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Gemeinderat entscheidet am 20. Dezember

Platanen in der Karlsruher Kaiserstraße werden wohl fallen

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Felix Wnuck
Ein Porträt Foto von Felix Wnuck (Foto: SWR)

Im Karlsruher Streit um die geplante Fällung der Platanen in der Kaiserstraße wird es keine weitere öffentliche Anhörung geben. Das entschied der Hauptausschuss in seiner Sitzung am Dienstagabend. 

Demnach wird der Gemeinderat am 20. Dezember endgültig über den Verbleib der Bäume entscheiden. In der Sitzung am Dienstagabend wurden noch einmal die Leiter des Tiefbauamtes und des Gartenbauamtes angehört. Zudem kamen zwei externe Experten zu Wort. Diese bestätigten die Stadt in ihrer Argumentation und bezeichneten den Erhalt der Platanen als schwierig.

In den letzten Wochen hatte es massive Proteste gegen die geplante Fällung gegeben. Viele teils kritische Nachfragen gab es deswegen aus den Reihen der Fraktionen auf der Sitzung am Dienstag. Die knapp 50 Bäume sollen laut Stadt für die Neugestaltung der Fußgängerzone gefällt werden. Dafür sollen rund 90 neue mediterrane Zürgelbäume gepflanzt werden. Allerdings räumten Vertreter der Stadt bei der Hauptausschusssitzung am Dienstag ein, dass in Zukunft auch eine Mischung von verschiedenen Bäumen auf der Kaiserstraße möglich wäre, allerdings nicht mit Platanen. 

Es gebe gute Gründe, die Bäume zu fällen, so die Argumentation der Stadt. Beim Verlegen von neuen Kabeln würden die Wurzeln der Platanen Probleme machen. Zusätzlich hebe das Wurzelwerk die Oberfläche an. Bei Starkregen würde sich durch diese Bodenwellen das Wasser aufstauen und nicht abfließen.

Pläne eigentlich schon lange beschlossen

Eigentlich sind die Pläne auch schon lange beschlossene Sache, und bis zum Baubeginn Anfang des nächsten Jahres ist es nicht mehr lange. Wahrscheinlich hat aber vor allem der öffentliche Protest dagegen die Verzögerung hervorgerufen.

Innerhalb der Fraktionen im Gemeinderat haben die Linken zuerst einen entsprechenden Antrag gestellt und sich darin für den Erhalt der Platanen ausgesprochen. Mittlerweile haben weitere Fraktionen diesen Standpunkt auch eingenommen, so die AfD oder die Freien Wähler.

Protest erzwingt neue Verhandlungen

Vor allem aber der Protest des Klimabündnisses Karlsruhe hat entscheidend zur Neuverhandlung am Dienstag im Hauptausschuss beigetragen. Mitte November hatte das Bündnis mit einer Mahnwache für die Bäume demonstriert. Außerdem gab es eine Unterschriftenaktion und ein vom Klimabündnis in Auftrag gegebenes Gutachten, das sich klar gegen das Fällen der Bäume und die Pläne der Stadt ausspricht.

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