Risse in L170 bei Wutachschlucht

Hänge in Bewegung

Bleibt gesperrt: Die L170 in der Wutachschlucht ist weiterhin gefährlich

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Elisabeth Marx

Große Risse ziehen sich durch den Asphalt der L170 im Landkreis Waldshut. Sofortmaßnahmen reichen nicht aus. Die Sanierung wird dieses Jahr wohl nicht mehr abgeschlossen.

Mittlerweile erstrecken sich die Risse über 80 Meter und sind bis zu einem Meter tief. Der Asphalt bricht auf beiden Fahrbahnstreifen auf, pro Woche komme ein Zentimeter dazu, erklärt Ansgar Sage vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB). Unerwartet schnell rutsche der Hang in der Wutachschlucht weiter ab, so der Experte. Als Sofortmaßnahme wird zunächst das Regenwasser umgeleitet, langfristig muss die Straße saniert werden, so das Regierungspräsidium Freiburg heute in einer Begehung vor Ort. Aus Sicherheitsgründen müsse die L170 auf jeden Fall über dieses Jahr hinaus gesperrt bleiben.

Viel Regen führt zu rutschenden Hängen

Grund für die immer schneller wachsenden Spalten ist wahrscheinlich ein Wasserlauf oberhalb der Straße. "Wir gehen davon aus, dass die extremen Niederschlagsmengen der vergangenen Monate die Situation verschärft haben", erklärt Geologe Sage vom LGRB. Oberirdische Rohre leiten nun das zuvor frei fließende Wasser in die Wutach, um den Hang zu entwässern.

Risse in L170 bei Wutachschlucht
Sofortmaßnahme Wutachschlucht: Rohre leiten das überflüssige Wasser an der L170 ab. Bild in Detailansicht öffnen
Risse in L170 bei Wutachschlucht
Der Riss auf der L170 bei der Wutachschlucht ist etwa 10 cm breit und rund einen Meter tief. Bild in Detailansicht öffnen
Risse in L170 bei Wutachschlucht
Der Riss im Asphalt ist mittlerweile rund 80 Meter lang und breitet sich auf beide Fahrbahnen aus. Bild in Detailansicht öffnen

Sanierung statt Brücke

Parallel zu der Sofortmaßnahme führen die Geologen weitere Messungen durch. 160 Messpunkte überwachen den gesamten Verlauf der L170. So wollen sie prüfen, wie sie die Straße sanieren können. Einige Anwohner fordern in einer Petition den Bau einer Brücke. Dieser Forderung erteilte das Regierungspräsidium Freiburg heute eine Absage. Zu hoch sei der zeitliche Aufwand und der Eingriff in die Natur.

Anwohnern bleibt nur der Umweg

Seit Februar ist die wichtige Verbindungsstraße zwischen der Abzweigung Bonndorf-Boll und der Kreisgrenze an der Schattenmühle gesperrt. Die Umleitung führt über die B31 von Löffingen nach Titisee-Neustadt und Lenzkirch. Die Schattenmühle ist von Löffingen aus weiterhin zu erreichen. Auch der Wanderbus 74344 ist von der Sperrung betroffen. Die Haltestellen "Schattenmühle Wanderparkplatz", "Abzw. Schattenmühle", "Boll Oberhaldenplatz" werden nicht angefahren, teilte das Regierungspräsidium Freiburg mit. Ebenfalls aufgrund von Rutschungen hat das Landratsamt Waldshut kürzlich die Kreisstraße 6516 zwischen Bonndorf-Boll und L 170 für den Schwerverkehr gesperrt.

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