklagten festgestellt.

Eltern des Kindes sagen aus

Die Tat habe die Familie, wie sie vorher war, zerstört, erklärte der Vater des Mädchens am Dienstag vor Gericht. Er habe seine Tochter an jenem Morgen in die Schule gebracht, da sei sie fröhlich gewesen. "Später war sie komplett aufgelöst", sagte der 41-Jährige. Jetzt sei sie deutlich aggressiver geworden. Nach der Tat habe sie sich vor allem ihm gegenüber distanziert. Seine Frau könne nicht mehr schlafen, er erkenne sie teilweise nicht wieder.

Die Mutter des Mädchens sagte, früher sei ihre Tochter lebenslustig gewesen, habe sich auf die Schule gefreut. Nun sei dies nicht mehr der Fall. Nach dem Übergriff habe sich das Kind komplett verschlossen. Sie selber mache sich Vorwürfe und komme mit der Vergewaltigung ihrer Tochter nicht klar. Vor Gericht sagte die 39-Jährige: "Ich konnte mein Kind nicht beschützen. Mir hat man das Herz rausgerissen an dem Tag. Meine Familie leidet darunter, aber wir versuchen, das durchzustehen."

Angeklagter sorgt mit Aussage für "verständnisloses Kopfschütteln"

Der Angeklagte hatte am ersten Prozesstag vor Gericht unter anderem angegeben, er habe sich am Tag der Tat in seinem Auto selbst befriedigt und sei danach ausgestiegen, um sich zu säubern. Dabei sei er "mit jemandem zusammengestoßen", bevor er wegfuhr. Richter Jochen Fleischer bezeichnete die Angaben des Mannes als "Angriff auf unsere Intelligenz".

Wenn wir die Tat feststellen, und dafür spricht alles, da ernten Sie nur verständnisloses Kopfschütteln.

Der 37-jährige Angeklagte wohnt in Schwäbisch Hall, ist verheiratet und hat einen Sohn. Sachverständigen hatte er erklärt, nie sexuelle Lust gegenüber Kindern gespürt zu haben.

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