Zug auf neuer Strecke

Zug stand im Tunnel

Pannen am ersten Pendler-Tag auf der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm

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Auf der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm gab es Probleme mit dem ETCS-System und am Montagmorgen erhebliche Verspätungen, Züge wurden umgeleitet. Seit Mittag läuft der Verkehr reibungslos.

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Züge von Ulm konnten am Montag nicht wie geplant über die Neubaustrecke zwischen Wendlingen (Kreis Esslingen) und Ulm fahren. Fahrgäste steckten daher nach Angaben der Deutschen Presseagentur über längere Zeit in einem Tunnel fest. Grund waren offenbar Probleme mit dem European Train Control System (ETCS).

Wieder Probleme mit ETCS?

"Wir können uns nicht auf der neuen Strecke einwählen", sagte ein Lokführer nach Informationen der dpa. Damit scheinen sich auf der Neubaustrecke Probleme mit dem Zugsicherungssystem ETCS wiederholt zu haben, die dem Zugverkehr auf der Strecke nach SWR-Informationen bereits am Vortag zu schaffen machten. In das ETCS müssen sich die Lokführer jeweils einwählen, um auf der Neubaustrecke fahren zu können.

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Bisher waren es nur Test- und Sonderfahrten: Seit Sonntag fahren nun regulär Züge auf der Schnellbahntrasse Wendlingen-Ulm. Nicht alles verlief nach Plan.

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Am Montagmorgen mussten Züge in Richtung Stuttgart zurück nach Ulm geführt und über die alte, langsamere Strecke über die Alb umgeleitet werden. Das führte dazu, dass Züge teilweise mehr als eine Stunde Verspätung hatten.

"Am ersten Tag tut uns das selber leid."

Als Entschädigung bekamen Fahrgäste, die lange Zeit in einem Tunnel feststeckten, ein kostenloses Heißgetränk angeboten.

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Bahn: Bedienfehler eines Lokführers - Züge seit Mittag wieder planmäßig

Die Deutsche Bahn macht den Bedienfehler eines Lokführers für die Verspätungen auf der Strecke zwischen Ulm und Stuttgart verantwortlich. Der Zug habe deswegen umkehren müssen. Die Neubaustrecke sei deshalb für knapp zwei Stunden blockiert worden. Mehrere Regional- und Fernverkehrszüge hätten über die alte Strecke umgeleitet werden müssen. Inzwischen rollen die Züge laut Bahn wieder planmäßig. Laut Bahn sind seit Betriebsstart am Sonntag 99 Prozent der Züge problemlos über die neue Strecke gefahren. Die Züge, die umgeleitet werden mussten, sind dabei allerdings nicht einberechnet.

Bahnexperte Leister: "Das sind Kinderkrankheiten"

Dass ein Zug auf der Neubaustrecke stehengeblieben ist, hat der Bahnexperte Hans Leister im SWR als "Kinderkrankheiten" bezeichnet. "Die werden auskuriert und mit zunehmender Übung und Routine der Lokführer wird sich das hoffentlich bald erledigen". Er sprach in diesem Zusammenhang vom "menschlichen Faktor", dass man unsicher sei und vielleicht einen falschen Knopf drücke. "Und das verzeiht das System nicht." Daraus entstehe aber keine Gefährdung, sondern der Zug bleibe stehen. Aber ihm sei es lieber, wenn ein Zug stehenbleibe als dass eine unsichere Situation entstehe.

Hintergrund: Probleme mit ETCS

Nach Informationen des SWR aus Bahnkreisen gibt es für die Probleme drei mögliche Ursachen, von denen wohl mindestens zwei aufgetreten sind:

  • Die Probeeinwahl in ETCS zwischen Augsburg und Ulm bzw. zwischen Stuttgart und Plochingen funktioniert nicht, wodurch der Zug über die alte Filstalstrecke fahren muss.
  • Die Probeeinwahl in ETCS funktioniert zwar, der Zug fährt somit auf die Neubaustrecke, kann sich dort aber nicht abschließend in ETCS einwählen. Dadurch bleibt der Zug stehen. Anschließend muss der Zug zurückfahren, was in der Fachsprache auch als "zurücksetzen" bezeichnet wird.
  • Es gibt offensichtlich auch Probleme, sich wieder von ETCS abzumelden. Kommt ein Zug von Ulm auf die Neubaustrecke, kann es passieren, dass er vor Wendlingen nicht vom ETCS-System zum alten System PZB wechseln kann. Das führt dazu, dass der Zug stehen bleibt und ebenfalls Fahrbefehle geschrieben werden müssen. Züge können in diesem Fall mit höchstens Tempo 50 und Sondergenehmigung weiterfahren, bis die Anmeldung schließlich funktioniert - im schlechtesten Fall klappt das erst in Stuttgart.

Neubaustrecke: Seit Sonntag im Regelbetrieb

Am Freitag hatten Vertreter der Politik und der Bahn die rund vier Milliarden Euro teure Neubaustrecke feierlich eingeweiht. Seit Sonntag ist sie mit dem neuen Fahrplan im Regelbetrieb. Seit diesem Montag wird die schnelle Verbindung zwischen Wendlingen (Kreis Esslingen) und Ulm erstmals im Berufsverkehr genutzt. Stündlich fährt ein ICE-Zug auf der Neubaustrecke zwischen Stuttgart und Ulm und umgekehrt.

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