Friedhofsgärtner Fabrice Rausch ein Tag vor Allerheiligen mit Schubkarre auf dem Friedhof in Karlsruhe-Durlach. (Foto: SWR)

Arbeit nimmt zu

Friedhofsgärtner aus Karlsruhe an Allerheiligen: Traumjob trotz Stress

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Andreas Fauth
Ein Bild von Andreas Fauth (Foto: SWR, Patricia Neligan)

An Allerheiligen, am Dienstag, gedenken viele Menschen auf den Friedhöfen ihrer verstorbenen Angehörigen. Friedhofsgärtner wie Fabrice Rausch aus Karlsruhe haben im Vorfeld alle Hände voll zu tun.

Es darf auch mal laut werden auf dem Friedhof – vor allem kurz vor Allerheiligen. Zwischen gepflegten Gräbern und einer malerischen Kapelle sind mehrere Mitarbeiter der Friedhofsgärtnerei im Karlsruher Stadtteil Durlach mit Laubbläsern unterwegs. Auch ihr Chef kommt heute ins Schwitzen.

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"Kurz vor Allerheiligen ist jeder Friedhofsgärtner angespannt, weil sehr viel Arbeit da ist!"

Besondere Atmosphäre auf Friedhof

Fabrice Rausch kniet an einem Grab. Er schmückt es mit Nordmanntannenzweigen, damit man über den Winter nicht nur Erde sieht. Der Friedhofsgärtner leitet den Familienbetrieb schon in dritter Generation. Ein schlanker Mann, der Ruhe und Besonnenheit ausstrahlt, auch wenn er mit Gartenschere, Rechen und Eimer unterwegs ist.

Selbst in stressigen Zeiten genießt Fabrice Rausch seinen Job, schätzt etwa die besondere Atmosphäre im Herbst, wenn es morgens auf dem Friedhof noch neblig ist.

Friedhofsgärtnerei Rausch in dritter Familien-Generation

Direkt neben dem Friedhof berät seine Mutter eine Kundin im dazugehörenden Blumengeschäft. Gerlinde Rausch ist froh, dass ihr Sohn die Friedhofsgärtnerei weiterführt. Kurz vor Allerheiligen haben sie hier besonders viel zu tun, erzählt die Frau mit dem herzlichen Lachen. Sie findet es schön, den Trauernden durch ihre Arbeit beizustehen. Manche kennt sie schon seit 40 Jahren.

Gerlinde Rausch in dem zur Friedhofsgärtnerei gehörenden Blumenladen in Karlsruhe-Durlach (Foto: SWR)
Gerlinde Rausch

"Irgendwann betrifft es jeden. Auch ich habe meine Eltern verloren. Man kann sich in die Leute reinfühlen. Und dann ist es positiv, sie mit schönen Sachen zu begleiten."

Arbeit für Friedhofsgärtner in Durlach nimmt zu

Die Zahl der Menschen, die die Gräber ihrer Angehörigen nicht mehr selbst pflegen können oder wollen, hat zugenommen. Umso mehr zu tun für Fabrice Rausch. Zumal die zunehmende Trockenheit in den vergangenen Jahren seine Arbeit nicht leichter gemacht hat. Der Friedhofsgärtner muss viel mehr gießen und auch neue Wege bei der Auswahl der Pflanzen gehen - zum Beispiel Kakteen auf die Gräber setzen.

Ein Grab auf dem Friedhof in Karlsruhe-Durlach. (Foto: SWR)
Kurz vor Allerheiligen sollen sich die Gräber von ihrer besten Seite zeigen.

Vor Allerheiligen geht Fabrice Rausch nochmal den ganzen Friedhof ab und nimmt die Gräber unter die Lupe. Ist auch kein Laub zu sehen? Haben Tiere in den Gräbern gewühlt? Auf dem Durlacher Friedhof sind viele Katzen und Eichhörnchen unterwegs. Auch ein Dachs lässt sich hin und wieder blicken. Nach getaner Arbeit kann der Friedhofsgärtner dann beruhigt Allerheiligen begehen - den für seine Arbeit wichtigsten Tag des Jahres.

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