Analyse von Sportgroßveranstaltungen am Beispiel Fußball-EM am Campus Künzelsau der Hochschule Heilbronn. (Foto: SWR, Simon Bendel)

Analyse von Sportgroßveranstaltungen

Blick hinter die Kulissen der EM am Campus Künzelsau

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Peter Wedig

Die Erwartungen der Fans sind momentan sehr gering, das meiste Geld wird mit den Medienrechten gemacht: Am Campus Künzelsau der Hochschule Heilbronn wird die Fußball-EM analysiert.

Was erhoffen sich die Fans, wie läuft das Marketing und wie steht es um die Nachhaltigkeit? Diese Themen standen am Mittwoch im Mittelpunkt beim Sportmanagement-Symposium am Campus Künzelsau (Hohenlohekreis) der Hochschule Heilbronn. Die Fußball-Europameisterschaft (EM) in Deutschland dient als Fallbeispiel, denn in Künzelsau wird in der Sportmanagementausbildung zu sportlichen Großveranstaltungen geforscht und gelehrt.

Lange Turnierdauer bringt wirtschaftliche Vorteile

Zu solchen Großveranstaltungen zählen vor allem die Olympischen Spiele im Sommer und im Winter die Fußball-Weltmeisterschaft und eben auch die EM dieses Jahr in Deutschland. Ein wichtiger Faktor ist die Dauer des Turniers von rund vier Wochen. Dadurch gibt es lange Aufenthaltszeiten der ausländischen Mannschaften und Fans.

Wir haben vier Wochen Sonderkonjunktur im Sport und allen anderen Branchen, die mit der Ausrichtung verbunden sind.

Davon profitieren die Sportartikelindustrie, öffentliche Verkehrsmittel, Einzelhandel und auch Gastronomie. Wie stark, das hängt aber immer von der individuellen Euphorie ab, sagt Thomas Bezold, Professor für Sportmanagement an der Hochschule Heilbronn. Je länger die eigene Mannschaft im Turnier bleibt, desto größer die wirtschaftlichen Auswirkungen.

Auf einen Verkaufsboom durch die Fußball-EM, aber auch die Handball-EM, die Olympischen Spiele und die Eishockey-WM, hofft man unter anderem bei INTERSPORT:

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Das große Geld wird mit Fernsehrechten verdient

Das meiste Geld wird allerdings durch den Verkauf der Übertragungsrechte gemacht. Im Fall der EM geht es um weltweite Rechte. Danach kommen die Gelder von Sponsoren. Erst an dritter Stelle spielen die Einnahmen aus verkauften Tickets und Merchandising eine Rolle.

Erwartungen an die DFB-Elf sind niedrig

Die Hochschule erforscht auch regelmäßig die Stimmung der Fans und deren Erwartungshaltung an die DFB-Elf - und die sei im Moment sehr gering, sagt Bezold. Nach den Niederlagen gegen Österreich und die Türkei sei ein Stimmungstief erreicht, die Fans sehr skeptisch, wie sich die Mannschaft entwickle. So etwas könne sich mit ein paar guten Vorbereitungsspielen aber auch sehr schnell ändern.

Vielleicht gelingt es uns ja, den Nimbus der Turniermannschaft neu zu beleben.

Die meisten Fans würden im Moment denken, dass im Viertelfinale Schluss ist. Nur rund 15 Prozent träumen vom Titel.

Nachhaltigkeit wird von der UEFA vorgegeben

Mittlerweile immer wichtiger ist auch das Thema Nachhaltigkeit, sagt Bezold. Dazu gibt es von der UEFA ein genaues Pflichtenheft für den DFB und die Gastgeberstädte. Darin geht es zum Beispiel um die Nutzung bestehender Sportstätten, um Müllvermeidung und wie die örtliche Infrastruktur genutzt wird. Für Bezold ist das ein Gegenentwurf zur FIFA und der WM in Katar.

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