Ein Schild an einer Bushaltestelle am Tübinger Hauptbahnhof. Darauf steht Schienenersatzverkehr nach Stuttgart und Nürtingen. (Foto: SWR, Ingemar Koerner)

Statt Zügen nun Busse

Wie gut klappt der Ersatzverkehr zwischen Tübingen und Stuttgart?

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Ingemar Koerner
Ingemar Koerner ist Reporter für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen. (Foto: SWR, Jochen Krumpe)

Zwischen Tübingen und Stuttgart fahren zurzeit keine Züge. Stattdessen fahren Busse auf der Strecke - teilweise sogar direkt als Expressbusse. Reisende müssen sich dafür umstellen.

Zwischen Tübingen und Stuttgart gibt es zurzeit keine Zugverbindung. Wegen Bauarbeiten sind die Zugstrecken unterbrochen. Busse ersetzen die Züge, teilweise als Expressbusse in Direktverbindungen.

Busse schneller als gedacht

Damit Reisende schnell von Tübingen nach Stuttgart und zurück kommen, setzen SWEG und Deutsche Bahn Expressbusse ein. Jeweils zwei Busse ersetzen einen Zug. Sie fahren ohne Halt durch. Die geplante Dauer sind 55 Minuten. Tatsächlich schafften die Busse die Strecken in unseren beiden Testfahrten in rund 45 Minuten. In diesen Fällen gab es jedoch auch kaum Stau.

Die Expressbusse sind natürlich besonders praktisch für Pendlerinnen und Pendler – und dann vor allem früh morgens, wenn alle zur Arbeit müssen. Wie gut dieser Ersatz jetzt gerade läuft, hat SWR Reporter Ingemar Koerner herausgefunden. Er ist am Dienstagmorgen mit dem Direktbus von Tübingen nach Stuttgart gefahren:

Bushaltestelle in Stuttgart verwirrend

In Stuttgart und Tübingen setzen SWEG und DB sogenannte Reisendenlenker ein, die den Fahrgästen helfen, die richtigen Busse zu finden. Dennoch ist das etwas kompliziert: In Tübingen müssen sie erst den richtigen Bussteig finden, ebenso in Stuttgart. Dort fahren zudem an derselben Haltestelle viele verschiedene Busse und Schienenersatzverkehre ab. Um die richtigen Busse finden zu können, müssen Fahrgäste die Schilder und Beschriftungen genau lesen. Auch die Abfahrtstafeln wirken auf den ersten Blick verwirrend. Hier lohnt sich für alle die können, ein Blick in eine App.

Umwege nach Stuttgart-Bad Cannstatt und Esslingen

Wer von Tübingen beispielsweise nach Stuttgart-Bad Cannstatt und Esslingen gelangen will, muss Umwege und längere Fahrten in Kauf nehmen. Denn die Direktbusse fahren im Unterschied zu den Zügen ohne Zwischenhalte vom Tübinger zum Stuttgarter Hauptbahnhof. Dort angelangt müssen Reisende andere Verkehrsmittel nutzen, um nach Bad Cannstatt oder Esslingen zu kommen.

Fahrgäste und SWEG größtenteils zufrieden

Die Fahrgäste der Busse sind größtenteils zufrieden. Ein Pendler fuhr schon mehrfach mit der Direktvebindung und ist positiv überrascht:

"Pünktlich, genügend Platz, Erwartungen übertroffen."

Auch die Pressesprecherin der SWEG, Hannelore Lützelberger, zeigte sich zufrieden. Nach den üblichen Anfangsschwierigkeiten laufe der Ersatzverkehr inzwischen rund.

Zwei Zeiträume der Zugsperrungen

Die Sperrungen sind auf zwei Zeiträume verteilt. Bis zum 23. August ist die RB 63 zwischen Tübingen und Bad Urach gesperrt. Auf den Linien MEX 12 und MEX 18 rollen die Züge zwischen Tübingen und Nürtingen nicht mehr.

Der zweite Zeitraum dauert vom 24. August bis zum 5. September. In dieser Zeit ist die RB 63 nur noch zwischen Tübingen und Metzingen gesperrt, zwischen Metzingen nach Bad Urach fahren die Züge dann wieder regulär. Bei den Linien MEX 12 und MEX 18 gilt die Streckensperrung ab dem 24. August nur noch zwischen Tübingen und Reutlingen. Die Züge der Linie IRE 6 und IRE 6a fallen zwischen Stuttgart und Tübingen laut Deutscher Bahn bis zum 8. September aus.

Bauarbeiten an Zugstrecke und auf B27

Als Grund für die Zugausfälle nennt die Deutsche Bahn Bauarbeiten am Bahnhof Metzingen sowie Arbeiten für die Regionalstadtbahn Neckar-Alb. Außerdem gibt es Brückenarbeiten bei Kirchentellinsfurt (Kreis Tübingen).

Doch auch auf der B27 gibt es Baustellen. Als Grund nennt das Tübinger Regierungspräsidium Instandsetzungsarbeiten an sieben Bauwerken zwischen Tübingen und Kirchentellinsfurt. Die Arbeiten sollen bis Mitte Oktober abgeschlossen sein.

Außerdem lässt das Regierungspräsidium auf der B27 vom Anschluss der B464 bei Pliezhausen bis zur Kreisgrenze Reutlingen/Esslingen bei Walddorfhäslach den Lärmschutz verbessern. Auf diesem gut fünf Kilometer langen Streckenabschnitt wird eine lärmmindernde Asphaltdecke eingebaut, teilte das RP mit.

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