2024 geht als das Rekordjahr an bundesweiten Meldungen über UFO-Sichtungen ein, mehr als 150 Mal meldeten sich im vergangenen Jahr Menschen aus Baden-Württemberg bei der bundesweit tätigen UFO-Meldestelle CENAP - ein wirklicher Alien oder eine fliegende Untertasse war aber laut den Auswertungen der Experten wieder nicht dabei. Das Centrale Erforschungs-Netz außergewöhnlicher Himmels-Phänomene (CENAP) ist Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger, die nach einer wissenschaftlichen Erklärung für ihre Beobachtungen suchen.
Tag für Tag löst CENAP-Mitgründer Hansjürgen Köhler gemeinsam mit seinem vierköpfigen Team die ungewöhnlichsten Fälle aus Astronomie, Luft- und Raumfahrt - und das ehrenamtlich. Im Januar 2024 hatten wir ihn auf seiner täglichen Spurensuche nach Hinweisen auf außerirdisches Leben begleitet:
Über 150 UFO-Meldungen aus Baden-Württemberg
Insgesamt zählte CENAP mit Sitz im südhessischen Lützelbach im vergangenen Jahr über 1.100 UFO-Meldungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. "Üblicherweise verzeichnet man im Schnitt 600 bis 800 Meldungen pro Jahr", so der Mitgründer und Leiter Hansjürgen Köhler. Laut den Auswertungen von CENAP entfielen allein auf Baden-Württemberg 153 Meldungen. Gemessen an der Quote pro eine Million Einwohner liegt Baden-Württemberg damit mit 13,5 Sichtungen im bundesweiten Mittelfeld, aus Rheinland-Pfalz wurden 2024 28,4 Sichtungen pro eine Million Einwohner und damit mehr als doppelt so viele gemeldet. In absoluten Zahlen dagegen gab es nur aus Nordrhein-Westfalen mehr Meldungen als aus Baden-Württemberg.
Regionale Schwerpunkte der gemeldeten Sichtungen im Land lagen am Bodensee, im Markgräflerland und besonders in der Rhein-Neckar-Region an der Grenze zu Rheinland-Pfalz. Auch 2024 seien wieder keine Raumschiffe von Außerirdischen dabei gewesen, erklärte der gebürtige Mannheimer Köhler, der das Netzwerk mit seinem damaligen Mitstreiter Werner Walter 1973 ins Leben rief. Im vergangenen Jahr sorgten nach Angaben des CENAP-Leiters die auffällige Konstellation leuchtstarker Planeten wie Venus und Jupiter sowie helle Sterne wie Sirius für Meldungen.
Über die Gründung von CENAP und wie viele Aliens seit 1973 wirklich gesehen wurden, hat CENAP-Mitgründer Hansjürgen Köhler im SWR gesprochen:
Ein UFO am Himmel? Oft sind es Starlink-Satelliten von Elon Musk
Besonders häufig aber meldeten sich Menschen, weil die seit Ende 2019 auftauchenden Satelliten-Kommunikationssysteme Starlink des Tech-Milliardärs Elon Musk bei ihnen für Rätselraten sorgten. Diese Satelliten seien kurz nach dem Start am Himmel besonders auffällig, wenn sie wie auf einer Perlenkette aufgereiht losfliegen, so Köhler. Weitere Meldungen im Jahr 2024 konnten als LED-Ballons, Folienballons, Privat- und Industrie-Drohnen, Flugzeuge, Hubschrauber, Lichteffektgeräte bei Veranstaltungen oder als helle Meteore identifiziert werden.
Die zunehmende Zahl von Meldungen hänge auch damit zusammen, dass viele Menschen heutzutage mit ihren Handys unterwegs seien und Fotos machten. Bei 99 Prozent der Anruferinnen und Anrufer handelt es sich laut Köhler um "ganz normale Leute, die Dinge sehen, die sie sich nicht erklären können". Diese seien auf der verzweifelten Suche nach einer Erklärung. Die Meldungen stammten von Menschen aller Altersstufen und Berufsgruppen.
Wenn wir die Einzigen wären, wäre es Platzverschwendung da draußen.
Seit Gründung sind bei der CENAP nach eigenen Angaben mehr als 12.000 Meldungen über UFO-Sichtungen eingegangen. 108 davon lägen auf seinem Cold-Case-Stapel, wie Köhler im SWR erzählte. In über 50 Jahren habe man demnach 108 unidentifizierte Flugobjekte oder Ufos registriert, was aber nicht den Beweis für einen außerirdischen Besuch nahelege. Man könne in diesen Fällen aus Mangel an Daten lediglich die Vermutungen nicht belegen. An Aliens glaubt er aber doch: "Ganz weit draußen in einer anderen Galaxie - warum sollte da nicht anderes Leben vorherrschen?" so Köhler weiter.