Szene aus dem Film "Earth vs. the Flying Saucers" (Foto: IMAGO, IMAGO / Allstar)

Pop-Kultur

75 Jahre "fliegende Untertassen": Die UFOs kommen

STAND
AUTOR/IN
Thomas Hillebrandt
ONLINEFASSUNG
Carla Vinetta Richter

Kenneth Arnold sichtete vor 75 Jahren untertassenartige Flugobjekte. Und so wurde die fliegende Untertasse geboren.

Audio herunterladen (4,5 MB | MP3)

"Fliegende Untertassen greifen an" - 1956 kam dieser Film weltweit in die Kinos und die Menschen sahen auf der großen Leinwand wie ein Kontakt mit Außerirdischen aussehen könnte. Dieser war im Film natürlich nicht friedlich. In silbrig glänzenden runden Objekten flogen sie auf die Erde und attackierten die Menschheit mit Laserstrahlen und überlegener Technologie.

Woher kommt die Idee der fliegenden Untertasse?

Die Beschreibung der Form der außerirdischen Flugobjekte hatte einen sehr irdischen Ursprung. Einige Jahre zuvor, am 24. Juni 1947, begann der Begriff „Fliegende Untertasse“ seinen Siegeszug. Dieser sorgt bis heute dafür, dass als bevorzugtes Transportmittel außerirdischer Besucher scheiben- oder untertassenförmige Flugobjekte angesehen werden.

Kenneth Albert Arnold hat sie erfunden. Der Geschäftsmann und Hobbyflieger war an jenem Dienstag vor 75 Jahren am Himmel über dem US-Bundesstaat Washington unterwegs – und sah dort etwas, das er später in einem Radio-Interview einem Reporter so erzählte: Er habe in der Nähe des Mount Rainier Lichterscheinungen gesehen, neun ungewöhnliche Flugobjekte, die in Formation an ihm vorbeigerast seien. Mit etwa 1200 Meilen pro Stunde, wie „über Wasser springende Untertassen“.

Mount Rainier (Foto: IMAGO, IMAGO / Cover-Images)
Kenneth Arnold flog 1947 um den Mount Rainier in den USA herum und sah dabei neun untertassenförmige Flugobjekte. IMAGO / Cover-Images

Was Kenneth Arnold an diesem 24. Juni 1947 wirklich gesehen hat, konnte nie abschließend geklärt werden. Es war, so hieß es später, wohl eher ein Wetterphänomen, Arnold selbst dachte eher an Tests für moderne Militärflugzeuge. Doch mit der von ihm geschätzten Geschwindigkeit wäre das damals gar nicht möglich gewesen und so bekam diese ungewöhnliche Sichtung sehr viel Aufmerksamkeit.

Dass seine Beschreibung eine so erfolgreiche Karriere macht, hat Kenneth Arnold übrigens ziemlich geärgert, denn er bestand immer darauf, falsch verstanden worden zu sein und bekräftigte das auch im Interview.

Die meisten Zeitungen hätten ihn missverstanden und falsch zitiert, erklärt er dem Reporter. Er habe, bekräftigt Kenneth Arnold, nie gesagt sie wären „untertassenähnlich“, sondern, dass sie in der „Art von Untertassen“ geflogen wären.

Die fliegende Untertasse weltweit

Doch mit Kenneth Arnolds Beschreibung war das Wort in der Welt und damit begann auch das weltweite UFO-Phänomen. Immer wieder tauchen angebliche Sichtungen von Unbekannten Flug-Objekten auf, die aus fernen Welten zu uns kommen, vorzugsweise in Form von Scheiben-Raumschiffen. In den 1950er Jahren nahm das Phänomen dann richtig Fahrt auf, Nachrichten und Wochenschauen vermeldeten weltweite Sichtungen.

Die Beobachtung von Kenneth Arnold versetzte die Weltöffentlichkeit dermaßen in Aufregung, dass weltweit Tausende ähnliche Berichte folgten. Der Hype um scheibenförmige UFOs passte einfach in diese Zeit. Nach dem 2. Weltkrieg boomte die technologische Entwicklung und der Weltraum rückte in greifbare Nähe – und die Vorstellung: „Wenn wir Menschen ins All fliegen können, dann können Außerirdische auch zur Erde kommen“ war für viele gar nicht mehr so abwegig.

Der damalige Medienrummel hat jedenfalls dafür gesorgt, dass sich der Mythos „Außerirdische in fliegenden Untertassen“ in unseren Köpfen festgesetzt hat und seit jenem 24. Juni 1947 unsere Kultur bereichert. Immer neue Bücher, Serien und vor allem Science-Fiction-Filme werden veröffentlicht, die am Ende fast immer gut ausgehen.

Netflix Serie Stranger Things (Foto: IMAGO, IMAGO / ZUMA Press)
In der Netflix Serie "Stranger Things" geschehen in einer Kleinstadt übernatürliche Dinge. IMAGO / ZUMA Press
STAND
AUTOR/IN
Thomas Hillebrandt
ONLINEFASSUNG
Carla Vinetta Richter