Bahnreisende steigen am Bahnhof in Überlingen in einen Regionalzug ein, der gerade eben eingefahren ist (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Sehr hohe Auslastung der Bahnen über das lange Wochenende

9-Euro-Ticket und Pfingsten: Überfüllte Züge - staufreie Autobahnen

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Am Pfingstwochenende waren Regionalzüge in Baden-Württemberg teilweise so stark ausgelastet, dass nicht alle Reisenden mitfahren konnten. Auf den Straßen blieb es dagegen ruhig.

Das lange Pfingstwochenende und das 9-Euro-Ticket haben in Baden-Württemberg teils für volle Regionalzüge gesorgt. Nach Angaben der Deutschen Bahn waren Fahrten insbesondere zu touristischen Zielen "sehr stark nachgefragt". Derweil blieb das Chaos auf den Autobahnen aus.

Strecke an den Bodensee stark frequentiert

Starker Andrang in den Zügen herrschte insbesondere am Bodensee, im Schwarzwald und in anderen touristischen Gebieten. Zu überfüllten Zügen kam es am Pfingstmontag auf der Strecke zwischen Lindau und Ravensburg. Das bestätigte ein Bahnsprecher gegenüber dem SWR. Reisende seien auf spätere Verbindungen verwiesen worden. 

Ravensburg

Mitreise nicht garantiert Überfüllte Züge zwischen Bodensee und Oberschwaben an Pfingstmontag

Zum Teil ist es am Pfingstmontag zu überfüllten Zügen auf der Strecke zwischen Lindau und Ravensburg gekommen. Die Mitfahrt könne nicht garantiert werden, teilte die Deutsche Bahn mit.  mehr...

Bereits am Samstag hatten viele Menschen die Rabattaktion für Urlaubsfahrten und Ausflüge genutzt. Vereinzelt waren die Züge so voll, dass nicht alle Fahrgäste befördert werden konnten. Es sei zu Verspätungen gekommen, berichteten Reisende. Viele hätten zudem keinen Sitzplatz bekommen.

Am Pfingstsonntag war die Zahl der Fahrgäste ähnlich hoch, wie es von der Bahn heißt. So war der RE2 von Karlsruhe über Offenburg nach Konstanz laut Beobachtern vor Ort total belegt, so dass manche Kunden nicht mehr mitgenommen werden konnten.

"Bitte kein Einstieg mit dem Surfbrett und Paddelboot"

Zuerst sei eine Durchsage gekommen, dass keine Fahrräder mehr mitgenommen werden könnten, "bitte den nächsten Zug nehmen". Dann habe es in Baden-Baden geheißen: "Der Zug ist derart überfüllt, wir dürfen so nicht weiterfahren." Gäste wurden auch hier nach Angaben von Reisenden gebeten, den nächsten Zug zu nehmen. In Rastatt sei eine neue Durchsage gefolgt: "Bitte kein Einstieg mit dem Surfbrett und Paddelboot."

Südbaden

Hohes Verkehrsaufkommen an Feiertagen Pfingsten: Volle Straßen, volle Züge in Südbaden

Wie vom ADAC erwartet, ist es am Wochenende in Südbaden zu langen Staus auf der A5 gekommen. Aufgrund des 9-Euro-Tickets waren auch Regionalzüge stark ausgelastet.  mehr...

Andere Reisende standen vereinzelt im Türbereich, und auch das Fahrradabteil war sehr voll. Die meisten Räder waren beladen mit Taschen und Zelten. Die Deutsche Bahn hatte angekündigt, in Baden-Württemberg Kapazitäten auszuweiten.

SWR-Reporterin Désirée Kast hat mit dem 9-Euro-Ticket die Möglichkeiten des ÖPNV getestet. Dabei ist sie von Mannheim bis nach Konstanz gefahren:

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Viel Betrieb auf der Schwäbischen Alb

Nach Einführung des 9-Euro-Tickets war das Gästeaufkommen über Pfingsten auch in der Region Schwäbische Alb hoch - insbesondere im Vergleich zu Pfingsten 2020 und 2021. Das teilte der Schwäbische Alb Tourismusverband am Sonntag in Bad Urach (Kreis Reutlingen) auf Anfrage mit. Unter anderem die Touristinfos aus Ellwangen, Göppingen, Bad Urach, Rottweil und Tübingen meldeten, dass bis zu zehn Prozent der Gäste mit dem 9-Euro-Ticket unterwegs gewesen seien, sagte Verbandsgeschäftsführer Louis Schumann. Der Betreiber Go-Ahead hatte bereits am Samstag berichtet, dass es nicht überall im eigenen Liniennetz gelungen sei, Fahrgäste mitzunehmen.

