Energiepreis-Explosion in Zoo und Tierheim (Foto: SWR)

Angespannte Situation in der Tierpflege und Haltung

Energie sparen im Heidelberger Zoo und Tierheimen schwierig

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AUTOR/IN
Désirée Kast

Licht aus und Heizung herunter drehen: Unternehmen und Privathaushalte versuchen, wegen der Gaskrise Energie zu sparen. In Zoos oder Tierheimen ist das aber gar nicht so einfach.

"Tiere können sich nicht gerade so einen Pullover drüber ziehen.", sagt Klaus Wünnemann, Zoodirektor des Heidelberger Zoos. Außerdem gäbe es im Heidelberger Zoo viele Tiere, die aus Lebensräumen kommen, bei denen ein gleichmäßig-warmes Klima herrscht. Da könne man die Temperatur nicht einfach so runter fahren. Die Möglichkeiten im Zoo Energie zu sparen seien deshalb relativ eingeschränkt.

"Energie sparen im Zoo ist eine echte Herausforderung."

Plastik-Lamellen sollen Innenbereich abschirmen

Die meisten Tiere im Heidelberger Zoo haben sowohl Zugang zum Innen- als auch zum Außenbereich. Manche Tiere, wie zum Beispiel die Elefanten, Schimpansen oder Esel, haben bereits durchsichtige Plastik-Lamellen als Kälteschutz an den Durchgängen hängen. Diese Vorhänge sollen jetzt an möglichst vielen Türen, auch bei kleineren Durchgängen angebracht werden.

Elefant läuft durch Durchgang in den Außenbereich. (Foto: SWR, Zoo Heidelberg)
Bei den Elefanten hängen bereits Lamellen zum Kälteschutz an den Durchgängen. Zoo Heidelberg

Schließung für Zoo Heidelberg keine Option

Bei Einrichtungen, die besonders viel Energie benötigen, zum Beispiel Hallenbäder oder Eislaufhallen steht die Frage im Raum, ob sie eventuell über den Winter geschlossen bleiben müssen. Für Direktor Klaus Wünnemann sei eine Schließung für den Zoo keine Option. Die Haupt-Energiekosten seien da, auch wenn der Zoo für Besucherinnen und Besucher zu ist.

"Die Menschen brauchen auch im Winter etwas Freude im Leben."

Tierheim in Walldorf/Wiesloch will Energie sparen

Auch das Tom-Tatze Tierheim in Walldorf/Wiesloch (Rhein-Neckar-Kreis) kann nur bedingt Energie sparen. Das Bewusstsein, Türen zu schließen und Licht auszuschalten sei da, so der 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Volker Stutz. Die einzige Möglichkeit weitere Maßnahmen umzusetzen sei ebenfalls, wie im Zoo Heidelberg, die Durchgänge der Hunde zwischen Innen- und Außenbereich mit Vorhängen oder Türen zu versehen.

Ein Hund liegt in einem kleinen Zimmer in seinem Korb. Am offenen Durchgang zum Außenbereich hängt ein handtuch. (Foto: SWR)
Übergansweise dienen Handtücher als Vorhänge, um den Innenbereich etwas vor der Kälte zu schützen.

Türen kosten jeweils 5.000 Euro

Eine Möglichkeit für die offenen Durchgänge im Walldorfer Tierheim wären selbstschließende Türen, so Volker Stutz. Allerdings würde das pro Tür 5.000 Euro kosten. Das Tierheim hat momentan keine großen finanziellen Nöte, allerdings war das ersparte Geld für die Sanierung der Gebäude geplant. Deshalb werden weitere Alternativen gesucht.

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