Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marijan Murat)

"Ich bin dann mal weg"

Boris Palmer verabschiedet sich auf Facebook

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Maximilian Springer

Nach dem Eklat um Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer im April hatte der Politiker angekündigt, im Juni eine Auszeit zu nehmen. Auf Facebook verabschiedete er sich jetzt.

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (parteilos) hat sich am Freitag, kurz vor seiner angekündigten politischen Auszeit, auf Facebook verabschiedet. In einem mit "Und: Ich bin dann mal weg" übertiteltem Video zeigt Palmer einen neuen Radweg auf der Tübinger Steinlachbrücke und spricht kurz über die geplante Unterbrechung seiner politischen Tätigkeiten. Nächste Woche gehe er in Auszeit, so Palmer. "Den ganzen Juni über" sei er dann weg. Bereits Anfang Mai hatte Palmer sein Banner-Bild bei Facebook getauscht, dort steht seitdem in großen schwarzen Buchstaben "Auszeit".

Alles zur politischen Auszeit von Boris Palmer:

Video herunterladen (359,4 MB | MP4)

Palmer lässt Rückkehr zu Facebook offen

Der Oberbürgermeister von Tübingen zeigt sich im Video stolz über das fertiggestellte Bauprojekt in der Tübinger Innenstadt. "Da freut sich sogar der blaue Himmel über Tübingen", so Palmer. Auch er mache jetzt blau. Seine Rückkehr lässt der Tübinger OB vorerst offen:

"Ob ich mich wieder melde, überlege ich mir im Juli."

Die vollendete Steinlachbrücke mit dem darauf errichteten Radweg sei eine Art krönender Abschluss seiner Zeit auf Facebook, so Palmer im Video. "So könnte es auch enden", teilt er mit.

Tübinger OB nach Eklat bei den Grünen ausgetreten

Immer wieder sorgte Palmer in der Vergangenheit für negative Schlagzeilen - vor allem auch bei Facebook. Dort hatte er im Mai 2021 im Zusammenhang mit Kritik an Ex-Fußballnationalspieler Dennis Aogo einen rassistischen Begriff genutzt. Das war nicht das letzte Mal, dass Palmer negativ auffiel. Erst jüngst hat er im Rahmen einer Migrationskonferenz an der Uni Frankfurt einen Eklat ausgelöst. Studierende hatten Palmer damals vor dem Unigebäude mit Rassismusvorwürfen empfangen. Sie bezeichneten ihn als Nazi und Rassisten, weil er in der Vergangenheit wiederholt das N-Wort benutzt hat.

Während den tumultartigen Szenen nannte Palmer erneut mehrfach das N-Wort und verglich die Vorwürfe an ihn mit dem Judenstern. Das führte zu heftigen Reaktionen in den sozialen Medien und Aufregung in der Politik. Als Reaktion auf die Vorkommnisse kündigte der Oberbürgermeister eine Auszeit an und trat bei den Grünen aus.  

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