Residenzschloss Ludwigsburg führt Strichliste

Das Residenzschloss in Ludwigsburg hatte eine Strichliste für Besucherinnen und Besucher über das Pfingstwochenende eingeführt. Darin sollen Menschen freiwillig eintragen, ob sie mit dem 9-Euro-Ticket angereist sind und woher. "Bei rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern unserer Führungen waren auf unserer Strichliste 25 Striche vermerkt. Wir kommen auf rund 10 bis 15 Prozent Besucher mit 9-Euro-Ticket - wobei der Samstag gefühlt nicht der klassische Familienausflugstag ist", sagte der Leiter der Schlossverwaltung Ludwigsburg Stephan Hurst auf Anfrage. "Spannend fand ich, woher die Gäste kamen: Stuttgart, Karlsruhe, Mutlangen, Verden, Göttingen, Herdecke bis hin zu Venlo in den Niederlanden", sagte Hurst.

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Reisende sollen Fahrräder am Pfingstmontag stehen lassen

Für Pfingstmontag hatte die Bahn erneut mit einem stärkeren Andrang wegen Rückreise-Verkehr gerechnet. Sie empfahl den Fahrgästen, sich kurz vor Reiseantritt noch einmal bei den Verkehrsverbünden vor Ort oder über die App "DB Navigator" zu informieren. Angesichts der hohen Auslastung könne nicht garantiert werden, dass Reisende ihre Fahrräder mitnehmen könnten, hatte der Sprecher gewarnt. "Wer kann, sollte daher auf das Rad verzichten."

Viele Gruppen nutzten das Ticket für Ausflüge:

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Das Pfingstwochenende galt als erste Bewährungsprobe für das 9-Euro-Ticket:

Baden-Württemberg

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Am langen Pfingstwochenende dürfte sich zeigen, ob es in Bussen und Bahnen genug Platz gibt. Vor allem entlang touristischer Strecken könnte der Andrang groß sein. Schon am Freitag wurde es in den Zügen sehr voll.  mehr...

Wenig Autoverkehr für einen Pfingstsamstag

Auf den Straßen Baden-Württembergs blieb es am Samstag laut Verkehrsleitzentrale dagegen ruhig. Es kam neben den "üblichen Problemstellen" zu keinen außergewöhnlichen Staus. Das Verkehrsaufkommen am Pfingstsamstag sei "für einen Ferienbeginn fast schon wenig", sagte eine Sprecherin der Verkehrsleitzentrale.

Ulm

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Der ADAC hatte für den Pfingstsamstag ein etwas höheres Aufkommen auf den Straßen erwartet als in den beiden Vorjahren. Grundsätzlich aber sei der Verkehr am Freitag vor Pfingsten immer stärker. Mit insgesamt 44 Staukilometern auf den Autobahnen Baden-Württembergs sei der Samstagvormittag vergleichbar mit dem üblichen Aufkommen unter der Woche gewesen.

Fast überall bleibt auch am Montag der Stau aus

Für das Ende des langen Pfingstwochenendes am Montag hatte der ADAC wieder mehr Verkehr erwartet, gerade auf der auf der A8 bei Pforzheim und beim Albaufstieg. Tatsächlich waren das auch die Strecken, auf denen am meisten los war. Und doch blieb es extrem überschaubar. Bei Pforzheim gab es laut Bettina Wettstein aus der SWR-Verkehrsredaktion am Montag zeitweise fünf Kilometer Stau, am Drackensteiner Hang waren es vorübergehend acht Kilometer stockender Verkehr.

"Es war nicht so schlimm wie erwartet. Es war ordentlich was los, aber keine wirklich dicken Staus."

Ganz anders aber das Bild vor den Feiertagen. Am Donnerstag und Freitag hatte es laut Wettstein kaum eine Autobahn in Baden-Württemberg gegeben, die nicht betroffen war: "Das habe ich noch nicht erlebt. Da war Land unter."

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